"Der Mensch wird erst durch Erziehung zum Menschen", so lautet eine Aussage von Immanuel Kant.
Erziehung ist nicht auf einen bestimmten Teil des Lebens beschränkt, sondern Erziehung findet in verschiedensten Bereichen statt. Auch die Schule hat nicht nur den Auftrag der Vermittlung von Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten. In den Verfassungen, Schulgesetzen und Lehrplänen der Bundesländer in der Bundesrepublik Deutschland wird auch auf die Verpflichtung der Schule hingewiesen, die Schülerinnen und Schüler zu erziehen.
Im Folgenden soll eine Begriffsklärung stattfinden, denen sich die obersten Bildungsziele anschließen. Ein historischer Abriss des Erziehungsauftrags der Grundschule zeigt, wie sich das Verständnis von Erziehung im Laufe der Zeit veränderte. Dies führt schließlich zur Begründung des jetzigen Erziehungsauftrags, welcher anhand des Bayerischen Lehrplans konkretiesiert wird. Eine Beurteilung und Möglichkeiten der Verwirklichung zeigen Wege in die Praxis auf, die anhand von beispielen veranschaulicht werden. Mögliche Probleme bei der Realisierung des Erzeihungsauftrags schließen die Arbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Vorbemerkung
2 Begriffsklärung
2.1 Erziehung
2.2 Erziehungsauftrag
2.3 Erziehender Unterricht
3 Oberste Erziehungsziele (SCHRÖDER)
4 Historischer Abriß zum Erziehungsauftrag der Grundschule (MAHLER/SALZER)
5 Begründungen des aktuellen Erziehungsauftrages in der Grundschule
5.1 Rechtliche Begründung
5.2 Anthropologische Begründung
5.3 Gesellschaftliche Begründung
6 Aussagen des Bayerischen Lehrplans zum Erziehungsauftrag in der Grundschule
6.1 Der Auftrag der Grundschule
6.1.1 Der Stellenwert des Erzieherischen (vgl. Präambel 1.)
6.1.2 Die Aufgaben der Schule im Rahmen des Erziehungsauftrags (vgl. Präambel 1.)
6.2 Erziehung in der Grundschule (vgl. Präambel 2.)
7 Konkretisierung des Erziehungsauftrages
8 Beurteilung des Erziehungsauftrags der Schule
8.1 Pro
8.2 Contra
9 Möglichkeiten der Verwirklichung des Erziehungsauftrages
9.1 Inhalte (GLÖCKEL)
9.2 Aufgaben (GLÖCKEL)
9.3 Zusammenleben/Schulklima (soziales Lernen) (GLÖCKEL)
9.4 Personale Führungshilfen (GLÖCKEL)
9.5 Unterrichtsvollzug/Methodik
9.6 Unterrichtsprinzipien
10 Beispiele aus dem Lehrplan
11 Mögliche Probleme bei der Realisierung des Erziehungsauftrages
12 Schlußbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Bedeutung und der praktischen Umsetzung des Erziehungsauftrags in der Grundschule, insbesondere vor dem Hintergrund des bayerischen Lehrplans. Ziel ist es, die pädagogische Notwendigkeit einer werteorientierten Erziehung aufzuzeigen, die über die reine Wissensvermittlung hinausgeht.
- Theoretische Fundierung des Erziehungsbegriffs und Erziehungsauftrags
- Rechtliche und gesellschaftliche Begründungen des schulisches Erziehungsauftrags
- Analyse der Aussagen des bayerischen Grundschullehrplans
- Methoden zur praktischen Verwirklichung des Erziehungsauftrags im Schulalltag
- Identifikation von Hemmnissen und Problemen bei der Umsetzung
Auszug aus dem Buch
2.1 Erziehung
Es herrscht Uneinigkeit über den Erziehungsbegriff in der Literatur vor: Erziehung wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt und wird für verschiedene Inhalte als ihr Oberbegriff gebraucht.
HAARMANN: Der Begriff der Erziehung beinhaltet die Gesamtheit aller Maßnahmen, die dem Kind und Heranwachsenden helfen, lebenstüchtig, erwachsen und ‘mündig’ zu werden. HAARMANNS Begriff von Erziehung ist sehr eng gefaßt; er sieht Erziehung als die Vorbereitung auf die Gesellschaft.
SCHRÖDER: Erziehung ist Hilfe bei der Entwicklung der Persönlichkeit. SCHRÖDER bezieht den Erziehungsbegriff auf die Ebene der Person.
