„[…] daß die wirkliche Freiheit der Personen nur mit einer autoritären Regierung garantiert wird, die die Macht mittels Normen ausübt, die für alle gleich sind […]“(Valdés, Juan Gabriel 1993, S. 74). Dieses Zitat stammt von Sergio de Castro, welcher ein Mitglied der so genannten „Chicago Boys“¹ ist und auch langjähriger Finanzminister von Chile war. Er bewertet die damalige diktatorische Regierung unter General Augusto Pinochet als positiv und als Voraussetzung für die wirtschaftliche Umgestaltung nach dem Vorbild des Neoliberalismus² von Milton Friedman (vgl. Michael Rösch 2003, S.1).
Diese ökonomische Legitimierung einer Diktatur legt somit die Frage offen, ob nur eine solche Herrschaftsform die Grundlage für den Neoliberalismus darstellt. In diesem Essay wird lediglich auf die Ansätze und Folgen der Umsetzung eines neoliberalen Wirtschaftsmodells eingegangen, anhand des in Chile praktisch umgesetzten Modells der „Chicago Boys“. Das Spektrum, welches erörtert wird, behandelt den Zeitraum von 1973 bis 1988, sowie die heutigen daraus resultierenden Ergebnisse aus ökonomischer Sicht. Ethische, moralische und humanistische Bewertungen einer diktatorischen Herrschaftsform finden keine Behandlung, ebenso wenig die menschlichen Tragödien, welche infolge der Diktatur stattgefunden haben. Außer Acht werden ebenso die Umstände und Hintergründe des Putsches von 1973 gelassen sowie die zuvor regierende Administration unter Salvador Allende. Der in diesem Essay behandelte Neoliberalismus nach dem Buch „Kapitalismus und Freiheit“ von Milton Friedman, welcher die Arbeitsgrundlage für die „Chicago Boys“ darstellte, besteht aus mehreren Theorien und Facetten, wobei lediglich der Umstand der ökonomisch, aktiven Rolle des Staates unter dem Handeln der chilenischen Neoliberalisten untersucht wird.
Inhaltsverzeichnis
1.0 Einleitung
1.1 Erläuterung des Arbeitsfeldes
2.0 Neoliberalismus der „Chicago Boys“
2.1 Grundsteinlegung den Neoliberalismus
2.2 Die Anfänge des neoliberalen Modells
2.3 Praktische Umsetzung des Modells
2.4 Auswirkungen der neoliberalen Wirtschaftspolitik
2.5 Neoliberalismus unter der Demokratie
3.0 Das Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Implementierung und die ökonomischen Auswirkungen des neoliberalen Wirtschaftsmodells der sogenannten „Chicago Boys“ in Chile im Zeitraum von 1973 bis 1988 unter der Diktatur von General Augusto Pinochet.
- Die theoretischen Grundlagen des Neoliberalismus nach Milton Friedman.
- Die historische Rolle der „Chicago Boys“ in der chilenischen Regierung.
- Die praktische Umsetzung neoliberaler Schockprogramme und Privatisierungen.
- Die sozioökonomischen Folgen der neoliberalen Wirtschaftspolitik in Chile.
- Die Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung und des heutigen Status quo.
Auszug aus dem Buch
1.1 Erläuterung des Arbeitsfeldes
Diese ökonomische Legitimierung einer Diktatur legt somit die Frage offen, ob nur eine solche Herrschaftsform die Grundlage für den Neoliberalismus darstellt. In diesem Essay wird lediglich auf die Ansätze und Folgen der Umsetzung eines neoliberalen Wirtschaftsmodells eingegangen, anhand des in Chile praktisch umgesetzten Modells der „Chicago Boys“. Das Spektrum, welches erörtert wird, behandelt den Zeitraum von 1973 bis 1988, sowie die heutigen daraus resultierenden Ergebnisse aus ökonomischer Sicht. Ethische, moralische und humanistische Bewertungen einer diktatorischen Herrschaftsform finden keine Behandlung, ebenso wenig die menschlichen Tragödien, welche infolge der Diktatur stattgefunden haben. Außer Acht werden ebenso die Umstände und Hintergründe des Putsches von 1973 gelassen sowie die zuvor regierende Administration unter Salvador Allende. Der in diesem Essay behandelte Neoliberalismus nach dem Buch „Kapitalismus und Freiheit“ von Milton Friedman, welcher die Arbeitsgrundlage für die „Chicago Boys“ darstellte, besteht aus mehreren Theorien und Facetten, wobei lediglich der Umstand der ökonomisch, aktiven Rolle des Staates unter dem Handeln der chilenischen Neoliberalisten untersucht wird. Aspekte des Buches, wie zum Beispiel:
„Die Beziehung zwischen wirtschaftlicher und politischer Freiheit“ (1. Kapitel, S. 27 - 59) werden vernachlässigt wie alle anderen in dem Buch geschilderten Aspekte.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der ökonomischen Legitimierung der chilenischen Diktatur durch die „Chicago Boys“ ein und definiert den methodischen Rahmen der Arbeit.
