Nach dem vor allem West-Europa nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirtschaftlich wie auch politisch am Boden lag beschlossen die Politiker, dass sich eine solche Katastrophe nicht wiederholen dürfe.
Zu diesem Zweck gründeten sie ein Kontrollgremium, das durch seine Kontrolle über die damals wichtigen Rohstoffe, den Frieden in Europa erhalten sollte. Dies war die EGKS. Durch den Erfolg der EGKS beflügelt gründeten die Politiker dann auch noch die EWG und EURATOM.
Die EWG wurde allerdings die führende Kraft in West-Europa- hieraus bildete sich dann später auch der bis vor kurzem wichtigste Part der EU.
In Nord-Amerika verlief diese Entwicklung nicht so: Die USA waren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges die klar dominierende Macht in der westlichen Hemisphere und brauchten keinen helfenden Wirtschaftsblock- dies änderte sich zunächst mit der Gründung der CUSFTA, die dann auch noch Mexiko mit einschloss und fortan unter dem Namen NAFTA firmierte und die bis heute macht.
Im Gegensatz zur EU ist die NAFTA allerdings eine reine Wirschaftsorganisation mit wenig Macht, wohingegen die EU die einzige supranationale Organisation darstellt.
Hierbei ist es interessant zu untersuchen, ob die NAFTA in Zukunft nicht einen ähnlichen Weg gehen kann, wie dies bei der EU der Fall war. Nämlich, dass eine wirtschaftliche Integration der Vorläufer für eine politische Integration darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wirtschaftliche Integration in der EU und der NAFTA: ein Vergleich
2.1 Die EU
2.2 Die NAFTA
2.3 Bewertung der Integration in der EU und der NAFTA und wie ergeht es den weniger starken Partnern im jeweiligen Handelsblock?
2.4 Gibt es eine Entwicklung der Integration in der EU und der NAFTA?
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, einen wissenschaftlichen Vergleich zwischen den Integrationsprozessen der Europäischen Union und der NAFTA zu ziehen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die unterschiedlichen Strukturen und Ziele dieser Wirtschaftsblöcke auf die Integration auswirken und welche Folgen sich daraus insbesondere für die wirtschaftlich schwächeren Partner innerhalb der jeweiligen Blöcke ergeben.
- Historische Ursprünge und Zielsetzungen von EU und NAFTA
- Strukturelle Unterschiede zwischen supranationaler Organisation und Freihandelszone
- Analyse der Handelsintegration und ausländischer Direktinvestitionen
- Arbeitsmarktpolitik und Migrationsaspekte im Vergleich
- Umgang mit regionalen wirtschaftlichen Disparitäten
Auszug aus dem Buch
2.2 Die NAFTA
Die NAFTA, die nord-amerikanische Freihandelszone, besteht aus nur drei Staaten, die unterschiedlich eigentlich nicht sein könnten und deren gegenseitiges Verhältnis keineswegs so konfliktlos ist, wie dies bei den Mitgliedsstaaten der EU der Fall ist.
Die NAFTA-Mitglieder sind Kanada, die USA und das bereits zu Mittelamerika zu rechnende Mexiko mit dem USA wegen der Scharen an illegalen Einwanderern eigentlich immer im Streit liegen und bereits einen stark bewachten Grenzzaun gebaut haben. Die NAFTA selber wurde am 01. Januar 1994 als Freihandelszone gegründet und dementsprechend fällt die Übertragung der jeweiligen nationalen Souveränitätsrechte an die sehr viel weniger stark aus als dies bei der EU der Fall ist, da die NAFTA sich als eine reine Wirtschaftsorganisation sieht, wohingegen das Selbstverständnis der EU dasjenige ist, das nach einer wirtschaftlichen Integration auch eine weitergehende politische wie kulturelle Integration folgen soll.
Allerdings gab es auch bereits vor der NAFTA eine Freihandelszone in Nord-Amerika, die zum damaligen Zeitpunkt allerdings nur die beiden originären nord-amerikanischen Staaten Kanada und USA umfasste und unter dem Namen CUSFTA firmierte und bereits 1988 in Kraft getreten war. Da aber auch bereits die CUSFTA eine reine Wirtschaftsorganisation mit dem Zweck war, die Märkte von Kanada und den USA zu vereinheitlichen und sowohl tarifäre als auch nicht tarifäre Handelshemmnisse abzubauen und die NAFTA das gleiche Ziel verfolgt kann man in diesem Sinne auch davon sprechen, dass die NAFTA „lediglich“ eine Weiterentwicklung der CUSFTA ist wobei man aber Detailverbesserungen vorgenommen hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Es werden die historischen Hintergründe und die unterschiedlichen Beweggründe für die Gründung der Wirtschaftsblöcke EU und NAFTA dargelegt.
2. Wirtschaftliche Integration in der EU und der NAFTA: ein Vergleich: Dieses Hauptkapitel analysiert die strukturellen Unterschiede, die Integrationsdichte sowie die spezifischen Auswirkungen auf schwächere Partner in beiden Systemen.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der unterschiedlichen Integrationswege und reflektiert über die Zukunftsfähigkeit beider Modelle.
Schlüsselwörter
Marktintegration, EU, NAFTA, Wirtschaftliche Integration, Freihandelszone, Binnenmarkt, Strukturförderung, Nordamerika, Europa, Supranationalität, Handelshemmnisse, Arbeitsmarkt, Wohlstandsunterschiede, Regionalpolitik, Globalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Blick auf die Wirtschaftsblöcke Europäische Union (EU) und Nordamerikanische Freihandelszone (NAFTA) hinsichtlich ihrer Integrationsansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Struktur der Organisationen, die Handelsintegration, Maßnahmen gegen wirtschaftliche Disparitäten und die Arbeitsmarktpolitik.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die unterschiedliche Tiefe der Integration – supranational in der EU versus intergouvernemental in der NAFTA – die Entwicklung der jeweiligen Mitgliedsstaaten beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewendet?
Es handelt sich um einen qualitativen, vergleichenden Ansatz (Comparative Social Science), der historische Entstehungsbedingungen mit aktuellen Integrationsmerkmalen kontrastiert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der EU und NAFTA, gefolgt von einer Analyse der Auswirkungen auf wirtschaftlich schwächere Partner sowie einer Untersuchung der Integrationsentwicklung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Marktintegration, Souveränität, Strukturförderung, Freihandel und die unterschiedlichen politischen Zielsetzungen der Blöcke.
Warum wird die Rolle der USA in der NAFTA als so dominant beschrieben?
Der Autor argumentiert, dass die USA aufgrund ihrer wirtschaftlichen Stärke und der schwachen institutionellen Ausgestaltung der NAFTA die politische Richtung des Handelsblocks maßgeblich beeinflussen können.
Inwieweit spielt die Sozialpolitik eine Rolle im Vergleich?
Während die EU soziale Aspekte weit in ihre Politik integriert hat, wird die Sozialpolitik in der NAFTA als zweitrangig bzw. als bloßes Lippenbekenntnis eingestuft.
- Quote paper
- BA Henning Wirtz (Author), 2007, Marktintegration und mehr - ein Verlgleich zwischen NAFTA und EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85204