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Soziale Ungleichheit und Lebensbewältigung

Handlungsimplikationen für die Sozialpädagogik

Title: Soziale Ungleichheit und Lebensbewältigung

Term Paper , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Franziska Busch (Author)

Social Work
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Während in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts der wirtschaftliche Erfolg und damit verbundene Reichtum zu einem im internationalen Vergleich sehr guten System sozialer Sicherung führte, ist die heutige Tendenz der sozialpolitische Rückzug des Staates. Als Ursache hierfür können die Ölkrise und erste Rationalisierungstendenzen in den 1970er Jahren genannt werden. Verschärft wurden die Rationalisierungstendenzen durch das zunehmende Problem der Massen- und Langzeitarbeitslosigkeit (Schneider 1996, S. 174). Es entwickelte sich ein neues Leitmotiv der Politik: Verzicht und die damit einhergehende Favorisierung von Privatheit und Eigenvorsorge sowie die Idealisierung des Leistungsideals(ebd., S. 175). Leistung wurde zur moralischen Größe, zur Voraussetzung für den Anspruch auf soziale Gerechtigkeit, d.h. ohne Leistung (ohne Arbeit) keine soziale Gerechtigkeit und keine sozialen Leistungen (ebd., S. 181). „Die Sozialpolitik ist in diesen Zeiten die Fortschreibung überkommener Strukturen und Haushaltspositionen“, innerhalb der soziale Probleme auf haushaltspolitische Aspekte verkürzt werden und auf politisch aktive Gestaltung verzichtet wird (ebd., S. 176). An die Stelle des aktiven Sozialstaats tritt ein „aktivierender, die Hilfebedürftigen nicht mehr ohne entsprechende Gegenleistung alimentierender Sozialstaat“ (Butterwegge 2004, S. 594). Es gilt das Motto: „Fördern und fordern!“, wobei man sich nach Butterwegge nicht darum bemüht, die Chancen von sozial Benachteiligten zu verbessern (ebd., S. 594), so dass neue Ungerechtigkeiten entstehen (Opielka 2003, S. 545). „Eine an dieser sozialen Gerechtigkeit orientierte Sozial- und Gesellschaftspolitik wird zur Sicherung von Privilegien für Privilegierte“ (Schneider 1996, S. 179). Das heißt, das Sozialstaatsprinzip wurde zugunsten einer „neoliberalistischen Gesellschaft der Einzelkämpfer“ aufgegeben (Opielka 2003, S. 175). Dieses Verständnis von Sozialstaat hat nach Schneider verheerende Auswirkungen, da es in Anbetracht der Arbeitsmarktsituation nicht jedem Individuum möglich ist, Leistung zu erbringen. Somit führt der Sozialstaat im neoliberalistischen Sinne zur Spaltung der Gesellschaft (Schneider 1996, S. 182f.).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bourdieu und soziale Ungleichheit

2.1 Begriffsklärung: Soziale Ungleichheit

2.2 Bourdieu’s Habitustheorie

2.2.1 Ökonomisches Kapital

2.2.2 Kulturelles Kapital

2.2.3 Soziales Kapital

3 Das Konzept der Lebensbewältigung

4 Exkurs: Zum Verhältnis von Sozialpädagogik und Sozialpolitik nach Böhnisch

5 Handlungsimplikationen für die Sozialpädagogik

5.1 Handlungsimplikationen auf individueller Ebene

5.1.1 Empowerment

5.1.2 Milieubildung

5.2 Handlungsimplikationen auf gesellschaftlicher, politischer Ebene

5.2.1 Empowerment: institutionelle Ebene

5.2.2 Die Verantwortung der Sozialen Arbeit für die Gestaltung des Sozialen

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den sozialpolitischen und sozialpädagogischen Beitrag zur Eindämmung sozialer Ungleichheit und analysiert, wie Menschen mit Problemlagen umgehen können. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die Sozialpädagogik sowohl auf individueller Ebene als auch auf politischer Ebene zur Lebensbewältigung beitragen und eine eigenständige Gestaltung des Sozialen übernehmen kann.

