Die Informationsarbeit der Bundeswehr


Seminararbeit, 1999

21 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Soziologische Begriffsbestimmungen und Definitionen
1. Kommunikation
2. Information
3. Öffentliche Meinung
4. Propaganda
5. Medien

II. Die fünf Aufgabenbereiche der Informationsarbeit der Bundeswehr
1. Sicherheits- und verteidigungspolitische Kommunikation
2. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
2.1. Rechtliche Grundlagen
2.2. Zweck
2.3. Grundsätze
2.4. Zielgruppen
3. Truppeninformation
3.1. Wochenzeitung „aktuell“
3.2. Monatsmagazin „Y.“
3.3. Quartalszeitschrift „IFDT“
3.4. „Intr@net aktuell“
3.5. Das Bundeswehr-Fernsehen
4. Gesellschaftsorientierte Basiswerbung

Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Einleitung

Die Information der Öffentlichkeit durch staatliche Institutionen und die Kommunikation mit der Gesellschaft gehört zu den Wesensmerkmalen demokratischer Gemeinwesen. Auch die Institution Bundeswehr ist verfassungsrechtlich dazu verpflichtet. In den deutschen Streitkräften gibt es für die Information und Kommunikation mit der Bevölkerung ein eigenes Konzept. Die Darstellung und Erläuterung dieses Konzepts der Informationsarbeit der Bundeswehr ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Binnen- und Außenkommunikation staatlicher Stellen stellt eine wichtige Aufgabe und Herausforderung dar. So besteht zum Beispiel hinsichtlich des neuen Aufgabenspektrums der Bundeswehr und die daraus resultierenden Einsätze deutscher Soldaten im Ausland sehr hoher Informations- und Kommunikationsbedarf sowohl innerhalb als auch außerhalb der deutschen Streitkräfte.

Die Informationsarbeit ist eines der Anwendungsgebiete der Inneren Führung der Bundeswehr. Die Innere Führung hat die Aufgabe, die Spannungen auszugleichen und ertragen zu helfen, die sich aus den individuellen Rechten des freien Bürgers einerseits und den militärischen Pflichten des Soldaten andererseits ergeben. Sie ist das Gestaltungsprinzip für die Integration der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Teil werden die Begriffe Kommunikation, Information, Öffentliche Meinung, Propaganda und Medien soziologisch definiert. Der zweite Abschnitt geht auf die Informationsarbeit der bundesdeutschen Streitkräfte ein. Dazu werden die fünf Aufgabenbereiche der Informationsarbeit der Bundeswehr - sicherheits- und verteidigungspolitische Kommunikation, Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Truppeninformation, sowie gesellschaftsorientierte Basiswerbung - dargestellt und erläutert. Im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird auf die rechtlichen Grundlagen, den Zweck, die Grundlagen und die Zielgruppen eingegangen. Im Teilabschnitt der Binnenkommunikation werden die fünf Bausteine des neuen Medienkonzepts der Truppeninformation erläutert.

Am Ende der Arbeit werden die wichtigsten Erkenntnisse zur Informationsarbeit der Bundeswehr noch einmal anschaulich und thesenartig zusammengefaßt.

I. Soziologische Begriffsbestimmungen und Definitionen

Im ersten Abschnitt werden nun einleitend die Begriffe Kommunikation, Information, Öffentliche Meinung, Propaganda und Medien soziologisch definiert.

1. Kommunikation

Unter diesem Begriff versteht man allgemein Mitteilung und Verständigung. Als Kommunikation bezeichnet man den Vorgang des Informationsaustausches zwischen einem Kommunikator (Sender) und einem Rezipienten (Empfänger) mittels bestimmter Zeichen und Codes (z.B. Sprache). Die Botschaft der Kommunikation ist der Inhalt der Aussage. Das Medium ist der Kanal bzw. die technische Vorrichtung über die die Mitteilung übertragen wird1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die „Bausteine“ des Kommunikationsprozesses

Kommunikation ist häufig mit der Absicht einer Einstellungs- und Verhaltensänderung verbunden. Der kommunikative Prozeß ist ein wechselseitiger Austausch von Erfahrungen, Wissen, Gedanken, Meinungen und Gefühlen der Menschen. Jeder Informationsaustausch ist „eingebettet in Prozesse der Verständigung, der Kooperation und der wechselseitigen Interpretation von Handlungsgründen, Absichten, Mitteilungen und Verhaltenserwartungen.“2 Man unterscheidet beim Begriff der Kommunikation die direkte und die indirekte Kommunikation. Das Medium bei der direkten Kommunikation ist die Luft. Bei der indirekten Kommunikation stellt ein technisches Gerät den Kanal dar. Dies kann zum Beispiel ein Telefon oder ein Computer sein. Des weiteren gibt es zwei Typen der Kommunikation: Einerseits die zweiseitige, kooperative Kommunikation, wo die Nachrichten zwischen einem Kommunikator und einem Rezipienten ausgetauscht werden (z.B. bei einem Gespräch) und andererseits die einseitige, nicht kooperative Kommunikation, etwa das Hören von Rundfunksendungen. Der amerikanische Politologe Harold Lasswell hat den Kommunikationsablauf auf eine prägnante Formel gebracht: Wer sagt was, in welchem Kanal, zu wem, mit welcher Wirkung? Dies entspricht der üblicherweise verwendeten begrifflichen Sequenz: Sender-Botschaft-Kanal/ Medium-Empfänger-Wirkung. Die Wirkung der Kommunikation läßt sich mit Hilfe des Feedbacks bzw. der Rückmeldung kontrollieren3

