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Formulierungsmuster in der 'Geblümten Rede'

Title: Formulierungsmuster in der 'Geblümten Rede'

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Marco Dietze (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Im Sommersemester 2005 nahm ich an dem altgermanistischen Seminar Syntax teil.
Thema meines Referates war das des Geblümten Stils.
Diese Arbeit beschränkt sich aber nicht ausschliesslich auf Fragen zu Stilformen.
Ihr Gegenstand ist vielmehr die Beschäftigung mit den umfangreichen Büchern von Gert Hübner (Lobblumen: Studien zur Genese und Funktion der „geblümten Rede“.) einerseits und dem Literaturwissenschaftlichen Klassiker von Ernst Robert Curtius (Europäische Literatur und lateinisches Mittelalter.) andererseits.

Mein Referat orientierte sich, sowohl aus zeitorganisatorischen als auch aus inhaltlichen Gründen, hauptsächlich auf syntaktische beziehungsweise grammatische Fragestellungen. Dieser Teil fand seinen Platz auch in der vorliegenden Arbeit; zugleich war es mir aber aus literaturwissenschaftlichen Erwägungen heraus, und diese Arbeit ist ja nun einmal eine primär literaturwissenschaftliche, zugleich ein Bedürfnis, mich noch einmal und in tiefgreifenderer Weise mit der Entwicklung und Tradierung literaturtechnischen Wissens zu beschäftigen und diese zu verstehen.

Ziel dieser Arbeit ist es also zu zeigen wie eng die Entwicklung von Grammatik, Rhetorik und letztlich literarischer Bildung verknüpft ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Tradition

2.1 Rhetorik

2.2 Das Lob

2.3 „blüemen“

3. Lobblumen

3.1 Formulierungsmuster des Lobblümens

3.2 Von der rhetorischen Tradition zur grammatischen

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Funktion der sogenannten „Lobblumen“ im Kontext des „geblümten Stils“ in der mittelhochdeutschen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts. Das primäre Ziel ist es, den Begriff der Lobblumen, in Anlehnung an Gert Hübner, klar zu definieren und ihre poetologische Relevanz als rhetorisches Mittel zur Sprachartistik im höfischen Lobpreis aufzuzeigen.

  • Rhetorische Tradition und die Entwicklung des Lobpreises
  • Die grammatische Struktur und poetische Funktion von Lobblumen
  • Der Übergang von inhaltlicher Referenz zur formalen Sprachartistik
  • Untersuchung literarischer Formulierungsmuster (Genitivmetapher, metaphorische Kennzeichnung, expliziter Vergleich)
  • Die Bedeutung der historischen Konvention für das höfische Publikum

Auszug aus dem Buch

3. Lobblumen

Was sind nun die Lobblumen? Hübner merkt, seine Untersuchung einleitend, dazu an, dass er sich am historischen Sprachgebrauch orientiert, wenn er von geblümtem Lobpreis beziehungsweise vom Lobblümen spricht. Als Lobblumen, oder deren Gegensatz: als Scheltblumen, bezeichnet er die zum Lobpreis gehörigen Ausdrucksformen.

Den Stilbegriff, also den geblümten Stil, möchte er, da er sich ja am historischen Sprachgebrauch orientiert, gar nicht erst diskutieren. Auf die Verwendung der Verbmetapher geblümt möchte er weitesgehend verzichten. Anwenden möchte er diesen Begriff nur noch auf laudative und vituperative, also lobende und scheltende, Passagen mit metaphorischen Ausdrucksformen (Metaphern, Metonymien, Vergleichen,...).

Mit diesem Vorgehen erhält der Begriff des Lobblümens zwar eine kleinere Extension; nach Hübners Verständnis jedoch zugleich „eine zumindest prototypisch bestimmbare“ und „vor allem historisch begründbare Intension“.

Das Lobblümen ist in diesem Sinn, wenn man den Stilbegriff doch noch einmal bemühen will, kein Autor-, kein Epochen-, kein Gattungs-, sondern am ehesten ein Funktionalstil, der in laudativen Texten oder Textpassagen allerdings innerhalb einer bestimmten Zeitspanne von bestimmten Autoren besonders gern eingesetzt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Begriffs „geblümter Stil“ ein und legt den Grundstein für die Untersuchung auf Basis der Arbeiten von Gert Hübner.

