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Systemtheorie von Niklas Luhmann

Title: Systemtheorie von Niklas Luhmann

Presentation (Elaboration) , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.E.S. Diana Veras (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Die Anfänge des systemtheoretischen Ansatzes reichten mit den Arbeiten von Talcott Parsons einerseits in die Soziologie und soziologische Organisationstheorie zurück, anderseits haben sie ihre Wurzeln in den Arbeiten des Biologen Ludwig von Bertalanffy (allgemeine Systemtheorie), Humberto Maturana (Autopoiesis und Selbstreferenz) und in der Kybernetik (insbesondere der Idee des kybernetischen Regelkreises und seiner Anwendung für die Unternehmungssteuerung).

Nach der Auffassung früherer Organisationstheoretiker werden soziale Systeme als gegeben in ihrer Umwelt gesehen. Systeme setzen sich aus Teilen oder Elementen zusammen, die miteinander in wechselseitiger Beziehung stehen und als Ganzes gegenüber ihrer Umwelt abgrenzbar sind. Die frühere Systemtheorie geht davon aus, dass zunächst die Umwelt existiert und ein System sich daran an passt. Eine solche Auffassung entspricht der Außenbeobachterperspektive.

Die neueren systemtheoretischen Ansätze betrachten Organisation als ein komplexes soziales Handlungssystem. Dabei ersetzt die System/Umwelt - Differenz die veraltete Auffassung früherer Systemtheoretiker und konzentriert sich auf die dynamische Systemgrenze statt auf das statische Systeminnere. Die System/Umwelt-Beziehungen werden dabei als zwei unterschiedliche Seiten einer Medaille gesehen. Der durchgeführte Perspektivenwechsel erlaubt neue Aussagen über die Systemrationalität zu treffen. Alles, was im System und in dessen Umwelt passiert, „kann nun aus Innenbeobachterperspektive allein durch Rückgriff auf ihre selbsterzeugten Elemente und entlang der System/Umwelt-Grenze erklärt werden“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann

1.1 System

1.2 Umwelt

2. Entscheidungen als Elemente der Organisation

3. Der Mensch als Systemumwelt

4. Die Funktion einer Organisation

5. Das Komplexitätsproblem und seine Lösung

5.1 Selektion

5.2. Strukturbildung

6. Systemrationalität

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Systemtheorie von Niklas Luhmann mit einem besonderen Fokus auf deren Anwendung im Bereich der Organisationstheorie. Ziel ist es, durch einen Perspektivenwechsel von der klassischen Organisationslehre hin zum systemtheoretischen Ansatz von Luhmann zu verdeutlichen, wie Organisationen als komplexe soziale Handlungssysteme fungieren und durch Autopoieses sowie Entscheidungsoperationen ihre Umweltkomplexität reduzieren.

  • Die System/Umwelt-Differenz als primärer Forschungsgegenstand
  • Die Rolle der Kommunikation und Entscheidung in Organisationen
  • Die Einordnung des Menschen als Bestandteil der Systemumwelt
  • Methoden der Komplexitätsbewältigung durch Selektion und Strukturbildung
  • Die Neudefinition der Systemrationalität

Auszug aus dem Buch

5. Das Komplexitätsproblem und seine Lösung

Das Problem wachsender Komplexität ist ein zentrales Paradigma der modernen Organisationstheorie. Die Bestandserhaltung in einer hoch komplexen und dynamischen Umwelt stellt für die Organisationen ein wesentliches Problem dar. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits werden die zu führenden Systeme immer größer und komplexer, die Beziehungen und Kommunikationskanäle zwischen den einzelnen Elementen vervielfältigen sich. Andererseits werden auch die Beziehungen zwischen Organisation und ihrer Umwelt vielseitiger und komplizierter.

In der Theorie der komplexen Phänomene wird „Komplexität“ als die Tatsache verstanden, dass reale Systeme sehr viele Zustände aufweisen können. Selbst einfache Zustände verbergen meistens größere Komplexität in sich, als man denkt. Komplexität kann man quantifizieren und mit Hilfe des Begriffs Varietät messen.

„Varietät ist die Anzahl der unterscheidbaren Zustände eines Systems, bzw. die Anzahl der unterscheidbaren Elemente einer Menge“ (Malik).

Ihre Ursache hat Komplexität im Wesentlichen in der Interaktion von Elementen, d.h. dass sich die Elemente miteinander in zahlreichen Beziehungen befinden und sich dadurch gegenseitig aber auch das ganze System beeinflussen. Die Systemtheorie sieht die Systemleistung in der Reduktion von Komplexität. Das wird durch Selektion und Strukturenbildung ermöglicht. Zwischen System und seiner Umwelt besteht immer ein Komplexitätsgefälle. Systeme müssen, um handeln zu können, die Vielfalt reduzieren. Organisation bedeutet, dass Systeme in sich Strukturen schaffen müssen, die eine Bewältigung der Umweltkomplexität ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen und kybernetischen Wurzeln des systemtheoretischen Ansatzes und kontrastiert klassische Außenbeobachterperspektiven mit neueren systemtheoretischen Modellen.

