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Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher

Title: Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher

Diploma Thesis , 2007 , 113 Pages , Grade: 1

Autor:in: Elvira Lorenz (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Studie untersucht das Ausmaß des Selbstwertes und der Selbstwirksamkeit von Kindern und Jugendlichen nach einer Lebertransplantation, wobei in der Literatur über diesbezügliche erhöhte Werte und das Vorhandensein von Abwehrpozessen bei chronisch Erkrankten, als mögliche Bewältigungsstrategie, berichtet wurde.
Dazu wurden Werte von 35 lebertransplantierten Kindern und Jugendlichen am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf in der Aussagen-Liste zum Selbstwertgefühl für Kinder und Jugendliche (ALS) und ausschließlich von 26 betroffenen Jugendlichen in der Rosenbergskala zum globalen Selbstwertgefühl (RSS) und in der Allgemeinen Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) erhoben. Die Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Untersuchung zwischen 98 und 221 Monate alt. Die Transplantation fand frühestens mit einem Monat und spätestens mit 15 Jahren statt. Die häufigste Diagnose war biliäre Atresie (50 %). 20 Kinder hatten eine Lebendspende erhalten.
Im Normvergleich weisen die untersuchten Kinder und Jugendlichen signifikant höhere Werte in den beiden Selbstwert-Skalen (ALS und RSS) auf. Hinsichtlich der Selbstwirksamkeit (SWE) finden sich bei den betroffenen Jugendlichen keine signifikant höheren Werte als bei der Normpopulation. Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Hauptskalen erweisen sich als nicht überzufällig. Es wurden keine Zusammenhänge zwischen den beiden Konstrukten (ALS- und SWE-Skala) und dem postoperativen Zeitraum festgestellt. Das hohe Ausmaß der „positiven Illusion“ bei lebertransplantierten Jugendlichen geht mit niedrigerer selbsteingeschätzter psychosozialer Belastung einher. Ein negativer Zusammenhang findet sich bei der entsprechenden Substichprobe zwischen der „positiven Illusion“ und der fremdangegebenen Belastung (Nebenwirkungen). Es besteht bei einem Drittel von lebertransplantierten Jugendlichen ein sicherer Hinweis auf das Vorhandensein von Abwehrprozessen.
Die Befunde der vorliegenden Arbeit indizieren, dass das Ausmaß des Selbstwertes bei lebertransplantierten Kindern und Jugendlichen überprüft werden sollte, um im Falle eines Hinweises auf Abwehrprozesse oder diesbezüglicher niedrigerer Werte rechtzeitig gezielte Fördermaßnahmen ergreifen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Lebererkrankung und Transplantation bei Kindern

1.1 Funktion und Struktur der Leber

1.2 Leberfunktion und zentrales Nervensystem

1.3 Lebererkrankungen im Kindesalter

1.3.1 Biliäre Atresie

1.3.2 Stoffwechselerkrankungen

1.3.3 Intrahepatische cholestatische Lebererkrankungen

1.3.4 Akut-fulminantes Leberversagen

1.3.5 Maligne Tumore

1.4 Lebertransplantation als Behandlungsmethode

1.4.1 Historische Entwicklung der Lebertransplantation bei Kindern

1.4.2 Splitliver-Technik und Lebendspende

1.4.3 Überleben und Wachstum von Kindern nach LTX

2. Selbstwert und Selbstwirksamkeit

2.1 Selbstkonzept

2.2 Selbstwirksamkeit

2.3 Selbstwert

2.4 Vergleich der beiden theoretischen Konstrukte

3. Zusammenhang von Selbstwert/Selbstwirksamkeit und Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: ein Forschungsüberblick

