In dieser Arbeit soll es um das Material „Kunststofffolie“ als ein modernes Material und die Frage, wie man es im Kunstunterricht einsetzen kann, gehen.
In Kapitel zwei werde ich nach einem kurzen geschichtlichen Exkurs zur Verwendung von Kunstoffen in der Kunst, auf die Verwendung von Kunststofffolie bei drei exemplarischen Künstlern eingehen. Exemplarische Werkbeispiele von Alberto Burri, Carla Accardi und Sebastien de Ganay sollen die Verwendung der Kunststofffolie in der Kunst verdeutlichen.
Kapitel drei befasst sich mit meinen eigenen künstlerischen Versuchen mit Frischhaltefolie. Zunächst habe ich die Folie verdichtet und verformt, danach eine Rauminstallation im Wald geschaffen und schließlich eine Plastik mit Ästen und Folie geformt.
Anschließend werden in Kapitel vier mehrere Problemstellungen für den Kunstunterricht entwickelt. Diese Problemstellungen resultieren u.a. aus den Ergebnissen der vorherigen Kapitel. Zuletzt wird eine dieser Problemstellungen methodisch als konkrete Stundenplanung umgesetzt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Material „Kunststofffolie“ in der Kunst
2.1 Geschichtlicher Exkurs
2.2 Werkbeispiel 1: Alberto Burri „Red Plastic“ (1962)
2.3 Werkbeispiel 2: Carla Accardi „cilindrocono“ (1972)
2.4 Werkbeispiel 3: Sebastien de Ganay „Filled Bags“ (2002)
2.5 Künstler, die mit anderen Kunststoffen arbeiten
3 Eigene künstlerische Studien zum Material „Kunststofffolie“
3.1 Vorbemerkung
3.2 Strategie 1: Die Kunststofffolie verdichten und verformen
3.3 Strategie 2: Rauminstallation mit der Kunststofffolie
3.4 Strategie 3: Kunststofffolie als Material für die Plastik
3.5 Zusammenfassung
4 Das Material „Kunststofffolie“ im Kunstunterricht
4.1 Mögliche künstlerische Problemstellungen für den Kunstunterricht
4.1.1 Problemstellung 1a
4.1.2 Problemstellung 1b
4.1.3 Problemstellung 2
4.1.4 Problemstellung 3
4.1.5 Problemstellung 4
4.1.6 Problemstellung 5
4.2 Methodische Planung der Problemstellung 5
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Kunststofffolie als modernes künstlerisches Material und entwickelt praxisorientierte Ansätze für deren Einsatz im Kunstunterricht der Grundschule. Ziel ist es, den Schülern durch ein untypisches Material den Zugang zu experimentellen künstlerischen Prozessen zu ermöglichen.
- Historische Verwendung von Kunststoffen in der Kunst
- Analyse zeitgenössischer Werkbeispiele (Burri, Accardi, de Ganay)
- Praktische Erprobung künstlerischer Strategien mit Frischhaltefolie
- Konzeption von Unterrichtsmodulen für die Grundschule
- Methodische Umsetzung einer Freiluft-Rauminstallation
Auszug aus dem Buch
2.1 Geschichtlicher Exkurs
„Obwohl Kunststoffe als Imitate anderer Materialien eine lange Vorgeschichte besitzen und im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts rare Naturstoffe wie Koralle, Schildpatt oder Elfenbein immer perfekter durch Bakelit, Ebonit oder Zelluloid ersetzt und massenweise zu Schmuckdöschen, Kämmen oder Schreibutensilien gepresst wurden, beginnt ihre Erfolgsgeschichte erst nach dem zweiten Weltkrieg.“ „Erst unter dieser Vorraussetzung wurden Kunststoffe auch zum Material der Kunst.“
Nur das Plexiglas hat eine längere Tradition und wurde schon in den 20er Jahren z.B. von Naum Gabo verwendet.
