Techniktraining im Leistungssport


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Trainingsinhalte und Trainingsmethoden im Leistungssport

3 Psychologisches Training im Leistungsport

4 Die zehn Prinzipien des Techniktrainings

5 Sportartspezifischer Einsatz der zehn Prinzipien
5.1 Die technisch-mannschaftstaktisch akzentuierten Sportarten
5.2 Die technisch-individualtaktisch akzentuierten Sportarten
5.3 Die technisch-konditionellen Sportarten
5.4 Die technisch-koordinativ akzentuierten Sportarten

6 Schlusswort

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die meisten Sportler meinen zu wissen, dass sie ohne die richtige Technik in ihrer Sportart nicht zum persönlich gesteckten Ziel gelangen: Ein guter, vielleicht auch sehr guter Sportler zu sein. Doch ist die Technik wirklich so wichtig, um erfolgreich zu sein? Haben Sie nicht schon einmal einen Korb im Basketball oder ein Tor im Fußball auch ohne Technik erzielt?

Doch gibt es auch Sportarten bei denen der Einsatz von bestimmten Techniken unumgänglich ist. Wie soll im Turnen ein Handstand oder ein „Rad“ geschlagen werden ohne die Anwendung einer bestimmten Technik? Dies zeigt, dass es von Sportart zu Sportart verschiedene Ansätze im Einsatz und damit auch bei der Definition von Techniktraining gibt. Unter Technik versteht Meinel ganz allgemein ein in der Praxis erprobtes Verfahren zur bestmöglichen Lösung einer bestimmten (sportlichen) Aufgabe.

Da in den unterschiedlichen Sportarten auch unterschiedliche Aufgaben gestellt werden, finden auch verschiedene Technikarten und somit auch verschiedenen Möglichkeiten des Techniktrainings ihre Anwendung.

In dieser Belegarbeit wird nun zum Thema „Techniktraining im Leistungssport“ einen kleinen Einblick in die Trainingsinhalte und Trainingsmethoden sowie dem psychologischem Training des Leistungssports. Zu dieser Betrachtung ist es erforderlich die zehn Prinzipien des Techniktrainings mit einzubeziehen.

Dabei wurden folgende vier Disziplingruppen betrachtet: Die technisch-mannschaftstaktischen (Basketball, Handball, Volleyball, Hockey); die technisch-individualtaktischen (Fechten, Judo, Squash, Tennis, Tischtennis); die technisch-konditionellen (Nordische Kombination, Rudern, Schwimmen, Ski-Langlauf) und die technisch-koordinativen Sportarten (Kunstturnen, Leichtathletik, Ski Alpin, Trampolinturnen, Wasserspringen).

Diese Belegarbeit wurde als Ergänzung des im Seminar „Motorische Handlungskompetenzen“ gehaltenen Referates geschrieben.

2 Trainingsinhalte und Trainingsmethoden im Leistungssport

Technikaneignung

In den technisch-koordinativen und den technisch-individualtaktischen Disziplinen werden zuvor noch nie ausgeführte Bewegungstechniken vermittelt und die Ausbildung vielfältiger Technikvarianten sowie Handlungsalternativen gefördert. Voraussetzung hierfür ist eine „blitzsaubere Ausführung der strukturell gleichen aber im Komplexitätsgrad reduzierten Bewegung und der persönlichen Einsicht des Athleten“. (Roth, 1996, S.69).

Sportartspezifische Beispiele sind: Im Volleyball muss der Sprungaufschlag für den Tennisaufschlag perfekt beherrscht werden. Im Judo und Fechten setzen die Athleten spontan während des Trainingsprozesses erworbene Techniken im Wettkampf als Notlösung ein. Bei den technisch-mannschaftstaktischen Sportarten verwenden die Trainer oder Spieler auch neue Bewegungsabläufe (als Überraschungseffekt).

Die Förderung solcher „neuen“ Bewegungserfahrungen erfolgt im Kreativitätstraining. Hier stellen die Trainer spezifische Aufgaben mit entsprechenden situativen Vorgaben, um eine Vielzahl von Handlungsmöglichkeiten zu provozieren. (Roth, 1996, S.69f). (Schnabel, 1987, S. 85).

Technikoptimierung

Die Technikoptimierung dient der Korrektur, Präzisierung und dem Umlernen von Bewegungsabläufen. Dies beinhaltet die Analyse der Stärken und Schwächen des Sportlers. Besonders wichtig erscheint die Förderung der individuellen Stärken (persönlicher Stil, Tugenden) und nicht das Beheben der Schwächen der Athleten. Im Turnen lässt sich die Optimierung in der Gestaltung der Kür und in den Sportspielen in den taktischen Maßnahmen, welche auch zur Schwächebeseitigung einzelner Spieler genutzt werden, erkennen. Dennoch sind Umlernprozesse in den meisten Sportarten unumgänglich. Eine partnerschaftliche Kommunikation mit dem Trainer, eine leistungsfördernde Atmosphäre sowie eine individuelle Trainingssteuerung bilden dafür die passende Grundlage. Trainingsmethodische Maßnahmen wären hierfür zum Beispiel das Schaffen von zwingenden Situationen, der Einsatz von speziellen Gerätschaften, Videoanalyse, methodische Übungsreihen, Imitationsübungen oder die Verringerung der Zahl der Freiheitsgrade. Die Disziplinen unterscheiden sich in der Ausführung dieser methodischen Maßnahmen in der Anzahl der Übungswiederholungen. Die technisch-mannschaftstaktischen Sportarten trainieren mit 100fachen Wiederholungen und zahlreichen Drills, die technisch-individualtaktischen und die technisch-koordinativ akzentuierten dagegen, benutzen nur eine geringe Wiederholungszahl mit einer hohen Wettkampfmäßigkeit sowie 100prozentiger Konzentration und Ausführungspräzision.

