Die Motivation dieser Arbeit beruht auf der Entwicklung in vielen Unternehmen, die in den letzten Jahren ein Business Process Reengineering (BPR) in Verbindung mit der Einführung eines Enterprise Ressource Planning (ERP) Systems wie dem SAP R/3 durchgeführt haben.
Bereits im Jahre 1998 stellte der damalige SAP SEM Product Manager J. H. Daum fest, dass „ … das Reengineering [der Geschäftsprozesse] auf die Managementprozesse auszudehnen und eine geeignete, unterstützende informationstechnische Infrastruktur für sie zu schaffen [sei], die die bereits getätigten Investitionen in ERP-Systeme nutzt.“
Da mittlerweile eine Vielzahl von Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen erfolgreich auf ein ERP-System wie SAP R/3 migriert haben, wurden die technischen Voraussetzungen für weit reichende Auswertungsmöglichkeiten geschaffen. Die gestiegene Nachfrage nach Analyse- und Reporting-Tools, die die Informationspotentiale der in den ERP-Systemen gepflegten Daten erschließen, belegt diesen Trend. Speziell in den Führungsetagen wird zunehmend ein lückenloses Berichts- und Informationswesen gefordert, da die Anforderungen an das Management seitens der Stakeholder sowie aufgrund des generell verschärften Wettbewerbs im In- und Ausland sich stetig verändern und erweitern.
Nur durch die richtige informationstechnische Unterstützung der Managementprozesse ist es möglich, rechtzeitig die entsprechenden Informationen bereitzustellen. Mit Hilfe der für das Management aufbereiteten Daten können kritische Entwicklungen innerhalb des Unternehmens erkannt, zeitnah strategische Entscheidungen abgeleitet und entsprechende Gegenmaßnahmen umgesetzt werden.
Damit den Entscheidungsträgern sämtliche relevanten Informationen zur Verfügung stehen, werden so genannte Management Cockpit Räume zusammengestellt. Dies sind Kollektionen von virtuellen Management Cockpits, die unter ergonomischen Gesichtspunkten strukturiert und verständlich die wichtigsten Key Performance Indicators für das Performance Measurement einer Unternehmung darstellen.
In vielen Unternehmen befindet sich ein entsprechendes Berichtswesen noch im Aufbau. Daher steht z. Z. die Einrichtung von Management Cockpits für einzelne Unternehmensbereiche, wie beispielsweise für das Personalcontrolling oder den Einkauf, im Vordergrund aus denen dann später ein unternehmensübergreifender Management Cockpit Raum zusammengestellt werden kann.
Dies wird im Folgenden theoretisch fundiert und praxisorientiert beschrieben. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Management Cockpit
2.1.1 Begriffsdefinition
2.1.2 Management Cockpit-Raum
2.1.3 Management Cockpit vs. Balanced Scorecard
2.2 Performance Measurement System
2.2.1 Performance
2.2.2 Key Performance Indicator vs. Kennzahlen
2.2.3 Performance Measurement
2.2.3.1 Begriffsdefinition
2.2.3.2 Performance Measurement als operatives und strategisches Instrument der Unternehmensführung
2.2.4 Performance Measurement vs. Traditionelle Kennzahlensysteme
2.2.5 Performance Measurement System vs. Performance Management System
2.3 Data Warehouse System
2.3.1 Geschichte analyseorientierter Informationssysteme
2.3.1.1 Management Information System
