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Jona in der christlichen Tradition

Title: Jona in der christlichen Tradition

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 32 Pages , Grade: mit gutem Erfolg

Autor:in: Jörn Diercks (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Unsere Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Jona in der christlichen Tradition. "Tradition" kommt vom lateinischen tradere und bedeutet "übergeben". Damit ist die "Übernahme und Weitergabe von Sitte, Brauch, Konvention, Lebenserfahrung und Institutionen" gemeint. Traditionen werden von Generation zu Generation unabhängig von der jeweiligen historischen Situation übergeben. Auch religionsgeschichtlich sind Traditionen festzustellen.
Zunächst gehen unsere Überlegungen also dahin, in welchen Bereichen des christlichen Lebens die Jona-Geschichte Beachtung findet. Interessant erscheint uns hier auch der Umstand, daß viele die Jona-Geschichte kennen, wobei aber einige die Geschichte nicht mit der Bibel in Zusammenhang bringen. Dies führt uns zu dem Schluß, daß es noch andere Arten der Überlieferung geben muß als nur die christlich theologische, also durch Kirche und Bibel.
Uwe Steffen, dessen Buch "Die Jona-Geschichte: Ihre Auslegung und Darstellung im Judentum, Christentum und Islam" die Grundlage des Seminars bildete, beschäftigte sich in diesem Buch neben dem theologischen Aspekt auch mit den Darstellungen der Jona-Geschichte in der Kunst. Er untersuchte verschiedene Epochen und ihre Bildnisse. An diesem Buch wollen wir uns orientieren, seine Untersuchungen aufgreifen und mit einer Bildbesprechung (Bilder im Anhang) ergänzen und vergleichen.
Im theologischen Bereich untersucht Steffen verschiedene Deutungen von Luther, Lange und anderen Exegeten. Auch hier wollen wir einen Vergleich mit anderen Interpretationen, wie die von Hans Walter Wolff, Rüdiger Lux, Wolfgang Schnell und noch einigen anderen anstellen.
Über Steffen hinausgehend möchten wir mit dieser wissenschaftlichen Arbeit auch noch einen anderen Aspekt des Lebens bearbeiten: den naturwissenschaftlichen Aspekt. Die Aufgabe der Naturwissenschaft besteht darin, "Erscheinungen und Vorgänge in der Natur ... zu ergründen und ... zu beschreiben und zu erklären." Die Naturwissenschaften sollen also Antworten geben, also quasi eine Wahrheit beschließen. Hieraus entwickelt sich eine gewisse Problematik, wenn Naturwissenschaft und christliche Tradition aufeinander treffen. Die offenen Fragen, ungeklärte Wunder und andere Vorgänge der Bibel stoßen oft auf Widerstand im Bereich der Naturwissenschaften. Gerade auch die Jona-Geschichte erscheint im naturwissenschaftlichen Licht geradezu unmöglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Jona in den Naturwissenschaften

2 Jona in der christlichen Theologie

2.1 Jona in der frühchristlichen Theologie

2.2 Predigten zu Jona

2.2.1 Martin Luther (1483-1546)

2.2.2 Johann Kaspar Lavater (1741-1801)

2.2.3 Ernst Lange (1927-1974)

2.3 Exegeten und Theologen des 20. Jahrhunderts über das Buch Jona

3 Jona in der christlichen Kunst

3.1 Die Bedeutung

3.2 Die Anfänge der christlichen Kunst

3.3 Die Orantenhaltung

3.4 Stil und Besonderheiten der Darstellung

3.5 Der Bilderzyklus

3.6 Bildbeschreibung

4 Riten und Märchen

4.1 Die Riten

4.1.1Wiedergeburtsriten

4.1.2 Die Stadien der Wiedergeburtsriten

4.2 Märchen

4.2.1 Wiedergeburtssymbolik im Märchen

4.3 Jona in Riten und Märchen

5 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rezeption der Jona-Geschichte in der christlichen Tradition unter Einbeziehung theologischer, kunstgeschichtlicher und naturwissenschaftlicher Perspektiven, um die anhaltende Bedeutung und Aktualität der Erzählung zu beleuchten.

