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Bosnien – Herzegowina: Zusammenprall der Kulturkreise?

Title: Bosnien – Herzegowina: Zusammenprall der Kulturkreise?

Term Paper , 2007 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Spriestersbach (Author)

Politics - Topic: Globalization, Political Economics
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Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, inwieweit kulturelle Unterschiede forciert werden können. Dabei muss zunächst erörtert werden, ob die Kenntnis von Unterschieden überhaupt erst die Feststellung von Unterschieden entstehen lässt. Als Beispiel für meine Untersuchung möchte ich die Ereignisse in Bosnien – Herzegowina heranziehen ohne jedoch explizit auf alle vorherrschenden kulturellen Unterschiede, wie sprachlicher, ethnischer, traditioneller etc. Natur einzugehen. Ebenso wenig werde ich die Ereignisse des Bürgerkrieges explizit erörtern.
Im Mittelpunkt steht die Frage, inwieweit die religiös - kulturellen Unterschiede der bosnischen Muslime zu den bosnischen Kroaten und Serben entscheidend zu diesem Konflikt geführt haben oder diesen begünstigt haben und in welchem Ausmaß diese überhaupt existent waren oder sind. Da sich diese jedoch nicht isoliert von allgemeinen kulturellen Unterschieden betrachten lassen, werden auch diese in meine Arbeit mit einfließen.
Des Weiteren möchte ich aufzeigen, welchen Einfluss der Emanzipierungsprozess des dortigen islamischen Glaubens in Bosnien – Herzegowina auf die Ereignisse ausgeübt hat. Hat der bosnische islamische Glaube sich einer „Verwestlichung“ unterworfen oder entzogen? War der Glaube der „Hauptträger“ des Konfliktes oder nur ein „Aufhänger“, um Differenzen zwischen den Volksgruppen in Bosnien darzustellen.

Samuel P. Huntington (1996) schuf mit seinem Buch „Kampf der Kulturen“ eine Ansicht auf zukünftige Konflikte in der Welt, wie sie so zuvor noch nicht gesehen wurden. Nach dem Ende des Kalten Krieges und dem Wegfall der ideologisch bipolaren Welt waren Menschen und teilweise auch Wissenschaftler von einer Hegemonialen Weltmacht USA ausgegangen, welche mit dem „Sieg“ des Kapitalismus über den Kommunismus die Weltherrschaft an sich reißen würde. Diese Tatsache wurde zum Teil aber schon am Anfang der neunziger Jahre widerlegt.
Diesen sind jedoch nicht die einzigen Konfliktformen, die nach Meinung von Samuel P. Huntington in Frage kommen. Das Weitern könnten sich „[…] »Hegemonialkriege« zwischen aufsteigenden und absteigenden Staaten […]“ (ebd., S.334) ergeben, welche das Machtgleichgewicht zwischen den Kulturkreisen beinträchtigen könnten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Pragmatismus

2. Bruchlinienkonflikte und Kernstaatenkonflikte

2.1 Strukturen von Zivilisationen

2.2 Das Bosniakentum

2.3 Islamischer Glaube und islamische Identität der Bosniaken

2.4 Die Indigenisieung der Bosniaken

3. Renaissance der Religionen

3.1 Bruchlinienkonflikte der dritten Art

3.2 Überwindlichkeit von kulturellen Unterschieden

3.3 Wer beherrscht wen?

3.4 Westliche Dekadenz und islamische Resurgenz

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit religiös-kulturelle Unterschiede in Bosnien-Herzegowina zum dortigen Konflikt beigetragen haben und ob die Ereignisse als Zusammenprall der Kulturkreise im Sinne Huntingtons zu interpretieren sind. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob eine tatsächliche Islamisierung stattfand oder ob religiöse Identität als Reaktion auf politische Hilflosigkeit instrumentalisiert wurde.

  • Kulturelle Identität und ihre Rolle in Konflikten
  • Analyse der bosnischen Identität und des Euro-Islam
  • Die Rolle der Religion als Mobilisierungsfaktor
  • Politikwissenschaftliche Einordnung der Bruchlinienkonflikte
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Huntingtonschen Theorie

Auszug aus dem Buch

3.3 Wer beherrscht wen?

Ebenso wie die Welt temporär der Spannung zwischen zwei Ideologien verfallen war und den Niedergang der einen bzw. den Sieg der anderen kaum erwarten konnte, würde die Welt gerne erfahren, wer denn nun die „Bessere“ Religion ist

„Die Ursache für den erneuten Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen sind also in grundlegenden Fragen der Macht der Kultur zu suchen. [...] Wer [beherrscht] wen? Diese zentrale Frage jeder Politik, wie sie Lenin definiert hat, ist die Wurzel des Ringens zwischen Islam und dem Westen“ (Huntington, Samuel P. 1996, S. 229).