Das Besondere an den Kunststoffen ist deren Wandlungsfähigkeit und Widerstands-losigkeit, die sozusagen alles mit sich machen lassen. „Die Stoffe bringen gar keine spezifischen, strengen Charaktere auf uns zu, sondern sie sagen: Bitte schön, du bist der Herr, ich bin der Diener, ich tue völlig, was du willst.“
„Zu den Eigenschaften von Plastik gehört, daß [!] einem Gegenstand nicht mehr anzusehen ist, mit welchen Kräften er geformt, wie er gegossen oder auf welche andere Weise er hergestellt worden ist. Alle Spuren der Bearbeitung sind verschwunden. Die neuartigen Oberflächen können zwar alles imitieren, aber sie verraten nichts über ihre Herkunft. Dieser Eindruck beförderte die Vorstellung vom geschichts- und alterslosen Material und einer vom Odium der Arbeit befreiten Schöpfung.“
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die den Einsatz von Kunststofffolie im Kunstunterricht untersucht.
2 Das Material „Kunststofffolie“ in der Kunst: Untersuchung der historischen Entwicklung von Kunststoffen und Analyse der Verwendung von Folien bei drei zeitgenössischen Künstlern.
3 Eigene künstlerische Studien zum Material „Kunststofffolie“: Dokumentation und Reflexion eigener experimenteller Versuche mit Haushalts-Frischhaltefolie zur Formgebung und Raumgestaltung.
4 Das Material „Kunststofffolie“ im Kunstunterricht: Entwicklung von pädagogischen Problemstellungen und einer detaillierten Stundenplanung für den Kunstunterricht in der Grundschule.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Eignung von Kunststofffolie als vielseitiges, jedoch durch Stabilitätsgrenzen charakterisiertes Arbeitsmaterial für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Kunststofffolie, Frischhaltefolie, Kunstunterricht, Materialgerechtigkeit, Alberto Burri, Rauminstallation, experimentelles Arbeiten, Grundschule, Bildnerische Erziehung, Plastik, Transparenz, Werkbeispiele, Methodik, Ästhetik, Experiment.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Kunststofffolie als einem modernen, unkonventionellen Material und prüft, wie dieses gezielt und experimentell in den Kunstunterricht integriert werden kann.
Welche Themenfelder sind zentral?
Zentrale Felder sind die historische Verwendung von Kunststoffen in der bildenden Kunst, die praktische künstlerische Erprobung des Materials durch die Autorin sowie die didaktische Aufbereitung für den Schulunterricht.
Was ist das primäre Ziel?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch den experimentellen Umgang mit einem nicht-traditionellen Material wie Frischhaltefolie kreative Blockaden überwinden und neue gestalterische Strategien entwickeln können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine Literaturrecherche zu Kunststoffen in der Kunst mit eigenen künstlerischen Versuchen (Aktionsforschung) und der Konzeption sowie didaktischen Planung von Unterrichtssequenzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse von Künstlerwerken, die Dokumentation der eigenen künstlerischen Studien zur Formgebung und eine praxisbezogene Entwicklung von Aufgabenstellungen für die vierte Grundschulklasse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kunststofffolie, experimentelles Arbeiten, Materialgerechtigkeit, Rauminstallation und Kunstunterricht geprägt.
Warum wird speziell Frischhaltefolie für die Schule empfohlen?
Frischhaltefolie wird als besonders geeignet eingestuft, da sie sehr kostengünstig ist, für verschiedene Kinder in ausreichender Menge zur Verfügung steht und ein haptisch sowie optisch spannendes Experimentierfeld bietet.
Welche Rolle spielt das Licht bei den künstlerischen Versuchen?
Das Licht fungiert als essenzieller Faktor, da es die inhärente Durchsichtigkeit und den Glanz der Kunststofffolie erst sichtbar macht und die räumliche Wirkung der erstellten Objekte maßgeblich beeinflusst.
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- Stephanie Wiegand (Author), 2007, Das Material "Kunststofffolie" im Kunstunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85437