2.3.1.2 Decision Support System
2.3.1.3 Executive Information System
2.3.2 Data Warehouse System
2.3.2.1 Ausgangslage
2.3.2.2 Online Transactional Processing vs. Online Analytical Processing
2.3.2.3 Multidimensionale OLAP-Analysesysteme
2.3.2.4 Data Warehouse System
2.3.2.5 Data Warehouse als Datenbasis für das Mangement Cockpit
2.4 Zusammenfassung
3 Konzeption
3.1 Fachliche Konzeption
3.1.1 Unternehmensszenario
3.1.2 Anforderungen für den Prototyp des Management Cockpits zur Unterstützung des Performance Measurement
3.2 Organisatorische Konzeption
3.2.1 Gegenstand des Performance Measurement
3.2.1.1 Human Capital
3.2.1.2 Performance-Aspekte des Human Capital
3.2.1.2.1 Zusammenhang zwischen Human Capital Performance und Unternehmensperformance
3.2.1.2.2 Indikatoren des Human Capital
3.2.2 Performance Measurement der Indikatoren des Human Capital
3.3 Informationstechnische Konzeption
3.3.1 Datenfluss
3.3.2 Datenmodellierung
3.3.2.1 Datenelemente
3.3.2.1.1 Quellsysteme
3.3.2.1.2 ODS-Objekte und Meta-Datenbanksystem
3.3.2.1.3 Data Marts
3.3.2.1.4 Multidimensionale Data Cubes
3.3.2.1.5 Virtuelle Data Cubes
3.3.2.2 Star-Schema
3.3.2.2.1 Attribute und Fakten
3.3.2.2.2 Dimensionen
3.3.2.2.3 Hierarchien
3.3.2.3 Datenmodell für das Unternehmensszenario
3.3.2.3.1 Modellierung des ODS-Objekts
3.3.2.3.2 Modellierung der Data Cubes auf Data Mart-Ebene
3.3.2.3.3 Modellierung des virtuellen Data Cubes
3.3.3 Datenakquisition
3.3.3.1 Extraktions-, Transformations- und Lade-Prozess
3.3.3.2 Datenfortschreibung
3.3.4 Datenanalyse
3.3.4.1 Würfel-Metapher
3.3.4.2 Navigation
3.3.4.2.1 Drill Up und Drill Down
3.3.4.2.2 Slicing und Dicing
3.3.4.3 OLAP Engine
3.3.5 Datenkommunikation
3.3.5.1 Auswahl der Daten
3.3.5.2 Visuelle Aufbereitung der Daten
3.3.5.2.1 Erkenntnisse der Softwareergonomieforschung
3.3.5.2.1.1 Zweckorientierte Aspekte
3.3.5.2.1.2 Interaktionsorientierte Aspekte
3.3.5.2.1.3 Präsentationsorientierte Aspekte
3.3.5.2.2 Erkenntnisse der Akzeptanz- und Implementierungsforschung
3.3.5.2.2.1 Verhaltensorientierte Aspekte
3.3.5.2.2.2 Aufgabenorientierte Aspekte
3.3.5.2.2.3 Situationsorientierte Aspekte
3.3.5.3 Verfügbarmachung der Daten
3.3.5.3.1 Webservices
3.3.5.3.2 Dynamische Webseiten
3.3.5.3.3 Browser
3.4 Zusammenfassung
4 Realisierung
4.1 SAP NetWeaver 2004
4.1.1 SAP Business Information Warehouse 3.5
4.1.1.1 Administrator Workbench
4.1.1.2 Business Explorer
4.1.1.3 Web Application Designer
4.1.2 SAP Web Application Server Release 6.40
4.2 Datenmodellierung
4.2.1 Definition der InfoObjects
4.2.2 Definition des ODS-Objekts
4.2.3 Definition der InfoCubes
4.2.4 Definition des MultiCube
4.3 Datenakquisition
4.3.1 Definition des Extraktions-, Transformations- und Lade-Prozess
4.3.1.1 Definition des Extraktors
4.3.1.2 Definition der DataSource
4.3.1.3 Definition der InfoSource
4.3.1.4 Definition der Fortschreibungsregeln
4.3.1.5 Definition des InfoPackage
4.3.2 Datenfortschreibung
4.3.2.1 Definition der DataSource
4.3.2.2 Definition der InfoSource
4.3.2.3 Definition der Fortschreibungsregeln
4.3.2.4 Definition des InfoPackages
4.3.3 Datenfortschreibung des MultiCubes
4.4 Datenanalyse
4.4.1 Anlegen der Indikator-Hierarchie des Human Capital
4.4.2 Auswertungen auf Basis der InfoCubes auf Data Mart-Ebene
4.4.3 Auswertungen auf Basis des MultiCubes
4.4.4 Weitere Auswertungen auf der Datenbasis
4.5 Datenkommunikation
4.5.1 Gestalterische Realisierung
4.5.1.1 Anwenderzentriertes Design
4.5.1.2 Zielgruppen-Definition
4.5.1.3 Zielgruppenorientierte Visualisierung der Informationen
4.5.1.3.1 Dimensionen visueller Darstellungsformen
4.5.1.3.2 Anwendung der Gestaltgesetze
4.5.1.4 Zielgruppenorientierter Aufbau und Navigation
4.5.1.4.1 Grundstruktur des Management Cockpits
4.5.1.4.2 Einstieg in den Management Cockpit-Raum
4.5.1.4.3 Einstieg in das Management Cockpit
4.5.1.4.4 Navigation im Management Cockpit
4.5.2 Technische Realisierung
4.5.2.1 Business Server Pages
4.5.2.2 Implementierung der Grundstruktur des Management Cockpits
4.5.2.3 Implementierung des Einstiegs in den Management Cockpit-Raum
4.5.2.3.1 Implementierung des Firmenzeichens
4.5.2.3.2 Implementierung der Navigationsbereiche
4.5.2.3.3 Implementierung der Informationsbereiche
4.5.2.3.4 Implementierung des Tickers
4.5.2.4 Implementierung des Einstiegs in das Management Cockpit
4.5.2.4.1 Implementierung des Navigationsbereichs
4.5.2.4.2 Implementierung des sekundären Informationsbereichs
4.5.2.4.3 Implementierung des primären Informationsbereichs
4.5.2.4.4 Implementierung des Web-Templates für die Darstellung der Indikator-Hierarchie
4.5.2.4.5 Implementierung des Tabellen-Interface für die Berechnung der HC-Performance
4.5.2.4.6 Implementierung der Darstellung der Indikator-Hierarchie
4.6 Zusammenfassung
5 Schlussbetrachtung
6 Quellen-Verzeichnis
6.1 Internet-Quellen
6.2 Literatur-Quellen
Zielsetzung & Themen
Die Diplomarbeit widmet sich der Konzeption und technischen Umsetzung eines Management Cockpits auf Basis von SAP NetWeaver, um das Performance Measurement (insbesondere des Human Capital) in einem fiktiven Unternehmen zu unterstützen und Entscheidungsträgern eine fundierte Informationsgrundlage zu bieten.
- Grundlagen des Management Cockpits (MC) und Abgrenzung zur Balanced Scorecard
- Konzept des Performance Measurement Systems (PMS) und dessen strategische Bedeutung
- Aufbau und Architektur von Data Warehouse-Systemen (DWH) zur Datenkonsolidierung
- Technische Implementierung mit SAP BW 3.5 und SAP Web Application Server
- Softwareergonomische Gestaltung und anwenderzentrierte Visualisierung für Führungskräfte
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Management Cockpit-Raum
Der z. Zt. viel diskutierte Begriff des MC wird häufig synonym mit der Bezeichnung des Management Cockpit-Raums (MCR) verwendet.
Ein MCR besteht i. A. aus vier Wänden. Jede Wand spiegelt eine separate Sicht auf das Unternehmen wieder und wird zur Klassifikation der verschiedenen Informationen jeweils in einer anderen Farbe (Schwarz, Rot, Blau und Weiß) dargestellt. Das folgende Schaubild zeigt einen solchen MCR nach Vorstellung der SAP AG:
Einzeln betrachtet stellt jede dieser Perspektiven bzw. Wände ein eigenes MC für einen Unternehmensbereich dar. Somit ist offensichtlich, dass zwischen den Begriffen MC und MCR, der auch als „War Room“ bezeichnet wird, unterschieden werden muss.
