Unterrichtseinheit: Falten einer Muttertagskarte aus Papier (Klasse 1 oder 2)


Unterrichtsentwurf, 2005

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Soziokultureller Hintergrund

2. Sachanalyse
2.1 Der Ursprung des Muttertages
2.2 Papierfalten

3. Didaktische Analyse
3.1 Vorwissen der Schüler
3.2 Leitfragen nach Klafki
3.2.1 Gegenwartsbedeutung
3.2.2 Struktur des Inhalts
3.2.3 Zugänglichkeit über das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung
3.3 Schwierigkeiten der Schüler mit dem Thema
3.4 Bezug zum Bildungsplan
3.5 Unterrichtsziele

4. Methodische Analyse
4.1 Begründung des Vorgehens
4.1.1 Einstieg/Motivation
4.1.2 Problematisierungsphase
4.1.3 Übungsphase
4.2 Verlaufsskizze

5. Medien
5.1 Tafelbild mit integriertem Plakat
5.2 Die fertige Karte als Anschauungsmaterial

6. Reflexion
6.1 Eigenreflexion
6.2 Fremdreflexion

7. Schülerbeobachtung
7.1 Auswertung der Beobachtung vom 11. Mai an der Grund- und Hauptschule in X.
7.2 Die dazu gehörigen abgetippten Beobachtungsprotokolle
7.2.1 Beobachtungsprotokoll I
7.2.2 Beobachtungsprotokoll II

8. Literaturverzeichnis
8.1 Literaturquellen
8.2 Internetquellen

9. Medienübersicht
9.1 Karte als Anschauungsmaterial mit Schablone
9.2 Fotokopie des Plakates mit den einzelnen Arbeitsschritten
9.3 Tafelbild

1. Soziokultureller Hintergrund

Das Besondere an dieser Klasse ist, dass sie eine Jahrgangsübergreifende erste/ zweite Klasse ist. Das bedeutet einerseits, dass die Kinder es gewohnt sind, sich gegenseitig zu helfen, andererseits bedeutet es aber auch, dass man den Unterricht und Arbeitsblätter usw. immer genau darauf prüfen muss, ob man beiden Klassen gerecht wird. Bei der Sitzordnung ist aber schon darauf geachtet worden, dass die Kinder aus den beiden Klassen immer gleichmäßig verteilt sitzen. Beim Lesen beispielsweise bekommen die Schüler aus der ersten Klasse so immer Hilfeleistung von den Schülern aus der höheren Klasse. Die Erstklässler können zwar schon lesen, es ist aber noch anstrengend und geht sehr langsam. Auch beim Schreiben muss man differenzieren, weil die Älteren Schüler schon Schreibschrift schreiben können und die Jüngeren noch nicht. Die Erstklässler sind aber in der Minderheit, so kommen auf vierzehn Schüler aus der zweiten nur acht aus der ersten Klasse. Mit 20 Schülern ist diese Klasse also auch nicht besonders groß.

Insgesamt besteht die Klasse aus neun Jungs und elf Mädchen. Darunter ist ein Junge C., ein ADS- Schüler, bei dem sich eine angehende Rechtschreibschwäche herauskristallisiert. Ein weiterer Schüler M., verfügt über wenig Selbstvertrauen und ist oft der Überzeugung, dass er etwas sowieso nicht könne. Außerdem wird die Klasse von einem türkischen Mädchen M. und ein türkischem Jungen S. besucht, bei denen die Eltern kein oder nur teilweise Deutsch sprechen. Deshalb haben diese zwei Kinder Sprachschwierigkeiten. M. beispielsweise kann zwar lesen, versteht den Inhalt aber nicht, weil ihr der Wortschatz fehlt.

Die Schule ist vom Land geprägt und hat insgesamt ca. 240 Schüler.

