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Zur Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter

Title: Zur Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter

Diploma Thesis , 2006 , 95 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nicole Heß (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
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Ein Großteil der Menschen hat Freunde und Freundschaft ist allgegenwärtig. Der Mensch ist als soziales Wesen darauf angewiesen, mit anderen Menschen zu interagieren und zu kommunizieren. Beziehungen zu Anderen bilden für die meisten von uns einen wichtigen, wenn nicht sogar den wichtigsten Bestandteil unseres Lebens. Fast jeder braucht in bestimmten Zeiten und aus bestimmten Gründen andere Personen und wendet sich an sie.
Die vorliegende Arbeit analysiert das Thema „Zur Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter“. Es soll geklärt werden, weshalb Kinder und Jugendliche Freundschaften eingehen und wie sich Freundschaften entwickeln. Konflikte in Freundschaften, die verschiedenen Freundschaftsformen sowie geschlechtsspezifische Unterschiede werden untersucht und die verschiedene Ursachen von Ablehnung durch Gleichaltrige sowie die Auswirkungen von Ablehnung dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Begriff Freundschaft

2.1. Problemdarstellung der Freundschaftsdefinition

2.2. Definitionen von Freundschaft

2.3. Freundschaftsdefinition im Kindes- und Jugendalter

2.3.1. Stufenmodell nach Selman

2.3.2. Zum Freundschaftskonzept von Youniss

2.3.3. Zur Entwicklung des sozialen Verständnisses

3. Freundschaften im Kindes- und Jugendalter

3.1. Untersuchung von Valtin

3.1.2. Vorstellungen über einen guten Freund

3.1.1. Motive zur Freundschaft

3.1.3. Entstehung von Freundschaften

3.1.4. Zum Ende einer Freundschaft

3.1.5. Geschlechtsspezifische Unterschiede

3.1.6. Zum Freundschaftskonzept von Jugendlichen

3.2. Auswahlkriterien eines potentiellen Freundes

3.3. Kontaktstrategien

3.3.1. Individuelle Voraussetzungen

3.3.2. Zur Bedeutung des Umfelds

3.3.3. Kontaktaufnahme

3.4. Entfaltung von Freundschaften

3.4.1. Motivation von Freundschaften

3.4.2. Formen von Freundschaften

3.4.3. Entwicklung von Freundschaften

3.4.4. Konflikte in Freundschaften

3.4.5. Geschlechtsunterschiede in Freundschaften

3.4.5.1. Mädchenfreundschaften

3.4.5.2. Jungenfreundschaften

3.4.5.3. Mädchen- und Jungenfreundschaften im Vergleich

3.5. Zur Bedeutung von Freundschaft

3.5.1. Bedeutung von Freundschaft im Kindesalter

3.5.2. Bedeutung von Freundschaft im Jugendalter

4. Außenseiter – Abgelehnte Kinder und Jugendliche

4.1. Externalisierungs- und Internalisierungsprobleme

4.2. Externe und interne Ursachen von Ablehnung

4.3. Auswirkungen von Ablehnung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle Freundschaftsbeziehungen für die sozial-kognitive Entwicklung, die Identitätsbildung und das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen spielen.

  • Entwicklung des Freundschaftsverständnisses im Kindes- und Jugendalter
  • Selektionskriterien und Kontaktstrategien bei der Entstehung von Freundschaften
  • Die Rolle von Geschlechtsunterschieden und Cliquenbildung
  • Ursachen und Auswirkungen von Ablehnung durch Gleichaltrige (Außenseiter)
  • Die Bedeutung von Freundschaften als sozialer Schutzfaktor und Übungsfeld

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Motive zur Freundschaft

In der Untersuchung von Valtin (vgl. Valtin 1991, S.34ff) wurden die Kinder nach den Motiven gefragt, weshalb sie Freundschaften eingehen, beziehungsweise wofür ein Freund oder eine Freundin benötigt wird. Die fünfjährigen Kinder waren sich darin einig, dass ein Freund oder eine Freundin zum Spielen benötigt wird. Sie gehen Freundschaften ein, um jemanden zum Spielen zu haben, denn Spielen ist eine spezifisch kindliche Ausdrucks- und Kommunikationsform. Die Sechsjährigen fühlen sich ohne einen Freund allein und traurig und suchen sich daher einen meist gleichaltrigen Spielgefährten. Ihnen ist aber auch wichtig, dass der Freund dabei auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse eingeht. Auch die Achtjährigen brauchen einen Freund zum Spielen, einen Unterhalter oder Gesellschafter gegen Langeweile. Zusätzlich tritt in dieser Altersgruppe noch eine weitere Qualität eines Freundes in den Vordergrund. So nennen gerade Jungen das Motiv der Helferfunktion eines Freundes beim Kämpfen mit anderen oder bei den Hausaufgaben. Sowohl bei den Fünf- und Sechsjährigen als auch bei den Achtjährigen spielen emotionale Faktoren wie Sympathie bei den Motiven kaum eine Rolle.