2 Die Tradition: Dieses Kapitel verortet das höfische Loben in der Tradition der antiken Rhetorik und des europäischen Bildungswesens.

2.1 Rhetorik: Hier werden die fünf Teile der Rhetorik und die Arten der Beredsamkeit erläutert, wobei der Fokus auf dem Lobpreis liegt.

2.2 Das Lob: Dieser Abschnitt analysiert die Transformation der antiken Lobrhetorik in die mittelalterliche literarische Praxis.

2.3 „blüemen“: Das Kapitel definiert den Begriff „blüemen“ als rhetorische Verbmetapher und ordnet ihn in verschiedene Gebrauchskontexte ein.

3. Lobblumen: Dieses Hauptkapitel definiert Lobblumen als Funktionalstil und beleuchtet deren poetologische Implikationen.

3.1 Formulierungsmuster des Lobblümens: Hier werden die drei zentralen Muster – Genitivmetapher, metaphorische Kennzeichnung und expliziter Vergleich – vorgestellt und an Textbeispielen analysiert.

3.2 Von der rhetorischen Tradition zur grammatischen: Das Kapitel verdeutlicht die Verschiebung von rhetorischen Inhalten hin zu einer durch Grammatik geprägten poetischen Technik.

Resümee: Die Zusammenfassung zieht ein Fazit über die poetische Autonomie des Lobblümens und dessen Bedeutung für das höfische Publikum.

Schlüsselwörter

Lobblumen, geblümter Stil, Rhetorik, Poetologie, höfischer Lobpreis, Sprachartistik, Genitivmetapher, Descriptio, Literaturgeschichte, Mittelalter, Metapher, Funktionalstil, Prunkrede, Grammatik, Stilistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung von Lobpreisungen in der mittelhochdeutschen Epik und Lyrik, konkret die sogenannten „Lobblumen“ als spezifische rhetorische Technik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Rhetorikgeschichte, die Verbindung zwischen antiker Tradition und mittelalterlicher Praxis sowie die poetologische Funktion von literarischem Schmuck.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist eine präzise begriffliche Fassung des „Lobblümens“ und die Analyse, wie diese Technik den Fokus der Literatur von der inhaltlichen Aussage hin zur formalen Sprachartistik verschiebt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor folgt primär der Untersuchungsmethode von Gert Hübner und vergleicht diese mit literaturtheoretischen Ansätzen wie denen von Ernst Robert Curtius.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Tradition des Lobens, die Definition der Lobblumen und die Analyse konkreter Formulierungsmuster wie Genitivmetaphern und Vergleiche anhand von Textbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lobblumen, geblümter Stil, Rhetorik, Sprachartistik, Poetologie und historische Konvention.

Welche Bedeutung kommt der „Genitivmetapher“ zu?

Sie ist ein fundamentales Formulierungsmuster, das durch die Verknüpfung von höfischen Wertbegriffen im Genitiv mit metaphorischen Nominativen ein „Höchstmaß“ an Qualität ausdrücken soll.

Warum wird die „descriptio“ als so wichtig eingestuft?

Die descriptio fungiert als poetische Technik, die den Fokus auf die Kompetenz des Autors im Umgang mit klassentypischen Attributen legt und somit den Text selbst als Artefakt in den Vordergrund rückt.

Was bedeutet es, wenn ein Lob „geblümt“ ist?

Es bedeutet, dass der Text mit rhetorischen Mitteln (Blumen) geschmückt ist, um die sprachartistische Kompetenz des Dichters zu demonstrieren und den gepriesenen Gegenstand durch hyperbolische Metaphorik zu verherrlichen.

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Details

Title
Formulierungsmuster in der 'Geblümten Rede'
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Course
Mittelhochdeutsche Syntax
Grade
2,0
Author
Marco Dietze (Author)
Publication Year
2005
Pages
31
Catalog Number
V84998
ISBN (eBook)
9783638015592
ISBN (Book)
9783638957304
Language
German
Tags
Formulierungsmuster Geblümten Rede Mittelhochdeutsche Syntax
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Dietze (Author), 2005, Formulierungsmuster in der 'Geblümten Rede', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84998
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