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"Haec nos Deo seruat..." Heilsnotwendigkeit der Kirche

Ein Vergleich der Konzepte bei Cyprian und im Dekret "Extra Ecclesiam Nulla Salus"

Title: "Haec nos Deo seruat..." Heilsnotwendigkeit der Kirche

Seminar Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anna-Maria Tetzlaff (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Diese Behauptung stellte der Kirchenvater und Bischof von Karthago Cyprian in einem seiner Briefe im Zuge des Ketzertaufstreits 253 n. Chr. auf, um die Heilsnotwendigkeit der Kirche zu verdeutlichen. Auf ähnliche Weise tat dies auch Origenes ungefähr zur gleichen Zeit in dem Gebiet der oströmischen Kirche: „Extra honc domum, id est extra ecclesiam, nemo salvatur.“ Mit der Zeit verfestigten sich diese Aussagen zu dem Lehrsatz der katholischen Kirche: „Extra Ecclesiam nulla salus“ über Augustin3, der maßgeblich Einfluss auf die Lehre der mittelalterlich-katholischen Kirche nahm, bis hin zur Bulle Bonifaz` VIII. „Unam Sanctam“ von 1302. Würde dieser heute so exklusiv gedeutet, wie er klingt und wie er lange ausgelegt worden ist5, so könnten am Ende nur knapp zwanzig Prozent der Weltbevölkerung gerettet werden. Die Frage danach, wie eine Institution wie die katholische Kirche mit dieser Tatsache umgeht beziehungsweise umgangen ist, ist an dieser Stelle sicher berechtigt. Um diese zu beantworten ist es wichtig, die Vorstellung, wie sie sich im dritten Jahrhundert gebildet hat, darzustellen. Wie also ist das Fundament gestaltet, auf dem sich das „Extra...“-Axiom gründen konnte? Ist es wirklich so exklusiv, wie es über lange Zeit rezipiert wurde? Wodurch wurde es beeinflusst? Im Vergleich dazu ist zu betrachten, ob sich die römische Kirche in einer sich verändernden Gesellschaft gebührend mit dem Lehrsatz auseinandergesetzt hat. Wie also hat sich die Deutung des Axioms entwickelt, hat sie sich verändert? Wenn ja, wie und warum?
Für die Beantwortung dieser Fragestellungen eignet sich ein Vergleich von zwei Quellen aus den betreffenden Zeiten. In Cyprians Schrift „De Ecclesiae Catholicae Vnitate“ kommt durchgängig, besonders im sechsten Kapitel, der Gedanke von der Heilsnotwendigkeit der Kirche zum Tragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG – „EXTRA ECCLESIAM NULLA SALUS“

II. VORBETRACHTUNGEN

1. EINZELDARSTELLUNGEN – CYPRIAN UND PIUS XII.

A. Cyprian, Bischof von Karthago

B. Papst Pius XII.

2. FORSCHUNGSÜBERBLICK

III. DIE HEILSNOTWENDIGKEIT DER KIRCHE

1. VERGLEICH DER KONZEPTE VON DER HEILSNOTWENDIGKEIT

A. Das Heil

B. Der Weg zum Heil

a. Über die Einheit der Kirche bei Cyprian

b. Über die Unterordnung unter Kirche und Papst

C. Die Wirkung des Heils

a. Abgestufte Zugehörigkeit nach Pius XII.

b. Reelle Zugehörigkeit bei Cyprian

D. Eine Veränderung des Verständnisses?

2. HINTERGRÜNDE

A. Die Weite der Welt zu Zeiten Cyprians

B. Inkonsequente Exklusivität bei Cyprian

C .Die Entwicklung des voti impliciti

D. Die diplomatische Tätigkeit Pius’ XII.

IV. SCHLUSS – „HAEC NOS DEO SERVAT...“

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine Veränderung des Verständnisses der Heilsnotwendigkeit der Kirche aufzuzeigen, indem sie die Position des Kirchenvaters Cyprian mit dem Dekret „Extra Ecclesiam nulla salus“ (1949) unter Pius XII. vergleicht und in ihre jeweiligen historischen Kontexte einordnet.

  • Vergleich der Konzepte zur Heilsnotwendigkeit bei Cyprian und Pius XII.
  • Analyse der Rolle der Kirchenzugehörigkeit und des Weges zum Heil.
  • Untersuchung der historischen Hintergründe und der unterschiedlichen Weltbilder.
  • Bewertung der Entwicklung des Verständnisses des „Extra Ecclesiam nulla salus“-Axioms.
  • Einordnung der diplomatischen Tätigkeit Pius' XII. im Kontext des Dekrets.