3.1 Selbstwirksamkeit und chronische Erkrankung

3.2 Selbstwert und chronische Erkrankung

3.3 Selbstkonzept und Lebertransplantation

4. Fragestellung und Hypothesen

4.1 Theoretischer Ausgangspunkt

4.2 „Positive Illusion“ als Abwehrprozess

4.3 Fragestellungen

4.4 Hypothesen

5. Methode

5.1 Durchführung der Untersuchung

5.1.1 Rahmenbedingungen

5.1.2 Teilnehmerauswahl

5.1.3 Untersuchungsverlauf

5.2 Stichprobenbeschreibung

5.2.1 Soziodemographische Merkmale

5.2.2 Krankheitsbezogene Merkmale

5.3 Testpsychologische Verfahren

5.3.1 Die Aussagen-Liste zum Selbstwertgefühl für Kinder und Jugendliche (ALS)

5.3.2 Rosenberg-Skala zum globalen Selbstwertgefühl (RSS)

5.3.3 Allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung (SWE) /General Perceived Self-Efficacy Scale (GSE)

5.3.4 Zusätzliche Verfahren

5.4 Statistische Auswertung der Daten

6. Ergebnisse

6.1 Non-Responder Analyse

6.2 Geschlechtsspezifische Vergleiche

6.3 Überprüfung der Normalverteilungsannahme

6.4 Vergleich lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher mit der Altersnorm

6.4.1 Normvergleich hinsichtlich des Selbstwertes

6.4.2 Normvergleich hinsichtlich der Selbstwirksamkeit

6.5 Zusammenhangsanalysen

6.5.1 Zusammenhang zwischen dem Selbstwert und der Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher mit dem postoperativen Zeitraum

6.5.2 Zusammenhang zwischen der „positiven Illusion“ lebertransplantierter Jugendlicher und der Belastung

6.6 Ergänzende Analysen

7. Diskussion

7.1 Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher

7.2 Erklärungsansätze

7.3 Methodische Kritik

7.4 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Ausmaß des Selbstwertgefühls sowie der Selbstwirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nach einer Lebertransplantation, um festzustellen, ob diese signifikant von der Norm abweichen und inwieweit Abwehrprozesse, wie die sogenannte „positive Illusion“, als Bewältigungsstrategie fungieren.

  • Anpassungsprozesse und psychosoziale Folgen chronischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen.
  • Messung und Vergleich des Selbstwerts und der Selbstwirksamkeit mit der Altersnorm.
  • Bedeutung von Abwehrmechanismen und positiven Illusionen für die Krankheitsverarbeitung.
  • Einfluss von krankheitsbezogenen Variablen und dem postoperativen Zeitraum auf das psychische Wohlbefinden.
  • Identifikation von Risikofaktoren und Bedarf an psychologischer Unterstützung.

Auszug aus dem Buch

1.1 Funktion und Struktur der Leber

Die Leber erfüllt eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben im menschlichen Körper. Sie ist das zentrale Stoffwechselorgan (Kohlenhydratstoffwechsel, Fettstoffwechsel, Eiweißstoffwechsel, Gallensäurenstoffwechsel, Bilirubinstoffwechsel) (Schulte & Spranger, 1988). Nach Goesser (2000) lassen sich die daraus resultierenden Funktionen der Leber wie folgt zusammenfassen:

• Verwertung von Nahrungsmittelbestandteilen, d. h. Aufnahme aus dem Blutkreislauf, Speicherung, regulierte Abgabe an den Körper, Beteiligung am Verdauungsprozess;

• Produktion von Eiweißstoffen, z.B. Transportproteinen, Blutgerinnungsfaktoren;

• Bildung, Aktivierung und Inaktivierung von Hormonen, z. B Wachstumshormone;

• Entgiftung und Ausscheidung von körpereigenen und körperfremden Stoffen;

• Speicherung und Bereitstellung von Vitaminen (A, B, E, K) und Spurenelementen (Eisen, Kupfer, Zink, Mangan); Unspezifische Abwehrvorgänge gegen Viren, Bakterien, Antigene, Toxine und andere Substanzen;

• Blutbildung während der Fetalzeit (Schulte & Spranger, 1988) und Blutspeicherung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Lebererkrankung und Transplantation bei Kindern: Dieses Kapitel führt in die Anatomie und Physiologie der Leber ein, erläutert häufige Lebererkrankungen im Kindesalter und beschreibt die Lebertransplantation als notwendige Behandlungsmethode.

2. Selbstwert und Selbstwirksamkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Selbstkonzepts, der Selbstwirksamkeit und des Selbstwerts dargelegt und in ihrer Bedeutung für die psychologische Forschung abgegrenzt.

