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Don Quijote zwischen Renaissance und Barock

Title: Don Quijote zwischen Renaissance und Barock

Research Paper (undergraduate) , 2006 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julian Philipp Schlüter (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Miguel de Cervantes` virtuoser Roman „Don Quijote de la Mancha“ begeisterte seit seinem Erscheinen über die Epochen hinweg seine Leser und gilt heute mithin als einer der „Lieblingstexte des Abendlandes“ und sogar als „das nach der Bibel am meisten übersetzte Buch.“ Der Kreis der deutschen Rezipienten erweiterte sich vor allem in der Romantik mit der Übersetzung durch Ludwig Tieck, zu der sich der bedeutende deutsche Romantiker Friedrich Schlegel zwar gewohnt kritisch äußert, Cervantes selbst jedoch als einen Dichter rühmt, „der (…) im ersten Teil des DON QUIXOTE die ganze Blumenfülle seiner frischen Poesie aus des Witzes buntem Füllhorn in einem Augenblicke fröhlicher Verschwendung mit einemmale ausgeschüttet zu haben scheint“. Schlegel, als einer der Begründer der Literaturgeschichte und Verfasser von begriffsprägenden romantischen Poetiken, vereinnahmt Cervantes sodann auch für die Romantik, indem er ihn als jemanden lobt, der neben dem Quijote „doch auch noch andere ganz ehr- und achtbare Werke erfunden und gebildet hat, die dereinst wohl ihre Stelle im Allerheiligsten der romantischen Kunst finden werden.“
Wenngleich damit wohl noch keine endgültige literarhistorische Verortung vorgenommen werden sollte, so illustriert Schlegels Satz doch immerhin eine Problematik, vor der auch die heutige Forschung steht. Das ungebrochen immense Interesse am Quijote, das sich überdeutlich an der schier unüberblickbaren Forschungsliteratur zeigt, gilt häufig eben genau der Frage nach der Einordnung in die Literaturepochen. Dies fällt umso schwerer insofern, als nicht nur allein historisch das Jahr der Ersterscheinung mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts zwischen ausgehender Renaissance und beginnendem Barock steht, sondern auch der Roman selbst sowohl Stilelemente der einen als auch der anderen Epoche in sich vereint.
In dieser Arbeit sollen nun anhand verschiedener Textstellen aus dem Don Quijote einige rinascimentale und barocke Merkmale herausgearbeitet werden. Dies geschieht vor allem auf der Grundlage der umfassenden Forschungsleistungen von C. Strosetzki, W. Matzat, H. Bihler und H.-J. Neuschäfer.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rinascimentale Elemente im Quijote

2.1. Allgemeine Charakteristika

2.2. Die Selbstkonstitution im ersten Kapitel

3. Barocke Elemente im Quijote

3.1. Allgemeine Charakteristika

3.2. Die baciyelmo-Episode

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Cervantes' Roman „Don Quijote de la Mancha“ hinsichtlich seiner literarhistorischen Verortung zwischen Renaissance und Barock. Das zentrale Ziel ist es, durch die Analyse ausgewählter Textstellen spezifische stilistische und inhaltliche Merkmale beider Epochen herauszuarbeiten und zu erörtern, wie Cervantes diese für seine parodistischen Absichten und die Konstitution eines „modernen Romans“ nutzte.

  • Rinascimentale Elemente: Humanistische Bildungsideale und das Konzept der Selbstkonstitution.
  • Barocke Charakteristika: Kontraste, Skeptizismus und die Desengaño-Struktur.
  • Die Funktion der Parodie und Satire als literarisches Verfahren.
  • Wirklichkeitskonstruktion und das komplexe Verhältnis von Sprache, Wahrheit und Illusion.
  • Die baciyelmo-Episode als Fallbeispiel für die relativistische Weltsicht des Barock.