  • Analyse der Jona-Geschichte im Kontext der Naturwissenschaften und deren Erklärung von Tierwundern.
  • Untersuchung der theologischen Wirkungsgeschichte von der Frühzeit bis zum 20. Jahrhundert.
  • Darstellung der Jona-Motive in der christlichen Kunst, insbesondere der frühchristlichen Grabkunst.
  • Vergleich der Jona-Geschichte mit archetypischen Mustern in Riten und Märchen (Wiedergeburtsthematik).
  • Diskussion der aktuellen gesellschaftlichen Relevanz des Jona-Stoffes.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Martin Luther (1483-1546)

Auch Martin Luther beschäftigte sich mit dem Verständnis der Jonageschichte. Sein Motiv war es, sich mit der Bibelexegese für die Streitigkeiten mit Fürsten und Bischöfen durch Gottes Wort „zu stärken, zu trösten und zu rüsten“. Da Luther in der Jonageschichte ein besonders großes Beispiel für die Güte und Barmherzigkeit Gottes sah, befand er, daß diese Prophetie sich besonders eignet, Trost zu spenden.

Luther sah zwischen der Jonageschichte und seinem Wirken Parallelen. So wie Jona gegen einen mächtigen König und dessen großes Reich wirkte, so will auch Luther „als einzelner, als kleiner Mönch, mit dem Wort Gottes gegen die höchsten Autoritäten seiner Zeit“ auftreten. Luther zieht seine Kraft aus dem Umstand, daß Jona allein durch seine Predigt an die Niniviten die Stadt rettete.

Nach Steffen ist Luthers Deutung in Form einer Predigt niedergeschrieben. Sie enthielt nicht nur die in der frühchristlichen Zeit gebrauchte wörtliche Auslegung (siehe Hieronymus, Augustin), sondern suchte auch den geistlichen Sinn der Worte. Diese Art der Auslegung, die „Lehre vom doppelten Schriftsinn“ war typisch für die mittelalterliche Theologie. Die geistliche Deutung bestand aus der allegorischen, der moralischen und der anagogischen Deutung.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in das Thema der Jona-Tradition und Definition des methodischen Ansatzes unter Einbeziehung von Theologie, Kunst und Naturwissenschaft.

1 Jona in der Naturwissenschaften: Erörterung naturwissenschaftlicher Erklärungsansätze für das biblische Tierwunder, insbesondere die Rolle des Pottwals.

2 Jona in der christlichen Theologie: Überblick über die Auslegungsgeschichte der Jona-Erzählung von der Frühkirche bis zu den Exegeten des 20. Jahrhunderts.

2.1 Jona in der frühchristlichen Theologie: Analyse des Verhältnisses von Volksfrömmigkeit und Theologie sowie des Bußgedankens in der frühen Kirche.

2.2 Predigten zu Jona: Untersuchung spezifischer Predigttheorien und -interpretationen durch Luther, Lavater und Lange.

2.2.1 Martin Luther (1483-1546): Analyse von Luthers Auslegung des Jona-Buches als Trostquelle und theologisches Vorbild.

2.2.2 Johann Kaspar Lavater (1741-1801): Darstellung von Lavaters Fokus auf die göttliche Fürsehung und die Relevanz für soziale Probleme.

2.2.3 Ernst Lange (1927-1974): Betrachtung von Langes Verständnis des Jona-Buches im Kontext der gesellschaftlichen Erneuerung und Umkehr.

2.3 Exegeten und Theologen des 20. Jahrhunderts über das Buch Jona: Vergleich moderner exegetischer Ansätze zur literarischen Gattung und zur theologischen Botschaft.

3 Jona in der christlichen Kunst: Analyse der künstlerischen Darstellung Jona als frühchristliches Symbol der Auferstehung und des ewigen Lebens.

3.1 Die Bedeutung: Erläuterung der symbolischen Funktion der Jona-Geschichte im Motivkreis der frühchristlichen Grabkunst.

3.2 Die Anfänge der christlichen Kunst: Herleitung der Jona-Darstellungen aus dem Zusammenhang mit antiker Sarkophagplastik und Totenbestattung.

3.3 Die Orantenhaltung: Deutung der betenden Gestalt als Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung.

3.4 Stil und Besonderheiten der Darstellung: Untersuchung der künstlerischen Parallelen zwischen antiker Mythologie und christlichen Jona-Motiven.