Auszug aus dem Buch

Die Wirkung des Heils

Diese Aussage wird in Erwägung derer, „qui foris sunt“, vom kirchlichen Lehramt durch eine Abstufung von reeller und virtueller Zugehörigkeit relativiert. Danach ist nicht nur für äußerliche Mitglieder der Kirche das Erlangen von Heil möglich. In Rückbezug auf das Konzil von Trient, welches auch allein den Wunsch nach den Sakramenten der Taufe und der Buße schon als heilswirksam betrachtet, wird in dem Dekret festgelegt, dass das votum und das desiderium nach der Kirchengliedschaft ebenfalls zur Rettung beitragen können. Wenn also der Mensch aus bestimmten Gründen nicht dazu in der Lage ist, in die Kirche einzutreten, reicht schon der Wunsch nach der Kirchenzugehörigkeit aus, wie es bei Taufanwärtern der Fall ist. Das „Extra...“-Axiom wird zusätzlich dahingehend ausgeweitet, das das votum nicht explizit sein müsse. An dieser Stelle führt das Heilige Offizium die Kategorie der an unüberwindbarer Unwissenheit Leidenden ein, die über einen impliziten Wunsch nach der Kirchengliedschaft verfügen könnten und auf diesem Weg zum Heil gelangen könnten, „quia illud [der Wunsch] in ea bona animae dispositione continetur, qua homo voluntatem suam Dei voluntati conformem velit.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG – „EXTRA ECCLESIAM NULLA SALUS“: Die Einleitung führt in das Axiom der Heilsnotwendigkeit der Kirche ein und skizziert die Fragestellung, wie sich die Deutung dieses Lehrsatzes vom 3. Jahrhundert bis 1949 entwickelt hat.

II. VORBETRACHTUNGEN: Dieses Kapitel liefert eine historische Einordnung der Positionen von Cyprian und Pius XII. sowie einen Überblick über den Stand der bisherigen Forschung zum Thema.

III. DIE HEILSNOTWENDIGKEIT DER KIRCHE: Im Hauptteil erfolgt ein detaillierter Vergleich der Konzepte zu Heil, Weg zum Heil, Wirkung des Heils sowie eine Untersuchung der historischen Hintergründe der jeweiligen Positionen.

IV. SCHLUSS – „HAEC NOS DEO SERVAT...“: Der Schluss fasst die Ergebnisse des Vergleichs zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass trotz einer Anpassung des Verständnisses an die Weltveränderung das Prinzip der Notwendigkeit der Kirche im Inneren erhalten blieb.

Schlüsselwörter

Heilsnotwendigkeit, Kirche, Cyprian, Pius XII., Extra Ecclesiam nulla salus, Ekklesiologie, Kirchengeschichte, Heilsvermittlung, Votum Ecclesiae, Bostoner Häresie, Einheit der Kirche, Traditio, Eschatologie, Religionsfreiheit, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel im Verständnis der Heilsnotwendigkeit der katholischen Kirche durch einen Vergleich zwischen den antiken Schriften Cyprians von Karthago und dem Dekret des Heiligen Offiziums von 1949.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Ekklesiologie, die Soteriologie (Heilslehre), die Stufung der Kirchenzugehörigkeit sowie das Verhältnis zwischen kirchlicher Tradition und gesellschaftlichem Wandel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die katholische Kirche mit dem exklusiven Axiom „Extra Ecclesiam nulla salus“ in sich verändernden historischen Kontexten umgegangen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenbasierte, vergleichende Analyse durchgeführt, die die Texte in ihren historischen Rahmen einbettet und zudem die vorhandene Forschungsliteratur einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Beschaffenheit des Heils, die Wege zur Heilsvermittlung sowie die verschiedenen Personengruppen, denen Heil zugesprochen wird, bei Cyprian und Pius XII. gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Heilsnotwendigkeit, Extra Ecclesiam nulla salus, Cyprian, Pius XII., Votum Ecclesiae und Kirchenzugehörigkeit charakterisiert.

Welche Rolle spielt die „Boston heresy“ für die Analyse?

Die Bostoner Affäre um Leonard Feeney bildet den unmittelbaren Anlass für das Dekret von 1949 und verdeutlicht die Spannung zwischen rigoristischer Exklusivität und der lehramtlichen Suche nach einem Mittelweg.

Inwiefern beeinflusste die diplomatische Tätigkeit Pius' XII. das Dekret?

Der Autor argumentiert, dass die diplomatischen Bemühungen Pius' XII. um gute Beziehungen zu den USA eine öffentliche Positionierung zum Thema erforderten, um religiöse Spannungen zu vermeiden.

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Details

Title
"Haec nos Deo seruat..." Heilsnotwendigkeit der Kirche
Subtitle
Ein Vergleich der Konzepte bei Cyprian und im Dekret "Extra Ecclesiam Nulla Salus"
College
University of Göttingen  (Theologische Fakultät)
Course
Proseminar
Grade
1,0
Author
Anna-Maria Tetzlaff (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V84974
ISBN (eBook)
9783638013918
Language
German
Tags
Haec Heilsnotwendigkeit Kirche Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna-Maria Tetzlaff (Author), 2006, "Haec nos Deo seruat..." Heilsnotwendigkeit der Kirche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84974
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