3. Zusammenhang von Selbstwert/Selbstwirksamkeit und Lebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: ein Forschungsüberblick: Dieses Kapitel fasst den bisherigen Forschungsstand zur psychosozialen Anpassung chronisch kranker Kinder zusammen und beleuchtet die spezifische Situation nach einer Transplantation.

4. Fragestellung und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden die zentralen Forschungsfragen sowie vier spezifische Hypothesen zur Untersuchung der Selbstwerteinschätzung bei transplantierten Kindern und Jugendlichen aufgestellt.

5. Methode: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign, die Stichprobenauswahl, die eingesetzten testpsychologischen Verfahren (ALS, RSS, SWE, SDQ) und die statistischen Auswertungsmethoden.

6. Ergebnisse: Hier werden die empirischen Befunde zur Non-Responder Analyse, zu Geschlechtsunterschieden und die Überprüfung der Hypothesen hinsichtlich des Normvergleichs und der Zusammenhangsanalysen detailliert dargestellt.

7. Diskussion: Das abschließende Kapitel setzt die Ergebnisse in Bezug zur theoretischen Literatur, entwickelt Erklärungsansätze für die Befunde, übt methodische Kritik und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Lebertransplantation, Kinder, Jugendliche, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, positive Illusion, Abwehrmechanismen, psychosoziale Belastung, Krankheitsverarbeitung, chronische Erkrankung, Adaptation, Sozial-Kognitive Theorie, psychische Gesundheit, Anpassungsprozess, Pädiatrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das psychische Befinden, insbesondere das Selbstwertgefühl und die Selbstwirksamkeit, von Kindern und Jugendlichen nach einer Lebertransplantation im Vergleich zur gesunden Normbevölkerung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die psychologische Anpassung an chronische Krankheiten, die Bedeutung von Selbstkonzept-Facetten und die Rolle von psychischen Abwehrmechanismen wie der „positiven Illusion“ bei der Bewältigung medizinischer Eingriffe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die primäre Forschungsfrage ist, ob lebertransplantierte Kinder und Jugendliche über ein der Altersnorm entsprechendes Ausmaß an Selbstwert und Selbstwirksamkeit verfügen und welche Faktoren der Krankheit und Behandlung diese Einschätzungen beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Studie, die verschiedene standardisierte psychologische Testverfahren (u.a. ALS, RSS, SWE, SDQ) nutzt und die Daten mittels statistischer Verfahren (z.B. Welch-Test, Pearson-Korrelation, Kendall's Tau-b) innerhalb einer Stichprobe von 47 Teilnehmern auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Lebererkrankungen und psychologischen Konstrukten, eine Darstellung des Forschungsstands sowie den empirischen Teil mit der Beschreibung der Stichprobe, der Methoden und der detaillierten Ergebnisanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Lebertransplantation, Selbstwertgefühl, Selbstwirksamkeit, positive Illusion, Abwehrmechanismen und Krankheitsverarbeitung bei Kindern und Jugendlichen charakterisieren.

Was genau ist die „positive Illusion“ in diesem Kontext?

Die „positive Illusion“ beschreibt die Tendenz der Betroffenen, sich selbst und ihre Situation positiver wahrzunehmen, als es der objektiven, psychosozialen Belastungssituation entspricht, was als unbewusste Bewältigungsstrategie zur Aufrechterhaltung des Selbstwertes dient.

Welche Bedeutung haben die Ergebnisse für die klinische Praxis?

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass hohe Selbstwerte bei lebertransplantierten Kindern teilweise auf Abwehrprozesse zurückzuführen sein könnten. Kliniker sollten daher bei der Betreuung auf diese Mechanismen achten, um bei Bedarf gezielte psychologische Fördermaßnahmen einzuleiten.

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Details

Title
Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher
College
Technical University of Braunschweig
Grade
1
Author
Elvira Lorenz (Author)
Publication Year
2007
Pages
113
Catalog Number
V85189
ISBN (eBook)
9783638892278
ISBN (Book)
9783656205548
Language
German
Tags
Selbstwert Selbstwirksamkeit Kinder Jugendlicher
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elvira Lorenz (Author), 2007, Selbstwert und Selbstwirksamkeit lebertransplantierter Kinder und Jugendlicher, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85189
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