Die zehnjährigen Kinder geben als Motive der Freundschaftsaufnahme an, dass sie ansonsten ganz alleine wären und einen Freund zum Spielen und als Helfer bei den Schularbeiten oder beim Aufräumen bräuchten. Außerdem sei der Freund auch ein intimer Vertrauter, der als Ratgeber fungiere. In dieser Altersgruppe werden die Freundschaftsmotive vielfältiger, so tritt erstmals auch ein Bedürfnis nach Austausch und emotionaler Unterstützung auf. Das Hauptmotiv bei den Zwölfjährigen eine Freundschaft einzugehen besteht darin, sich dem Freund anvertrauen zu können, wenn man ein Problem hat, ihm Geheimnisse zu erzählen und sicher sein zu können, dass er sie nicht verrät. Einen Freund zum Spielen und als Helfer wird eher zweitrangig. Ein Freund sollte als Gesprächspartner dienen, als Vertrauensperson, der seelischen Beistand in schwierigen Situationen leistet, aber auch als Komplize und Gefährte bei Normübertretungen und als Mittel gegen Langeweile. Bei den Zwölfjährigen tritt somit im Gegensatz zu den jüngeren Kindern die sprachliche Interaktion in den Vordergrund.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung von sozialen Beziehungen und die Zielsetzung der Arbeit zur Analyse der Freundschaft im Kindes- und Jugendalter.

2. Zum Begriff Freundschaft: Erläuterung der Definitionsproblematik und theoretischer Konzepte, ergänzt durch Modelle von Selman und Youniss.

3. Freundschaften im Kindes- und Jugendalter: Detaillierte Analyse der Entstehung, Auswahlkriterien, Kontaktstrategien und geschlechtsspezifischen Ausprägungen von Freundschaften.

4. Außenseiter – Abgelehnte Kinder und Jugendliche: Untersuchung von Ursachen für soziale Ablehnung sowie deren psychische und soziale Auswirkungen auf Betroffene.

5. Fazit: Zusammenfassende Resümee über die essentielle Funktion von Freundschaften als Entwicklungsraum und Sozialisationsinstanz.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Freundschaft, Kindesalter, Jugendalter, Soziale Entwicklung, Peergroup, Clique, Sozialisation, Identitätsbildung, Kontaktstrategien, Selman, Youniss, Sozialpsychologie, Entwicklungspsychologie, Außenseiter, soziale Unterstützung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Freundschaften für Kinder und Jugendliche, insbesondere deren Einfluss auf die soziale und psychische Entwicklung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die Definition von Freundschaft, die Faktoren der Freundschaftsentstehung, geschlechtsspezifische Unterschiede, die Rolle von Peergroups und Cliquen sowie die Problematik von sozialen Außenseitern ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu klären, welche Effekte Freundschaften haben, welche Bedingungen für ihr Entstehen nötig sind und wie sich das Freundschaftsverständnis im Laufe der Entwicklung verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien wie denen von Valtin und Modellen der Entwicklungspsychologie (z. B. Selman, Youniss).

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Freundschaftskonzepten in verschiedenen Altersstufen, Kontaktstrategien und die Dynamik innerhalb von Freundesgruppen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Freundschaft, Kindesentwicklung, Peergroup, Sozialisation, Identität und soziale Unterstützung sind zentrale Begriffe.

Wie unterscheiden sich Jungen- und Mädchenfreundschaften laut Arbeit?

Die Arbeit hebt hervor, dass Mädchenfreundschaften stärker auf Intimität, Austausch und Exklusivität ausgerichtet sind (Face-to-Face), während Jungenfreundschaften oft durch gemeinsame Aktivitäten, Wettbewerb und größere Gruppenkontexte geprägt sind (Side-by-Side).

Was ist das „Stufenmodell nach Selman“?

Es ist ein theoretisches Modell, das beschreibt, wie sich das Verständnis von Freundschaft von einer reinen, instabilen Spielgemeinschaft bei Kleinkindern bis hin zu einer tiefen, autonomen Interdependenz bei Jugendlichen stufenweise entwickelt.

Welche Auswirkungen hat soziale Ablehnung auf Kinder?

Soziale Ablehnung kann zu Externalisierungs- oder Internalisierungsproblemen wie Einsamkeit, Depressionen und einer Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls führen, was oft eine langfristige negative Auswirkung auf die psychosoziale Anpassung hat.

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Details

Title
Zur Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Pädagogisches Institut)
Grade
2,0
Author
Nicole Heß (Author)
Publication Year
2006
Pages
95
Catalog Number
V85053
ISBN (eBook)
9783638897006
ISBN (Book)
9783638897341
Language
German
Tags
Bedeutung Freundschaft Kindes- Jugendalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Heß (Author), 2006, Zur Bedeutung von Freundschaft im Kindes- und Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85053
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