Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

Wundersame Tiere und Geschöpfe in der Literatur des Mittelalters

Werden wundersame Tiere und Geschöpfe in mittelalterlicher Literatur durchweg stereotypisch dargestellt?

Title: Wundersame Tiere und Geschöpfe in der Literatur des Mittelalters

Term Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Julia Sonntag (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Frodo und Harry Potter haben es vorgemacht: Nicht nur in der mittelalterlichen Literatur scheinen Fabeltiere und wundersame Geschöpfe Hochkonjunktur zu haben. Heutzutage, zwar eher in abgewandelter Weise (siehe nächstes Kapitel), begeistern sie nach wie vor Millionen von Menschen. Ursprünglich wurde unter dem Begriff „Fabeltier“ ein Mischwesen aus verschiedenen Tieren oder aus Tier und Mensch verstanden. Auch Wesen mit monströser Vervielfältigung einzelner oder mehrerer Körperteile fielen unter diesen Begriff. Wie schon in der griechischen Mythologie und homerischen Literatur wurden Fabeltiere häufig als reale Verkörperungen unheimlicher übernatürlicher Mächte angesehen, welche als Geschöpfe zwischen den Menschen und den Göttern entstanden. So stellen sie auch größtenteils eine Gefahr für den Menschen dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE ROLLE VON TIEREN UND FABELWESEN IN MITTELALTERLICHER LITERATUR

2.1 ENTSTEHUNG FANTASTISCHER GESCHÖPFE IM MITTELALTER

2.2 FUNKTION FANTASTISCHER GESCHÖPFE IM MITTELALTER ALS AUCH IN DER NEUZEIT

3. RIESEN

4. DER WILDE MANN

5. SCHLANGEN

6. DRACHEN

7. WEITERE WUNDERBARE GESCHÖPFE

7.1 IN IHRER ROLLE ALS TREUER BEGLEITER

7.2 IN ANDERER FUNKTION

8. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob wundersame Tiere und Geschöpfe in der Literatur des Mittelalters tatsächlich durchweg stereotypisch dargestellt werden oder ob es Ausnahmen von dieser Rollenzuweisung gibt. Anhand ausgewählter Beispiele aus der mittelalterlichen Literatur wird analysiert, inwiefern die Bedeutung und Funktion dieser Wesen über rein bösartige oder hinderliche Klischees hinausgeht.

  • Rolle von Tieren und Fabelwesen als Sinnträger und Metaphern
  • Die Darstellung und Funktion von Riesen in ritterlichen Epen
  • Der Mythos vom Wilden Mann und seine Reintegration
  • Schlangen und Drachen als ambivalente oder dämonische Wesen
  • Individuelle Rollen von Begleitern und wundersamen Kreaturen

Auszug aus dem Buch

3. Riesen

Das Mittelalter unterscheidet verschiedene Arten von Riesen. So haben wir es bei den Riesen von Kanaa mit jenen zu tun, deren Entstehungsgeschichte größtenteils auf den Überlieferungen des Alten Testaments beruht. Ich möchte darauf in dieser Arbeit jedoch nicht genauer eingehen.

Andere Arten als die kanäischen Riesen fanden das erste Mal im Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht Erwähnung. Hier findet sich auch der älteste Beleg für die Riesenwaffe, nämlich der Stahlstange. Diese hier auftretenden Riesen werden auch als die Riesen aus dem Osten bezeichnet. Jene verschmolzen durch die Berichte des Alten Testaments mit den riesigen Ureinwohnern Kanaans im Laufe der Zeit zu einem Vorstellungsbild.

In der Crône des Heinrich von dem Türlin wird ein Riesenbrüderpaar beschrieben, welches ganz im höfischen Ritterideal gezeichnet wird, jedoch in seinem Erscheinungsbild weder biblisch noch klassisch antik beeinflusst zu sein scheint. Ihr Äußeres wird als „ungehiure“ bezeichnet, trotzdem richtet sich ihr Verhalten nach dem höfischen Ritterideal.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Fabeltiere und wundersamen Geschöpfe, Abgrenzung zur Fabeldichtung und Präzisierung der Forschungsfrage.

2. DIE ROLLE VON TIEREN UND FABELWESEN IN MITTELALTERLICHER LITERATUR: Erörterung der vielfältigen Präsenz von Tieren in der mittelalterlichen Welt sowie deren allegorische Bedeutung als Sinnträger.

