Unterrichtseinheit: Textarbeit 'Dr Joe’s Antiseptic'


Unterrichtsentwurf, 2005

14 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

1. Bedingungsfeldanalyse

1.1 Schulsituation

1.2 Klassensituation

1.3 Voraussetzungen auf Seiten des/r Lehrenden - entfällt hier

2. Begründung des Unterrichtsgegenstandes

Der Text Dr Joe ’ s Antiseptic wurde als Unterrichtsgegenstand ausgewählt, da er zunächst einmal den vom Rahmenplan Berlin vorgegeben Richtlinien entspricht, das heißt dass mit ihm die auf Seite 5 angesprochenen „Einblicke in die Lebensbereiche des englischsprachigen Raums“ gewährt sind. Die Schüler lernen durch den im Rahmenplan auf Seite 9 genannten Themenbereich people at work - at the hospital das nötige Vokabular kennen um sich in bezug auf eine Alltagsituation, in diesem Fall die Krankenhaussituation, zu äußern. Durch die Geschichte, beziehungsweise eine kurze Biographie, des britischen Arztes Joseph Lister lernen sie etwas über die medizinischen Zustände des 19. Jahrhunderts und die Versorgung, die damals den Patienten im Vergleich zu heute zukam. Im Text wird außerdem eine Verbindung zu Deutschland geschaffen, was die Geschichte den Schülern nochmals näher bringt.

Durch die dramatische Eingangssituation des Textes und die Tatsache, dass es um einen kleinen Jungen geht, wird das Interesse geweckt und durch die überschaubare Länge auch bis zum Schluss gehalten.

3. Unterrichtszusammenhang

In der vorherigen Stunde wurde bereits der Wortschatz des Textes Dr Joe ’ s Antiseptic besprochen und ausreichend eingeübt. In der hier dargestellten Unterrichtsstunde steht die Textarbeit, das heißt die Sprachaufnahme- und Sprachverarbeitungsphase im Mittelpunkt. In der Folgestunde folgt dementsprechend die Sprachanwendungsphase, mit Übungen bis hin zur selbständigen freien Wiedergabe eines eigenen Erlebnisses im Krankenhaus.

4. Sachanalyse

4.1 Neue sprachliche Elemente

In dem hier besprochenen Text, der für die Schüler neu ist, treten einige Elemente auf, die unbekannt sind und eventuell zu Verständnisschwierigkeiten führen können. Zu diesen sprachlichen Elementen gehören auf lexikalischer Ebene folgende:

- become + infected (S. 44, Z. 20,45,49; S. 45, Z. 29), Beispiel: wounds almost always became infected + profession (S. 44, Z. 33, 40; S. 45, Z. 57) Beispiel: Joseph Lister became a doctor. + Adverb (well) (S.45, Z. 55)

Beispiel: Dr Joe ’ s patients lived and became well.

- because of (giving reasons) (S. 44, Z. 52)
- think so (S. 44, Z. 47)
- believe + that (S. 44, Z. 51, 54; S. 45, Z. 38)

Beispiel: people believed that wounds became infected + θ (S. 44, Z. 55)

Beispiel: Lister believed they came from outside. + in (S.45, Z. 54)

Beispiel: They didn ’ t believe in his ideas.

In bezug auf grammatikalische Elemente, die den Schülern neu und problematisch erscheinen könnten, sind die folgenden zu nennen:

- Relativsätze mit Relativpronomen (S.44, Z. 31, 52; S. 45, Z. 1, 3, 7, 14, 27, 46)

Beispiel: The man who saved the boy ’ s life.

ohne Pronomen (contact clause) (S. 44, Z. 42, 50, 53 ; S.45, Z. 10) Beispiel : the problem he wanted to work on

- if - clauses (S. 44, Z. 44f; S.45, Z. 16f)

Beispiel: If you cut off a leg it will soon become infected.

4.2 Inhalt des Textes / Themenbereich / sachliches Vorwissen

In Dr Joe ’ s Anticeptic geht es um die Entdeckung des Desinfektionsmittels Phenol, auch

Karbolsäure genannt, durch Doktor Joseph Lister im 19. Jahrhundert. Ein Junge wird auf einer Glasgower Straße von einem Auto angefahren und für eine Operation am verwundeten Bein ins Krankenhaus gebracht. Die bei anderen Patienten aufgrund von Wundinfektionen oftmals tödlich endende Operation, überlebt der Junge wider Erwarten, durch die neue Behandlungsweise von Doktor Lister. Dieser fand heraus, dass die Wundbehandlung mit phenolgetränkten Bandagen die Überlebenschance der Patienten erhöht. Seine neue Methode war zunächst umstritten und kritisiert, wurde aber aufgrund der geringen Sterberate in seinem Krankenhaus bald auch in anderen übernommen.

Die Schüler sollten anhand ihres sachlichen Vorwissens in der Lage sein Glasgow geographisch einzuordnen.

Der Schwerpunkt des Textes kann vom Lehrer auf zwei verschiedene Aspekte gelegt werden. Einerseits kann die Biographie des Dr Joseph Lister in den Vordergrund gestellt werden, andererseits ist es für die Schüler mit Sicherheit auch interessant das Augenmerk auf die technischen Erfindungen des 19. Jahrhunderts zu legen und etwas über die medizinischen Standards dieser Zeit zu erfahren.