1.1 Erläuterung des Arbeitsfeldes: Hier wird der Untersuchungsgegenstand präzisiert, indem der Fokus auf die ökonomischen Reformen zwischen 1973 und 1988 unter Ausschluss ethischer und historischer Begleitumstände gelegt wird.
2.0 Neoliberalismus der „Chicago Boys“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wurzeln der neoliberalen Doktrin unter Milton Friedman und deren Adaptation durch die chilenischen Studenten.
2.1 Grundsteinlegung den Neoliberalismus: Es wird der politische Kontext des Militärputsches von 1973 beleuchtet, der den Nährboden für die kommenden Wirtschaftsreformen bildete.
2.2 Die Anfänge des neoliberalen Modells: Das Kapitel beschreibt die ersten Schritte der Militärjunta zur wirtschaftlichen Neuorientierung, insbesondere durch Deregulierung und Privatisierung.
2.3 Praktische Umsetzung des Modells: Hier wird das „Schockprogramm“ detailliert, das unter anderem Privatisierungen und die Freigabe von Zinssätzen umfasste.
2.4 Auswirkungen der neoliberalen Wirtschaftspolitik: Eine Analyse der negativen Folgen der Privatisierungen sowie der langfristigen wirtschaftlichen Instabilitäten wird in diesem Abschnitt vorgenommen.
2.5 Neoliberalismus unter der Demokratie: Das Kapitel behandelt die Fortführung des neoliberalen Kurses in Chile nach dem Ende der Diktatur und der Rückkehr zur Demokratie.
3.0 Das Fazit: Das Fazit bewertet die ökonomische Entwicklung Chiles kritisch und schlussfolgert, dass ein modifiziertes Modell staatlicher Aktivität für soziale Stabilität unerlässlich ist.
Schlüsselwörter
Neoliberalismus, Chicago Boys, Chile, Augusto Pinochet, Milton Friedman, Wirtschaftspolitik, Privatisierung, Diktatur, Marktregulierung, Strukturanpassung, Kapitalismus, Staatsunternehmen, Wirtschaftskrise, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Umsetzung neoliberaler Wirtschaftsreformen durch die „Chicago Boys“ in Chile während der Ära Pinochet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen von Milton Friedman, die Rolle der Militärjunta und die Auswirkungen von Privatisierung und Deregulierung auf die chilenische Ökonomie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die ökonomischen Ansätze und deren Folgen in Chile im Zeitraum von 1973 bis 1988 wissenschaftlich zu beleuchten, ohne dabei die ethische Dimension der Diktatur zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und ökonomische Analyse auf Basis vorhandener Literatur und historischer Wirtschaftsdaten des genannten Zeitraums.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Neoliberalismus, die praktische Implementierung durch die Militärregierung und die kritische Analyse der wirtschaftlichen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Neoliberalismus, Chicago Boys, Privatisierung, Schockprogramm, Militärjunta und wirtschaftliche Strukturanpassung.
Welchen Einfluss hatte der Regimewechsel zur Demokratie auf die Wirtschaftsordnung?
Auch nach dem Übergang zur Demokratie behielt Chile den grundsätzlichen neoliberalen Kurs bei, führte jedoch punktuelle soziale Korrekturen ein.
Warum wird im Fazit ein „modifiziertes Modell“ gefordert?
Der Autor argumentiert, dass die ungehinderte Selbstregulierung des Marktes soziale Spannungen erzeugt, weshalb ein aktiverer Staat zur Vermeidung von Unruhen notwendig ist.
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- Stefan Spriestersbach (Author), 2006, Neoliberalismus a la chilena, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84933