Die Information der Öffentlichkeit durch staatliche Institutionen und die Kommunikation mit der Gesellschaft gehört zu den Wesensmerkmalen demokratischer Gemeinwesen. Auch die Institution Bundeswehr ist verfassungsrechtlich dazu verpflichtet. In den deutschen Streitkräften gibt es für die Information und Kommunikation mit der Bevölkerung ein eigenes Konzept. Die Darstellung und Erläuterung dieses Konzepts der Informationsarbeit der Bundeswehr ist Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Die Binnen- und Außenkommunikation staatlicher Stellen stellt eine wichtige Aufgabe und Herausforderung dar. So besteht zum Beispiel hinsichtlich des neuen Aufgabenspektrums der Bundeswehr und die daraus resultierenden Einsätze deutscher Soldaten im Ausland sehr hoher Informations- und Kommunikationsbedarf sowohl innerhalb als auch außerhalb der deutschen Streitkräfte.
Die Informationsarbeit ist eines der Anwendungsgebiete der Inneren Führung der Bundeswehr. Die Innere Führung hat die Aufgabe, die Spannungen auszugleichen und ertragen zu helfen, die sich aus den individuellen Rechten des freien Bürgers einerseits und den militärischen Pflichten des Soldaten andererseits ergeben. Sie ist das Gestaltungsprinzip für die Integration der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Abschnitte. Im ersten Teil werden die Begriffe Kommunikation, Information, Öffentliche Meinung, Propaganda und Medien soziologisch definiert. Der zweite Abschnitt geht auf die Informationsarbeit der bundesdeutschen Streitkräfte ein. Dazu werden die fünf Aufgabenbereiche der Informationsarbeit der Bundeswehr - sicherheits- und verteidigungspolitische Kommunikation, Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Truppeninformation, sowie gesellschaftsorientierte Basiswerbung - dargestellt und erläutert. Im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird auf die rechtlichen Grundlagen, den Zweck, die Grundlagen und die Zielgruppen eingegangen. Im Teilabschnitt der Binnenkommunikation werden die fünf Bausteine des neuen Medienkonzepts der Truppeninformation erläutert.
Am Ende der Arbeit werden die wichtigsten Erkenntnisse zur Informationsarbeit der Bundeswehr noch einmal anschaulich und thesenartig zusammengefaßt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Soziologische Begriffsbestimmungen und Definitionen
1. Kommunikation
2. Information
3. Öffentliche Meinung
4. Propaganda
5. Medien
II. Die fünf Aufgabenbereiche der Informationsarbeit der Bundeswehr
1. Sicherheits- und verteidigungspolitische Kommunikation
2. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
2.1. Rechtliche Grundlagen
2.2. Zweck
2.3. Grundsätze
2.4. Zielgruppen
3. Truppeninformation
3.1. Wochenzeitung „aktuell“
3.2. Monatsmagazin „Y.“
3.3. Quartalszeitschrift „IFDT“
3.4. „Intr@net aktuell“
3.5. Das Bundeswehr-Fernsehen
4. Gesellschaftsorientierte Basiswerbung
Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Informationsarbeit der Bundeswehr vor dem Hintergrund soziologischer Begriffsbestimmungen. Ziel ist es, die interne und externe Kommunikation staatlicher Institutionen im demokratischen Kontext darzustellen und die fünf zentralen Aufgabenbereiche der Bundeswehr zu analysieren.
- Soziologische Grundlagen der Kommunikation, Information und Propaganda
- Rechtliche Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
- Aufgaben und Zielgruppen der militärischen Informationsarbeit
- Struktur und Umsetzung des Medienkonzepts „Truppeninformation 2000“
- Gesellschaftsorientierte Basiswerbung zur Nachwuchsgewinnung
Auszug aus dem Buch
1. Kommunikation
Unter diesem Begriff versteht man allgemein Mitteilung und Verständigung. Als Kommunikation bezeichnet man den Vorgang des Informationsaustausches zwischen einem Kommunikator (Sender) und einem Rezipienten (Empfänger) mittels bestimmter Zeichen und Codes (z.B. Sprache). Die Botschaft der Kommunikation ist der Inhalt der Aussage. Das Medium ist der Kanal bzw. die technische Vorrichtung über die die Mitteilung übertragen wird1.