Diese nun schon mehr als ein Jahrtausend anhaltende Frage wird sich wohl in den nächsten einhundert Jahren auch nicht beantworten lassen, spiegelt aber ein grundlegend anthropologisches Menschenbild wieder.

Wenn man nun diesen erneuten Konflikt auf dem Balkan unter den Vorzeichen betrachtet, mit denen dieser Bürgerkrieg behaftet war, würde der Schluss nah liegen, dass ein rein religiöser Konflikt nicht vorhanden war. Obwohl eine Betrachtung unter diesen Gesichtspunkten sicherlich nicht verkehrt wäre. Doch im Vordergrund standen primär nationalstaatliche Interessen der Serben einen Grossteil von Bosnien – Herzegowina zu annektieren, um ein „Groß-Serbien“ zu schaffen. Die Ausbreitung des Islam einzudämmen oder zu verhindern kann nicht das Ziel gewesen sein, da die Bosniaken keine Territorialen Ansprüche stellten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob kulturelle Unterschiede den Konflikt in Bosnien-Herzegowina forciert haben und welchen Einfluss der Emanzipierungsprozess des islamischen Glaubens ausübte.

2. Bruchlinienkonflikte und Kernstaatenkonflikte: Dieses Kapitel erläutert Huntingtons Theorie der Konfliktformen und analysiert die spezifische Identitätsbildung der Bosniaken sowie die Rolle des Islam im historischen Kontext.

3. Renaissance der Religionen: Hier wird der weltweite Aufschwung religiöser Identitäten beleuchtet und inwiefern dies im Falle Bosniens als Reaktion auf äußeren Druck und Hilflosigkeit gedeutet werden kann.

5. Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Konflikt in Bosnien nicht primär religiös, sondern ethno-nationalistisch motiviert war und der „Kampf der Kulturen“ nur begrenzt als Erklärungsmodell dient.

Schlüsselwörter

Bosnien-Herzegowina, Kampf der Kulturen, Samuel P. Huntington, Identität, Bruchlinienkonflikte, Islam, Euro-Islam, Nationalismus, Bürgerkrieg, Religion, Ethnizität, Globalisierung, Bosniaken, Säkularisierung, Geopolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Ursachen des Konflikts in Bosnien-Herzegowina unter der spezifischen Perspektive der Theorie des „Kampfes der Kulturen“ von Samuel P. Huntington.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die Rolle der Religion für die Identitätsbildung der Bosniaken, die theoretische Einordnung in Bruchlinienkonflikte und die Dynamiken zwischen ethnischen Gruppen in Bosnien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die Überprüfung, inwieweit kulturelle oder religiöse Differenzen für den Bosnien-Krieg verantwortlich waren oder ob sie lediglich zur Mobilisierung und Abgrenzung instrumentalisiert wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte (vor allem von Samuel P. Huntington) mit historischen Ereignissen und soziologischen Fachanalysen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird der Konflikt in Bosnien-Herzegowina detailliert untersucht, inklusive der Rolle des Islam, der Renaissance religiöser Identität und der politischen Interaktion zwischen verschiedenen Kulturkreisen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Bosnien-Herzegowina, Kampf der Kulturen, Islam, Ethnizität, Identität und Bruchlinienkonflikte charakterisieren.

Inwiefern unterscheidet sich der bosnische Islam vom „orientalischen Islam“?

Der bosnische Islam wird als „Euro-Islam“ beschrieben, der sich durch eine ständige europäische Berührung säkularisiert hat und weniger politisch-transzendental agiert als in anderen Regionen.

Wie bewertet der Autor die Rolle der internationalen Gemeinschaft?

Der Autor argumentiert, dass die Handlungsunfähigkeit der UN und der Europäischen Gemeinschaft zur Hilflosigkeit der Bosniaken beitrug, was wiederum eine Orientierung nach außen (z.B. Türkei) forcierte.

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Details

Title
Bosnien – Herzegowina: Zusammenprall der Kulturkreise?
College
University of Kassel
Course
Globalisierung: Einheit und Unterschied
Grade
1,3
Author
Stefan Spriestersbach (Author)
Publication Year
2007
Pages
20
Catalog Number
V84929
ISBN (eBook)
9783638015486
ISBN (Book)
9783638918824
Language
German
Tags
Bosnien Herzegowina Zusammenprall Kulturkreise Globalisierung Einheit Unterschied Huntington
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Spriestersbach (Author), 2007, Bosnien – Herzegowina: Zusammenprall der Kulturkreise?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84929
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