Allgemein gesprochen, gilt für das Umlernen von Bewegungstechniken in allen Bereichen ein hohes Maß an Trainingsaufwand.(Roth, 1996, S.70f). (Schnabel, 1987, S. 85ff).

Technikstabilisierung/Technikvariation

Hierfür setzen die Trainer zwei Methoden ein. Zum Einem wäre das, das Stabilisieren motorischer Fertigkeiten, bei dem einzelne Bewegungsphasen herausgelöst werden, um Teilelemente der Zielbewegung zu verbessern. Die hier eingesetzten Trainingsmethoden sind das Imitationsüben und das Trainieren mit Aufmerksamkeitslenkung auf die zeitliche Struktur der Bewegung. Beispiel hierfür sind: Schwimmen mit einem Zeitgeber im Ohr oder Korbwürfe mit einem Vorbereitungsritual. Zum Anderem variieren die Trainer die Bewegung. Der Athlet soll damit einen situationsgerechten „variablen Einsatz der erworbenen Techniken“ erlernen. Das für ihn bedeutet, die Möglichkeit zu besitzen, sich in ungewöhnlichen und unvorhersehbaren Situationen variabel verhalten zu können. Das methodische Grundprinzip in den technisch-konditionellen und den technisch-koordinativ akzentuierten Sportarten wird bestimmt durch vielfältige Veränderungen der Umwelt- und Situationsbedingungen, welche die Technikausführung (Geräusche, Wind-, Wasser- und Oberflächenbedingungen) erschweren. Bei den technisch-mannschaftstaktischen Sportarten provoziert das Kreativitätstraining eine hohe Anzahl von Handlungsalternativen, wobei es auch durch entsprechendes Gegnerverhalten zu einer Verbesserung von Technikvariaten kommen kann. (Roth, 1996, S.72f). (Schnabel, 1987, S. 85ff).

Automatisierung

Das zu erreichende Ziel ist es, über die Wiederholungszahl Schritt für Schritt die freie Verfügbarkeit der motorischen Abläufe hoch zu treiben. Eine Bewegung wie „im Schlaf“ zu beherrschen, bedeutet, sie ohne bewusste Einflussnahme auszuführen. Die ständige Wiederholung liefert die Voraussetzung für die Aufgabenbewältigung im Wettkampf (z.B. im Basketball, Volleyball, Fechten, Tischtennis, Trampolinturnen, Kunstturnen). Auch das Trainieren unter konstanten Bedingungen kann hier eine hilfreiche Methode sein. So wird zum Beispiel in den alpinen Skisportarten eine identische Kurssetzung mit gleichen räumlichen Abständen der Tore oder einer Abfahrt mit gleichbleibender Geschwindigkeit vorgenommen. (Roth, 1996, S.73f). (Schnabel, 1987, S. 85ff).

Bewegungsgefühl und Bewegungsvorstellung

Die Bewegungsvorstellung ist die zentrale Voraussetzung für die Qualität und Effektivität. Im Groben betrachtet, ist es das Wissen über die Technik. Der Sportler eignet sich das Wissen über die Bewegung über Zuschauen, Analysieren der eigenen Bewegungsausführung oder mittels ideomotorischer Vorgehensweise (z.B. durch Vorstellung der eigenen Bewegung mit exakter zeitlicher Struktur) an. Die Trainer lenken mit Hilfe von Modellen, Strichmännchenzeichnungen oder Schattenübungen die Aufmerksamkeit der Athleten auf bestimmte Knotenpunkte der Bewegung. Das Bewegungsgefühl liefert die zentrale Voraussetzung für die Bewegungsdifferenzierung, dem sogenanntem „Feeling“. Methodische Maßnahmen sind hier koordinative Übungen zur Verbesserung des „Gefühls“, welches durch die Reduktion, Ausschaltung oder Veränderung der Reizintensität verschiedener Sinneskanäle gezielt angesprochen wird. (Roth, 1996, S.74f). (Schnabel, 1987, S. 85ff).

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Techniktraining im Leistungssport
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V85404
ISBN (eBook)
9783638008952
ISBN (Buch)
9783638914826
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Techniktraining, Leistungssport
Arbeit zitieren
Diplomsportlehrer Christian Verchow (Autor), 2005, Techniktraining im Leistungssport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85404

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