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Modifizierte Zinsschranke: Vergleich mit US-amerikanischen Earnings Stripping Rules

Title: Modifizierte Zinsschranke: Vergleich mit US-amerikanischen Earnings Stripping Rules

Diploma Thesis , 2007 , 75 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Nina Erdell (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Im Rahmen der erhöhten internationalen Gestaltungsmöglichkeiten versuchen viele Unternehmen ihre Gewinne in Niedrigsteuerländer zu verlagern. Dies erfolgt häufig durch Verlagerung der Produktion und entsprechender Verrechnungspreisgestaltungen. Aber auch durch Gewährung von Darlehen mit daraus resultierenden Zinszahlungen an im Ausland ansässige Anteilseigner oder Konzernmuttergesellschaften erfolgt eine Gewinnverlagerung in Niedrigsteuerländer, so dass in den Staaten mit höherer Steuerbelastung entsprechendes Steuersubstrat verloren geht. In vielen Ländern gibt es zur Vermeidung solcher Gestaltungen Steuerregelungen, die überhöhte Zinszahlungen an ausländische Anteilseigner verhindern.
Mit Einführung der Zinsschranke, die durch die Unternehmensteuerreform 2008 zum 01.01.2008 anstelle der bisher geltenden Gesellschafter-Fremdfinanzierung gem. § 8a KStG treten wird, kommt es in einzelnen Bereichen zu einer Annäherung der deutschen Regelung zur steuerlichen Behandlung einer Unterkapitalisierung mit den entsprechenden Regelungen im US-amerikanischen Steuerrecht. Die Zinsschranke soll wie ihr US-Pendant Gewinnverlagerungen durch übermäßige Zinszahlungen in das Ausland verhindern und durch die Ausgestaltung Besteuerungssubstrat aus dem Ausland importieren.
Die Diplomarbeit zieht einen Vergleich zwischen den beiden Unterkapitalisierungssystemen in Deutschland und den USA. Dabei soll aus deutscher Sicht die Zinsschranke als Nachfolgerin der bisher gültigen Gesellschafter-Fremdfinanzierung des § 8 a KStG betrachtet werden und aus US-Sicht die gültige Regelung der Earnings Stripping Rule des Sec. 163(j) IRC. In den jeweiligen Kapiteln soll sich die Arbeit zunächst kurz mit der US-amerikanischen Earnings Stripping Rule befassen, um anschließend detaillierter auf die Zinsschranke einzugehen und einen Vergleich ermöglichen, der sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede zwischen den beiden Konzepten herausstellt. Beide Systeme haben gemeinsame Anknüpfungspunkte, unterscheiden sich auch in einigen Bereichen voneinander.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ÜBERBLICK ZUR UNTERKAPITALISIERUNG

