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Außenpolitisches Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten - Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit?

Title: Außenpolitisches Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten - Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Fischer (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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Summary Excerpt Details

Einerseits befindet sich die Türkei seit über 40 Jahren in einem institutionellen Verwestlichungsprozess. Als Mitglied der NATO ist sie im westlichen Sicherheitssystem integriert. Daneben ist die Türkei auch in wirtschaftliche und politische Strukturen des Westens eingegliedert, wie z.B. im Europarat und der EU. Andererseits kooperiert dieses „Grenzland“ unter dem Dach der Economic Cooperation Organization (ECO) mit einigen islamischen, zentralasiatischen und kaukasischen Staaten und ist Mitglied der Islamischen Konferenz (OIK). Innerhalb dieser Organisation ist die Türkei das einzige Land, das gleichzeitig enge Beziehungen zu Europa pflegt und eine Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union anstrebt. Zudem ist sie Initiator und Teil der Black Sea Economic Cooperation Region (BSEC), die von elf Balkan-, Schwarzmeer- und kaukasischen Staaten im Jahre 1992 gegründet wurde. Trotz des früh einsetzenden Verwestlichungsprozesses bleibt die Türkei bis heute vor den „Toren Europas“ stehen. So kam auch die Gewährung des Kandidatenstatus aus Sicht der Türkei reichlich spät und es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die Verhandlungen langwierig und schwierig sein werden, da es in einigen strittige Punkte zwischen der Türkei und der
Europäischen Union, wie z.B. in der Zypernfrage oder in der Diskussion um die Stellung der Kurden, noch zu keinen Lösungen gekommen ist und somit die Vollmitgliedschaft in weiter Ferne liegt bzw. fraglich ist, inwieweit diese Option tatsächlich besteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. ROLLENTHEORIE

1.1. THEORETISCHE ABGRENZUNG

1.2. ROLLENTHEORIE IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN

1.2. GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN

2. TÜRKEI UND TURKSTAATEN – AUSSICHTEN AUF EINE FRUCHTBARE ZUSAMMENARBEIT?

2.1. WERTEORIENTIERUNG – ZWISCEN LAIZISMUS, ISLAM UND UNIVERSALEN WERTEN

2.1.1. TÜRKEI

2.1.2. TURKSTAATEN

2.2. NATIONALE ZIELSETZUNGEN

2.2.1. TÜRKEI

2.2.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN

2.3. INTERNATIONALE ZIELSETZUNGEN UND AUßENPOLITISCHE HANDLUNGSMUSTER

2.3.1. TÜRKEI

2.3.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN

FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das außenpolitische Handlungsmuster der Türkei in Bezug auf die Turkstaaten, insbesondere Aserbaidschan und Kasachstan, unter Anwendung der Rollentheorie. Die zentrale Forschungsfrage ist, unter welchen Bedingungen eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen diesen Akteuren möglich ist, insbesondere vor dem Hintergrund der ambivalenten außenpolitischen Position der Türkei zwischen westlicher Integration und ostwärts gerichteten Kooperationen.

  • Anwendung der Rollentheorie als theoretischer Analyserahmen für staatliches Handeln.
  • Analyse der Werteorientierung im Spannungsfeld von Laizismus, Islam und universalen Werten.
  • Untersuchung nationaler und internationaler Zielsetzungen der beteiligten Staaten.
  • Bewertung der außenpolitischen Handlungsmuster im Hinblick auf reale Kooperationsaussichten.

Auszug aus dem Buch

1.2. ROLLENTHEORIE IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN

Mit Blick auf die Bedeutung rollentheoretischer Ansätze in den internationalen Beziehungen muss erwähnt werden, dass diese bisher eher unterentwickelt blieben. So wird der Begriff der Rolle in vielen Abhandlungen ausschließlich alltagssprachlich, im Sinne von Kausaleinflüssen angewandt. Zur Analyse nationalstaatlicher Außenpolitik wurde dieser Theorieansatz dennoch mehrfach herangezogen und in allen drei klassischen Ansätzen der Außenpolitikanalyse berücksichtigt:

Zum einen dient der rollentheoretische Ansatz zur Untersuchung von Entscheidungsfindungsprozessen, die in erster Linie die Bedeutung des Individuums (Mikro-Ebene) bei der Schaffung eines nationalen Rollenkonzepts hervorheben. Eine Vertreterin dieser Forschungsrichtung ist Margaret G. Hermann, die annimmt, dass außenpolitisches Rollenverhalten eines Staates aus den außenpolitischen Grundeinstellungen einzelner Individuen der nationalen Führungseliten herrührt.

Zum anderen haben auch Vertreter struktureller, systemorientierter Ansätze die Rollentheorie herangezogen, um z.B. beide Ansätze zu verbinden, was Stephen Walker in seinem Aufsatz „Role Theory and the International System: A Postscript to Waltz’s Theory of International Politics?“ versucht.

Von Bedeutung für die vorliegende Arbeit ist schließlich der dritte Pfeiler der klassischen Ansätze, nämlich die vergleichende Außenpolitikforschung. In diesem Bereich geht es vor allem darum, inwiefern sich staatliche Rollenkonzepte unterscheiden und welches Erklärungspotential dies für das außenpolitische Verhalten der Staaten hat bzw. warum in verschiedenen Staaten unterschiedliche Rollenkonzepte auftreten. In diesem Zusammenhang ist Kalevi Holsti zu nennen, auf dessen Verständnis der Rollentheorie in der Außenpolitikforschung an späterer Stelle noch näher eingegangen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Türkei als "Grenzland" zwischen Ost und West und stellt die Frage, inwiefern eine "Ostwendung" eine außenpolitische Alternative zur EU-Integration darstellen kann.

1. ROLLENTHEORIE: Dieses Kapitel führt die Rollentheorie als konstruktivistischen Ansatz ein, um das außenpolitische Handeln von Staaten über das Rollenbündel staatlicher Aktivitäten zu operationalisieren.

1.1. THEORETISCHE ABGRENZUNG: Hier wird die Rollentheorie von rationalen, systemischen Ansätzen abgegrenzt und als kognitiver Ansatz definiert, der Interessen situativ und endogen bestimmt.

1.2. ROLLENTHEORIE IN DEN INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN: Dieses Unterkapitel skizziert die Einbettung der Rollentheorie in die vergleichende Außenpolitikforschung und deren Relevanz für die Untersuchung staatlicher Rollenkonzepte.

1.2. GRUNDLAGEN UND DEFINITIONEN: Dieses Kapitel präzisiert den Rollenbegriff durch die Unterscheidung von alter-part (Erwartungen von außen) und ego-part (selbstdefinierte Rollenvorstellungen).

2. TÜRKEI UND TURKSTAATEN – AUSSICHTEN AUF EINE FRUCHTBARE ZUSAMMENARBEIT?: Das Hauptkapitel untersucht das Spannungsfeld zwischen islamischer Identität, Laizismus und dem Streben nach universalen Werten bei der Türkei und den Turkstaaten.

2.1. WERTEORIENTIERUNG – ZWISCEN LAIZISMUS, ISLAM UND UNIVERSALEN WERTEN: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen laizistischer Verfassung und der gesellschaftlichen bzw. politischen Rolle des Islams.

2.1.1. TÜRKEI: Hier wird der Verwestlichungsprozess und die kemalistische Ideologie der Türkei der aktuellen "Reislamisierung"-Debatte gegenübergestellt.

2.1.2. TURKSTAATEN: Dieses Kapitel beleuchtet, wie die zentralasiatischen Turkstaaten, trotz islamischer Prägung, offiziell an säkularen Prinzipien festhalten, um internationale Anerkennung zu sichern.

2.2. NATIONALE ZIELSETZUNGEN: Hier werden die nationalen Prioritäten der Türkei und der Turkstaaten im Hinblick auf wirtschaftliche Modernisierung und politische Stabilität diskutiert.

