1. Einleitung
Die neuen politischen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen bringen gravierende Veränderungen mit sich, deren Ausmaße noch nicht abzusehen sind. Unterschiedliche Einrichtungen des Gesundheitssektors sind davon betroffen, so auch die Rehabilitationskliniken. Diese müssen die eng begrenzten Ressourcen effizient einsetzen, um am Gesundheitsmarkt weiter bestehen zu können. Erst durch Transparenz in den Kosten- und Leistungsstrukturen sowie durch detaillierte Analysen der Behandlungsprozesse kann solch eine Ressourcensteuerung jedoch erfolgreich sein. Im Bereich der Akuthäuser scheint ein effizientes System, basierend auf diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG), gefunden worden zu sein. Das Gebiet der Kostenrechnung in Rehabilitationskliniken muss dagegen noch weiter erforscht werden, da die Kenntnisse der Rehabilitationskliniken über die Kosten des Aufenthalts eines Patienten derzeit noch nicht ausreichend sind.
Die vorliegende Arbeit beschreibt ein praxisnahes Konzept zur Einführung der Kostenträgerrechnung in einer Rehabilitationsklinik unter Beachtung spezifischer Umsetzungsprobleme. Der Leser erhält einen Einblick in das Gebiet der Kostenrechnung der Rehabilitationskliniken, insbesondere der Kostenträgerrechnung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Die Kostenrechnung
2.1. Die Kostenartenrechnung
2.2. Die Kostenstellenrechnung
2.3. Die Kostenträgerrechnung
2.3.1. Die Kostenträgerzeitrechnung (Betriebsergebnisrechnung)
2.3.2. Die Kostenträgerstückrechnung
3. Die Rehabilitation
3.1. Wesen und Ziele der Rehabilitation
3.2. Aufbau und Struktur einer Rehabilitationsklinik
4. Die Kostenrechnung in einer Rehabilitationsklinik
4.1. Die Kostenarten und Kostenstellen
4.2. Die Kostenträger
4.2.1. Die Ermittlung der Kostensätze
4.2.1.1. Die Kostensätze des medizinischen Bereiches
4.2.1.2. Die Kostensätze der Kurmittelleistungen
4.2.1.3. Die Kostensätze der Diagnostik
4.2.1.4.Die Kostensätze der Basisleistungen
4.2.2. Praktische Vorgehensweise zur Einführung einer Kostenträgerrechnung
4.2.3. Kritik an der Kostenträgerrechnung
5. Die Prozesskostenrechnung als Alternative zur Kostenträgerrechnung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines praxisnahen Konzepts zur Implementierung einer Kostenträgerrechnung in Rehabilitationskliniken, um durch gesteigerte Transparenz der Kosten- und Leistungsstrukturen eine effizientere Ressourcensteuerung zu ermöglichen.
- Grundlagen der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung.
- Besonderheiten des Rehabilitationssektors und des Patientenaufenthalts als Kostenträger.
- Methoden zur Ermittlung von Kostensätzen in medizinischen und pflegerischen Bereichen.
- Kritische Analyse der Kostenträgerrechnung sowie die Betrachtung der Prozesskostenrechnung als Alternative.
Auszug aus dem Buch
4.2.1.1. Die Kostensätze des medizinischen Bereiches
Im Folgenden Abschnitt werden denkbare Methoden zur Ermittlung der Kosten relevanter Bereiche vorgestellt, wobei von Leistungserstellungen der eigenen Mitarbeiter ausgegangen wird. Ausgelagerte und fremdbezogene Leistungen können den Patienten über gestellte Rechnungen direkt zugerechnet werden.