2.1. Problematik

2.1.1. Begriffsdefinitionen

2.1.2. Unternehmensfinanzierungsformen

2.1.3. Besteuerung von Dividenden und Zinszahlungen

2.1.4. Zinszahlungen und Dividenden im Abkommensrecht

2.2. Notwendigkeit von Unterkapitalisierungsregeln

2.3. Methoden der steuerlichen Behandlung von Unterkapitalisierungen

2.4. Internationaler Überblick zu Unterkapitalisierungsregelungen

2.5. Entstehungsgeschichte und Ziele der Unterkapitalisierungssysteme USA Deutschland

2.5.1. USA

2.5.1.1. Entwicklung und geltende Earnings Stripping Rule

2.5.1.2. Geplante Verschärfung des Earnings Stripping Rule von 2002

2.5.2. Deutschland

2.5.2.1. Bisherige Regelungen der Gesellschafter-Fremdfinanzierung

2.5.2.2. Unternehmensteuerreform 2008

3. RECHTSVERGLEICH DER UNTERKAPITALISIERUNGSSYSTEME USA – DEUTSCHLAND

3.1. Grundkonzeption

3.1.1. Earnings Stripping Rule

3.1.2. Modifizierte Zinsschranke

3.2. Personelle Voraussetzungen und Anwendungsbereich

3.2.1. USA

3.2.1.1. Persönlicher Anwendungsbereich

3.2.1.2. Sachlicher Anwendungsbereich

3.2.2. Deutschland

3.2.2.1. Persönlicher Anwendungsbereich

3.2.2.2. Sachlicher Anwendungsbereich

3.3. Ertragskennziffer

3.3.1. USA

3.3.2. Deutschland

3.4. Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital

3.4.1. Grundlagen

3.4.2. USA

3.4.3. Deutschland

3.4.3.1. Notwendigkeit der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital

3.4.3.2. Zu Grunde liegende Rechnungslegungsnormen

3.4.3.3. Kapitalabgrenzung nach HGB

3.4.3.4. Kapitalabgrenzung nach IFRS

3.4.3.5. Kapitalabgrenzung nach US-GAAP

3.5. Rechtsfolgen der Earnings Stripping Rule und der Zinsschranke

3.5.1. USA

3.5.1.2. Ebene des Darlehennehmers

3.5.1.3. Ebene des Darlehengebers

3.5.2. Deutschland

3.5.2.1. Ebene des Darlehennehmers

3.5.2.2. Ebene des Darlehengebers

3.6. Zinsvortrag

3.6.1. USA

3.6.2. Deutschland

3.7. Ausnahmetatbestände

3.7.1. USA

3.7.2. Deutschland

3.7.2.1. Grundsätzliche Ausnahmetatbestände

3.6.2.2. Ausnahmen von der Ausnahme

3.8. Zusammenfassender Überblick

4. ANWENDUNGSPROBLEME

4.1. USA

4.1.1. Problemfelder

4.1.2. DBA-Fälle

4.2. Deutschland

4.2.1. Durchsetzbarkeit

4.2.3. Verfassungsmäßigkeit und Vereinbarkeit mit den Besteuerungsgrundsätzen

4.2.3.1. Maßgeblichkeit von IFRS und US-GAAP für das Steuerrecht

4.2.3.2. Verfassungsrechtliches Gebot der Normen-Klarheit

4.2.3.3. Verstoß gegen das Leistungsfähigkeitsprinzip

4.2.4. Vereinbarkeit mit EU-Recht

4.2.5. DBA-Fälle

4.2.6. Betriebstätte

5. FAZIT UND AUSBLICK AUF KÜNFTIGE ENTWICKLUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Rechtsvergleich zwischen den Unterkapitalisierungssystemen in den USA und Deutschland. Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der US-amerikanischen "Earnings Stripping Rule" und der deutschen "modifizierten Zinsschranke" herauszuarbeiten sowie Anwendungsprobleme beider Regelungen zu analysieren.

  • Vergleich der Earnings Stripping Rule (USA) und der Zinsschranke (Deutschland)
  • Historische Entwicklung und Ziele beider Steuersysteme
  • Abgrenzungskriterien zwischen Eigen- und Fremdkapital
  • Anwendung von Rechnungslegungsnormen (HGB, IFRS, US-GAAP) im Steuerrecht
  • Diskussion der Vereinbarkeit mit nationalem Recht, EU-Recht und Doppelbesteuerungsabkommen

Auszug aus dem Buch

2.5.1.1. Entwicklung und geltende Earnings Stripping Rule

In den USA sind grundsätzlich sämtliche Zinsaufwendungen für Fremdkapital gem. Sec. 163 (a) IRC als Betriebsausgaben abziehbar und mindern so die steuerliche Bemessungsgrundlage.41 Zinseinnahmen beim Darlehengeber bewirken eine Erhöhung seines Einkommens. Dividendenzahlungen i.S.d. Sec. 316 IRC mindern ebenso wie in Deutschland beim ausschüttenden Unternehmen nicht die steuerliche Bemessungsgrundlage, unabhängig davon wo der Dividendenempfänger ansässig ist.42 Dividendeneinnahmen sind gem. Sec. 301 (c) steuerpflichtig und erhöhen das Einkommen des Empfängers. Für Dividendenzahlungen an Kapitalgesellschaften (Corporations) gibt es für den Dividendenempfänger gem. Sec. 243 IRC an die Höhe der Beteiligung geknüpfte Steuerbefreiungen.

Die Regelung der Abzugsfähigkeit von Zinsaufwendungen für Fremdkapital wurde in den USA wie auch in anderen Hochsteuerländern dazu missbraucht, um die in den USA erwirtschafteten Gewinne ins niedriger besteuerte Ausland zu verlagern.43 Zur Vermeidung solcher Steuererosion gibt es für verbundene Unternehmen in den USA eine Reihe von Vorschriften, die für Steuerzwecke Gewinne dahingehend ausweist, als seien diese zwischen fremden Dritten entstanden (dealing at arm`s length).44 Ziel ist es, die tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten wiederzugeben und rein steuerlich motivierte Gestaltungen zu verhindern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Problemstellung durch Gewinnverlagerungen mittels Zinszahlungen und Einordnung der Zinsschranke als neue deutsche Regelung im Rechtsvergleich zu den USA.

