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Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens einer Kreispolizeibehörde in NRW

Title: Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens einer Kreispolizeibehörde in NRW

Diploma Thesis , 2006 , 188 Pages , Grade: 2

Autor:in: Dipl.- Psychologin Ellen Meissner (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Stärkere Kundenorientierung, mehr Flexibilität und optimaler Ressourceneinsatz sind Notwendigkeiten mit denen auch die Polizei auf die dynamischen Umweltveränderungen unserer Zeit reagieren muss. Der Erfolg bei der Bewältigung neuer Herausforderungen hängt dabei im großen Maße von den Leistungen der Mitarbeiter ab. Durch Zielvereinbarungen sollen die Führungskultur und das Führungsverhalten weiterentwickelt und eine stärkere an Zielen und Ergebnissen orientierte Arbeitsweise unterstützt werden. Durch die partnerschaftliche Vereinbarung der zu erreichenden Ziele sollen diese der Leistungssteigerung, der Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Motivation der Beteiligten dienen.
Im Rahmen eines Modernen Managements werden seit 1994 Zielvereinbarungen für die polizeiliche Arbeit in Nordrhein- Westfalen durchgeführt. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens bei einer Kreispolizeibehörde in NRW. Der Ausgangspunkt ist der Wunsch auf Seiten der Führungskräfte, das Zielvereinbarungsverfahren stärker als bisher an die Erwartungen der Mitarbeiter anzupassen. Aus mehr oder weniger informellen Gesprächen wurde deutlich, dass die Akzeptanz für die gemeinsame Entwicklung von Zielvereinbarungen optimierungsfähig ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele und ihre Bedeutung