Auszug aus dem Buch

3.2. Die baciyelmo-Episode

Im fünfundvierzigsten Kapitel des ersten Teils des Don Quijote geht es um den Streit zwischen Don Quijote und dem barbero, dessen Rasierbecken der caballero de la triste figura entwendet hat, weil er ihn für den Helm des Riesen Mambrin hält. Als der Barbier die Rückgabe fordert, steht Don Quijote der Barbier aus dessen Heimatdorf zur Seite, um sich und den anderen einen Spaß zu machen und bestätigt mit dem Hinweis auf seinen Meisterbrief, seine zwanzigjährige Erfahrung als Barbier und seine Zeit als Soldat, dass es sich nicht um ein Rasierbecken handelt, sondern um einen Helm. Der anwesende Pfarrer und Freund des Barbiers aus Don Quijotes Dorf versteht schnell dessen Intention, sich einen Scherz zu erlauben und pflichtet ihm bei und auch die ebenfalls anwesenden Figuren Cardenio und Fernando tun es ihm gleich. Daraufhin gerät der barbero burlado, um dessen Rasierbecken es geht, ins Zweifeln und meint, dass diesen verzwickten Fall gar die Gelehrten der Universität beschäftigen könnte: „¿Que es posible que tanta gente honrada diga que ésta no es bacía, sino yelmo? Cosa parece ésta que puede poner en admiración a toda una universidad, por discreta que sea.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung bettet den „Don Quijote“ in den literaturhistorischen Kontext zwischen ausgehender Renaissance und beginnendem Barock ein und stellt die Forschungsfrage nach der epochenspezifischen Einordnung.

2. Rinascimentale Elemente im Quijote: Dieses Kapitel widmet sich den humanistischen Einflüssen wie dem Streben nach Ruhm und Bildung, die im Roman jedoch einer parodistischen Umdeutung unterzogen werden.

3. Barocke Elemente im Quijote: Hier werden die barocken Merkmale wie Polarität, Skepsis und die Relativität der Wahrheit diskutiert, illustriert anhand der exemplarischen baciyelmo-Episode.

4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Cervantes die Konzepte beider Epochen gleichermaßen parodiert und hinterfragt, wodurch das Werk über die Epochen hinaus als erster moderner Roman etabliert wird.

5. Literatur: Das Verzeichnis listet die verwendete Primär- und Sekundärliteratur auf.

Schlüsselwörter

Don Quijote, Cervantes, Renaissance, Barock, Epochenvergleich, Parodie, Humanismus, Ritterroman, Wirklichkeitskonstruktion, Selbstkonstitution, Mimesis, Skeptizismus, Desengaño, Literaturgeschichte, Roman

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Einordnung von Miguel de Cervantes' „Don Quijote“ zwischen den Literaturepochen der Renaissance und des Barock.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von humanistischen Bildungsidealen, der parodistischen Nutzung von Ritterroman-Motiven sowie der Darstellung von Wirklichkeitskonstruktion und Wahrnehmung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, anhand ausgewählter Textstellen aufzuzeigen, wie Cervantes Elemente aus Renaissance und Barock synthetisiert und gleichzeitig kritisch-parodistisch verarbeitet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine textnahe Analyse und vergleicht diese mit etablierten Forschungspositionen (u.a. von Strosetzki, Matzat und Bihler).

Was wird primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei Abschnitte: Die Untersuchung rinascimentaler Charakteristika, insbesondere die Selbstkonstitution des Helden, und die Analyse barocker Elemente, wie etwa des Skeptizismus anhand der baciyelmo-Episode.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Renaissance, Barock, Parodie, Humanismus, Wirklichkeitskonstruktion und Desengaño.

Wie wird die baciyelmo-Episode in dieser Arbeit interpretiert?

Sie wird als zentrales Beispiel für die barocke Sichtweise auf die Relativität der Wahrheit und das Infragestellen von intersubjektiv anerkannter Realität gewertet.

Warum spielt die Namensgebung für die Argumentation eine Rolle?

Die Namensgebung unterstreicht die „wirklichkeitskonstituierende“ Kraft, die der Protagonist seinem Handeln beimisst, und karikiert damit den humanistischen Bildungsanspruch.

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Details

Title
Don Quijote zwischen Renaissance und Barock
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Romanisches Seminar)
Course
Proseminar II: Las novelas cervantinas, Wintersemenster 2005
Grade
1,3
Author
Julian Philipp Schlüter (Author)
Publication Year
2006
Pages
16
Catalog Number
V85252
ISBN (eBook)
9783638003216
ISBN (Book)
9783640233854
Language
German
Tags
Quijote Renaissance Barock Proseminar Wintersemenster
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Philipp Schlüter (Author), 2006, Don Quijote zwischen Renaissance und Barock, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85252
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