Gegenstand dieser Studienarbeit ist die Auseinandersetzung mit dem Thema „ Rechtsextreme Jugendliche, ein Handlungsfeld der Sozialen Arbeit“. Noch immer stellen sich viele Menschen die Frage: Was genau ist Rechtsextremismus? In einem ersten Teil der Arbeit soll dieser Begriff in Abgrenzung von verwandten Begriffen wie Nationalismus, Neonazismus und Rechtsextremismus näher erläutert werden. Dabei sollen die Erkenntnisse der Soziologie verwertet werden. Diese befasst sich unter anderem mit Menschen, die sich in ihrem Verhalten als non-compliant zeigen,und ein Verhalten an den Tag legen, welches von der Gesellschaft nicht geduldet werden kann. Fachlich wird von „abweichendem Verhalten“ gesprochen. In einem zweiten Teil der Arbeit soll erklärt werden, was unter Rechtsextremismus im Einzelnen zu verstehen ist und welche Folgen das für die rechtsextremen jungen Menschen hat. Da auch in der heutigen Zeit nur wenige Sozialarbeiter Erfahrungen mit rechtsextremen Jugendlichen sammeln konnten, ist es umso wichtiger zu zeigen, wo die „praktische Arbeit“ mit den rechtsextremen Jugendlichen ansetzt. Der dritte Teil der Arbeit wird dies näher thematisieren. Schließlich werden in einem vierten und letzten Teil zwei Modelle dargestellt, die die betroffenen Jugendlichen dazu befähigen sollen, den Ausstieg aus der rechtsextremen Szene zu wagen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- I. Begriffsbestimmungen
- 1.1 Rechtsextremismus
- 1.2 Rechtsradikalismus
- 1.3 Nationalismus
- 1.4 Neonazismus
- 1.5 Über die Bedeutsamkeit des Studiums der genannten Begriffe und ihrer Inhalte
- II. Rechtsextremismus bei Jugendlichen als Folge von abweichendem Verhalten
- 2.1 Die Bedeutung der Sozialisation beim Mensch
- 2.2 Exkurs Soziologie: Theorien des abweichenden Verhaltens nach Merton
- 2.3 Labelling Approach
- III. Praktische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen
- 3.1 Akzeptierende Arbeit mit Jugendlichen rechtsextremer Ausrichtung
- 3.1.1 Akzeptierende Jugendarbeit: Theoretische Ansätze
- 3.1.1.1 Angebote
- 3.1.1.2 Beziehungsorientierungen
- 3.1.1.3 Wege des Zugangs
- 3.1.1.4 Grenzen des Zugangs
- 3.1.2 Ressourcen
- 3.1.3 Grenzen der akzeptierenden Arbeit
- 3.2 Gerechtigkeitsorientierte Arbeit, Ziele und Grundlagen
- IV. Austeigerprogramme
- 4.1 Ausstiegsmotive
- 4.2 Grenzen des Ausstiegs
- 4.3 Aussteigerprogramme
- 4.3.1 EXIT-Modell Schweden
- 4.3.2 EXIT- Modell Deutschland
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit befasst sich mit dem Handlungsfeld der Sozialen Arbeit im Kontext von Rechtsextremismus bei Jugendlichen. Sie beleuchtet die Definition von Rechtsextremismus und verwandten Begriffen wie Nationalismus, Neonazismus und Rechtsradikalismus, um ein klares Verständnis für die Problematik zu schaffen. Darüber hinaus untersucht die Arbeit die Ursachen für rechtsextremes Verhalten bei Jugendlichen im Kontext abweichenden Verhaltens und präsentiert praktische Ansätze der Sozialen Arbeit im Umgang mit dieser Zielgruppe. Schließlich werden Aussteigerprogramme als Instrument zur Unterstützung von Jugendlichen beim Ausstieg aus der rechtsextremen Szene vorgestellt.
- Definition und Abgrenzung von Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Nationalismus und Neonazismus
- Soziologische Erklärungsansätze für abweichendes Verhalten, insbesondere im Kontext von Rechtsextremismus bei Jugendlichen
- Praktische Ansätze der Sozialen Arbeit im Umgang mit rechtsextremen Jugendlichen, einschließlich akzeptierender und gerechtigkeitsorientierter Arbeitsformen
- Aussteigerprogramme als Unterstützung für den Ausstieg aus der rechtsextremen Szene
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik „Rechtsextreme Jugendliche, ein Handlungsfeld der Sozialen Arbeit“ ein und verdeutlicht die Relevanz des Themas. Kapitel I beschäftigt sich mit den Begriffen Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Nationalismus und Neonazismus, um ein klares Verständnis für die verschiedenen Formen des Extremismus zu schaffen. Kapitel II untersucht die Ursachen für rechtsextremes Verhalten bei Jugendlichen im Kontext abweichenden Verhaltens und beleuchtet die Rolle der Sozialisation und verschiedene soziologische Theorien. Kapitel III fokussiert auf die praktische Arbeit mit rechtsextremen Jugendlichen und stellt verschiedene Ansätze vor, darunter akzeptierende und gerechtigkeitsorientierte Arbeitsformen.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, Nationalismus, Neonazismus, abweichendes Verhalten, Sozialisation, Labelling Approach, akzeptierende Jugendarbeit, gerechtigkeitsorientierte Arbeit, Aussteigerprogramme, EXIT-Modell.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus?
Die Arbeit grenzt diese Begriffe voneinander ab: Während Rechtsradikalismus oft noch innerhalb der verfassungsmäßigen Ordnung agiert, zielt Rechtsextremismus auf die Abschaffung der demokratischen Grundordnung ab.
Wie erklärt die Soziologie rechtsextremes Verhalten bei Jugendlichen?
Die Soziologie nutzt Theorien des "abweichenden Verhaltens" (z. B. nach Merton) und den "Labelling Approach", um zu erklären, wie Sozialisationsdefizite und gesellschaftliche Zuschreibungen zur Radikalisierung beitragen.
Was versteht man unter „akzeptierender Jugendarbeit“?
Es ist ein methodischer Ansatz der Sozialen Arbeit, der versucht, über den Aufbau einer tragfähigen Beziehung Zugang zu rechtsextrem orientierten Jugendlichen zu finden, ohne deren politische Einstellung zu teilen.
Welche Aussteigerprogramme gibt es für rechtsextreme Jugendliche?
Die Arbeit stellt unter anderem das EXIT-Modell aus Schweden und Deutschland vor, die Jugendliche beim Verlassen der Szene unterstützen.
Wo liegen die Grenzen der Sozialen Arbeit in diesem Bereich?
Grenzen ergeben sich oft durch mangelnde Ressourcen, Sicherheitsrisiken für Sozialarbeiter oder die tiefe ideologische Verfestigung der Jugendlichen, die einen Zugang erschwert.
- Quote paper
- Katharina Fischer (Author), 2007, Rechtsextreme Jugendliche - Ein Handlungsfeld der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84920