WEBER: Erziehung ist eine beabsichtigte Enkulturationshilfe. Enkulturation wird hier so umfassend verstanden, daß sie auch Sozialisation und Personalisation miteinschließt. Erziehung ist also jenes soziale Handeln, das Hilfe beim Erlernen kultureller Lebensweisen bieten will. Das Lernen muß der Einzelne allerdings selbst vollbringen. Die Erziehung vermag ihn dabei nur zu unterstützen.
BREZINKA: „Unter Erziehung werden soziale Handlungen verstanden, durch die Menschen versuchen, das Gefüge der Dispositionen anderer Menschen dauerhaft zu verbessern oder seine als wertvoll beurteilten Komponenten zu erhalten.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Vorbemerkung: Einführende Worte zur Bedeutung von Erziehung als menschliche Grundbedingung.
2 Begriffsklärung: Differenzierte Betrachtung verschiedener Erziehungsbegriffe und Definitionen in der pädagogischen Fachliteratur.
3 Oberste Erziehungsziele (SCHRÖDER): Erläuterung der Persönlichkeitsentwicklung als zentralem Ziel der Erziehung.
4 Historischer Abriß zum Erziehungsauftrag der Grundschule (MAHLER/SALZER): Überblick über die historische Entwicklung der Erziehungskonzeptionen in bayerischen Lehrplänen.
5 Begründungen des aktuellen Erziehungsauftrages in der Grundschule: Darstellung der rechtlichen, anthropologischen und gesellschaftlichen Legitimation.
6 Aussagen des Bayerischen Lehrplans zum Erziehungsauftrag in der Grundschule: Konkrete Analyse der Lehrplaninhalte zur Rolle der Grundschule als Erziehungsinstanz.
7 Konkretisierung des Erziehungsauftrages: Aufzählung spezifischer Erziehungsfelder wie Soziale-, Werte- und Kreativitätserziehung.
8 Beurteilung des Erziehungsauftrags der Schule: Diskussion pro und contra sowie Auseinandersetzung mit elterlichen und lehrerseitigen Einwänden.
9 Möglichkeiten der Verwirklichung des Erziehungsauftrages: Methoden und Strategien für Lehrkräfte zur praktischen Integration von Erziehung in den Unterricht.
10 Beispiele aus dem Lehrplan: Auflistung praktischer Lernziele aus verschiedenen Fächern.
11 Mögliche Probleme bei der Realisierung des Erziehungsauftrages: Analyse von Hindernissen durch Familie, Schüler, Lehrerschaft und schulische Rahmenbedingungen.
12 Schlußbemerkung: Fazit zur Dringlichkeit des Erziehungsauftrags und der Bedeutung der Lehrkraft als Vorbild.
Schlüsselwörter
Erziehungsauftrag, Grundschule, bayerischer Lehrplan, Persönlichkeitsentwicklung, Grundlegende Bildung, Erziehender Unterricht, Sozialisation, Enkulturation, Werteerziehung, Lehrkraft, Vorbildfunktion, Erziehungsziele, Schulklima, Pädagogische Führung, Individuation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Erziehungsauftrag der Grundschule, wie er in den bayerischen Lehrplänen verankert ist und welche Bedeutung er für die ganzheitliche Bildung von Kindern hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die begriffliche Klärung von Erziehung, die rechtliche sowie anthropologische Begründung der Aufgabe, die Analyse des Lehrplans und praktische Umsetzungsmöglichkeiten im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Schule nicht nur Wissen vermittelt, sondern als Erziehungsraum für die Persönlichkeitsreifung der Kinder fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer deskriptiven Auswertung der bestehenden Lehrpläne und Verfassungsartikel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Herleitung des Erziehungsauftrags, der Differenzierung von Zielen und der methodischen Umsetzung im schulischen Alltag.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Erziehungsauftrag, Grundlegende Bildung, Werteerziehung und die Rolle der Lehrperson als Vorbild.
Warum ist laut der Arbeit eine Zusammenarbeit mit dem Elternhaus essenziell?
Der Erziehungsauftrag kann nicht allein durch die Schule erfüllt werden; eine ständige Zusammenarbeit ist unerlässlich, um konsistente Werte und Erziehungsziele zu gewährleisten.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkraft?
Die Lehrkraft wird als das "wichtigste Mittel" zur Umsetzung des Erziehungsauftrags gesehen, da ihr Verhalten eine Vorbildfunktion einnimmt und den Unterricht maßgeblich prägt.
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- Matthias Altmannsberger (Autor), 2001, Der Erziehungsauftrag der Grundschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8495