3. RIESEN: Analyse der Darstellung von Riesen, ihrer Attribute und ihrer meist rücksichtslosen, räuberischen Funktion in der Literatur.

4. DER WILDE MANN: Untersuchung des Mythos vom Wilden Mann als degeneriertes Menschentum und dessen soziokulturelle Bedeutung im Mittelalter.

5. SCHLANGEN: Betrachtung der Schlange als Symbol der Erbsünde und Vertreterin des Teufels sowie ihrer Funktion als Hindernis oder Prophetin.

6. DRACHEN: Diskussion des Drachenbildes als Inbegriff des Chaos, das sowohl positive als auch negative Eigenschaften in sich vereint.

7. WEITERE WUNDERBARE GESCHÖPFE: Vorstellung besonderer Wesen wie dem Löwen als treuer Begleiter oder dem Hündchen Petitcrü als Bedeutungsträger für menschliche Emotionen.

8. FAZIT: Synthese der Ergebnisse, wobei aufgezeigt wird, dass viele Wesen in "Valentin und Namelos" entgegen der gängigen Forschung nicht rein stereotypisch agieren.

Schlüsselwörter

Mittelalterliche Literatur, Wundersame Geschöpfe, Riesen, Wilder Mann, Drachen, Schlangen, Fabelwesen, Allegorie, Symbolik, Valentin und Namelos, Tristan, Bestiarium, Literaturwissenschaft, Mythos, Stereotype.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie wundersame Tiere und mythische Wesen in mittelalterlichen Texten dargestellt werden und ob diese Darstellungen stets den gängigen Stereotypen entsprechen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Rolle von Tieren als Allegorien, die Charakterisierung von Riesen, Wilden Männern, Schlangen und Drachen sowie deren Funktion innerhalb höfischer Erzählungen.

Was ist das primäre Ziel dieser Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, die oft pauschale Einordnung von Fabelwesen als bloße Stereotype zu hinterfragen und anhand des Textes "Valentin und Namelos" alternative, individuelle Charakterisierungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die Textstellen aus Primärquellen mit der gängigen Forschungsliteratur vergleicht, um Stereotype zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Kapitel zu verschiedenen Geschöpfen, wobei deren Eigenschaften, Herkunft und Funktion in Werken wie "Tristan", "Iwein" und insbesondere "Valentin und Namelos" analysiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Fabelwesen, mittelalterliche Literatur, Allegorie, Riesen, Drachen sowie die kritische Reflexion über die Forschungsliteratur zum Thema Monster und Dämonen.

Warum spielt das Werk "Valentin und Namelos" eine so zentrale Rolle?

Das Werk dient als Hauptbeispiel, um zu belegen, dass die dort auftretenden wundersamen Wesen entgegen der allgemeinen Forschungsthese eben nicht immer "aus ihrer Rolle fallen" oder umgekehrt, teilweise individuelle Züge zeigen, die vom Stereotyp abweichen.

Welche besondere Bedeutung kommt dem Riesen Magros zu?

Magros wird als emotionaler Riese dargestellt, der unter Liebeskummer leidet, was in starkem Kontrast zu seiner Rolle als wilder, zerstörerischer Riese und Mädchenräuber steht.

Welche Funktion erfüllt das Hündchen Petitcrü in der Geschichte von Tristan?

Petitcrü dient als Symbol für die Tugenden der Protagonisten, insbesondere für ihre Selbstlosigkeit und ihre Fähigkeit zu echter "Minne", indem sie auf den Trost des Hündchens verzichten.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Wundersame Tiere und Geschöpfe in der Literatur des Mittelalters
Subtitle
Werden wundersame Tiere und Geschöpfe in mittelalterlicher Literatur durchweg stereotypisch dargestellt?
College
University of Potsdam  (Institut für Germanistik)
Course
Valentin und Namelos
Grade
2,0
Author
Julia Sonntag (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V85470
ISBN (eBook)
9783638013536
ISBN (Book)
9783638917094
Language
German
Tags
Wundersame Tiere Geschöpfe Literatur Mittelalters Valentin Namelos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Sonntag (Author), 2007, Wundersame Tiere und Geschöpfe in der Literatur des Mittelalters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85470
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint