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Altruismus - Der Mensch zwischen Altruismus und Egoismus in unserer Gesellschaft

Title: Altruismus  -  Der Mensch zwischen Altruismus und Egoismus in unserer Gesellschaft

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Luc Wildanger (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die folgende Arbeit soll sich mit dem Begriff und der Existenz des Altruismus beschäftigen. Wichtig ist es hierzu klar zu definieren was Altruismus ist, da der Begriff des Öfteren missverständlich gebraucht oder gar falsch missbraucht wird. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf Edward O. Wilsons Sicht, dass man „strengen“ und „milden“ Altruismus unterscheiden muss. Weitere Fragen sind, wie Altruismus die natürliche Zuchtwahl überstehen konnte, und wie das Verhältnis zwischen Altruismus und Egoismus aussieht. Der Philosoph Georg Simmel sagt, dass am Beginn jeder moralphilosophischen Überlegung die Annahme steht, dass menschliches Handeln immer vom eigenen Egoismus ausgeht. Egoismus und Altruismus könnten laut Simmel nicht ohne das jeweilig andere existieren, daher ist auch ein kurzer Exkurs zum Thema Egoismus von Nöten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Begriff

3 Zur Existenz von Altruismus

4 Altruismus bei Mensch und Tier

4.1 Das Überleben der Altruisten in der Tierwelt

4.2 Das Überleben des Altruismus beim Menschen

5 Warum Altruismus die natürliche Zuchtwahl überstand

5.1 Wechselseitiger Altruismus

5.2 Gruppenselektion

5.3 Verwandtschaftsselektion

6 Altruismus als Prüfstein für Darwins Evolutionstheorie

6.1 Darwins Problem mit dem Altruismus

6.2 Eingeschränkter Egoismus als Basis für Altruismus

7 Altruismus in der Gesellschaft

7.1 Altruismus in verschiedenen Ausprägungen

7.2 Anteil des Altruismus in der Gesellschaft

7.3 Zwischen Quallen und Haien

8 Egoismus, Kooperation und Altruismus

9 Schluss

10 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff und die Existenz von Altruismus vor dem Hintergrund der Evolutionsbiologie und Philosophie. Das primäre Ziel ist es, den "strengen" Altruismus vom "milden" Altruismus abzugrenzen, das Spannungsfeld zwischen altruistischem Handeln und der Theorie der natürlichen Zuchtwahl zu analysieren sowie das Verhältnis zwischen Egoismus und Altruismus in der menschlichen Gesellschaft kritisch zu beleuchten.

  • Definition und philosophische Einordnung des Altruismus-Begriffs
  • Analyse der Überlebensfähigkeit von Altruismus durch evolutionäre Mechanismen
  • Kritische Auseinandersetzung mit Darwins Evolutionstheorie in Bezug auf altruistisches Verhalten
  • Untersuchung von Kooperation als Synthese aus Egoismus und Altruismus
  • Differenzierung zwischen "strengem" und "mildem" Altruismus nach Edward O. Wilson

Auszug aus dem Buch

3 Zur Existenz von Altruismus

Die Existenz von Altruismus ist umstritten. Diejenigen, die glauben, dass Menschen von Natur aus egoistisch und selbstsüchtig sind, lehnen die Möglichkeit eines „wahren“, „strengen“ oder „echten“ Altruismus ab. Sie halten altruistisches Verhalten für verborgenen Egoismus, der einen nachträglichen Gewinn für den vermeintlichen Altruisten mit sich bringt.

Philosophen wie John Stuart Mill, der den eigenen Genuss des Menschen als deren Hauptantrieb des Verhaltens ansah, glauben, dass wir anderen nur helfen und Gutes tun um selber dadurch ein Nutzen, wie innere Befriedigung zu ziehen. Die altruistische Tat verursacht uns zwar anfänglich Schmerzen, aber sie wurde nur durch die Erwartung eines späteren größeren Genusses oder Vorteils ausgeübt. Erzbischof Fénelon äußerte im siebzehnten Jahrhundert zu dieser Sicht treffend: „Alle Großmut, alle natürliche Zuneigung, ist nur eine besonders raffinierte, täuschende und teuflische Form der Eigenliebe.“4

Laut einer anderen Sicht tun Menschen nur Gutes um ihrer selbst Willen. Sie handeln gut um sich besser zu fühlen. Im achtzehnten Jahrhundert äußerte der Satiriker Bernard de Mandeville, dass, „wenn wir ein kleines Kind davor bewahren, ins Feuer zu fallen, ‚wir uns nur selber einen Gefallen tun, denn es hineinfallen zu sehen und nichts dagegen getan zu haben, hätte uns einen Schmerz bereitet, den zu vermeiden uns schon die Selbsthaltung zwingt.’“5

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Begriffs Altruismus ein und stellt die Forschungsfragen bezüglich seiner Vereinbarkeit mit der natürlichen Zuchtwahl sowie seinem Verhältnis zum Egoismus.

