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Überlebensmemoiren - Gedanken von Jan Philipp Reemtsma zu den Texten Überlebender des Holocaust

Titre: Überlebensmemoiren - Gedanken von Jan Philipp Reemtsma zu den Texten Überlebender des Holocaust

Dossier / Travail , 2002 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Marco Dietze (Auteur)

Philosophie - Divers
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Jan Philipp Reemtsma kategorisiert die Texte Überlebender des Holocaust als "Überlebensmemoiren".
Was das Charakteristische dieser unterschiedlichen literarischen Formen ist, was ihren Gegenstand und die Wirkung dieser Literatur ausmacht, ist Gegenstand meiner Arbeit.

Dabei findet das Werk von Imre Kertesz in besonderer Weise Beachtung, da es mir den Zugang zur Problematik des "Berichten-Wollens" verbunden mit dem Wissen des "Nicht-Vermitteln-Könnens" der Erfahrungen des Konzentrationslagers auf eindrucksvolle Weise aufgezeigt hat.

Es bleibt Reemtsma gleichwohl zuzustimmen, dass diese Texte etwas über unsere Welt auszusagen in der Lage sind, worüber wir auch als Unbeteiligte aufgeklärt werden können.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Das Leid

Die Deutungsautorität

Die Memoiren Überlebender

Eine neue Textgattung?

Haupt- oder Nebengattung?

Überleben als erzwungenes Einverständnis

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der "Überlebensmemoiren" basierend auf den philosophischen und literaturkritischen Gedanken von Jan Philipp Reemtsma, wobei der Fokus insbesondere auf der Frage nach der ästhetischen sowie moralischen Deutungsautorität von Zeitzeugnissen über den Holocaust liegt.

  • Wirkung und ästhetischer Mehrwert von Literatur über extreme Gewalterfahrungen
  • Die Spezifik der "Überlebensmemoiren" im Kontext der Gattungstheorie
  • Differenzierung zwischen dokumentarischen Erlebnisberichten und fiktionaler Literatur (Beispiel Imre Kertész)
  • Die moralische Verantwortung und die Grenzen des Erinnerns bei der Schilderung des Holocaust

Auszug aus dem Buch

Die Deutungsautorität

Diesem Verständnis der Wirkungsweise von Literatur setzt Reemtsma ein neues Verständnis gegenüber. Er spricht in diesem Kontext auch von einem „ästhetischen Mehrwert“.5 Wie im vorigen Kapitel geschildert, kann sich der Leser durch einen literarischen Text ergriffen fühlen oder nicht. Dies liegt natürlich zunächst am Inhalt des Buches. So beschäftigt sich beispielsweise die Novelle Billy Budd von Herman Melville mit dem Einzelschicksal, und eben auch Leid, des jungen Matrosen Billy Budd.6

Im Affekt erschlägt dieser den Waffenmeister des Kriegsschiffes, welcher ihn in der Kajüte des Kapitäns und vor demselbigen lügenhafterweise belastet, und wird deshalb hingerichtet. Dies ist eine tragische Geschichte und sie kündet, wenn auch fiktiv, von Leid und von Unrecht, welches sich so tatsächlich in der realen Welt ereignen kann.

Was hat es nun mit dem oben angesprochenen Begriff des ästhetischen Mehrwerts auf sich? Nun, als Leser habe ich die Erwartungshaltung, dass mich diese Novelle auf sprachlich hohem Niveau unterhält, mir zugleich aber auch erklärt, was es mit der Welt „auf sich hat“. Diesen Anspruch hat der Leser aber, wenn er Interesse an Literatur entwickelt, generell.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einleitung in die Themenstellung, die sich mit den Überlebensmemoiren nach Jan Philipp Reemtsma befasst und die Bedeutung der Lektüre von Imre Kertész für diese Arbeit hervorhebt.

Das Leid: Analyse der Wirkung von Literatur, die sich mit Leid auseinandersetzt, und die Unterscheidung zwischen tradierten literarischen Werken und der speziellen Form von Zeugnissen über das Leid.