4.3 Textsorte

Bei Dr Joe ’ s Antiseptic handelt es sich um einen Lehrbuchtext, bei dem der erste Absatz, bei dem es um die Geschichte des kleinen Jungen geht, um einen narrativen Text handelt. Der zweite Absatz dagegen, welcher auf der Seite 44 in Zeile 34 beginnt, ist ein Sachtext mit narrativen Elementen, zum Beispiel wörtlicher Rede.

4.4 Textstruktur

Der Text ist sowohl inhaltlich als auch äußerlich in zwei Abschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt handelt von dem Unfall des kleinen Jungen und seiner vermeintlich schlechten Chance diesen zu überleben. Es wird vorweg genommen, dass er dennoch wieder gesund wird. Doch woran lag das?

Darauf wird im zweiten Absatz näher eingegangen, in dem eine kurze Biographie des Arztes Joseph Lister gegeben wird, der eine neue Methode entdeckte, die eine Entzündung von Wunden verhinderte und so das Leben vieler Patienten rettete.

Die äußere Gliederung des Textes steht also in unmittelbarem Zusammenhang zur inneren. Es handelt sich um einen Text mit der Stilebene: common. Aufgrund dessen ist auch auf Stilmittel verzichtet worden. Bei der Erzählperspektive handelt es sich um einen allwissenden Erzähler.

Der Lehrbuchtext wird ergänzt durch drei Bilder. Auf dem ersten ist eine Operationsszene aus dem 19. Jahrhunderts zu sehen, die viel Gesprächsstoff und Raum für Spekulationen seitens der Schüler geben kann um auf den Text vorzubereiten. Auf dem zweiten sieht man ein Portrait Joseph Listers, das seine Biographie ergänzt und auf dem dritten eine Abbildung des Desinfektionsmittels in einer damals üblichen Sprühflasche.

4.5 Botschaft/ Aussage des Textes / an wen gerichtet?

Der Lehrbuchtext beruht auf dem Originaltext Two Great Discoveries von B. MacLeverty. Er wurde also für die Schüler durch überdurchschnittlich häufig auftretende bestimmte grammatische Strukturen und simplifizierte Vokabeln didaktisch aufgearbeitet und lehrbuchtauglich gemacht. Daher ist anzunehmen, dass er sich speziell an die Schüler richtet und für sie konzipiert wurde.

Die Aussage des Textes wird sicherlich in die Richtung tendieren, dass die medizinische Versorgung im 19. Jahrhundert nicht so gut, beziehungsweise gar nicht vergleichbar mit den Standards heutzutage, war. Die Chancen damals auch schon eine leicht Wunde zu überleben, war aufgrund der fehlenden Kenntnisse sehr gering, weshalb deutlich mehr Menschen starben als in der Gegenwart.

Eine weitere Aussage des Textes wäre die häufig Neuem entgegengebrachte Skepsis, die sich zu einem späteren Zeitpunkt oft als grundlos herausstellt. Wenn andere nicht so misstrauisch gegenüber der neuen Behandlungsmethode gewesen wären, hätten mehr Menschen gerettet werden können.

5. Didaktische Analyse

5.1 Auswahl

Die Auswahl des Textes beruht auf den Vorgaben des Rahmenplans für die Berliner Schulen, der die Bearbeitung des Themas at the hospital vorschreibt. Das Thema wird durch die Einleitung in der ein kleiner Junge stark verletzt wird, für die Schüler interessant gemacht. Dadurch dass der Verletzte auch ein Kind ist, können sie sich mit ihm identifizieren. Die Schüler sollen laut Rahmenplan auf die Kommunikation in Alltagssituationen vorbereiten und somit auch mit dem nötigen Vokabular vertraut gemacht werden.

Ein weiterer für die Schüler interessanter Aspekt ist, dass sie mehr über die Entwicklung der Medizin und Technik seit dem 19. Jahrhundert erfahren. Sie können Parallelen zwischen damals und heute ziehen und den großen Sprung, der in dieser kurzen Zeitspanne, getan wurde nachvollziehen.

Das Vokabular wurde in einer Wortschatzstunde bereits ausführlich eingeübt und dürfte der Mehrheit der Klasse in der Textarbeitsstunde keine Schwierigkeiten mehr bereiten. Schwächere Schüler können die Vokabelliste im Buch oder ein Wörterbuch zur Hilfe nehmen. Da der Text nicht zu komplex ist und auch nicht übermäßig viele neue Satzstrukturen darin zu finden sind, sollten alle Schüler in der Lage sein den Großteil zu verstehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Unterrichtseinheit: Textarbeit 'Dr Joe’s Antiseptic'
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V85544
ISBN (eBook)
9783638029902
Dateigröße
666 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtseinheit, Textarbeit, Joe’s, Antiseptic
Arbeit zitieren
Daniela Krämer (Autor), 2005, Unterrichtseinheit: Textarbeit 'Dr Joe’s Antiseptic', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85544

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