Für die Erfassung der Kosten des medizinischen Bereichs müssen zunächst die jeweils am Patienten erbrachten Leistungen erfasst werden. Hierzu kann beispielsweise durch Bildung einer Arbeitsgruppe von zuständigen Ärzten ein Wochenprofil erstellt werden, das die wöchentlich erbrachten, wiederkehrenden Leistungen darstellt. Durch eine genaue Dokumentation der Dauer dieser Leistungen können die Kostensätze pro Minute ermittelt werden. Die in Anhang 2 dargestellten Formulare mit zugehöriger Erläuterung erleichtern dabei die Erfassung. Das Bruttojahresgehalt der Ärzte wird durch deren Arbeitszeiten in Minuten pro Jahr dividiert. Somit erhält man das Kostengewicht des ärztlichen Dienstes je Minute. Der Leistungsaufwand in Minuten pro Patient multipliziert mit dem errechneten Kostengewicht, ergibt schließlich den auf den Patienten zu verrechnenden Kostensatz. Das folgende Beispiel verdeutlicht diese Vorgehensweise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Problemstellung im Gesundheitswesen durch wachsenden Kostendruck und definiert das Ziel, ein Konzept zur Kostenträgerrechnung in Reha-Kliniken zu entwickeln.
2. Die Kostenrechnung: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung als Instrumente der Unternehmensführung.
3. Die Rehabilitation: Analysiert das Wesen, die Ziele und die spezifischen Strukturen von Rehabilitationskliniken sowie den Ablauf eines Patientenaufenthalts.
4. Die Kostenrechnung in einer Rehabilitationsklinik: Detailliert die Anwendung der Kostenrechnung in der Praxis, von der Ermittlung spezifischer Kostensätze bis hin zur Projektvorgehensweise und Kritik.
5. Die Prozesskostenrechnung als Alternative zur Kostenträgerrechnung: Diskutiert die Prozesskostenrechnung als Ansatz zur verbesserten verursachungsgerechten Zurechnung von Gemeinkosten.
6. Fazit und Ausblick: Resümiert die Notwendigkeit und den Aufwand einer Einführung der Kostenträgerrechnung und betont die Bedeutung von Verhaltensänderungen.
Schlüsselwörter
Kostenträgerrechnung, Rehabilitationsklinik, Gesundheitsmanagement, Kostenartenrechnung, Kostenstellenrechnung, Prozesskostenrechnung, Pflegesatz, Fallgruppen, Leistungsverrechnung, Kostensätze, Ressourcensteuerung, Gemeinkosten, Transparenz, Betriebswirtschaft, Kostenkontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit primär?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption und Einführung einer Kostenträgerrechnung in Rehabilitationskliniken, um auf die veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Kostenrechnung, die Besonderheiten des Rehabilitationsbetriebs sowie die praktische Methodik zur Ermittlung von Kostensätzen für Patientenleistungen.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, eine praxisnahe Anleitung zur Umsetzung der Kostenträgerrechnung zu bieten, damit Kliniken ihre Kostenstruktur besser verstehen und effizienter steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung betriebswirtschaftlicher Kalkulationsverfahren, insbesondere zur Verrechnung von Personal- und Sachkosten auf Basis von Zeiteinheiten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Kostenrechnung, eine spezifische Betrachtung des Rehabilitationssektors, die konkrete Umsetzung der Kostenträgerrechnung in der Klinik und eine kritische Auseinandersetzung mit Prozesskostenrechnungs-Alternativen.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Studie?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kostentransparenz, Patientenkalkulation, Fallgruppen, Gemeinkostenmanagement und Wirtschaftlichkeit im Reha-Bereich gekennzeichnet.
Warum ist die Bildung von Fallgruppen in Rehabilitationskliniken für die Kalkulation wichtig?
Da Patienten sehr heterogen sind, ermöglichen Fallgruppen die Zusammenfassung von Patienten mit ähnlichen Diagnosen und Ressourcenverbräuchen, was die Berechnung von Durchschnittskosten erst aussagekräftig macht.
Welche Rolle spielen die "Aktivitätenerfassungsbögen" im Anhang?
Sie dienen als praktisches Instrument für Ärzte und Therapeuten, um den Zeitaufwand pro Patient zu dokumentieren, was die Basis für die Ermittlung präziser Kostensätze pro Minute bildet.
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- Stephanie Stirnkorb (Autor), 2007, Die Erstellung eines Konzeptes zur Einführung der Kostenträgerrechnung in einer Reha-Klinik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85567