  • Bourdieu’s Theorie der sozialen Ungleichheit und Habitustheorie
  • Das Konzept der Lebensbewältigung nach Lothar Böhnisch
  • Verhältnisbestimmung von Sozialpädagogik und Sozialpolitik
  • Methodische Handlungsmöglichkeiten durch Empowerment
  • Die sozialpolitische Verantwortung der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Ökonomisches Kapital

Das ökonomische Kapital ist unmittelbar und direkt in Geld umwandelbar und eignet sich zur Institutionalisierung in Form des Eigentumsrechts. (ebd., S. 185) Zur Sicherung einer Machtposition in modernen Gesellschaften reicht ökonomisches Kapital allein jedoch nicht aus. Hierfür bedarf es zusätzlich des kulturellen und sozialen Kapitals. Allerdings sind diese entscheidend vom ökonomischen Kapital abhängig (Treibel 1997, S. 209).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Rückzug des Staates aus der Sozialpolitik und die Auswirkungen des neoliberalen "Fördern und Fordern"-Prinzips auf soziale Ungleichheit sowie die Soziale Arbeit.

2 Bourdieu und soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert Bourdieus Theorie, in der die Verteilung von ökonomischem, kulturellem und sozialem Kapital die Klassenbildung und den Habitus des Individuums bestimmt.

3 Das Konzept der Lebensbewältigung: Es wird Lothar Böhnischs Ansatz vorgestellt, der die Bewältigung von sozialen Problemlagen als Schnittpunkt von individueller Lebensweise und gesellschaftlichen Bedingungen definiert.

4 Exkurs: Zum Verhältnis von Sozialpädagogik und Sozialpolitik nach Böhnisch: Dieser Abschnitt analysiert die Sozialpädagogik als Bestandteil der Sozialpolitik und ihre notwendige sozialpolitische Reflexivität angesichts gesellschaftlicher Transformationsprozesse.

5 Handlungsimplikationen für die Sozialpädagogik: Das Kapitel leitet aus den theoretischen Grundlagen praktische Aufgaben für die Soziale Arbeit ab, insbesondere Empowerment und Milieubildung auf individueller sowie institutioneller Ebene.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse resümiert und die Forderung bekräftigt, dass die Soziale Arbeit ihre Verantwortung für die Gestaltung des Sozialen aktiv und politisch wahrnehmen muss.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bourdieu, Lebensbewältigung, Sozialpädagogik, Sozialpolitik, Empowerment, Milieubildung, Kapitalarten, Habitustheorie, Sozialstaat, Lebenslage, Soziale Arbeit, Transformation, Gesellschaftsanalyse, Partizipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von sozialer Ungleichheit und den Möglichkeiten zur Bewältigung von Lebensproblemen unter Berücksichtigung der Rolle der Sozialpädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Bourdieus Kapitaltheorie, das Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch und die sozialpolitische Verortung sozialpädagogischen Handelns.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Beitrag der Sozialpädagogik zur Eindämmung sozialer Ungleichheit auf individueller und gesellschaftlicher Ebene zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse basierend auf soziologischen und sozialpädagogischen Fachdiskursen, insbesondere den Werken von Bourdieu, Böhnisch und Butterwegge.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung sozialer Ungleichheit, das Konzept der Lebensbewältigung und leitet daraus konkrete Handlungsimplikationen für die Sozialpädagogik ab.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselwörtern gehören soziale Ungleichheit, Kapitalarten, Lebensbewältigung, Empowerment und sozialpolitische Reflexivität.

Welchen Einfluss hat das ökonomische Kapital nach Bourdieu auf die Bildung eines Habitus?

Das ökonomische Kapital bildet die Grundlage für andere Kapitalarten; das Aufwachsen unter bestimmten materiellen Bedingungen prägt maßgeblich die Wahrnehmungs- und Handlungsschemata eines Menschen.

Warum fordert Böhnisch mehr Mut zur Veröffentlichung gesellschaftlicher Zustände durch die Sozialpädagogik?

Weil die Sozialpädagogik Gefahr läuft, lediglich zum Reparaturbetrieb für institutionelles Versagen zu werden, statt die systemischen Ursachen sozialer Probleme öffentlich zu thematisieren.

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Details

Title
Soziale Ungleichheit und Lebensbewältigung
Subtitle
Handlungsimplikationen für die Sozialpädagogik
College
University of Lüneburg  (Sozialpädagogik)
Course
Zum Verhältnis von Wissen und Können in der Sozialpädagogik
Grade
1,7
Author
Franziska Busch (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V85001
ISBN (eBook)
9783638002882
ISBN (Book)
9783638911139
Language
German
Tags
Soziale Ungleichheit Lebensbewältigung Verhältnis Wissen Können Sozialpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Busch (Author), 2006, Soziale Ungleichheit und Lebensbewältigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85001
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