Die Deutungsautorität: Untersuchung von Reemtsmas Begriff des ästhetischen Mehrwerts und die Zuweisung einer besonderen Deutungsautorität an Überlebende und ihre Texte.

Die Memoiren Überlebender: Betrachtung der Lagererfahrungen und der spezifischen Rolle von Intellektuellen und Schriftstellern, die diese Erlebnisse in schriftlicher Form festhalten.

Eine neue Textgattung?: Diskussion darüber, ob die "Überlebensmemoiren" als eigene literarische Gattung etabliert werden können und welche veränderten Voraussetzungen bei Autoren und Lesern dafür sprechen.

Haupt- oder Nebengattung?: Kritische Hinterfragung, ob diese Texte als eigenständige Hauptgattung oder als Unterkategorie der Gebrauchsliteratur zu betrachten sind.

Überleben als erzwungenes Einverständnis: Analyse des Romans eines Schicksallosen von Imre Kertész als literarisches Werk, das über den rein autobiographischen Bericht hinausgeht und die Struktur des Zerstörungssystems reflektiert.

Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Notwendigkeit des Erinnerns und der moralischen Verpflichtung, sich mit den Zeugnissen der Holocaust-Überlebenden auseinanderzusetzen.

Schlüsselwörter

Überlebensmemoiren, Jan Philipp Reemtsma, Holocaust, Imre Kertész, Deutungsautorität, Ästhetischer Mehrwert, Gebrauchsliteratur, Zeitzeugnisse, Konzentrationslager, Trauma, Literaturwissenschaft, Erinnerungskultur, KZ-Literatur, Zeugenschaft, Schicksallosigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Reemtsmas Theorien zu den sogenannten Überlebensmemoiren und deren Bedeutung als literarische und historische Zeugnisse des Holocaust.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Deutungsautorität, der literarischen Gattungsbildung und die Frage, wie menschliches Leid in Literatur transformiert und rezipiert wird.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Reemtsma die Texte von Überlebenden von klassischer fiktionaler Literatur abgrenzt und welchen Stellenwert er diesen Dokumenten in Bezug auf die Weltdeutung einräumt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Sekundärliteratur von Jan Philipp Reemtsma sowie einer inhaltlichen Analyse zentraler Primärtexte, insbesondere von Imre Kertész.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Literaturgattung, die Reflexion über den ästhetischen Mehrwert und die detaillierte Analyse von Werken, die den Holocaust thematisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Überlebensmemoiren, Deutungsautorität, Zeitzeugenschaft und Erinnerungskultur bestimmt.

Wie grenzt die Arbeit den "Roman eines Schicksallosen" von anderen Berichten ab?

Der Roman wird nicht als einfacher autobiographischer Tatsachenbericht, sondern als hochreflektiertes literarisches Werk gewertet, das die Struktur des Systems Konzentrationslager über die bloße Darstellung hinaus fassbar macht.

Welchen Stellenwert hat die "Deutungsautorität" laut dem Autor?

Die Deutungsautorität wird den Überlebenden deshalb zugesprochen, weil sie nicht nur über den Ort des Grauens berichten, sondern ihre Zeugenschaft für uns Heutige als eine Art moralisches und verbindliches Wissen über die Welt fungiert.

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Résumé des informations

Titre
Überlebensmemoiren - Gedanken von Jan Philipp Reemtsma zu den Texten Überlebender des Holocaust
Université
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Cours
Buchenwald
Note
1,3
Auteur
Marco Dietze (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
23
N° de catalogue
V85007
ISBN (ebook)
9783640102037
ISBN (Livre)
9783640101696
Langue
allemand
mots-clé
Gedanken Philipp Reemtsma Texten Holocaust Buchenwald
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marco Dietze (Auteur), 2002, Überlebensmemoiren - Gedanken von Jan Philipp Reemtsma zu den Texten Überlebender des Holocaust, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85007
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Extrait de  23  pages
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