Neutestamentliche Exegese zu Lukas-Evangelium 12, 49-53


Hausarbeit, 2007
15 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Gliederung

1. Vorbesinnung

2. Übersetzungsvergleich

3. Abgrenzung und Kontext

4. Gliederung

5. Literarkritik / Redaktionsgeschichte
5.1. Synoptischer Vergleich

6. Formkritik
6.1. Sitz im Leben

7. Begriffserklärungen aus der Zeitgeschichte

8. Traditionsgeschichte

9. Religionsgeschichtlicher Vergleich

10. Einzelexegese

11. Skopus

12. Verkündigungsansatz

13. Literaturverzeichnis
13.1. Buchliteratur
13.2. E-Ressourcen

Neutestamentliche Exegese

Lukas-Evangelium 12, 49-53

1. Vorbesinnung

Der vorliegende Text ist mir nicht bekannt, wirft in mir aber viele Fragen auf. Was für ein Feuer ist gemeint und in welchem Sinne? Ein Feuer kann Licht spenden und wärmen, aber genauso auch zerstörend wirken. Ist mit der Thematik der Taufe die Taufe durch Johannes den Täufer gemeint? Doch dies ist eher unwahrscheinlich, da Jesus davor keine Angst zu haben bräuchte. Wenn ich an das Wortspiel Feuertaufe denke, ließe sich eine Verbindung zu den Geschehnissen der Passionszeit ziehen. Das läge ja auch nahe, da Jesus im Garten Gethsemane zu seinen Jüngern sagt, dass seine Seele bis an den Tod betrübt sei. Ist hier der Begriff „Taufe“ mit der Kreuzigung Jesu in Verbindung zu bringen?

Jesu Ankommen schafft Zwietracht. Warum? Ist damit gemeint, dass sich in der Bibel an so vielen Stellen die Geister an der Guten Nachricht scheiden? Insgesamt hat der Text auf mich eine bedrückende Wirkung. Es scheinen schwerwiegende Veränderungen anzustehen, die die Menschen auseinander bringen werden. Außerdem klingt in dem Text etwas Endgültiges mit. Feuer und Zwietracht hören sich nicht gerade positiv und erheiternd an.

2. Übersetzungsvergleich

Zum Übersetzungsvergleich habe ich die Stuttgarter Erklärungsbibel (basierend auf der Lutherübersetzung von 1984) (Lut), die revidierte Elberfelder Bibel (Elb), die Wuppertaler Studienbibel (Wup) und den Zürcher Bibelkommentar (Zür) herangezogen.

Gravierende Unterschiede lassen sich beim Vergleich nicht feststellen, wenn man von der Benutzung einzelner Wörter absieht. Die Elb und die Wup sind sich sehr ähnlich. Kleinere Unterschiede finden sich beim Vergleich mit Zür. Die häufigsten Abweichungen in der Wortwahl finden sich bei der Lut.

Elb, Wup und Zür schildern mit der Begrifflichkeit des „werfen[s]“ das Vorgehen in Vers 49 deutlich drastischer, als Lut. Hier heißt es lediglich „ein Feuer anzuzünden“. Ähnlich verhält es sich bei Vers 50, wo Elb und Wup den Begriff „bedrängt“ benutzen, der für mich deutlich näher an die Person heranrückt, als „angstvoll“ (Zür) und „wie ist mir so bange“ (Lut). Bei Vers 52 fällt auf, dass nur Lut von „uneins“ spricht und nicht wie die verbleibenden drei Übersetzungen von „Entzweiung“ bzw. „Spaltung“ (Zür). Elb und Wup bleiben auch in Vers 53 bei der Begrifflichkeit der „Zwietracht“. Die Übersetzung der Wup hingegen ist fast identisch mit Lut, wo es nun „gegen“ heißt.

