Der Irakkrieg betrachtet nach den Regeln des berühmten Buchs "Vom Kriege" des Generals von Clausewitz.
Eine sicherheitspolitische Analyse der Invasion 2003 und des zähen Widerstandes in den folgenden Jahren, sowie deren Bedeutung für den strategischen Gesamtkontext des Feldzuges.
Dazu der Versuch einen modernen Krieg der Ära der "Revolution in Military Affairs", in das gedankliche Konzept der klassischen Clausewitz´schen Schule einzubetten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Invasion
2.1. Die Koalition
2.2. Saddam Husseins letztes Aufgebot
3. Die Besatzungszeit
4. Strategische Analyse
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Irakkrieg von 2003 unter Anwendung der militärtheoretischen Prinzipien von Carl von Clausewitz, um zu klären, inwieweit dessen historische Logik auf moderne asymmetrische Konflikte übertragbar ist.
- Analyse der Diskrepanz zwischen politischen Zielen und militärischen Mitteln.
- Untersuchung der strategischen Fehlplanung bei der Invasion.
- Bewertung der Post-Conflict-Phase und des Aufstiegs des Widerstands.
- Vergleich der US-Strategie mit Lehren aus dem Vietnamkrieg.
- Reflektion der Clausewitz’schen Begriffe wie Schwerpunkt, Kulminationspunkt und Volkskrieg.
Auszug aus dem Buch
Saddam Husseins letztes Aufgebot
Wie aus dem noch nicht vollständig deklassifizierten Iraqi Perspectives Project unter Leitung von Admiral Giambastiani hervorgeht, war die eigene Führung der Iraker schlimmster Feind. Dies gilt nicht nur für die unterdrückten und verfolgten Kurden und Schiiten, sondern eben auch für die eigenen Militärs, denen der Diktator angesichts der vielen Überläufer kaum noch vertraute, mit Ausnahme der speziellen republikanischen Garde, die als einzige Bagdad noch betreten durfte. Überhaupt ging das Regime von einer Wiederholung des Krieges von 1991 aus, sprich einem kurzen Feldzug der in der Peripherie verbleiben und nicht bis zur Hauptstadt durchdringen würde.
Saddam Hussein spekulierte auf den Unwillen der amerikanischen Zivilbevölkerung hohe Verluste hinzunehmen, nicht ganz zu Unrecht angesichts der Geschehnisse in Mogadischu 1993, weshalb der Streifen „Black Hawk Down“ quasi zum Lehrfilm im Irak der unmittelbaren Vorkriegszeit avancierte. Außerdem betrachtete er die Iraner und Kurden als seine wahren Feinde, weshalb er die Masse seiner regulären Streitkräfte im Osten postierte. Nur die Republikanische Garde war um Bagdad herum stationiert, aber eben außerhalb der Stadt, womit er den Amerikanern den größtmöglichen Gefallen tat. Zumal die vier Panzerdivisionen der Republikanischen Garde seine einzigen noch voll einsatzfähigen Einheiten waren. In Bagdad selbst befand sich nur die wenige tausend Mann starke „Spezielle Republikanische Garde“, die aber eher den Charakter einer Geheimpolizei denn einer Armee hatte. Ohnehin war das Hauptziel des Regimes die Erhaltung der inneren Sicherheit, gefolgt von der Abwehr der Iraner, und erst dann der Amerikaner.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob Clausewitz’ theoretisches Werk „Vom Kriege“ zur Erklärung moderner Konflikte wie des Irakkrieges herangezogen werden kann.
2. Invasion: Dieses Kapitel beschreibt den schnellen Vormarsch der Koalitionstruppen und analysiert dabei sowohl die strategischen Fehlentscheidungen der Angreifer als auch die fehlerhafte Verteidigungsplanung des irakischen Regimes.
3. Die Besatzungszeit: Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung des Widerstands, dem Machtvakuum durch die Auflösung der irakischen Armee und dem Übergang zu einem bürgerkriegsähnlichen Zustand.
4. Strategische Analyse: Hier wird der gesamte Feldzug kritisch unter Rückgriff auf Clausewitz’sche Prinzipien bewertet, wobei insbesondere das Missverhältnis zwischen Zielsetzung und eingesetzten Truppenstärken hervorgehoben wird.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Kernthesen der Arbeit zusammen und bestätigt die anhaltende Relevanz von Clausewitz’ Lehren für die Analyse asymmetrischer Kriege.
6. Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Monographien und sonstigen Quellen auf, die der Untersuchung zugrunde liegen.
Schlüsselwörter
Irakkrieg, Carl von Clausewitz, Vom Kriege, Militärstrategie, Invasion, Besatzungszeit, Aufstand, Asymmetrische Kriegführung, Regime Change, Guerillakrieg, Schwerpunkt, Koalition der Willigen, Saddam Hussein, Counter-Insurgency, Volkskrieg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Irakkrieg von 2003 und den anschließenden Konflikt durch die analytische Brille der Kriegstheorie von Carl von Clausewitz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die militärische Strategie der Invasion, die politische Planung der Besatzungszeit, die Dynamik des Aufstands sowie die strategische Bewertung von General Franks’ Kriegsplan.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob sich ein moderner, hochdynamischer Konflikt noch unter die 200 Jahre alte Terminologie und Logik von Clausewitz subsumieren lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der historische Ereignisse des Irakkrieges den theoretischen Grundsätzen aus „Vom Kriege“ gegenübergestellt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Darstellung der Invasion, eine Analyse der Besatzungszeit und eine abschließende strategische Bewertung des gesamten Feldzugs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben Clausewitz’ Theorien vor allem Asymmetrie, Schwerpunkt, Counter-Insurgency und die Unterscheidung von Ziel, Mittel und Zweck.
Warum war die Planung der Invasion laut Autor problematisch?
Der Autor kritisiert, dass der Fokus primär auf einem schnellen „Enthauptungsschlag“ lag, während die notwendige Vernichtung der feindlichen Armee und die Nachkriegsplanung vernachlässigt wurden.
Welche Rolle spielt der Vietnam-Vergleich im Text?
Der Vergleich dient dazu, die Parallelen in der Uneinigkeit zwischen militärischer und ziviler Führung sowie den strategischen Fehlern bei der Einschätzung des Gegners aufzuzeigen.
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- Philipp-Henning v.Bruchhausen (Author), 2007, Die Invasion des Irak betrachtet mit Carl von Clausewitz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85151