Es gibt viele Methoden, einem Sachverhalt nachzugehen. Eine dieser Methoden wäre, den Sachverhalt zu dekonstruieren: Die einzelnen Bausteine des Sachverhalts nach und nach, einem nach dem Anderen abzubauen, um an den eigentlichen Kern letztendlich zu gelangen.
Die Dekonstruktion wäre diese Methode. Aber was ist nun eigentlich die Dekonstruktion? In dieser Seminararbeit wird die Dekonstruktion untersucht: Was die Dekonstruktion ist (oder was sie nicht ist)?
Der Mittelpunkt in dieser Arbeit bildet die Dekonstruktion von Michel Foucault. Zunächst wird der Lebenslauf Foucaults kurz erläutert. Darauf folgend wird die Foucault’schen Methodologien dargestellt, die direkt und indirekt in Zusammenhang mit seiner Methode der Dekonstruktion verbunden sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Dekonstruktion (oder was sie nicht ist)?
3. Die Dekonstruktion und Michel Foucault
3.1 Michel Foucault: zur Person
3.2 Diskurs, Macht, Wahrheit und Dekonstruktion
4. Zusammenfassung
5. Bibliographie und Verzeichnis der verwendeten Internetadressen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Dekonstruktion, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob diese als Methode verstanden werden kann, und analysiert, inwiefern sich dekonstruktive Ansätze im Werk von Michel Foucault nachweisen lassen, obwohl dieser sich selbst nicht explizit als Dekonstruktivist bezeichnete.
- Grundlagen und Definition der Dekonstruktion nach Jacques Derrida
- Methodische Ansätze der Dekonstruktion: Archäologie und Genealogie
- Michel Foucaults Verständnis von Macht, Wissen und Diskurs
- Die kritische Dekonstruktion des Subjekts und des Autors
- Verhältnis zwischen Dekonstruktion als Strategie und als wissenschaftliche Methode
Auszug aus dem Buch
2. Was ist Dekonstruktion (oder was sie nicht ist)?
Der Begriff „Dekonstruktion“ bekam einen permanenten Platz in dem geisteswissenschaftlichen Kreis, als Jacques Derrida den Begriff in den 1960er Jahren erfunden hat. Urprünglich war die Dekonstruktion ein sprachwissenschaftlicher Begriff, jedoch findet sie nach und nach Anwendungen in anderen wissenschaftlichen Praxisgebieten und wurde daher interdisziplinär.
Eins der größten Probleme der Dekonstruktion ist die Suche nach der genauen Definition des Begriffs. Als er einmal berufen wurde, eine Definition von Dekonstruktion kurz und bündig abzugeben, antwortete Derrida: „I have no simple and formalizable response to this question. All my essays are attempts to have it out with this formidable question.”
Jedoch gibt es zahlreiche Versuche, den Begriff „Dekonstruktion“ zu definieren. Allgemein versteht sich, dass die Dekonstruktion „Abbauarbeit von innen [leistet], wohl wissend um die Unmöglichkeit der Gewinnung eines echten Außen“ ist. Also könnte die Dekonstruktion betrachtet werden als eine Art Abbauung von innen heraus von den Kernbausteinen einer Sache, um letztendlich nach Außen – nach der Wahrheit der Sache – zu gelangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die methodische Herangehensweise der Dekonstruktion und Vorstellung des Fokus auf Michel Foucault.
2. Was ist Dekonstruktion (oder was sie nicht ist)?: Erörterung der Begriffsgeschichte der Dekonstruktion und Darstellung der Schwierigkeit, eine einfache, formelhafte Definition zu finden.
3. Die Dekonstruktion und Michel Foucault: Analyse der Person Foucaults sowie der Verbindung zwischen seinen Konzepten von Diskurs, Macht, Wissen und dekonstruktiven Arbeitsweisen.
3.1 Michel Foucault: zur Person: Kurzbiografie des Philosophen und Überblick über seine bedeutendsten Werke.
3.2 Diskurs, Macht, Wahrheit und Dekonstruktion: Detaillierte Untersuchung von Foucaults Archäologie und Genealogie als dekonstruktive Verfahrensweisen.
4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse mit dem Nachweis, dass Foucault trotz gegenteiliger Selbsteinschätzung faktisch dekonstruktive Methoden anwandte.
5. Bibliographie und Verzeichnis der verwendeten Internetadressen: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen.
Schlüsselwörter
Dekonstruktion, Michel Foucault, Diskursanalyse, Archäologie, Genealogie, Macht, Wissen, Wahrheit, Poststrukturalismus, Philosophie, Aporie, Subjekt, Methodik, Derrida, Geisteswissenschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Konzept der Dekonstruktion und deren Anwendung im Werk von Michel Foucault.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition der Dekonstruktion, die Analyse von Foucaults methodischen Ansätzen (Archäologie und Genealogie) sowie der Zusammenhang von Macht, Wissen und Diskurs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Foucault dekonstruktive Methoden verwendet hat, auch wenn er sich selbst nicht als Dekonstruktivist oder poststrukturalistischer Kritiker bezeichnete.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den Begriff der Dekonstruktion aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diese auf Foucaults Arbeiten überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Klärung der Dekonstruktion und eine detaillierte Untersuchung von Foucaults Werk, insbesondere im Hinblick auf den Diskursbegriff und die Machtanalyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Dekonstruktion, Archäologie, Genealogie, Macht-Wissen-Beziehung und Diskurstheorie.
Inwiefern beeinflusst die "Aporie" den Dekonstruktionsbegriff?
Die Aporie wird als der bevorzugte Ort der Dekonstruktion identifiziert, da hier Bedeutungen gewonnen werden und die Dekonstruktion ansetzt, um Konventionen zu hinterfragen.
Warum spielt das Verschwinden des "Autors" bei Foucault eine Rolle für die Dekonstruktion?
Das Verschwinden des Autors zeigt den dekonstruktiven Charakter von Foucaults Genealogie, da hier das Subjekt als feststehende Einheit aufgelöst wird.
- Arbeit zitieren
- Vee Wuthi-Udomlert (Autor:in), 2007, Die Dekonstruktion - Was ist Dekonstruktion (oder was sie nicht ist)?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85299