2.2.1. TÜRKEI: Die Beitrittsverhandlungen zur EU bilden das primäre nationale Ziel, dem die Innenpolitik untergeordnet ist.

2.2.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN: Die Erschließung von Ressourcen (Öl/Gas) und die Transformation zur Marktwirtschaft stehen hier im Fokus der nationalen Zielsetzungen.

2.3. INTERNATIONALE ZIELSETZUNGEN UND AUßENPOLITISCHE HANDLUNGSMUSTER: Dieses Kapitel untersucht, wie sich die nationalen Ziele in den Außenbeziehungen manifestieren.

2.3.1. TÜRKEI: Die Türkei versucht, sich als "Brücke" zwischen Europa und der islamischen Welt zu positionieren und gleichzeitig ein "zweites Standbein" außerhalb der EU zu sichern.

2.3.2. TURKSTAATEN – ASERBAIDSCHAN UND KASACHSTAN: Hier wird die Balanceleistung dieser Staaten zwischen Russland, Iran und der Türkei sowie ihr Streben nach wirtschaftlicher Integration in den Westen beschrieben.

FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass eine fruchtbare Zusammenarbeit möglich, aber mit Risiken verbunden ist, da demokratische Defizite und unterschiedliche Rollenverständnisse Konfliktpotential bieten.

Schlüsselwörter

Rollentheorie, Außenpolitik, Türkei, Turkstaaten, Aserbaidschan, Kasachstan, Verwestlichung, Laizismus, Islam, EU-Beitritt, nationale Identität, internationale Beziehungen, Ressourcenpolitik, Brückenfunktion, Konstruktivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das außenpolitische Handlungsmuster der Türkei gegenüber den Turkstaaten unter Verwendung der theoretischen Perspektive der Rollentheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören die Werteorientierung (Laizismus vs. Islam), nationale Zielsetzungen sowie die tatsächlichen außenpolitischen Handlungsmuster der beteiligten Staaten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwiefern die außenpolitischen Konzepte der Türkei und ihrer östlichen Nachbarn vereinbar sind und unter welchen Bedingungen eine fruchtbare Zusammenarbeit gewährleistet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt die Rollentheorie als konstruktivistischen Analyserahmen, um das "Rollenbündel staatlicher Aktivitäten" zu operationalisieren und anhand verschiedener Analysekategorien (Werte, nationale/internationale Ziele) zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Werteorientierung, die nationalen Ziele und die außenpolitische Praxis der Türkei im Vergleich zu den Turkstaaten Aserbaidschan und Kasachstan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind Rollentheorie, Außenpolitik, Türkei, Turkstaaten, Aserbaidschan, Kasachstan, Verwestlichung, Laizismus, Islam und EU-Integration.

Wie verändert sich die Rolle der Türkei als "großer Bruder" gegenüber den Turkstaaten?

Die Arbeit konstatiert einen Wandel vom "großen Bruder" hin zu einem eher gleichwertigen Partner, da die Turkstaaten als junge souveräne Staaten zu starke Einmischungen ablehnen.

Warum ist das "Brückenkonzept" der Türkei für ihre Außenpolitik so wichtig?

Das Brückenkonzept ermöglicht es der Türkei, ihr außenpolitisches Gewicht zu erhöhen, indem sie als Vermittler zwischen westlichen Werten und der islamischen Welt agiert, wovon letztlich alle beteiligten Seiten profitieren können.

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Details

Title
Außenpolitisches Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten - Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit?
College
University of Freiburg
Grade
1,3
Author
Claudia Fischer (Author)
Publication Year
2006
Pages
30
Catalog Number
V85185
ISBN (eBook)
9783638006118
ISBN (Book)
9783656213239
Language
German
Tags
Außenpolitisches Handlungsmuster Türkei Turkstaaten Aussichten Zusammenarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Fischer (Author), 2006, Außenpolitisches Handlungsmuster der Türkei und der Turkstaaten - Aussichten auf eine fruchtbare Zusammenarbeit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85185
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