2. Sachanalyse

2.1 Der Ursprung des Muttertages

„Wie bei vielen unserer heutigen Feste und Ehrentage ist deren Ursprung schon im Altertum zu finden. In der Encyclopædia Britannica (1959, Bd. 15, S. 849) ist zu lesen: „Ein Fest, das von dem Brauch des Mutterkults im alten Griechenland abgeleitet wurde. Ein förmlicher Mutterkult mit Zeremonien für Kybele oder Rhea, die große Göttermutter, wurde an den Iden des März in ganz Kleinasien getrieben.““[1]

Auch im mittelalterlichen England wurden schon die Mütter an einem Sonntag (Lätare) von auswärts lebenden Kinder besucht, die ihnen Geschenke mitbrachten. In Thüringen war Lätare allgemeiner Besuchstag von Verwandten. Ähnliches kennt man aus der Champagne und aus Wallonien.[2]

Der neuzeitliche Brauch, Muttertag zu feiern, stammt allerdings aus den USA. Dort ist der tag seit 1914 offizieller Feiertag. 1858 organisierte Ann Marie Reeves Jarvis eine Feier namens „Mother´s Work day“. Auch die Frauenrechtlerin Julia Ward Howe spielte eine Rolle im Kampf für den Muttertag. Sie wollte damit alle Mütter ehren, die im Deutsch- Französischen Krieg Söhne und Ehemänner verloren hatten. Anna Jarvis, die Tochter von Ann Marie Reeves Jarvis, setzte sich nach deren Tod 1905 für die Wiederbelebung des Muttertages ein, der 1914 von Wilson zum offiziellen Feiertag erklärt wurde.[3]

1922 wurde der Muttertag durch Reichspräsident Hindenburg in Deutschland zum gesetzlichen Feiertag erklärt. Rudolf Knauer, ein Blumenhändler, warb für dessen Einführung.[4]

Kurz bevor Anna Jarvis 1984 starb (zu diesem Zeitpunkt wurde der Muttertag bereits in 43 Ländern gefeiert), sagte sie: „„Es tut mir leid, dass ich jemals diesen Tag ins Leben gerufen habe.“ Enttäuscht davon, dass der Muttertag ein Tag der Geschäftemacher geworden war, sagte sie: „Das ist es nicht, was ich wollte, ich wollte einen Tag des Gefühls, nicht des Profits!““[5]

Heutzutage ist der Muttertag ein Fest der Liebe und der Tradition, das wir unseren Kindern weitergeben sollten. Ich denke aber auch, dass dieser Tag nicht ein Tag des Profits und der Geschäfte sein sollte. Deshalb ist es wichtig, dass die Kinder merken, dass sich ihre Eltern eher über Selbstgebasteltes als über Gekauftes freuen. Dazu können wir in der Schule beitragen.

2.2 Papierfalten

Papierfalten ist eine beliebte Beschäftigung im Kindergarten oder in der Grundschule. Auch Erwachsene haben z.B. am Origami ihre Freude. Man braucht außer Papier nur sehr wenige Hilfsmittel, was die Sache vereinfacht. Es gibt eine Vielzahl von Bastelanleitungen, mit denen man die verschiedensten Dinge selbst herstellen kann.

„Diese selbstgefertigten Spielsachen regen die Kinder zu fantasievollem Spiel an und fördern die Freude am eigenen handwerklichen und schöpferischen Gestalten. Beim Falten muß exakt gearbeitet werden, und die einzelnen Faltvorgänge müssen sich gut einprägen. Dadurch üben Kinder, geschickt, geduldig und genau zu arbeiten.“[6]

Auch der Pädagoge Friedrich Fröbel erkannte die große Bedeutung des Papierfaltens für die kindliche Förderung. Er war derjenige, der während des 19 Jahrhunderts am meisten für die Entwicklung des Papierfaltens in Europa beigetragen hatte. Er wollte, dass die Kinder von ihrem Spiel lernen und entwickelte die Idee eines Kindergartens, in dem die Kinder in natürlicher Weise erzogen werden sollten. Der erste Kindergarten wurde daraufhin 1837 in Bad Blankenburg eröffnet.[7]

„Eines der Mittel, die er einsetzte, um die Fähigkeiten der Kinder zu fördern, war das Papierfalten. Zahlreiche Figuren entstanden in dieser Zeit. Die meisten Modelle waren geometrische Formen, um den Kindern ein Gefühl für exaktes Arbeiten zu vermitteln. Aus dieser Zeit stammt auch Himmel und Hölle, ein Modell, das fast jeder von uns aus der Schulzeit kennt. Fröbels Kindergarten-Konzept wurde in der ganzen Welt übernommen. Dadurch wurde das Papierfalten wieder belebt und erfreut sich heute immer größerer Beliebtheit.“[8]

Abschließend kann man sagen, dass das Papierfalten bzw. das japanische Origami Fingerspitzengefühl und Exaktheit im Umgang mit dem Papier erfordert. Dies zu erlernen ist für unsere Kinder von außerordentlicher Bedeutung, da Genauigkeit auch in vielen anderen Dingen im Alltag und in der Schule erforderlich ist. Außerdem wird die Geduld trainiert und die Frustrationstoleranz erhöht, wenn etwas nicht so gelingt, wie man gerne möchte und man dann aber trotzdem nicht aufgibt.

