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Johannes Eck als Exponent der Alten Lehre

Title: Johannes Eck als Exponent der Alten Lehre

Term Paper , 2001 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silvio Reichelt (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre am Reformationstag 1999 in Augsburg bedeutete nicht nur einen Meilenstein im Prozess der Aussöhnung zwischen der römisch-katholischen Kirche und den einzelnen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes, sie lenkte auch den Blick aller Theologen, Kirchenhistoriker und interessierten Laien auf die Ursprünge und Hintergründe der theologischen Differenzen und auf die Protagonisten des 16. Jahrhunderts. Auf katholischer Seite steht dabei vor allem ein Mann im Mittelpunkt, der bis heute als der bedeutendste Vertreter katholischer Glaubensgrundsätze im 16. Jahrhundert gilt. Es ist Johannes Eck, Theologieprofessor in Ingolstadt, der Luther die Stirn bot und an allen wichtigen Auseinandersetzungen und Disputen zwischen Vertretern der alten und der neuen Lehre in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts teilnahm.
Ecks Rolle in diesen Auseinandersetzungen ist umstritten, den einen gilt er als Verteidiger der wahren und rechtmäßigen Lehre, andere sehen ihn als starrköpfigen Ideologen. Vor allem die Leipziger Disputation 1519 wird mit seinem Namen in Verbindung gebracht und sein dortiges Auftreten war entscheidend für seinen Ruf bis in unsere Tage. Dem dort erweckten Eindruck, ein kompromissloser und unnachgiebiger Hardliner zu sein, der in einer für seine Kirche schwierigen Zeit mit allen Mitteln versuchte, eben diese in ihrem Handeln bedingungslos zu rechtfertigen, jenem Eindruck bleibt er bis heute behaftet. Als einer der ersten katholischen Theologen verschrieb er sich einer harte Auseinandersetzung mit den Anhängern Luthers und prägte bis zu seinem Tod die päpstliche Seite in der Auseinandersetzung zwischen Alt- und Neugläubigen. Er stand früher und häufiger als die anderen katholischen Kontroverstheologen im Rampenlicht der Reichsöffentlichkeit und wurde nicht zuletzt deshalb zum Sündenbock für das Scheitern eines Ausgleiches gemacht.
Wird man ihm, einem der einflussreichsten katholischen Theologen seiner Zeit, damit wirklich gerecht? Im Verlauf dieser Arbeit soll analysiert werden, ob es neben dem Hardliner Eck auch noch einen anderen Johannes Eck gegeben hat. Dabei soll neben der berühmten Disputation mit Karlstadt und Luther auch auf andere Ereignisse im weiteren Verlauf der Reformation eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die Leipziger Disputation 1519

1.1. Der Weg nach Leipzig

1.2. Die Disputation

2. Die Schrift „Gegen Martin Luthers Anklage wider das Konzil von Konstanz“

3. Die Bulle „Exsurge Domine“

4. Eck auf dem Augsburger Reichstag

5. Eck als Kirchenreformer

6. Johannes Eck im Urteil seiner Zeitgenossen

6.1. Die protestantische Sicht

6.2. Die katholische Sicht

7. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Wirken des Theologen Johannes Eck im 16. Jahrhundert, um das verbreitete Bild des „Hardliners“ in der Geschichtsschreibung kritisch zu hinterfragen und eine ausgewogenere Betrachtung seiner Rolle während der Reformation zu ermöglichen.

  • Die historische Rolle von Johannes Eck als Gegenspieler Martin Luthers.
  • Die Analyse der Leipziger Disputation und deren Einfluss auf den Ruf Ecks.
  • Die Untersuchung von Ecks Reformbemühungen und seinem Anteil an kirchlichen Dokumenten.
  • Die Differenzierung zwischen der protestantischen und katholischen Wahrnehmung von Eck.

Auszug aus dem Buch

1. Die Leipziger Disputation 1519

Eck und Luther kannten sich schon vor jenem schicksalhaften 31.Oktober 1517. Der Kontakt war durch den Nürnberger Ratsherren Christoph Scheurl zu Stande gekommen und beide begegneten sich zunächst freundschaftlich. Dies änderte sich jedoch zu Beginn des Jahres 1518, als Eck Luthers 95 Thesen in die Hände bekam.

Der Ingolstädter Theologe stand der Ablasspraxis seiner Zeit zwar kritisch gegenüber und schrieb zum Beispiel an den Wiener Humanisten Johann Cuspinian: „Ich leugne nicht die sehr großen Missbräuche bezüglich des Ablasses. Darin lobe ich Luther“. Allerdings schrieb er auch: „Was er [Luther] aber über das Sakrament der Buße behauptet, bestreite ich entschieden.“ Während Luther in der Frage der Rechtfertigungslehre einen völlig neuen Weg einschlug und sich vom altkirchlichen Bußverständnis abwandte, gestand Eck zwar Fehler bei der Ablasspraxis seiner Zeit ein, wollte den Ablass an sich und damit auch die päpstliche Position zur Rechtfertigungslehre aber nicht in Frage stellen. In diesem Punkt gerieten beide aneinander.

