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Mediation an Schulen

Nur eine gut formulierte Theorie oder wirklich für die Schulpraxis geeignet?

Title: Mediation an Schulen

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Janine Streb (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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„Täglich klagen Kolleginnen und Kollegen, dass sie den Kraftakt bewerkstelligen müssen, guten Unterricht zu gestalten und andererseits auf Störungen angemessen zu reagieren bzw. zu intervenieren. Verstärkte Beschwerden der Kinder machen deutlich, dass sie unter körperlichen Übergriffen, verbalen Entgleisungen, bis hin zur Bedrohung und Erpressung zu leiden haben. Da Pausenkonflikte von den aufsichtsführenden Lehrkräften nur zwischen „Tür und Angel“ gelöst werden können, führt dies zu Unzufriedenheit auf beiden Seiten.“ (Braun 2002, S. 64) Im Seminar zur „Gesprächsführung in Konfliktsituationen“ haben wir das Mediationsverfahren sehr genau kennengelernt und seine Abläufe auch mehrfach selbst geübt, so dass ich der Meinung war, nach diesem Seminar eine vorbildliche Mediation durchführen zu können. Jedoch kamen mir, je mehr Abstand ich zu dem Seminar erhielt, Zweifel, ob eine Mediation in der Praxis wirklich so einfach umzusetzen ist. Diese Zweifel wurden durch mein Blockpraktikum an der Hauptschule noch verstärkt, da ich hier mehrfach auf Schüler traf, mit denen gar keine vernünftige Kommunikation möglich war und somit fehlte meiner Meinung nach auch eine Basis zur Mediation. Es gibt mittlerweile viele Klassen, in denen die Lehrkräfte Unterstützung durch Sozialarbeiter erfahren
und trotzdem sind die Lösungen von Lehrer-Schüler-Konflikten meistens mit Strafarbeiten oder „vor die Tür setzen“ der Schüler verbunden. In solchen Konflikten gibt es nur selten die durch die Mediation erbetene Win-Win-Situation und die Tatsache, dass die Schüler sich zumindest immer als Verlierer des Konfliktes fühlen,
fördert neue Konflikte und Aggressionen. Ich möchte in dieser Arbeit das Mediationsverfahren zunächst kritisch beleuchten und mich (auch um mir selbst Hoffnung zu machen) mit Projekten auseinandersetzen, in denen Mediation an Schulen (erfolgreich) durchgeführt wird. Außerdem möchte ich untersuchen, welche Faktoren das Gelingen einer Mediation fördern, bzw. wo das Verfahren auch an seine Grenzen stößt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema

2. Das Mediationsverfahren – eine kritische Auseinandersetzung

2.1 Phase der Einleitung

2.2 Sichtweisen klären

2.3 Konflikterhellung

2.4 Problemlösung

2.5 Vereinbarung

3. Schule und Mediation: Zwei unterschiedliche Systeme?

4. „Peer-Mediation“ (englischsprachiger Begriff für Schulmediation)

4.1 „cadre- approach“ (= Kader-Ansatz)

4.2 „whole-school-approach“ (= ganzheitlicher Ansatz)

4.3 Evaluationen zur Auswirkung von „Peer-Mediation“

4.4 Grenzen der „Peer-Mediation“

5. Exkurs: Rütli-Schule

6. Faktoren, die den Erfolg von „Peer-Mediation“ fördern

Resümee und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Mediationsverfahren an Schulen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit es über eine theoretische Konzeptualisierung hinaus tatsächlich für den praktischen Schulalltag geeignet ist. Dabei wird die Forschungsfrage untersucht, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit Mediation erfolgreich gelingen kann und an welchen Punkten das Verfahren in der Praxis an seine Grenzen stößt.

  • Kritische Analyse der verschiedenen Phasen des Mediationsverfahrens in der Schulpraxis.
  • Untersuchung des Systemkonflikts zwischen schulischen Strukturen und dem Modell der Mediation.
  • Gegenüberstellung von „cadre-approach“ und „whole-school-approach“ in der Peer-Mediation.
  • Auswertung von Faktoren, die den Erfolg von Peer-Mediationsprogrammen maßgeblich beeinflussen.
  • Fallbeispielbasierte Reflexion am Beispiel der Rütli-Schule.

Auszug aus dem Buch

3. Schule und Mediation: Zwei unterschiedliche Systeme?

Wie in dieser Tabelle deutlich wird, sind Schule und Mediation zwei Systeme, die unterschiedlicher nicht sein könnten und wenn versucht wird, diese beiden Systeme zusammenzufügen, entsteht ein sog. „Systemkonflikt“. Laut Behn u.a. gibt es vier Wege im Umgang mit diesem Systemkonflikt:

1. Mediationsprojekt erhält den Stellenwert einer Insel: In diesem Fall ist das Projekt nicht in den Schulalltag integriert, es gibt wenige Fälle und das Projekt findet auch im Lehrerkollegium wenig Unterstützung. Diese Lösung kann ein positiver Teilschritt für die Gesamtentwicklung von Mediationsprojekten sein, sie kann aber auch zum Abbruch selbiger führen.

2. Anpassung der Mediation an das System Schule: Die Mediation wird institutionalisiert, indem z.B. Schulmediation benotet wird oder die MediatorInnen älter sein müssen als die Mediierten. So erhält die Mediation zwar einen festen Stellenwert im System Schule, aber Prinzipien wie z.B. das der Freiwilligkeit gehen verloren.