2. ÜBERBLICK ZUR UNTERKAPITALISIERUNG: Erläuterung der ökonomischen und steuerlichen Gründe für Unterkapitalisierung sowie ein internationaler Überblick über entsprechende Regelungen und deren Historie.

3. RECHTSVERGLEICH DER UNTERKAPITALISIERUNGSSYSTEME USA – DEUTSCHLAND: Detaillierter Vergleich der Konzepte, Anwendungsbereiche, Ertragskennziffern sowie der Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital in beiden Ländern.

4. ANWENDUNGSPROBLEME: Analyse der Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung, insbesondere in Hinblick auf die Durchsetzbarkeit, Verfassungsrecht, EU-Recht und Doppelbesteuerungsabkommen.

5. FAZIT UND AUSBLICK AUF KÜNFTIGE ENTWICKLUNGEN: Zusammenfassende Bewertung der Wirksamkeit beider Systeme und Ausblick auf die Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008.

Schlüsselwörter

Zinsschranke, Earnings Stripping Rule, Unterkapitalisierung, Steuergestaltung, Fremdkapital, Eigenkapital, Gewinnverlagerung, Steuerbasis, Unternehmensteuerreform 2008, Doppelbesteuerungsabkommen, IFRS, US-GAAP, Leistungsfähigkeitsprinzip, Betriebsausgabenabzug, Steueroptimierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den steuerlichen Regelungen zur Begrenzung von Zinsabzügen bei grenzüberschreitenden Finanzierungen, konkret durch einen Vergleich des deutschen Konzepts der Zinsschranke mit der US-amerikanischen Earnings Stripping Rule.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Themen sind die steuerliche Behandlung von Fremdkapital, die Vermeidung von Gewinnverlagerungen in Niedrigsteuerländer sowie die Herausforderungen bei der Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdkapital im internationalen Steuerkontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem deutschen und dem US-amerikanischen System aufzuzeigen und zu evaluieren, wie effektiv diese Regelungen sind, um die deutsche Steuerbasis zu sichern, ohne die Unternehmensfinanzierung unangemessen zu belasten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit nutzt eine rechtsvergleichende Methode, bei der die gesetzlichen Grundlagen und deren Anwendung sowohl in den USA als auch in Deutschland anhand von Gesetzestexten und Fachliteratur analysiert und gegenübergestellt werden.

Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Voraussetzungen und Anwendungsbereichen, den verwendeten Ertragskennziffern, der schwierigen Kapitalabgrenzung nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards (HGB, IFRS, US-GAAP) sowie den konkreten Rechtsfolgen und Anwendungsproblemen der jeweiligen Regelungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Zinsschranke, Earnings Stripping, Unterkapitalisierung, Steuerbasis, Fremdkapitalfinanzierung und Finanzierungsneutralität.

Inwiefern beeinflussen internationale Rechnungslegungsnormen die Zinsschranke?

Die Zinsschranke knüpft an betriebswirtschaftliche Größen wie den Jahresabschluss an, was dazu führt, dass IFRS und US-GAAP einen direkten und signifikanten Einfluss auf die steuerliche Bemessungsgrundlage und die Berechnung der Eigenkapitalquote haben.

Warum wird die Organschaft als Umgehungsmöglichkeit diskutiert?

Durch die Bildung einer Organschaft können Unternehmen innerhalb eines Konzerns Zinszahlungen innerhalb des Konzerngefüges von der Zinsschrankenregelung ausnehmen, da die Organschaft steuerlich als ein Betrieb gilt, was jedoch zu Fragen der EU-Rechtskonformität führt.

Was kritisiert die Autorin an der Freigrenzenproblematik in Deutschland?

Die Autorin weist darauf hin, dass die Freigrenze von 1 Mio. Euro bei geringfügigen Überschreitungen zu massiv unterschiedlichen finanziellen Belastungen führt, was eine reine Ertragsbesteuerung in eine Substanzbesteuerung umwandeln kann.

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Details

Title
Modifizierte Zinsschranke: Vergleich mit US-amerikanischen Earnings Stripping Rules
College
University of Cologne  (Steuerseminar)
Grade
2,3
Author
Nina Erdell (Author)
Publication Year
2007
Pages
75
Catalog Number
V85491
ISBN (eBook)
9783638897051
ISBN (Book)
9783638897242
Language
German
Tags
Modifizierte Zinsschranke Vergleich US-amerikanischen Earnings Stripping Rules
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Erdell (Author), 2007, Modifizierte Zinsschranke: Vergleich mit US-amerikanischen Earnings Stripping Rules, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85491
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