Des Weiteren besitzt ein MCR neben seiner Bedeutung als Visualisierungsmetapher für eine Zusammenstellung von Management Cockpits auch einen räumlichen Charakter im Sinne eines Konferenzzimmers. Im Zentrum des MCR steht die Funktion als „ … gemeinsame Informations- und Kommunikationsbasis … “ für die „ … Unterstützung strategischer Entscheidungen im Team … “. Die verschiedenen Interessengruppen sollen an einen Tisch geführt und „ … die zur Unternehmenssteuerung relevanten Daten … für alle Mitglieder des Teams gleichermaßen konsistent bereit gestellt werden ... “. In der Abbildung 2 ist schematisch eine mögliche Konstellation für ein Managermeeting auf Vorstandsebene dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit motiviert die Einführung von Management Cockpit-Räumen zur Unterstützung von Managementprozessen angesichts komplexer Datenbestände in ERP-Systemen.
2 Theoretische Grundlagen: Es werden die Konzepte des Management Cockpits, des Performance Measurements und der Data Warehouse-Technologie als theoretisches Fundament beleuchtet.
3 Konzeption: Dieses Kapitel entwickelt ein fiktives Unternehmensszenario und definiert die organisatorischen sowie informationstechnischen Anforderungen für einen Management Cockpit-Prototypen.
4 Realisierung: Hier wird die praktische Umsetzung auf Basis von SAP NetWeaver, SAP BW 3.5 und SAP Web Application Server detailliert Schritt für Schritt beschrieben.
5 Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die Komplexität des Projekts und unterstreicht die Notwendigkeit einer anwenderzentrierten Gestaltung für den Erfolg von Management-Informationssystemen.
Schlüsselwörter
Management Cockpit, Performance Measurement, Human Capital, SAP NetWeaver, Data Warehouse, SAP Business Information Warehouse, Performance Management System, Key Performance Indicator, OLAP, Informationstechnologie, Unternehmenssteuerung, Business Intelligence, Softwareergonomie, Datenmodellierung, Web Application Designer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Realisierung eines Management Cockpits zur Unterstützung des Performance Measurement, speziell für das Human Capital, unter Verwendung der SAP-Technologieplattform NetWeaver.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Management-Cockpit-Räume, Performance Measurement, Data Warehousing, IT-gestützte Entscheidungsunterstützung und softwareergonomische Aspekte bei der Visualisierung von Unternehmensdaten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen umfassenden Einblick in die theoretische Konzeption sowie die technische Implementierung eines Management Cockpits zu verschaffen und diesen Prozess anhand eines fiktiven Unternehmensszenarios zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verfolgt einen deskriptiven und gestaltungsorientierten Ansatz, bei dem theoretische Grundlagen aufgearbeitet und anschließend auf einen konkreten, prototypischen Implementierungsprozess angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Konzepte (MC, PMS, DWH), die fachliche und informationstechnische Konzeption für das Human Capital sowie die spezifische technische Realisierung im SAP-Umfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Management Cockpit, Performance Measurement, SAP BW 3.5, Data Warehouse, Human Capital und Business Intelligence.
Was ist der besondere Mehrwert des Management Cockpit-Raums (MCR) gegenüber einem einzelnen Cockpit?
Der MCR bietet eine gemeinsame Informations- und Kommunikationsbasis für Teams und dient als Konferenzraum, der verschiedene Unternehmensperspektiven konsistent zusammenführt, um die Entscheidungsfindung im Team zu optimieren.
Warum wird im vorgestellten Szenario besonders das Human Capital betrachtet?
In der IT-Branche stellen Mitarbeiter das entscheidende Kapital dar. Da es den Entscheidungsträgern häufig an aussagekräftigen Daten zur Steuerung dieses Faktors mangelt, bietet sich hier ein besonders relevantes Feld für ein innovatives Management Cockpit.
- Quote paper
- Dipl. Wirt.-Inf. (FH), Dipl. Kfm. (FH), BBA Andreas Schutt (Author), 2005, Das Management Cockpit auf Basis von SAP NetWeaver zur Unterstützung des Performance Measurement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85241