Die vorliegende Seminararbeit befaßt sich mit dem Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) als deliktspezifische Behandlungsmaßnahme von gewalttätigen Jugendlichen im Jugendstrafvollzug.
Die Arbeit stellt sich als zentrale Frage: Wie effizient ist das Anti-Aggressivitäts-Training eigentlich? Um dies zu klären, werden die Zielgruppe und der Trainingsaufbau sowie Trainingsfaktoren, Lerninhalte und Lernziele des AAT dargestellt. Im zweiten Teil der Arbeit wird eine von Prof. Dr. Jens Weidner durchgeführte Erhebung zur Effizienz des Anti-Aggressivitäts-Trainings erläutert und kritisch beleuchtet.
Das AAT ist eine deliktspezifische, sozialpädagogisch-psychologische Behandlungsmaßnahme für gewalttätige Wiederholungstäter im Jugendstrafvollzug. Das Training beruht auf einem lerntheoretisch-kognitiven Paradigma, wobei Erkenntnisse der Aggressionstheorien im Vordergrund stehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) für Gewalttäter
2.1. Zielgruppe
2.1.1. Beurteilungskriterien
2.1.2. Rechtsstaatliche Prinzipien
2.1.3. Teilnahmemotivation
2.2. Aufbau des Trainings
2.2.1. Integrationsphase
2.2.2. Konfrontationsphase
2.2.3. Gewaltverringerungsphase
2.2.4. Nachbetreuung
2.3. Trainingsfaktoren, Lerninhalte und Lernziele des AAT
2.3.1. Aggressionsauslöser
2.3.2. Selbstbild zwischen Ideal- und Realselbst
2.3.3. Neutralisierungstechniken
2.3.4. Opferkommunikation
2.3.5. Aggressivität als Vorurteil
2.3.6. Provokationstest
2.3.7. Subkultur
2.3.8. Institutionelle Gewalt – Jugendvollzug
3. Erhebungen zur Effizienz des Anti-Aggressivitäts-Trainings
4. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Effizienz des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) als deliktspezifische Behandlungsmaßnahme für gewalttätige Jugendliche im Jugendstrafvollzug, um einen Beitrag zur Resozialisierung zu leisten.
- Konzeptionelle Grundlagen und Zielgruppen des AAT
- Trainingsaufbau und Phasenmodelle der Aggressionsbewältigung
- Methodische Ansätze wie Konfrontation und Opferkommunikation
- Empirische Evaluation der Trainingseffizienz mittels Pre-Post-Vergleichen
Auszug aus dem Buch
2.3.1. Aggressionsauslöser
Dieser Trainingsfaktor geht davon aus, daß Aggressivität keine unberechenbare und spontane Reaktion ist, sondern durch Hinweisreize aus der Umgebung der Jugendlichen reguliert wird.
„Nur selten verhalten sich Menschen blind und wahllos aggressiv. Viel eher treten aggressive Handlungen zu bestimmten Zeiten, in bestimmten Situationen, gegenüber bestimmten Gegenständen oder Personen und als Reaktion auf bestimmte Formen der Provokation auf“.
Bei der Besprechung dieses Trainingsfaktors werden punktgenau aggressivitätsauslösende Situationen analysiert, um dem Trainingsteilnehmer die Zwanghaftigkeit seines sich wiederholenden, gewalttätigen Verhaltens aufzuzeigen.
Zu den Aggressionsauslösern zählt ebenfalls die enthemmende Wirkung des Alkohols. Die Experimente von Shuntich und Taylor belegen, daß betrunkene Versuchspersonen trotz Sanktionsgewißheit eher einen körperlichen Angriff riskieren als nüchterne Versuchspersonen. Die Unkontrollierbarkeit des eigenen Verhaltens unter Alkoholeinfluß und die individuelle Analyse der Verträglichkeit sind daher ebenfalls Trainingsthemen des AAT. Es muß jedoch angemerkt werden, daß statistisch gesehen die Mehrzahl der Gewalttaten von jugendlichen Straftätern in nüchternem Zustand begangen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Problematik im Jugendstrafvollzug und Einführung in das Anti-Aggressivitäts-Training als Behandlungsansatz für Gewalttäter.
2. Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) für Gewalttäter: Grundlegende Beschreibung des Konzepts, der Zielgruppe sowie der strukturellen und inhaltlichen Trainingsfaktoren.
3. Erhebungen zur Effizienz des Anti-Aggressivitäts-Trainings: Analyse des Forschungsdesigns und der Ergebnisse zur Wirksamkeit des Trainings anhand von Vergleichsgruppen.
4. Zusammenfassung: Resümee der theoretischen und praktischen Erkenntnisse sowie Ausblick auf die Weiterentwicklung des Trainingsprogramms.
Schlüsselwörter
Anti-Aggressivitäts-Training, AAT, Jugendstrafvollzug, Gewalttäter, Aggressionsabbau, Opferkommunikation, Provokationstest, Resozialisierung, Deliktprävention, kognitive Verhaltenstherapie, Neutralisierungstechniken, Jugendkriminalität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit und Konzeption des Anti-Aggressivitäts-Trainings (AAT) als spezialisierte Behandlungsmaßnahme für jugendliche Gewalttäter im Strafvollzug.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung des Aggressionsabbaus, die methodische Struktur des Trainings (z.B. Konfrontation) sowie die empirische Überprüfung seiner Effizienz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, wie effizient das AAT ist und welche Faktoren bei der Behandlung gewalttätiger Jugendlicher eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf Literaturanalysen und vergleicht psychologische Daten (Pre-Post-Design) sowie Aktenvermerke, um den therapeutischen Fortschritt zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Zielgruppe, den Trainingsaufbau, die spezifischen Lerninhalte wie Opferkommunikation und Subkulturanalysen sowie eine kritische Evaluation der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören AAT, Jugendstrafvollzug, Opferperspektive, Aggressionshemmung, Resozialisierung und Deliktspezifik.
Wie wird das Rollengefüge innerhalb der Subkultur erklärt?
Das Dokument verwendet das „Diamantenmodell“ nach Polsky, um die Hierarchien von Peer-Groups, wie etwa Anführer, Leutnant und Sündenbock, zu visualisieren und zu analysieren.
Welche Rolle spielt die Opferkommunikation?
Sie dient dazu, das Einfühlungsvermögen des Täters durch indirekte oder symbolische Konfrontation zu stärken und seine verharmlosenden Tatrechtfertigungen zu erschüttern.
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- Martin Wolf (Author), 2001, Das Anti-Aggressivitäts-Training (AAT) für Gewalttäter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8499