2. Information

Als Information bezeichnet man allgemein eine Auskunft, Nachricht und Belehrung. Die Information ist besonders eng mit dem Begriff der Kommunikation verflochten. Kommunikation umfaßt die Verfahren der Übertragung von Informationen. Als menschliche Fähigkeit ist das das Sprechen, Hören und Sehen, und technisch betrachtet, daß gesamte Nachrichtenwesen einschließlich der Medien. In der gängigsten Bedeutung von Information ist eine Mitteilung nur dann eine Information, wenn sie etwas Neues, dem Rezipienten der Information noch nicht Bekanntes enthält. In diesem Falle nennt man die Information auch Nachricht. In dieser Bedeutung spielen Informationen eine zentrale Rolle in den Medien und in der Massenkommunikation4. Die Versorgung der Öffentlichkeit mit Informationen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art ist ein Bestandteil der öffentlichen Kommunikation. Bestimmte Personen und Institutionen, sogenannte Informatoren, können durch Mitteilen oder Verschweigen von Informationen Macht ausüben. So hat zum Beispiel die Bundeswehr ein Monopol über sicherheits-, verteidigungs- und bündnispolitische Informationen.

Der Zugang zu Informationen ist eines der Kriterien für die soziale Position eines Menschen in einem System. In demokratischen Staatsformen wird die Öffentlichkeit im allgemeinen auf verschiedenen Wegen über alle politischen Vorgänge informiert, man spricht daher auch von Informationsvielfalt. In autoritären und diktatorischen Systemen bleibt das Herrschaftswissen einigen Wenigen vorbehalten. Eine wichtige Funktion zum Übermitteln, aber auch zum Einschränken des Informationsflusses kommt dabei den Massenmedien wie Zeitung und Fernsehen zu. Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland wird die Informationsfreiheit garantiert: Jeder Bürger hat das Recht, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.“5

3. Öffentliche Meinung

Die öffentliche Meinung kann einen sozialen Prozeß oder einen bestimmten Inhalt bezeichnen. Als sozialer Prozeß entsteht die öffentliche Meinung aus der Darstellung verschiedener Meinungsstandpunkte in der Öffentlichkeit. Im Sinne eines Inhalts ist die öffentliche Meinung eine Kombination sozialer Denkinhalte, die sich aus den Meinungen mehrerer Publikumsschichten einer bestimmten Gesellschaft ergeben. Die öffentliche Meinung spiegelt immer nur die Ansichten eines Teils der Bevölkerung wieder. Sie kann daher nicht die Summe der Meinungen aller Gesellschaftsmitglieder darstellen. Die öffentliche Meinung setzt sich somit aus verschiedenen Gruppen-Ansichten zusammen. In einer Gesellschaft kann nicht jeder gleich über alles informiert sein. Dennoch sollte sich jeder Bürger eine Meinung über die in der Gesellschaft diskutierten Themen bilden. Dies schafft die Möglichkeit, auf die öffentliche Meinung einzuwirken.

[...]


1 Vgl. Wiswede, Günter: Soziologie. Ein Lehrbuch für den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Bereich. Landsberg, 2. völlig überarbeitete und erweiterte Auflage 1991, S. 149/ 150.

2 Vgl. Schäfers, Bernhard (Hrsg.): Grundbegriffe der Soziologie. Opladen, 4. verbesserte und erweiterte Auflage 1995, S. 155.

3 Vgl. Endruweit, Günter/ Trommsdorff, Gisela (Hrsg.): Wörterbuch der Soziologie. Band 2. Stuttgart 1989,

S. 343-348.

4 Vgl. Döhn, Lothar/ Klöckner, Klaus: Medienlexikon. Kommunikation in Gesellschaft und Staat. Baden-Baden 1979, S. 86/ 87.

5 Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, hier: Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 GG.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Informationsarbeit der Bundeswehr
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Fakultät für Sozialwissenschaften - Professur für Allgemeine Soziologie)
Veranstaltung
Seminar: Militär, Krieg und Gesellschaft: Aktuelle soziologische Perspektiven
Note
1,7
Autor
Jahr
1999
Seiten
21
Katalognummer
V8504
ISBN (eBook)
9783638154574
ISBN (Buch)
9783638640497
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Informationsarbeit, Bundeswehr, Seminar, Militär, Krieg, Gesellschaft, Aktuelle, Perspektiven
Arbeit zitieren
Martin Wolf (Autor), 1999, Die Informationsarbeit der Bundeswehr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8504

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