3.5 Der Bilderzyklus: Analyse der dreiszenigen Jona-Darstellung als Sinnbild für den Weg vom Erdenleben zum ewigen Leben.

3.6 Bildbeschreibung: Konkrete Analyse eines Sarkophags aus dem 3. Jahrhundert als Exempel der ikonographischen Tradition.

4 Riten und Märchen: Untersuchung der strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen dem Jona-Stoff und archetypischen Wiedergeburtsriten.

4.1 Die Riten: Definition und Einordnung von Initiations- und Übergangsriten.

4.1.1 Wiedergeburtsriten: Erläuterung der Symbolik des Todes und der Wiedergeburt im rituellen Kontext.

4.1.2 Die Stadien der Wiedergeburtsriten: Detaillierte Betrachtung der Phasen Trennung, Einweihung und Rückkehr.

4.2 Märchen: Anwendung der Strukturmodelle auf das Märchengenre.

4.2.1 Wiedergeburtssymbolik im Märchen: Analyse von Märchenmotiven am Beispiel von „Hänsel und Gretel“.

4.3 Jona in Riten und Märchen: Synthese der Gemeinsamkeiten in Bezug auf die archetypische Symbolik von Wandlung und Neubeginn.

5 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur anhaltenden Aktualität der Jona-Geschichte in Theologie, Kunst und Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Jona, Christliche Tradition, Theologie, Kunstgeschichte, Naturwissenschaft, Pottwal, Auferstehung, Buße, Wiedergeburt, Riten, Märchen, Exegese, Symbolik, Ninive, Barmherzigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beleuchtet die Rezeption und Bedeutung der Jona-Geschichte in der christlichen Tradition durch eine interdisziplinäre Untersuchung, die theologische, kunstgeschichtliche und naturwissenschaftliche Perspektiven vereint.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Auslegungsgeschichte in der Theologie, die ikonographische Darstellung in der frühchristlichen Kunst sowie der Vergleich mit archetypischen Mustern aus Riten und Märchen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Jona-Geschichte trotz ihres Alters als zentrales Motiv der christlichen Tradition nichts an Aktualität eingebüßt hat und bis heute unterschiedliche Wissenschaftsbereiche herausfordert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und eine ikonographische Bildanalyse, um die verschiedenen Deutungsebenen des Jona-Stoffes systematisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die naturwissenschaftliche Hinterfragung der Wunder, eine chronologische theologisch-exegetische Aufarbeitung, eine kunsthistorische Analyse des Bildprogramms und einen strukturellen Vergleich mit Riten und Märchen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind: Jona, Theologie, Christliche Kunst, Naturwissenschaft, Auferstehung, Wiedergeburt und interdisziplinäre Exegese.

Wie unterscheidet sich die Darstellung in der christlichen Kunst von der theologischen Deutung?

Während die Theologie stärker den Buß- und Umkehrgedanken betont, fokussiert die christliche Kunst in ihrer frühgeschichtlichen Phase primär auf den Auferstehungsgedanken als Hoffnungsträger angesichts des Todes.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit „Hänsel und Gretel“ für das Verständnis der Jona-Geschichte?

Der Vergleich dient dazu, die archetypische Struktur der Nachtmeerfahrt – das Verschlungenwerden und die anschließende innere Wandlung – als universelles Motiv für einen psychologischen Reifeprozess zu verdeutlichen, der sowohl im Märchen als auch im Jona-Bericht vorkommt.

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Details

Title
Jona in der christlichen Tradition
College
University of Cologne  (Seminar für Theologie und ihre Didaktik)
Course
Seminar: Das Buch Jona einschließlich der Geschichte seiner Interpretation im Judentum, im Christentum und im Islam
Grade
mit gutem Erfolg
Author
Jörn Diercks (Author)
Publication Year
1999
Pages
32
Catalog Number
V8521
ISBN (eBook)
9783638154727
Language
German
Tags
Jona Exegese Historische Theologie Biblische Theologie Prophetie Altes Testament Prophetenerzählung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jörn Diercks (Author), 1999, Jona in der christlichen Tradition, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8521
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