„Wissen“ ist ein Wort das im allgemeinen Sprachgebrauch recht häufig benutzt wird und von dem jeder zumindest eine ungefähre Ahnung hat, um was es sich handelt, wenn er diesen Begriff hört. Doch was genau bedeutet Wissen? Was wird als Wissen definiert und was sagt die Wissenschaft dazu?
Inhaltsverzeichnis
1.) Einleitung
2.) Allgemeine Definition des Begriffs „Wissen“
2.1.) Biographie Schütz’
3.) Schütz’ Definition des Begriffs „Wissen“
4.) Der Wissensvorrat
4.1.) Der Wissensvorrat durch Wissenserwerb
4.2.) Die Aufgabe und der Zweck des Wissensvorrats
4.3.) Der Aufbau und die Zusammensetzung des Wissensvorrats
4.3.1.) Die Grundelemente des Wissensvorrats
a) Die Begrenztheit
b) Die räumliche, zeitliche und soziale Struktur der Begrenztheit
4.3.2.) Das Routinewissen
a) Die Fertigkeiten
b) Das Gebrauchswissen
c) Das Rezeptwissen
d) Die Sonderstellung des Routinewissens
4.3.3.) Spezifische Teilinhalte
5.) Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des Wissens im Kontext der phänomenologischen Soziologie von Alfred Schütz, wobei insbesondere die Struktur und Funktion des sogenannten "Wissensvorrats" im Mittelpunkt steht.
- Allgemeine Definitionen des Wissensbegriffs
- Die biographische Verankerung des Wissenserwerbs bei Alfred Schütz
- Die funktionale Rolle des Wissensvorrats bei der Situationsbewältigung
- Strukturelle Differenzierung in Grundelemente, Routinewissen und spezifische Teilinhalte
- Soziale, räumliche und zeitliche Gliederung der menschlichen Lebenswelt
Auszug aus dem Buch
4.3.1.) Die Grundelemente des Wissensvorrats
Zunächst zu den Grundelementen des Wissensvorrats. Der Name oder die Bezeichnung der Grundelemente ist kein zufällig gewählter Begriff. Er verdeutlicht, dass diese Elemente durchaus universelle Bedeutung haben und von ihnen angenommen werden kann, dass sie sowohl für verschiedene Menschen, Epochen, als auch Kulturen einen grundlegend gleichen Charakter inne haben10. Auch müssen wir uns diese Grundelemente bei unserem Handeln nicht erst bewusst machen, sondern sie sind vielmehr die ganze Zeit und schon unbewusst verinnerlicht worden und somit in jeder Situation und Erfahrung mitgegeben11. Zu diesen Grundelementen zählen die Begrenztheit, sowie die zeitlichen, räumlichen und sozialen Strukturen dieser.
a) Die Begrenztheit
In jedem Augenblick unseres bewussten Lebens, befinden wir uns immer in Situationen. Jede Situation ist in räumlicher, zeitlicher oder sozialer Art und Weise begrenzt. „Diese Begrenztheit [ist] dem erlebenden Subjekt unabänderlich auferlegt [...] und [...] sie [ist] ein immer gegenwärtiges Grundelement jeder Situation und Erfahrung [...]“12.
Zusammenfassung der Kapitel
1.) Einleitung: Diese Einleitung führt in die alltägliche Verwendung des Begriffs Wissen ein und stellt die leitende Frage nach seiner wissenschaftlichen Definition.
2.) Allgemeine Definition des Begriffs „Wissen“: Hier werden verschiedene Lexikoneinträge gegenübergestellt, um ein grundlegendes Verständnis des Wissensbegriffs zu etablieren.
2.1.) Biographie Schütz’: Dieses Kapitel bietet einen kurzen biografischen Abriss über den Soziologen Alfred Schütz und ordnet sein Wirken ein.
3.) Schütz’ Definition des Begriffs „Wissen“: Der Fokus liegt hier auf dem zentralen Konzept des Wissensvorrats bei Schütz und dessen konstitutiver Bedeutung für die Lebenswelt.
