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Die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Grundgedanken, theoretische Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele

Title: Die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Grundgedanken, theoretische Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele

Term Paper , 2006 , 52 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Britta Daniel (Author), Hans-Peter Tonn (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

In der Sozialen Arbeit wird zur theoretischen Begründung der praktischen Arbeit häufig das Wort „systemisch“ gebraucht. Es ist die Rede von „systemischer Beratung“, „systemischer Therapie“ und „systemischem Arbeiten“. Dabei wird Bezug genommen auf Systemtheorien. Diese theoretische Beschreibung der menschlichen Realität anhand der gegenseitigen Beeinflussung von Systemen wird von einem ihrer bekanntesten Vertreter, Niklas Luhmann, sehr komplex geschildert, abstrahiert und ist nicht ganz einfach zu verstehen. In dieser Arbeit wird sehr anschaulich und in einfachen Bildern und Worten Luhmanns Systemtheorie veranschaulicht und begreifbar gemacht.

Es wird erklärt, was genau Systemtheorie ausdrücken soll und wie sich das Wissen darüber auf die Soziale Arbeit anwenden lässt.
Im ersten Teil dieser Arbeit wird die Bedeutung dieser Theorie und deren geschichtlicher Ursprung geklärt.

Im zweiten Kapitel geht es um Niklas Luhmann, einen der wichtigsten Autoren auf dem Gebiet der Systemtheorie. Die Autoren setzen sich ausführlich mit den Grundgedanken und Grundbegriffen seiner Theorie auseinander. Dabei werden möglichst viele praktische Anwendungsbeispiele beschrieben und an Bildbeispielen verdeutlicht, damit die Übertragbarkeit seiner Theorie auf die Praxis einfacher wird.
Im dritten Kapitel geht es um die konkrete Umsetzung von Luhmanns Systemtheorie in der heutigen Sozialen Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Darstellung des Aufbaus der Arbeit:

Einleitung

1. Geschichte der Systemtheorie

1.2 Was ist ein System?

2. Luhmanns Systemtheorie

2.1 Die universelle Systemtheorie

2.2 Systemtheorie und Konstruktivismus

2.3 Luhmanns Theoriebildung

2.3.1 Biologische, psychische und soziale Systeme

2.3.2 Die Grenzen von Sprache und Bildern

2.4 Luhmanns Vorstellung von „Systemen“

2.4.1 System/ Umwelt-Differenz

2.4.2 Beobachtende Systeme

2.4.3 Beobachtete Systeme

2.4.4 Selbstbeobachtende Systeme

2.4.5 Autopoietische Systeme

2.4.6 Umweltoffene und operativ geschlossene Systeme

2.5 Luhmanns Vorstellung von „Sozialen Systemen“

2.6 Luhmanns Vorstellung von „Kommunikation“

2.6.1 Wie funktioniert „Kommunikation“?

2.6.2 Die drei Akte des Selektionsprozesses „Kommunikation“

2.6.3 Luhmanns revolutionäre Ideen

2.7 Anschlusskommunikation

3. Anwendung von Luhmanns Systemtheorie in der Sozialen Arbeit am Beispiel „Erziehung“ und „Lernen“

3.1 Klärung der Grundbegriffe „Sozialisation“ und „Erziehung“ nach Luhmann

3.2 Die „Unmöglichkeit“ von Erziehung

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexe Systemtheorie von Niklas Luhmann in ihren Grundzügen darzulegen und deren Anwendbarkeit auf die praktische Soziale Arbeit zu prüfen, um ein tieferes Verständnis für pädagogische Prozesse zu schaffen.

  • Historische Grundlagen und Entwicklung der Systemtheorie
  • Zentrale Begriffe wie System/Umwelt-Differenz, Autopoiesis und Kommunikation
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Kommunikation als Selektionsprozess
  • Anwendung der Systemtheorie auf Erziehung, Sozialisation und Lernen
  • Die systemtheoretische Begründung der "Unmöglichkeit" von Erziehung

Auszug aus dem Buch

2.6.3 Luhmanns revolutionäre Ideen

Luhmanns Auffassung von Kommunikation ist grundlegend anders als das, was üblicherweise in der Wissenschaft unter Kommunikation verstanden wird. Er revolutioniert quasi mit seiner Theorie die bis dahin gängige Vorstellung von dem, was Kommunikation ist.

Beispielsweise steht Luhmann der Aussage „Kommunikation ist die Übertragung von Information“ konträr gegenüber. Er hält nichts von der Vorstellung, Kommunikation solle bedeuten, dass eine „fertig verpackte“ und in der Umwelt bereits existierende Information X als geschlossenes Paket auf einem Übertragungsweg vom Sender zum Empfänger geschickt wird (so als handele es sich um Frachtpaletten, die auf einem Schiffscontainer von Asien nach Deutschland transportiert werden).