2.1 Begriffsbestimmung: Ziel

2.2 Grundzüge der Handlungsregulationstheorie

2.3 Zielsetzungstheorie

2.3.1 Wirksamkeit von Zielsetzungen

2.3.2 Zielsetzungen mit Gruppen

2.4 Zusammenfassung

3 Führen mit Zielen

3.1 Verbreitung Führen mit Zielen in Deutschland

3.2 Definition Führung

3.3 Führen mit Zielvorgabe vs. Zielvereinbarung

3.4 Vom Harzburger Modell zum Management by Objectives

3.5 Führungsverständnis in der Polizei

3.5.1 Definition Kooperative Führung

3.5.2 Kooperatives Führungssystem

3.6 Aktuelle Entwicklungstendenzen der Führungsforschung

3.6.1 Transaktionale Führung

3.6.2 Transformationale (charismatische) Führung

3.6.3 Empirische Befunde

3.7 Zusammenführung der Konzepte

4 Praxis der Zielvereinbarungsverfahren

4.1 Systematisierung von Zielen

4.1.1 Zieldimensionen

4.1.2 Zielarten

4.1.3 Zielbeziehungen

4.2 Typologien

4.3 Ablauf Zielvereinbarungsverfahren

4.3.1 Phase Zielableitung

4.3.1.1 Zielentwicklungsansätze

4.3.1.2 Das Zielvereinbarungsgespräch

4.3.2 Phase der Zielrealisierung

4.3.3 Phase der Zielerreichungskontrolle

4.4 Zusammenfassung

5 Modernes Management in der Polizei

5.1 Aufbau der Polizei Nordrhein- Westfalen

5.2 Aufbau der untersuchten Kreispolizeibehörde

5.3 Gründe der Modernisierung

5.3.1 Bürokratisches Paradigma

5.3.2 Betriebswirtschaftliches Paradigma

5.4 Das Neue Steuerungsmodell der Polizei in NRW

5.4.1 Zielvereinbarungsverfahren

5.4.2 ZV und Outputsteuerung

5.4.3 ZV und Dezentrale Ressourcenverantwortung

5.4.4 ZV und Budgetierung

5.5 Die Rolle des Controlling

5.6 Zusammenfassung

6 Evaluation von Zielvereinbarungen

6.1 Theoretischer Hintergrund

6.1.1 Definition Evaluation

6.1.2 Unterscheidungsmerkmale von Evaluationen

6.1.3 Evaluationsinstrumente

6.1.3.1 Interviewtechniken

6.1.3.2 Fragebogen

6.1.3.3 Change Explorer

6.2 Praktischer Nutzen

6.2.1 Erfolgskritische Faktoren im Umgang mit Zielvereinbarungen

6.3 Zusammenfassung

7 Fragestellung der Diplomarbeit

7.1 Explorative Forschungsfragen

7.2 Einordnung der Evaluationsstudie

7.2.1 Evaluationsobjekt

7.2.2 Evaluationsort

7.2.3 Zielsetzung der Evaluation

7.2.4 Evaluationsmodell

7.2.5 Evaluator

8 Methode

8.1 Interviews

8.1.1 Stichprobe

8.1.2 Leitfaden

8.1.3 Durchführung

8.1.4 Darstellung der Ergebnisse

8.2 Fragebogen

8.2.1 Stichprobe

8.2.2 Instrument

8.2.3 Durchführung

8.2.4 Darstellung der Ergebnisse

9 Diskussion der Ergebnisse

9.1 Bewertung des ZVV durch die Mitarbeiter der KPB

9.2 Vorhersage der Zufriedenheit der Mitarbeiter mit dem ZVV

9.3 Unterschiede zwischen Führungskräften und Nicht- Führungskräften

9.4 Einschränkung der Methode

10 Empfehlungen für die Praxis und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Diplomarbeit zielt darauf ab, das Zielvereinbarungsverfahren (ZVV) einer Kreispolizeibehörde in NRW zu evaluieren, um Ansatzpunkte für eine stärkere Anpassung an die Erwartungen der Mitarbeiter sowie eine Optimierung der Akzeptanz zu finden.

  • Grundlagen der Handlungsregulationstheorie und Zielsetzungstheorie
  • Führungsverständnis und modernes Management in der Polizei
  • Praxis und Systematisierung von Zielvereinbarungsverfahren
  • Evaluation des ZVV mittels Interviews und Fragebögen
  • Erfolgskritische Faktoren und Verbesserungspotenziale für die polizeiliche Praxis

Auszug aus dem Buch

2.2 Grundzüge der Handlungsregulationstheorie

Nach dem Grundmodell der Handlungsregulationstheorie (Hacker, 1998; Volpert, 1987) ist das bewusst verfolgte Ziel das entscheidende Moment in der Handlungsregulation. Das Ziel als interne Repräsentation intendierter Endzustände des Handelns hat also einen maßgeblichen Einfluss auf eben dieses Handeln (Schmidt & Kleinbeck, 2004). Das Ziel muss vom Handelnden aus anderen potentiell möglichen Zuständen, die ebenfalls durch Handeln erreichbar sind, ausgewählt worden sein. D. h., dass es sich nicht um ein Ziel im Rahmen einer Arbeitstätigkeit handelt, wenn ein Arbeitsergebnis in allen Einzelheiten festgelegt ist (Oesterreich & Volpert, 1987).

Hacker (1998) spricht in diesem Zusammenhang vom Handlungsspielraum einer Arbeitstätigkeit, der durch die Summe an Freiheitsgraden gegeben ist. Die Freiheitsgrade schließen Möglichkeiten zu selbstständigen Entscheidungen ein, die wiederum Voraussetzungen für die Entwicklung selbstständiger Zielsetzungen sind (Hacker, 1998). Bei der Handlungsregulation werden, ausgehend von einem hierarchisch übergeordneten Ziel, absteigend über mehrere Hierarchieebenen Teilziele gebildet, bis die Basiseinheiten an der untersten Ebene unmittelbar als umweltverändernde Bewegungen realisiert werden. Anschließend erfolgt eine stufenweise aufsteigende Kette von Rückmeldungsprozessen (Volpert, 1987).

Zusammen bilden diese Prozesse zyklische Einheiten und sind die Grundelemente menschlichen Handelns (Greif, 1983). Hacker (1998) bezeichnet diese Einheiten als „Vergleichs- Veränderungs- Rückkopplungseinheiten“. Am Anfang einer zyklischen Einheit steht ein Vergleichsvorgang zur Prüfung, inwieweit ein angestrebtes Ziel erreicht ist. Liegt eine Diskrepanz zwischen Ist- und Soll- Zustand vor, folgt ein Veränderungsvorgang, dessen Ergebnis über Rückkopplungsprozesse auf das angestrebte Ziel zurückbezogen wird. Nur über die Erreichung der Teilziele kann das übergeordnete Ziel erreicht werden (Schmidt & Kleinbeck, 2004).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Modernisierungsmaßnahmen bei der Polizei und stellt das Ziel der Arbeit, die Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens, vor.