Zür gilt im Allgemeinen als sehr urtextnah. Unter diesem Gesichtpunkt legen die oben genannten Unterschiede die Vermutung nahe, dass Lut mehr auf einen flüssigen Sprachverlauf ausgerichtet ist, während Elb und Wup wohl mehr auf die Nähe am Urtext ausgerichtet sein dürften. Die große Übereinstimmung von Elb, Wup und Zür in der Wortwahl lassen die These einer recht genauen Übersetzung des Urtextes zu. Es scheint also keine gravierenden Unstimmigkeiten in der Bedeutung einzelner Wörter des griechischen Textes zu geben, was die weitere Exegese sehr erleichtern dürfte.

3. Abgrenzung und Kontext

Der Text steht innerhalb des sog. lukanischen Reiseberichts (Lk 951-1927 bzw. 1814). Dieser Reisebericht schildert „Jesu Weg in das Leiden“[1]. Jesu Reden in Kapitel 12 richten sich bis auf 1213-21 direkt an die Jünger, somit auch der vorliegende Text über die „Entzweiungen um Jesu Willen“.

Die Abgrenzung des Textes ergibt sich aus den Versen 35-48 und 54-57: Die Verse 35-48 schildern das „Warten auf das Kommen Christi“ und geben somit einen „Ausblick auf das Gericht“[2]. Die Verse 49-53 sind aber bereits die Folge aus dem vorherigen Ausblick, nämlich die Entzweiung. Die anschließenden Worte von Vers 54ff. sind bereits wieder an die ganze Menge gerichtet und sind mit der enthaltenen „Bußpredigt“[3] eine Art Handlungsanweisung.

Lk 1249-53 lässt sich also sinnvoll von den vorangehenden und nachfolgenden Perikopen unterscheiden – sowohl im Hinblick auf die genauere Thematik, als auch auf die Chronologie.

4. Gliederung

1. Jesu Lebensaufgabe – Die Rede von sich selbst[4] (49-50)
1.1. Thema des kommenden Feuers - „Gerichtswort“[5] (49)
1.1.1. Klärung, warum Jesus gekommen ist (49a)
1.1.2. Jesu Wunsch für die Zukunft (49b)
1.2. Thematik der Taufe – „Todesankündigung“[6] (50)
1.2.1. Voraussetzung für die Geschehnisse von Vers 49 (50a)
1.2.2. Jesu Furcht vor der Taufe

2. „Apokalyptische Verwirrung“[7]
2.1. Rede von der Entzweiung (51)
(Übergang der Rede von sich selbst zur Rede über die Menschen)
2.1.1. Was denken die Jünger (51a)
2.1.2. Jesu Richtigstellung (51b)
2.2. Rede über die Menschen (52-53)
2.2.1. Zwietracht in den Häusern bzw. Familien (52)
2.2.2. Zwietracht innerhalb der Familien (Konkretisierung) (53)
2.2.2.1. Zwietracht zwischen Vater und Sohn (53a)
2.2.2.2. Zwietracht zwischen Mutter und Tochter (53b)
2.2.2.3. Zwietracht zw. Schwiegermutter und Schwiegertochter (53c)

[...]


[1] Westermann: Abriß der Bibelkunde, 159

[2] Ernst: Das Evangelium nach Lukas, 412

[3] Bulltmann: Bibelkunde des NT, 38

[4] Eckey: Das Lukasevangelium, 606

[5] Ernst: Das Evangelium nach Lukas, 412

[6] Ebda.

[7] Ebda.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Neutestamentliche Exegese zu Lukas-Evangelium 12, 49-53
Hochschule
CVJM-Kolleg Kassel  (CVJM Kolleg Kassel)
Veranstaltung
Methodenlehre Neues Testament
Note
2,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
15
Katalognummer
V85575
ISBN (eBook)
9783638014168
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neutestamentliche, Exegese, Lukas-Evangelium, Methodenlehre, Neues, Testament
Arbeit zitieren
Christian Herzog (Autor), 2007, Neutestamentliche Exegese zu Lukas-Evangelium 12, 49-53, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85575

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