3. Mediation als Teil einer sich wandelnden Schule: Die Prinzipien von Schulmediation sollen auf die gesamte Schule ausgeweitet werden, indem strukturelle Veränderungen vorgenommen werden und Globalziele wie z.B. Gewaltprävention und ein partnerschaftlicher Umgang definiert werden. Diese Veränderungen sollen mit einem Verständigungs- und Entwicklungsprozess aller Beteiligten beginnen.

4. Mediation als Teil von schülerzentrierten Strukturen: Schulmediation soll an vorhandene schulische Mitbestimmungsstrukturen anknüpfen oder zu einem Teil von schülerzentrierten Initiativen der Schule werden. Diese Einbettung von Mediation in schülerzentrierte Kontexte will den Systemkonflikt überwinden indem es an Gemeinsamkeiten der beiden Systeme anknüpft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zum Thema: Der Autor schildert die täglichen Herausforderungen im Lehrerberuf und entwickelt aus der persönlichen Erfahrung im Praktikum Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit reiner Mediationstheorien.

2. Das Mediationsverfahren – eine kritische Auseinandersetzung: Die einzelnen Phasen der Mediation werden analysiert, wobei insbesondere Probleme bei der Umsetzung der Vorbedingungen, des Zeitfaktors und der Lehrerrolle hervorgehoben werden.

3. Schule und Mediation: Zwei unterschiedliche Systeme?: Es wird aufgezeigt, dass Schule und Mediation strukturell gegensätzliche Systeme bilden, was zu einem „Systemkonflikt“ führt, für den vier verschiedene Lösungsansätze existieren.

4. „Peer-Mediation“ (englischsprachiger Begriff für Schulmediation): Das Modell der Streitschlichtung durch Gleichaltrige wird definiert, die Ansätze (Kader- vs. ganzheitlicher Ansatz) verglichen und die Grenzen sowie Studienergebnisse zur Wirksamkeit diskutiert.

5. Exkurs: Rütli-Schule: Anhand dieses Praxisbeispiels wird verdeutlicht, dass Mediation als Reformkonzept eine funktionierende Grundbasis der Schulkultur voraussetzt, um erfolgreich wirken zu können.

6. Faktoren, die den Erfolg von „Peer-Mediation“ fördern: Es werden zentrale Gelingensbedingungen benannt, wie die Zusammensetzung der Mediatorenteams, die Unterstützung durch Ressourcen und die Vorbildfunktion der Lehrkräfte.

Resümee und Ausblick: Der Autor resümiert, dass noch große Defizite bei der Umsetzung existieren und Mediation als Teil einer Gesamtstrategie zur Schulentwicklung begriffen werden muss.

Schlüsselwörter

Schulmediation, Peer-Mediation, Konfliktlösung, Systemkonflikt, Schulklima, Gewaltprävention, Mediation, Lehrerrolle, Streitschlichtung, Sozialkompetenz, Schulentwicklung, Praxisbezug, Konfliktkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, ob und unter welchen Bedingungen das aus Seminaren bekannte Mediationsverfahren tatsächlich in der harten Realität des Schulalltags umsetzbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Systemunterschiede zwischen Schule und Mediation, verschiedene Modelle der Peer-Mediation, Erfolgsfaktoren für die Implementierung sowie die Grenzen des Verfahrens bei komplexen sozialen Problemen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Hauptfrage ist, ob Mediation an Schulen nur eine theoretische Idealvorstellung bleibt oder wie sie praktisch erfolgreich in das Schulleben integriert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine kritische Literaturanalyse, die Verbindung von theoretischen Mediationsstandards mit praktischen Fallbeispielen sowie eine Reflexion basierend auf eigenen Erfahrungen im Schulpraktikum.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Phasen der Mediation, den systemischen Konflikt zwischen Schule und Schlichtungsmodellen, die Ausprägungen der Peer-Mediation sowie Faktoren, die deren Erfolg begünstigen oder behindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Schulmediation, Peer-Mediation, Systemkonflikt, Konfliktlösung, Schulklima, Gewaltprävention und Implementierungsfaktoren.

Was zeigt das Beispiel der Rütli-Schule?

Das Beispiel verdeutlicht, dass Mediation bei tiefgreifenden sozialen Problemen und einer bereits erodierten Schulkultur allein nicht ausreicht, sondern eine stabile Basis für Kommunikation voraussetzt.

Warum sieht der Autor den Einsatz von Mediation kritisch?

Der Autor bemängelt, dass in der Theorie oft von Bedingungen ausgegangen wird (wie ausreichend Zeit oder offene Kommunikation), die an vielen Schulen aufgrund von Überlastung oder schwierigen Rahmenbedingungen nicht gegeben sind.

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Details

Title
Mediation an Schulen
Subtitle
Nur eine gut formulierte Theorie oder wirklich für die Schulpraxis geeignet?
College
University of Education Freiburg im Breisgau  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Course
Gesprächsführung in Konfliktsituationen
Grade
1,5
Author
Janine Streb (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V85514
ISBN (eBook)
9783638011693
Language
German
Tags
Mediation Schulen Gesprächsführung Konfliktsituationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Streb (Author), 2007, Mediation an Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85514
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