Die von Eck verfassten Anmerkungen (Adnotationes), die Luther als Obelisci (Spießchen) bezeichnete, enthalten kritische Worte zu Luthers in seinen Thesen geäußerten Ansichten und bezeichnen sie als irrig, albern, frech und verwegen. Darüber hinaus griff er den Wittenberger selbst an und bezeichnete ihn u.a. als Böhmen und Häretiker. Eck warf Luther im 26. Obelisk vor, die strittigen Fragen vor eine breite Öffentlichkeit gebracht zu haben, statt sie im Gelehrtenkreis zu disputieren. Offensichtlich war sich Eck in diesem Punkt aber nicht bewusst, dass durch Erfindung des Buchdrucks und steigende Alphabetisierung die Grenzen fließender geworden waren und strittige Fragen sich nur noch schlecht in kleinen, überschaubaren Kreisen diskutieren ließen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die historische Bedeutung von Johannes Eck im Kontext der Rechtfertigungslehre und des Reformationszeitalters.

1. Die Leipziger Disputation 1519: Untersuchung der historischen Disputation zwischen Eck, Karlstadt und Luther, die als Wendepunkt für Ecks Ruf als Hardliner gilt.

2. Die Schrift „Gegen Martin Luthers Anklage wider das Konzil von Konstanz“: Analyse der theologischen Verteidigung Ecks gegen Luthers Vorwürfe bezüglich des Konzils von Konstanz.

3. Die Bulle „Exsurge Domine“: Darstellung von Ecks Mitwirkung an der päpstlichen Bannandrohungsbulle und den damit verbundenen Spannungen.

4. Eck auf dem Augsburger Reichstag: Bewertung von Ecks Rolle als führender Vertreter der katholischen Seite bei den Verhandlungen von 1530.

5. Eck als Kirchenreformer: Beleuchtung der weniger beachteten Reformtätigkeit Ecks und seiner Versuche einer kirchlichen Erneuerung im Rahmen seiner Lehre.

6. Johannes Eck im Urteil seiner Zeitgenossen: Analyse der gegensätzlichen zeitgenössischen Rezeption zwischen protestantischer Polemik und katholischer Anerkennung.

7. Schlusswort: Fazit und Ausblick auf eine umfassendere, objektivere Einordnung von Johannes Eck in der historischen Forschung.

Schlüsselwörter

Johannes Eck, Reformation, Martin Luther, Leipziger Disputation, Exsurge Domine, Augsburger Reichstag, Katholische Kirche, Kirchenreform, Konfessionen, Rechtfertigungslehre, Häresie, Theologiegeschichte, Papsttum, Confessio Augustana.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Leben und Wirken des Theologieprofessors Johannes Eck und hinterfragt seine Rolle als bedeutendster katholischer Gegenspieler Martin Luthers während der Reformationszeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Leipziger Disputation, die Mitwirkung an der Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“, die Rolle am Augsburger Reichstag sowie Ecks eigene Reformtätigkeiten innerhalb der Kirche.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das oft einseitige Bild des „Hardliners“ zu prüfen und aufzuzeigen, ob Eck auch als Reformer agierte und inwiefern seine Person durch zeitgenössische Polemik geprägt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse historischer Quellen, Schriften und Korrespondenzen des 16. Jahrhunderts sowie den Vergleich mit aktueller geschichtswissenschaftlicher Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung entscheidender Ereignisse wie die Disputationen, die Verfasserschaft theologischer Gegenschriften und die differenzierte Sicht der Zeitgenossen auf seine Person.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Reformation, Johannes Eck, Konfessionen, Leipziger Disputation, Kirchenreform und das Papsttum.

Inwiefern hat die moderne Forschung das Bild von Eck gewandelt?

Moderne Historiker wie Erwin Iserloh versuchen, über das einseitige „Hardliner“-Bild hinaus, Ecks sozialen Sinn und seine spezifischen Reformbemühungen als Bestandteil einer komplexeren Persönlichkeit zu würdigen.

Warum wird Eck in der Literatur oft als Sündenbock dargestellt?

Eck stand sehr früh im Rampenlicht der Öffentlichkeit und vertrat eine unnachgiebige Haltung zur Stabilität der Kirche, was ihn besonders für die protestantische Seite zur Zielscheibe polemischer Angriffe machte.

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Details

Title
Johannes Eck als Exponent der Alten Lehre
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Fachbereich Neuere und Neueste Geschichte)
Grade
1,3
Author
Silvio Reichelt (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V8552
ISBN (eBook)
9783638154932
Language
German
Tags
Reformation Eck Luther
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvio Reichelt (Author), 2001, Johannes Eck als Exponent der Alten Lehre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8552
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