4.) Der Wissensvorrat: In diesem Kapitel werden Definition, Herkunft und Bestandteile des Wissensvorrats detailliert hergeleitet.
4.1.) Der Wissensvorrat durch Wissenserwerb: Es wird erklärt, wie Wissen als Sedimentierung früherer Erfahrungen durch Sozialisation erworben wird.
4.2.) Die Aufgabe und der Zweck des Wissensvorrats: Das Kapitel veranschaulicht anhand alltagsnaher Beispiele, wie der Wissensvorrat zur Definition und Bewältigung von Situationen dient.
4.3.) Der Aufbau und die Zusammensetzung des Wissensvorrats: Hier findet die systematische Einteilung des Wissensvorrats in Grundelemente, Routinewissen und spezifische Teilinhalte statt.
4.3.1.) Die Grundelemente des Wissensvorrats: Diese Passage befasst sich mit den universellen Strukturen der Begrenztheit in menschlichen Situationen.
4.3.2.) Das Routinewissen: Es wird analysiert, wie automatisiertes Gewohnheitswissen zur Entlastung bei der Bewältigung wiederkehrender Aufgaben beiträgt.
4.3.3.) Spezifische Teilinhalte: Dieses Kapitel thematisiert jene Wissensbestandteile, die nicht automatisch vorhanden sind und deren Verfügbarkeit durch soziale Institutionen variiert.
5.) Schluss: Die Arbeit endet mit einem Fazit, das die Brücke zwischen alltäglichem Sprachgebrauch und der soziologischen Tiefenanalyse von Schütz schlägt.
Schlüsselwörter
Alfred Schütz, Wissensvorrat, Lebenswelt, Routinewissen, Situationsbewältigung, Soziologie, Sozialisation, Phänomenologie, Grundelemente, Gebrauchswissen, Rezeptwissen, Fertigkeiten, Wissenserwerb, Sedimentierung, Handlungsentwürfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der soziologischen Definition des Wissensbegriffs, insbesondere basierend auf der Theorie von Alfred Schütz, und untersucht wie Menschen ihr Wissen strukturieren, um ihre Umwelt zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind der Wissenserwerb, die Struktur der Lebenswelt, die Funktion von Routinen und wie individuelle Biographien den Wissensvorrat beeinflussen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den abstrakten Begriff des Wissens durch Schütz' Konzept des Wissensvorrats verständlich zu machen und dessen Rolle bei der Bewältigung alltäglicher Situationen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die auf einer fundierten Analyse des Werkes "Strukturen der Lebenswelt" von Alfred Schütz und Thomas Luckmann basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert den Wissensvorrat in drei wesentliche Bestandteile: Grundelemente, Routinewissen und spezifische Teilinhalte, und erläutert diese anhand konkreter Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Wissensvorrat, Schütz, Lebenswelt, Routinewissen und Situationsbewältigung.
Wie unterscheidet Schütz zwischen Routinewissen und spezifischen Teilinhalten?
Routinewissen ist automatisiert und fraglos verfügbar, während spezifische Teilinhalte erst durch eine bewusste Thematisierung in einer konkreten Situation aktiviert werden müssen.
Was versteht man unter der "Zwitterstellung" des Routinewissens?
Der Autor bezeichnet das Routinewissen so, weil es eine Übergangsform zwischen den unbewussten Grundelementen und den spezifischen, bewusst zu thematisierenden Teilinhalten darstellt.
Warum ist der Wissensvorrat bei jedem Menschen unterschiedlich?
Da Wissen laut Schütz als Sedimentierung individueller Erfahrungen im Laufe der Biographie durch Sozialisation entsteht, ist der Wissensvorrat untrennbar mit der spezifischen Lebensgeschichte eines Individuums verbunden.
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- Julia Gally (Author), 2007, Lektüre Alfred Schütz - Schütz' Definition des Wissens - Grundbegriffe der Handlungstheorie IV: Wissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85273