Kommunikation ist häufig mit der Absicht einer Einstellungs- und Verhaltensänderung verbunden. Der kommunikative Prozeß ist ein wechselseitiger Austausch von Erfahrungen, Wissen, Gedanken, Meinungen und Gefühlen der Menschen. Jeder Informationsaustausch ist „eingebettet in Prozesse der Verständigung, der Kooperation und der wechselseitigen Interpretation von Handlungsgründen, Absichten, Mitteilungen und Verhaltenserwartungen.“2 Man unterscheidet beim Begriff der Kommunikation die direkte und die indirekte Kommunikation. Das Medium bei der direkten Kommunikation ist die Luft. Bei der indirekten Kommunikation stellt ein technisches Gerät den Kanal dar. Dies kann zum Beispiel ein Telefon oder ein Computer sein.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die verfassungsrechtliche Verpflichtung der Bundeswehr zur Kommunikation und Skizzierung des Aufbaus der Arbeit.
I. Soziologische Begriffsbestimmungen und Definitionen: Erläuterung der soziologischen Kernbegriffe wie Kommunikation, Information, öffentliche Meinung, Propaganda und Medien als theoretisches Fundament.
II. Die fünf Aufgabenbereiche der Informationsarbeit der Bundeswehr: Detaillierte Darstellung der fünf Säulen der Informationsarbeit sowie der spezifischen Konzepte zur internen und externen Kommunikation.
Zusammenfassung: Reflektion der Notwendigkeit glaubwürdiger Informationsarbeit in der modernen Mediengesellschaft und Bedeutung des Dialogs mit der Öffentlichkeit.
Schlüsselwörter
Informationsarbeit, Bundeswehr, Kommunikation, Öffentliche Meinung, Propaganda, Innere Führung, Truppeninformation, Öffentlichkeitsarbeit, Medienkonzept, Sicherheitspolitik, Verteidigungspolitik, Basiswerbung, Personalgewinnung, Demokratie, Dialog.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept und die Struktur der Informationsarbeit der Bundeswehr als demokratische Verpflichtung zur Kommunikation mit der Gesellschaft und den eigenen Angehörigen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die soziologischen Grundlagen von Kommunikation, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Öffentlichkeitsarbeit sowie die praktische Umsetzung durch fünf definierte Aufgabenbereiche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und Erläuterung des Konzepts der Informationsarbeit der Bundeswehr, um das Verständnis für die Integration der Streitkräfte in Staat und Gesellschaft zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine soziologische Begriffsanalyse sowie eine deskriptive Darstellung der Organisationskonzepte der Bundeswehr unter Rückgriff auf offizielle Richtlinien und Literatur angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung und eine praktische Analyse der fünf Aufgabenbereiche: sicherheits- und verteidigungspolitische Kommunikation, Pressearbeit, Öffentlichkeitsarbeit, Truppeninformation und gesellschaftsorientierte Basiswerbung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Informationsarbeit, Innere Führung, Truppeninformation, Medienkonzept und öffentliche Meinung.
Was umfasst das Medienkonzept „Truppeninformation 2000“?
Es beinhaltet fünf Bausteine: eine Wochenzeitung, ein Monatsmagazin, eine Quartalszeitschrift, ein Intranet sowie das Bundeswehr-Fernsehen, um Informationen direkter und moderner zu vermitteln.
Welche Rolle spielt die „gesellschaftsorientierte Basiswerbung“?
Sie dient dazu, bei Jugendlichen frühzeitig Interesse am freiwilligen Dienst in der Bundeswehr zu wecken und eine werbliche Grundlage für die gezielte Personalwerbung zu schaffen.
- Quote paper
- Martin Wolf (Author), 1999, Die Informationsarbeit der Bundeswehr, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8504