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Terrorismus, Medien, öffentliche Meinung, politisches Handeln

Title: Terrorismus, Medien, öffentliche Meinung, politisches Handeln

Seminar Paper , 2002 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Reitberger (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Der 11. September 2001 - ein Datum, das in die Geschichte einging. Islamische Fun-damentalisten entführten zwei Flugzeuge und flogen diese in das World Trade Center in New York und brachten das Gebäude kurze Zeit später zum Einstürzen. Nur ein paar Minuten versetzt, hatte ein weiteres Flugzeug in Washington Teile des Pentagons zerstört.
Seit diesen Ereignissen ist der Terrorismus ein allgegenwärtiger Phänomen, das sich durch die Medien, die Politik und die öffentliche Meinung zieht.
Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit der Frage nachgegangen werden, in welcher Beziehung diese drei Begriffe stehen. Zur Analyse der Medienreaktion wurden 32 Arti-kel zur Medienberichtserstattung des Terroranschlages und dessen Auswirkungen se-lektiv gelesen. Die Auswahl der Texte erfolgte in Hinblick auf Wahrheitstreue bzw. Ver-zerrung der Wirklichkeit, Bildung der öffentlichen Meinung und Reaktionen der Politik. Letztendlich sind in die Analyse 24 Artikel, aus der Wochenzeitung "Die Zeit", und den beiden Magazinen "Spiegel" und "Focus" eingegangen.
Die politischen Reaktionen auf regionaler Ebene wurden bis zur Verabschiedung der Gesetze zur Terrorismusbekämpfung am 08. November 2001 in der Arbeit mitberück-sichtigt. Die Beschreibung der gesetzlichen Neuregelungen bezieht sich ausschließlich auf Deutschland. Hingegen wird die Handlungslogik zu den militärischen Einsätzen auf das Handeln der USA in Afghanistan bezogen. Dabei wurden theoretische Lösungen zur Terrorismusbekämpfung untersucht und mit dem Handeln der Politik im Inn- und Ausland verglichen.
Generell zieht sich durch die Arbeit die Fragestellung nach der Einflussnahme der Me-dien auf die Politik und umgekehrt. Der Einfluss der beiden Komponenten auf die Bil-dung der öffentlichen Meinung soll hierbei nicht außen vor bleiben und nimmt einen weiteren Schwerpunkt in der Diskussion ein.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

2. Hintergründe

2.1 Terrorismus – eine Definition

2.2 Hintergründe zum religiös motivierten Terrorismus

3. Theoretische Einbettung

3.1 Theoretische Grundlagen politischer Öffentlichkeitsarbeit

3.1.1 Beziehungen zwischen Medien und Politik

3.1.2 Herstellen von Öffentlichkeit

3.2 Die kritisch-normative Funktion der Massenmedien

3.2.1 Medien im „Krieg“

3.2.2 Die Verzerrung der Wirklichkeit durch Berichterstattung

4. Analyse der Reaktionen in der Medienbranche nach dem Anschlag

4.1 Die Funktion der Massenmedien bei der Visualisierung des Terrors

4.2 Auswertung der Berichterstattung in den USA, insbesondere CNN

4.3 Meinungsbildung in der deutschen Presse

4.4 Erfolge mit dem Terror

5. Das vernetzte System des Handelns zwischen Politik und Medien

5.1 Zur Handlungslogik des Afghanistankrieges

5.2 Reaktion der Medien auf die Politik oder Reaktion der Politik auf die Medien?

5.3 Medien und politisches Handeln

6. Lösungsansätze zur Bekämpfung des Terrorismus

6.1 Regionale und weltinnenpolitische Handlungsmöglichkeiten

6.2 Konkretes politisches Handeln und gesetzliche Neuregelungen in Deutschland

6.2.1 Das Terrorismusbekämpfungsgesetz

6.2.2 Auswirkungen der gesetzlichen Regelungen

6.3 Armutsreduzierung als Aufforderung an die Entwicklungspolitik

7. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe Wechselwirkung zwischen Politik, Massenmedien und der öffentlichen Meinung im Kontext der Terroranschläge vom 11. September 2001. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von Medienberichterstattung auf politische Entscheidungsprozesse – insbesondere auf Gesetzesverschärfungen in Deutschland – sowie die Handlungslogik militärischer Einsätze der USA zu analysieren.

  • Wechselseitige Abhängigkeit zwischen politischem Handeln und Medienberichterstattung.
  • Konstruktion von Wirklichkeit durch mediale Inszenierung und Freund-Feind-Schemata.
  • Auswirkungen der Terroranschläge auf die nationale Gesetzgebung zur Terrorismusbekämpfung.
  • Die Rolle von Armut und gesellschaftlichen Strukturen in Afghanistan als Ursachenfaktoren.
  • Kritische Reflexion der "Blackbox" öffentliche Meinung im Spannungsfeld zwischen Information und Manipulation.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Medien im „Krieg“

Medien sind ereignisorientiert. Wenn eine Granate fällt und zehn Menschen sterben, dann ist das eine große Schlagzeile wert. Wenn mitten im Krieg tausende von Menschen trotz verschiedenem ethnischem Hintergrund weiterhin friedlich zusammenleben und sich gemeinsam gegen die Kriegshetzer wehren, hat das keinen Newswert (vgl. Foggensteiner, 1993).