Ich denke, diese Kulturtechnik, die wir schon im Kindergarten und in der Schule gelernt haben, sollten wir an unsere Kinder weitergeben. Auch Erwachsene können etwas schwierigere Origami- Figuren als Herausforderung betrachten und sich an ihnen üben.

3. Didaktische Analyse

3.1 Vorwissen der Schüler

Die Schüler wissen, wann Mutter- bzw. Vatertag ist. Sie feiern diese Tage mit ihren Eltern und machen ihnen eine Freude. Außerdem haben sie Erfahrung im Umgang mit Papier, können Schablonen, eine Schere und einen Locher benutzen. Sie können ihre Schuhe binden und somit eine Schleife. Den Schülern fällt es nicht schwer, Bilder zu malen und eine Karte zu gestalten.

3.2 Leitfragen nach Klafki

3.2.1 Gegenwartsbedeutung

Die Stunde findet am Mittwoch vor dem Muttertag statt. Also hat der Muttertag zu diesem Zeitpunkt eine unmittelbare Bedeutung. Die Kinder wissen um den Tag Bescheid und sind damit beschäftigt, wie sie ihren Müttern zu diesem Anlass eine Freude machen können. Sie planen vielleicht zusammen mit dem Vater oder Geschwistern Überraschungen und wie sie den Tag gemeinsam verbringen können.

3.2.2 Struktur des Inhalts

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.2.3 Zugänglichkeit über das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung

„Das Lernen ist in einem doppelten Sinn handlungsorientiert, nämlich erstens auf seine spätere Anwendbarkeit- im Alltag und im Beruf- hin ausgelegt: Man weiß oder kennt eine Angelegenheit nicht nur, man kann in ihr handeln; das Lernen vollzieht sich zweitens zu einem großen Teil durch Handeln;“ (Ministerium für Kultus, Jugend, und Sport Baden-Württemberg (Hrsg.), 2004, S.16).

Durch das eigene Tun schulen die Kinder in dieser Stunde ihre manuellen und motorischen Fähigkeiten. Sie benutzen ihre Hände und lernen dabei auch, welche Tätigkeiten ihnen leicht fallen und bei welchen sie Schwierigkeiten haben. Die erforderliche Genauigkeit beim Falten mit Papier lernt man nur durch üben und indem man so seine Fähigkeiten und Geduld verbessert.

3.3 Schwierigkeiten der Schüler mit dem Thema

Die Schüler haben große Probleme, auf Genauigkeit beim Falten des Papiers zu achten und etwas genau auf der Linie auszuschneiden. Bei einzelnen Schritten der Bastelanleitung brauchen sie Hilfe. Weiterhin brauchen sie teilweise jemanden, der ihnen die Schablone festhält, während sie die Schablone umfahren. Das Binden der Schleife mit dem Ringelband bereitet ihnen große Schwierigkeiten, weil es ein schwieriges Material ist und an einer andere Position ist (nicht am Fuß). Auch das vorherige Einfädeln der Schnur durch die Löcher ist für sie nicht ganz einfach. Manche Schüler benötigen Motivation, ihre Karte bunt zu gestalten und wollen schon vorher aufhören.

[...]


[1] Kleinfelder, 2005, online

[2] vgl. Kleinfelder, 2005, online

[3] vgl. Pertler, Reuys, 2002, S.9

[4] vgl. Pertler, Reuys, 2002, S.10

[5] Pertler, Reuys, 2002, S.10

[6] Huber, Claudius, 1964/ 1983, S.7

[7] Lister, online

[8] freenet.de Ag, online

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Unterrichtseinheit: Falten einer Muttertagskarte aus Papier (Klasse 1 oder 2)
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Autor
Jahr
2005
Seiten
26
Katalognummer
V85444
ISBN (eBook)
9783638020299
Dateigröße
573 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Falten, Muttertagskarte, Papier
Arbeit zitieren
Stephanie Wiegand (Autor), 2005, Unterrichtseinheit: Falten einer Muttertagskarte aus Papier (Klasse 1 oder 2), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85444

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