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Weihnachten - Ein kommerzielles Familienfest

Title: Weihnachten - Ein kommerzielles Familienfest

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ines Weihing (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

Weihnachten ist heute ein kommerzielles Familienfest. Der Fokus liegt dabei auf den Weihnachtsgeschenken, die in der Zwischenzeit obligatorisch geworden sind und mit dem Geben aus Nächstenliebe nur noch bedingt etwas zu tun haben. Das Fest der Familie gestaltet sich heute zunehmend durch den Konsum. Dies ist aber nicht immer so gewesen. Die Bedeutung von Weihnachten hat sich sich erst durch verschiedene Prozesse gewandelt. Das moderne Weihnachtsfest wie es heutzutage gefeiert wird und die Entwicklungen, die zur Entstehung dieser Form des Festes geführt haben, sind Gegenstand dieser Arbeit.
Zu Beginn wird der Begriff „Fest“ näher erläutert und die Merkmale des Festlichen beschrieben. Dabei wird auch auf die Funktionen von Festen eingegangen. Im Weiteren werden die wichtigen gesellschaftlichen Entwicklungen skizziert, die zu der modernen Form des Weihnachtsfestes geführt haben: Die Familialisierung und Privatisierung des Weihnachtsfestes, die Pädagogisierung und die Kommerzialisierung. Anschließend wird untersucht, inwiefern Weihnachten zu einem kommerziellen Fest geworden ist, welches seine religiöse Bedeutung weitgehend verloren hat. Außerdem wird aufgezeigt, wieso Weihnachten heute als ein Familienfest gelten kann und wie sehr dieses Familienfest vom Konsum durchzogen ist. Dazu wird auf die Bedeutung von Weihnachten als einem wichtigen Wirtschaftsfaktor eingegangen. Hierbei wird das Schenken als das wichtigste weihnachtliche Ritual verstanden und dargelegt, wie es von der Wirtschaft als Mittel zum Zweck der Konsumsteigerung verwendet wird. Anhand Marcel Mauss’ These vom Gabentausch wird versucht, den Geschenkewahn an Weihnachten zumindest teilweise zu erklären. Abschließend wird auf Gegenbewegungen zur Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes hingewiesen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zum Begriff des Festes

2.1 Merkmale des Festlichen

2.2 Funktionen von Festen

3 Die Entwicklung des modernen Weihnachtsfestes

3.1 Die Familialisierung und Privatisierung von Weihnachten

3.2 Die Pädagogisierung von Weihnachten

3.3 Die Kommerzialisierung von Weihnachten

4 Weihnachten heute

4.1 Die religiöse Bedeutung von Weihnachten

4.2 Weihnachten als Familienfest

4.3 Weihnachten als Wirtschaftsfaktor

4.4 Konsumwahn und Geschenkezwang an Weihnachten

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Transformation von Weihnachten von einem primär religiösen Ereignis hin zu einem kommerzialisierten Familienfest. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die gesellschaftlichen Prozesse der Familialisierung, Pädagogisierung und Kommerzialisierung, die das moderne Weihnachtsfest und das darin eingebettete Ritual des Schenkens geformt haben.

  • Historische Entwicklung des Weihnachtsfestes im 19. Jahrhundert
  • Die Rolle von Familie, Kindheit und privater Sphäre
  • Weihnachten als Wirtschaftsfaktor und Konsumereignis
  • Das Ritual des Schenkens und der Einfluss ökonomischer Logiken
  • Gegenbewegungen zur Kommerzialisierung

Auszug aus dem Buch

Die Kommerzialisierung von Weihnachten

Ende des 19. Jahrhunderts begann die großstädtische Gesellschaft sich zur Konsumgesellschaft zu entwickeln. Dies hatte auch Auswirkungen auf das Weihnachtsfest. Wurden die Geschenke bis dahin vorwiegend auf Weihnachtsmärkten gekauft (vgl. Weber-Kellermann, 1978, S. 70), so konzentrierten sich die Weihnachtseinkäufe nun zunehmend auch auf Warenhäuser.

Mit den Jahren wurde mehr und mehr geschenkt und Kinder erhielten viele verschiedene Varianten von Spielsachen. Im Bürgertum wurde das Sozialprestige zu einem der Hauptmotive des Schenkens an Weihnachten (vgl. ebd., S. 89). Auf dem Land entwickelte sich „ein gabenreiches Familienfest unter dem Christbaum [...] als Übernahme bürgerlicher Bräuche“ (Weber-Kellermann, 1985, S. 93) erst um die Jahrhundertwende. Seither ist das Schenken einer der Hauptbestandteile von Weihnachten.