2 Der Begriff: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung des Altruismus-Begriffs durch Auguste Comte und diskutiert die Schwierigkeit einer präzisen Definition sowie die verbreitete Fehlverwendung im Alltag.

3 Zur Existenz von Altruismus: Hier werden unterschiedliche philosophische Sichtweisen dargestellt, die Altruismus häufig als verkappten Egoismus oder Eigennutz interpretieren.

4 Altruismus bei Mensch und Tier: Das Kapitel vergleicht altruistisches Verhalten bei Tieren mit dem menschlichen Altruismus und hinterfragt die Übertragbarkeit biologischer Instinkt-Konzepte auf den Menschen.

5 Warum Altruismus die natürliche Zuchtwahl überstand: Hier werden evolutionstheoretische Erklärungsansätze wie reziproker Altruismus, Gruppenselektion und Verwandtschaftsselektion hinsichtlich ihrer Plausibilität geprüft.

6 Altruismus als Prüfstein für Darwins Evolutionstheorie: Dieses Kapitel analysiert Darwins Schwierigkeiten bei der Erklärung altruistischen Verhaltens und zeigt auf, wie er durch das Konzept des eingeschränkten Egoismus versucht, den Altruismus mit der Zuchtwahl in Einklang zu bringen.

7 Altruismus in der Gesellschaft: Es werden die verschiedenen Ausprägungen des Altruismus in der Gesellschaft, insbesondere die Wilson-Kategorisierung in strengen und milden Altruismus, untersucht.

8 Egoismus, Kooperation und Altruismus: Das Kapitel schließt den theoretischen Teil ab, indem es Egoismus und Altruismus als Extreme identifiziert und Kooperation als notwendiges Mittelding für das gesellschaftliche Zusammenleben beschreibt.

9 Schluss: Das Fazit resümiert, dass "strenger" Altruismus beim Menschen unbewiesen bleibt, während Kooperation als Basis unserer Gesellschaft den Mensch primär als kooperatives Wesen kennzeichnet.

10 Literatur: Dieses Kapitel listet die für die Arbeit herangezogene Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Altruismus, Egoismus, Kooperation, Evolutionstheorie, natürliche Zuchtwahl, Verwandtschaftsselektion, Gruppenselektion, Eigennutz, Reziproker Altruismus, Ethik, Edward O. Wilson, Charles Darwin, Mensch und Tier, Gesellschaftsvertrag, Sozialverhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Altruismus und Egoismus im Kontext der menschlichen Gesellschaft und der evolutionären Biologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Definition von Altruismus, die evolutionäre Entwicklung altruistischen Verhaltens, Darwins Auseinandersetzung mit dem Altruismus und die Bedeutung von Kooperation für das gesellschaftliche Leben.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Klärung, wie Altruismus existieren kann, ohne der natürlichen Zuchtwahl zu widersprechen, und inwieweit altruistisches Verhalten tatsächlich "selbstlos" ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturstudie, indem sie biologische und philosophische Theorien (u.a. von Darwin, Wilson, Trivers und Simmel) gegenüberstellt und kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Existenz von Altruismus, den Vergleich zwischen Mensch und Tier, evolutionäre Erklärungsmodelle (Selektionstheorien) und die Unterscheidung zwischen strengem und mildem Altruismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Altruismus, Egoismus, Kooperation, Evolution, Verwandtschaftsselektion und gesellschaftlicher Zusammenhalt.

Was unterscheidet den "strengen" vom "milden" Altruismus nach Wilson?

Der "strenge" Altruismus erfolgt ohne Erwartung einer Erwiderung, während der "milde" Altruismus als eine Form des reziproken Altruismus bzw. kooperativen Verhaltens verstanden wird, bei dem ein Eigennutz oder eine Gegenleistung mitschwingt.

Warum stellt der Altruismus ein Problem für Darwins Evolutionstheorie dar?

Altruismus widerspricht der Logik der natürlichen Zuchtwahl, da ein Individuum, das sich selbstlos opfert, tendenziell weniger Überlebens- und Fortpflanzungschancen hat als ein egoistisch handelndes Individuum.

Wie löst Darwin das Problem des Altruismus in seiner Theorie?

Darwin argumentiert, dass der Mensch durch seinen Verstand erkennt, dass ein kooperatives Miteinander (Hilfe gegen Anrecht auf Hilfe) einen langfristigen Vorteil bringt, wodurch ein "eingeschränkter Egoismus" als Basis für soziales Verhalten entsteht.

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Details

Title
Altruismus - Der Mensch zwischen Altruismus und Egoismus in unserer Gesellschaft
College
Saarland University  (Philosophisches Institut)
Course
Ethik und Evolution
Grade
2,0
Author
Luc Wildanger (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V85350
ISBN (eBook)
9783638006460
Language
German
Tags
Altruismus Mensch Altruismus Egoismus Gesellschaft Ethik Evolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Luc Wildanger (Author), 2006, Altruismus - Der Mensch zwischen Altruismus und Egoismus in unserer Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85350
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