Luhmann kritisiert an dieser Vorstellung, dass suggeriert wird, der „Sender“ würde etwas übergeben, was der Empfänger erhält. Der „Sender“ gibt bei der Kommunikation nicht etwas weg, was er dadurch verliert. Kommunikation hat nach Luhmann nichts mit der herkömmlichen Vorstellung von Begriffen wie Besitzen, Haben, Geben und Erhalten zu tun.

Luhmann verändert auch das implizierte Dominanzgefälle von der Vorstellung eines „aktiven“ Senders und eines „passiven“ Empfängers. Dadurch, dass der dritte Akt der Selektion darüber entscheidet, ob es sich um Kommunikation handelt oder nicht, ist nicht die Mitteilungsabsicht des „Senders“ entscheidend, sondern die Interpretation, dass eine Mitteilung vorliegt durch den „Empfänger“. Nicht der Sender sondern der Empfänger entscheidet also über den Erfolg und das Stattfinden von Kommunikation.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die häufige Verwendung des Begriffs „systemisch“ in der Sozialen Arbeit und formuliert das Ziel, Niklas Luhmanns Systemtheorie für die Praxis erschließbar zu machen.

1. Geschichte der Systemtheorie: Dieses Kapitel zeichnet die Herkunft der Systemtheorie aus den Naturwissenschaften nach und beschreibt ihren Wandel hin zu einer Theorie zur Analyse gesellschaftlicher Widersprüche.

2. Luhmanns Systemtheorie: Hier werden die zentralen Luhmannschen Konzepte wie Autopoiesis, die System/Umwelt-Differenz und die komplexe Dynamik der Kommunikation als operativer Prozess ausführlich erläutert.

3. Anwendung von Luhmanns Systemtheorie in der Sozialen Arbeit am Beispiel „Erziehung“ und „Lernen“: Das Kapitel überträgt die abstrakte Theorie auf die pädagogische Praxis und diskutiert, warum Erziehung aus systemtheoretischer Sicht als „unwahrscheinlich“ gilt.

Fazit: Das Fazit resümiert, dass Luhmanns Theorie zwar komplex, aber äußerst logisch ist und einen neuen, erweiterten Blick auf die Dynamiken in der Sozialen Arbeit ermöglicht.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Autopoiesis, Soziale Arbeit, Kommunikation, Selektion, Sozialisation, Erziehung, System/Umwelt-Differenz, Konstruktivismus, Anschlussfähigkeit, Beobachtung, Gesellschaftstheorie, Operative Geschlossenheit, Komplexität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Systemtheorie von Niklas Luhmann und deren Bedeutung für das Verständnis komplexer gesellschaftlicher Prozesse sowie deren spezifische Anwendung in der Sozialen Arbeit.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Systemtheorie, den Aufbau von Systemen durch Kommunikation und die kritische Reflexion pädagogischer Handlungsfelder wie Erziehung und Lernen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Luhmanns oft als abstrakt empfundene Theorie durch praktische Anwendungsbeispiele für die Soziale Arbeit verständlich und nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der Luhmannschen Primär- und Sekundärliteratur und illustriert diese anhand von fiktiven Fallbeispielen aus der sozialpädagogischen Praxis.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Grundbegriffe der Systemtheorie (Differenz, Autopoiesis, Beobachtung) und detailliert den Prozess der Kommunikation sowie deren Anwendung auf das Erziehungssystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Luhmann, Autopoiesis, Kommunikation, Soziale Arbeit, Erziehung und Systemtheorie präzise beschreiben.

Warum hält Luhmann Erziehung für "unmöglich"?

Luhmann argumentiert, dass Erziehung ein Versuch ist, ein autopoietisches (selbstgesteuertes) System von außen direkt zu beeinflussen, was aufgrund der operativen Geschlossenheit des Erziehungsobjekts nicht möglich ist.

Was bedeutet "Anschlusskommunikation" in diesem Kontext?

Anschlusskommunikation bezeichnet den Prozess, in dem eine Mitteilung inhaltlich interpretiert wird, was wiederum die Grundlage für weitere Kommunikation bildet und somit die Existenz eines sozialen Systems sichert.

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Details

Title
Die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Grundgedanken, theoretische Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele
College
University of Applied Sciences and Arts Hildesheim, Holzminden, Göttingen  (Fakultät für Soziale Arbeit und Gesundheit)
Course
Theorien in der Sozialen Arbeit
Grade
1,0
Authors
Britta Daniel (Author), Hans-Peter Tonn (Author)
Publication Year
2006
Pages
52
Catalog Number
V85504
ISBN (eBook)
9783638011501
ISBN (Book)
9783638916608
Language
German
Tags
Systemtheorie Niklas Luhmann Theorien Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Britta Daniel (Author), Hans-Peter Tonn (Author), 2006, Die Systemtheorie von Niklas Luhmann. Grundgedanken, theoretische Grundbegriffe und Anwendungsbeispiele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85504
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