Und immer teurer und größer werden die Geschenke, die man kaufen muss, könnte man heute noch hinzufügen. In dem Zitat über das weihnachtliche Schenken kommen Wörter wie Pflicht, Geschäft, müssen vor. Mit dem freiwilligen Geben als Zeichen der Nächstenliebe hat das wenig zu tun. Es zeigt sich eher ein Geschenkezwang, dem man sich nicht entziehen kann. Das Schenken wurde mit der Zeit zum essentiellen Bestandteil des Weihnachtsfestes und die Bescherung zum Höhepunkt der Weihnachtsfeiertage. Das Ritual des Schenkens nahm mit dem Wirtschaftswunder nach der Währungsreform im Jahre 1948 und der damit einhergehenden Ausbreitung des Wohlstandes neue Dimensionen an. Die Kaufkraft der Deutschen verbesserte sich und es konnte auch mehr Geld für Weihnachten ausgegeben werden. Indem das Schenken an Bedeutung gewann, wurde das Weihnachtsfest immer beliebter (vgl. www.uni-erfurt.de). Seitdem hat der Weihnachtskonsum weiter zugenommen und heute scheint es kaum noch Grenzen zu geben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt die These auf, dass Weihnachten heute ein kommerzielles Familienfest ist und skizziert die methodische Vorgehensweise sowie die zentralen Untersuchungsschwerpunkte der Arbeit.

2 Zum Begriff des Festes: Das Kapitel definiert Feste als universelle menschliche Handlung, die den Alltag unterbricht, und erörtert deren soziale Funktionen wie Vergemeinschaftung und Regeneration.

3 Die Entwicklung des modernen Weihnachtsfestes: Hier wird die historische Herausbildung des Weihnachtsfestes im 19. Jahrhundert durch Prozesse der Familialisierung, Pädagogisierung und Kommerzialisierung analysiert.

4 Weihnachten heute: Dieses Kapitel untersucht die heutige Bedeutung des Festes, wobei der Fokus auf dem Bedeutungsverlust des Religiösen, der Rolle der Familie und der zentralen Funktion des Konsums liegt.

5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Weihnachten einen Bedeutungswandel vollzogen hat und sich trotz oder gerade wegen der Kommerzialisierung als populäres, konsumgeprägtes Familienfest fest etabliert hat.

Schlüsselwörter

Weihnachten, Kommerzialisierung, Familienfest, Schenkritual, Konsumgesellschaft, Gabentausch, Festkultur, Religionssoziologie, Sozialprestige, Wirtschaftsfaktor, Pädagogisierung, Geschenkezwang, Privatisierung, Brauchtum, Alltagsunterbrechung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die soziologische und ethnologische Entwicklung des Weihnachtsfestes, insbesondere den Wandel von einem religiösen Anlass zu einem durch Konsum und familiäre Ideale geprägten modernen Fest.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Festkultur, die Auswirkungen der Industrialisierung auf die bürgerliche Familie sowie die ökonomischen Mechanismen, die den weihnachtlichen Konsum und das Ritual des Schenkens steuern.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die gesellschaftlichen Entwicklungen nachzuzeichnen, die dazu führten, dass Weihnachten heute primär als kommerzielles Familienfest wahrgenommen wird, und zu verstehen, wie das Schenken hierbei als soziales Ritual fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kultur- und sozialwissenschaftlichen Analyse, die historische Quellen, soziologische Theorien zum Festbegriff sowie aktuelle statistische Daten und Umfrageergebnisse zur Weihnachtspraxis miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung des Festes, die historische Herleitung des modernen Weihnachtsfestes und eine empirische Betrachtung der heutigen Weihnachtspraxis hinsichtlich Religion, Familie und Wirtschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kommerzialisierung, Familienfest, Schenkritual, Gabentausch, Festkultur und Konsumgesellschaft.

Warum spielt die industrielle Entwicklung eine Rolle für das Weihnachtsfest?

Die Industrialisierung führte zur Trennung von Arbeits- und Wohnort sowie zur Herausbildung der bürgerlichen Kleinfamilie, die das Weihnachtsfest als privaten Rückzugsort und Gemeinschaftsraum für Konsum und Erziehung entdeckte.

Welche Rolle spielt Marcel Mauss für das Verständnis der Bescherung?

Marcel Mauss’ Theorie des Gabentauschs wird herangezogen, um den Zwang zur Gegengabe und das soziale Abwägen beim Schenken zu erklären, wodurch die Nächstenliebe oft durch eine Verpflichtungsstruktur ersetzt wird.

Gibt es Bestrebungen, die Kommerzialisierung rückgängig zu machen?

Ja, es existieren Gegenbewegungen, wie etwa die Aktion „Weihnachtsmannfreie Zone“, die versuchen, die Kommerzialisierung zu kritisieren und traditionelle christliche Werte wieder stärker in den Fokus zu rücken.

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Details

Title
Weihnachten - Ein kommerzielles Familienfest
College
University of Augsburg
Course
Ritual und Alltag. Formen und Theorien des Festes.
Grade
1,7
Author
Ines Weihing (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V85278
ISBN (eBook)
9783638038386
Language
German
Tags
Weihnachten Familienfest Ritual Alltag Formen Theorien Festes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Weihing (Author), 2007, Weihnachten - Ein kommerzielles Familienfest, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85278
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