2 Ziele und ihre Bedeutung: Dieses Kapitel erläutert die psychologischen Grundlagen von Zielen, insbesondere die Handlungsregulationstheorie und die Zielsetzungstheorie von Locke und Latham.

3 Führen mit Zielen: Hier wird der theoretische Rahmen des Führens mit Zielen diskutiert, inklusive des Wandels von klassischen Modellen wie dem Harzburger Modell zum Management by Objectives.

4 Praxis der Zielvereinbarungsverfahren: Das Kapitel systematisiert Ziele und beschreibt den operativen Ablauf von Zielvereinbarungsverfahren in drei Phasen.

5 Modernes Management in der Polizei: Der Fokus liegt auf der Verwaltungsmodernisierung der Polizei in NRW und dem Neuen Steuerungsmodell (NStM).

6 Evaluation von Zielvereinbarungen: Es werden methodische Ansätze zur Evaluation, wie das Change-Explorer-Instrument, sowie erfolgskritische Faktoren im Umgang mit Zielvereinbarungen diskutiert.

7 Fragestellung der Diplomarbeit: Vorstellung der Forschungsfragen und Einordnung der durchgeführten Evaluationsstudie.

8 Methode: Detaillierte Beschreibung des methodischen Vorgehens, bestehend aus Experteninterviews und einer quantitativen Fragebogenuntersuchung.

9 Diskussion der Ergebnisse: Kritische Analyse der erhobenen Daten hinsichtlich Zufriedenheit und Akzeptanz des ZVV bei den Mitarbeitern.

10 Empfehlungen für die Praxis und Fazit: Zusammenfassende Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung des Zielvereinbarungsverfahrens in der Kreispolizeibehörde.

Schlüsselwörter

Zielvereinbarungsverfahren, Polizei, modernes Management, Handlungsregulationstheorie, Zielsetzungstheorie, Evaluation, Führung, Personalmanagement, Mitarbeiterzufriedenheit, Change Management, Zielorientierung, Verwaltungsmodernisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens (ZVV) innerhalb einer Kreispolizeibehörde in Nordrhein-Westfalen vor dem Hintergrund moderner Managementkonzepte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die psychologischen Grundlagen der Zielsetzung, verschiedene Führungsmodelle in der Polizei, die Systematisierung von Zielen in der Verwaltung sowie die praktische Evaluation des ZVV durch Interviews und Befragungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, herauszufinden, wie Mitarbeiter das bestehende ZVV bewerten, welche Faktoren den Erfolg oder Misserfolg des Verfahrens beeinflussen und wie das Verfahren optimiert werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Autorin nutzt ein multimodales Vorgehen: Qualitative Interviews (angelehnt an den "Change Explorer") zur explorativen Erfassung der subjektiven Theorien der Mitarbeiter sowie eine quantitative Fragebogenuntersuchung mit anschließender statistischer Auswertung (SPSS).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Theorie der Zielsetzung, Führen mit Zielen), die Einordnung in den polizeilichen Kontext (Modernisierung der Polizei NRW, NStM) sowie die detaillierte Darstellung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Zielvereinbarungsverfahren, polizeiliches Management, Mitarbeiterzufriedenheit, Zielsetzungstheorie, Handlungsregulation und Evaluation.

Warum wird das Harzburger Modell als nicht mehr ausreichend angesehen?

Das Modell wird kritisiert, weil es zu einem extremen Formalismus führt, bürokratische Strukturen zementiert und nicht flexibel genug auf aktuelle Anforderungen der Verwaltung reagieren kann.

Welche Rolle spielt die Führungskraft im Zielvereinbarungsprozess?

Die Führungskraft hat eine Schlüsselrolle: Sie soll durch kooperatives Verhalten, Transparenz und regelmäßiges Feedback sicherstellen, dass Ziele partizipativ entwickelt werden und die Mitarbeiter ihren Handlungsspielraum nutzen können.

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Details

Title
Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens einer Kreispolizeibehörde in NRW
College
University of Osnabrück
Grade
2
Author
Dipl.- Psychologin Ellen Meissner (Author)
Publication Year
2006
Pages
188
Catalog Number
V85294
ISBN (eBook)
9783638906647
ISBN (Book)
9783638928717
Language
German
Tags
Evaluation Zielvereinbarungsverfahrens Kreispolizeibehörde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.- Psychologin Ellen Meissner (Author), 2006, Evaluation des Zielvereinbarungsverfahrens einer Kreispolizeibehörde in NRW, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85294
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