1. Die Systemtheorie von Niklas Luhmann: Hier wird der Universalanspruch der Luhmannschen Theorie dargelegt, die sich primär auf die Differenz zwischen System und Umwelt konzentriert.

1.1 System: Das Kapitel definiert Systeme als dynamische Gebilde, die durch Operationen (Kommunikationen) statt durch Personen bestehen und darauf abzielen, Umweltkomplexität zu reduzieren.

1.2 Umwelt: Hier wird die Umwelt als alles definiert, was nicht zum System gehört, wobei jedes System durch Differenzierung seine eigene spezifische Umwelt konstituiert.

2. Entscheidungen als Elemente der Organisation: Das Kapitel bricht mit der klassischen Sichtweise und bestimmt Kommunikation, insbesondere Entscheidungen, als das einzige Element der sozialen Organisation.

3. Der Mensch als Systemumwelt: Es wird erklärt, warum Menschen bei Luhmann nicht zum System gehören, sondern als Psychosysteme in der Umwelt der Organisation verortet werden.

4. Die Funktion einer Organisation: Die Funktion wird in der Formalisierung von Verhaltenserwartungen gesehen, die durch interne Strukturen wie Hierarchien verankert werden.

5. Das Komplexitätsproblem und seine Lösung: Dieses Kapitel behandelt das Paradigma der wachsenden Umweltkomplexität und die Notwendigkeit von Systemen, diese durch strukturelle Anpassungen zu bewältigen.

5.1 Selektion: Es wird erläutert, wie durch die Bildung von Subsystemen und die Auswahl bestimmter Perspektiven Komplexität reduziert wird.

5.2. Strukturbildung: Hier wird beschrieben, wie durch generalisierte Verhaltenserwartungen Stabilität erzeugt wird, wobei jedoch jedes System gleichzeitig einem inhärenten Risiko ausgesetzt bleibt.

6. Systemrationalität: Dieses Kapitel definiert Rationalität nicht als Zielerreichung einzelner Handlungen, sondern als Fähigkeit des Gesamtsystems zur permanenten Anpassung an eine unsichere Umwelt.

Schlussfolgerung: Die Arbeit fasst zusammen, dass ein Perspektivenwechsel hin zum Innenbeobachter entscheidend ist, um das Mitgliedschaftsproblem und die kollektive Rationalität von Organisationen adäquat zu begreifen.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Soziale Systeme, Organisation, Kommunikation, Umwelt, Systemdifferenz, Komplexitätsreduktion, Selektion, Autopoieses, Systemrationalität, Strukturbildung, Psychosysteme, Entscheidungen, Kontingenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Systemtheorie nach Niklas Luhmann und deren Übertragung auf die Organisationstheorie, wobei soziale Systeme als komplexe, kommunikationsbasierte Gebilde analysiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenz zwischen System und Umwelt, der autopoietischen Natur von Organisationen, der Rolle von Kommunikation als Systemelement sowie der Bewältigung von Umweltkomplexität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, ein Verständnis für die Organisation als soziales System zu entwickeln, das sich durch Entscheidungen definiert und seine Strukturen permanent an eine komplexe, unsichere Umwelt anpasst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die theoretische Analyse des systemtheoretischen Ansatzes von Niklas Luhmann und kontrastiert diesen mit klassischen Modellen der Organisationslehre.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Systembegriffe, die Rolle des Menschen als Umwelt, die Funktion von Organisationen sowie Mechanismen wie Selektion und Strukturbildung zur Komplexitätsbewältigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, System/Umwelt-Differenz, Autopoieses, Kommunikation, Komplexitätsreduktion und kollektive Systemrationalität.

Wie unterscheidet sich Luhmanns Verständnis von Organisation von der klassischen Lehre?

Luhmann betrachtet Menschen nicht als Bestandteil der Organisation, sondern als Teil deren Umwelt; Organisationen bestehen für ihn ausschließlich aus Kommunikationsketten von Entscheidungen.

Was versteht der Autor unter dem "Komplexitätsproblem"?

Organisationen sind mit einer stetig komplexer werdenden Umwelt konfrontiert; die Herausforderung besteht darin, diese Komplexität durch Selektion und Strukturen handhabbar zu machen, ohne die eigene operative Geschlossenheit zu verlieren.

Warum ist die "Innenbeobachterperspektive" für das Verständnis so wichtig?

Sie ermöglicht es, das System nicht als statisches Gebilde, sondern als dynamischen Prozess zu sehen, der permanent seine eigenen Grenzen durch Entscheidungen definiert und neu bestimmt.

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Details

Title
Systemtheorie von Niklas Luhmann
College
University of Hamburg  (Deüartment Wirtschaft und Politik)
Grade
1,0
Author
M.E.S. Diana Veras (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V85147
ISBN (eBook)
9783638908337
ISBN (Book)
9783640244126
Language
German
Tags
Systemtheorie Niklas Luhmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.E.S. Diana Veras (Author), 2006, Systemtheorie von Niklas Luhmann, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85147
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