Der Zwang nicht nur zum Bild, sondern zum spektakulären Bild, ist z.B. beim Fernsehen quasi total. Bilder suggerieren Wahrheit (vgl. Kapitel 3.1.2). Nicht vermittelt wird, was keine Bilder liefert. Nicht hinterfragt wird, welche Bedeutung die bebilderten Ereignisse gegenüber den Ereignissen ohne Bildern haben. Spektakuläres Geschehen steht hierbei im Vordergrund und das hintergründige Wissen geht dabei unter.

CNN, wie das aktuelle Beispiel des Terroranschlags vom 11. September zeigt, treibt diese Berichterstattung auf die Spitze: „Jederzeit jederorts jedes Bild. Verstehen ist unwichtig, dabei sein ist alles“ (Kümmel, 2001:45).

Als ehernes Gesetz der medialen Vermittlung von Krieg gilt: der Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist der große Simplifikator alles Sozialen. Er reduziert die vielfältigsten gesellschaftlichen Spannungen auf eine Konfliktlinie, zieht alle und alles in seinen Bann, entindividualisiert die Beteiligten zu Täter- und Opfergruppen, Aggressoren und Verteidigern, Helden und Verrätern. Er produziert Charismaträger, verlangt waffenstarrend nach moralischen Urteilen polarisierenden Charakters und spitzt die Erwartungen aller auf Sieg oder Niederlage zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Terroranschläge und die Fragestellung zur wechselseitigen Beeinflussung von Medien und Politik.

2. Hintergründe: Definition des Terrorismusbegriffs und Erläuterung der Motivation hinter religiös motiviertem Terror.

3. Theoretische Einbettung: Analyse theoretischer Modelle zur Medien-Politik-Beziehung und der Rolle der Medien bei der Konstruktion von Öffentlichkeit.

4. Analyse der Reaktionen in der Medienbranche nach dem Anschlag: Untersuchung, wie Fernsehen und Presse den 11. September visuell aufbereiteten und welche Rolle dabei die Konstruktion der Wirklichkeit spielte.

5. Das vernetzte System des Handelns zwischen Politik und Medien: Diskussion der militärischen Handlungslogik der USA und der Rückkopplungseffekte zwischen Medien und politischer Entscheidungsfindung.

6. Lösungsansätze zur Bekämpfung des Terrorismus: Kritische Evaluation der deutschen Gesetzgebung und Plädoyer für eine entwicklungspolitische Perspektive zur Armutsbekämpfung.

7. Schlußbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit über die Notwendigkeit einer reflexiven Medienberichterstattung zur Konfliktlösung.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Massenmedien, Öffentliche Meinung, Politik, 11. September, Kriegsberichterstattung, Wirklichkeitskonstruktion, Terrorismusbekämpfung, Globalisierung, Armutsreduzierung, Afghanistan, Sicherheitspolitik, Medienwirkung, Instrumentalisierung, Gesellschaftsstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Symbiose und die wechselseitigen Beeinflussungsprozesse zwischen Politik, Massenmedien und öffentlicher Meinung nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die mediale Inszenierung von Krieg und Terror, die Auswirkungen dieser Berichterstattung auf die politische Gesetzgebung sowie soziologische Erklärungsansätze für die Ursachen des Terrorismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Medien durch ihre Berichterstattung politischen Druck erzeugen und wie politische Akteure darauf reagieren, oft unter Vernachlässigung tieferliegender Ursachen wie Armut.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine selektive Analyse von 24 Presseartikeln und Magazinbeiträgen (Die Zeit, Spiegel, Focus) in Verbindung mit theoretischen Modellen der Politik- und Kommunikationswissenschaft.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Zentrum stehen die Analyse der Medienreaktionen nach dem Anschlag, die Hinterfragung militärischer Handlungslogiken der USA sowie die kritische Prüfung der gesetzlichen Terrorismusbekämpfung in Deutschland.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Inhalt?

Schlüsselbegriffe sind Terrorismus, Medienmacht, Wirklichkeitskonstruktion, Armutsreduzierung und die Wechselwirkung von Politik und Medien.

Wie bewertet die Autorin die deutsche Gesetzgebung zur Terrorismusbekämpfung?

Die Autorin betrachtet die Maßnahmen als ineffizient und teilweise sogar kontraproduktiv, da sie eher zur Beruhigung der Bevölkerung dienen, als die globalen Ursachen des Terrorismus zu adressieren.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Armutsreduzierung bei?

Die Armutsreduzierung wird als entscheidender Schlüssel für eine nachhaltige Terrorismusbekämpfung angesehen, da extreme soziale Ungleichheit und klientelistische Strukturen den Nährboden für Terrorismus bilden.

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Details

Title
Terrorismus, Medien, öffentliche Meinung, politisches Handeln
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Lehrstuhl für Soziologie und Sozialanthropologie)
Course
Seminar: Verhalten in Institutionen
Grade
1,3
Author
Stefanie Reitberger (Author)
Publication Year
2002
Pages
40
Catalog Number
V8534
ISBN (eBook)
9783638154840
Language
German
Tags
Terrorismus Medien Meinung Handeln Seminar Verhalten Institutionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Reitberger (Author), 2002, Terrorismus, Medien, öffentliche Meinung, politisches Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8534
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