In dieser Arbeit möchte ich ausgehend von meinen persönlichen Erfahrungen darstellen, wie internationale Klassenfahrten mit Schülern gestaltet werden müssen, damit diese mit Hilfe der Verständigungssprache Englisch interkulturell lernen können. Interkulturelles Lernen ist ein Schwerpunkt der Englischdidaktik: Schüler sollen andere Kulturen kennen lernen und ihre Erfahrungen mit fremden Menschen, Sprachen und Bräuchen auf der Basis ihrer eigenen Kultur machen. Im Klassenraum interkulturell zu arbeiten ist möglich, wie viele Publikationen zeigen. Ich erlebte aber in meinen Hospitationen und Praktika an sachsen-anhaltinischen Schulen und meinen Nachhilfetätigkeiten mit Schülern, dass es sich als schwierig erweist, den Schülern dort reale interkulturelle Situationen zu bieten. Ich musste feststellen, dass der Englischunterricht konstruiert ist und auf die Institution Schule begrenzt bleibt, d.h. nicht die Lebenswirklichkeit der Schüler einbezieht.
Zunächst erscheint es mir angesichts der zahlreichen Publikationen zum Thema „Inter-kulturellen Lernen“ wichtig, eine Orientierung für den Leser zu schaffen, was interkulturelles Lernen bedeutet und welche Konzepte es umfasst. Im zweiten Kapitel wird daher versucht, durch ein stimmiges Kultur-Konzept die beim interkulturellen Lernen zu erwerbenden interkulturellen Kompetenzen und ihre Integration in das schulische Lernen zu rechtfertigen. Im dritten Kapitel stelle ich kurz unterschiedliche Konzepte internationaler Begegnungen vor und diskutiere ihren Wert für das interkulturelle Lernen. Danach werden wissenschaftliche Erkenntnisse zur Organisation einer für den Erwerb der interkulturellen Kompetenz wertvollen Begegnung zusammengetragen und mit praktischen Beispielen versehen. Im vierten Kapitel werden Fragebögen ausgewertet, die von fünf Lehrerinnen, die selbst eine internationale Begegnung durchgeführt haben, ausgefüllt wurden. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse vergleiche ich mit den theoretischen Gesichtspunkten aus den vorangegangenen Kapiteln und bewerte sie. Im Anhang ist eine tabellarische und teilweise auch grafische Auswertung der Fragen zu finden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Einleitende Bemerkungen
1.3 Definition „Internationale Klassenfahrten“
1.4 Zum Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Interkulturelles Lernen – Lernen in Kulturen
2.2 Die im Schüleraustausch zu entwickelnden Kompetenzen innerhalb der verschiedenen Stufen interkulturellen Lernens
2.2.1 Stufe 1 – Ethnozentrismus
2.2.2 Stufe 2 – Ethnorelativismus
2.3 Grenzen eines lern- und prozessorientierten Englischunterrichts - Ein Plädoyer für die internationale Klassenfahrt
3. Internationale Klassenfahrten – Begegnung mit anderen Kulturen
3.1 Der Wert internationaler Klassenfahrten
3.2 Verschiedene Typen internationaler Klassenfahrten
3.3 Internationale Klassenfahrten
3.3.1 Gestaltung der Planung
3.3.2 Gestaltung der Durchführung
3.3.3 Gestaltung der Nachbereitung
4. Fragebogenauswertungen
4.1 „Teil I: Persönliche Fragen“ (Fragen A1 bis A23)
4.2 „Teil II: Allgemeine Informationen zum Austausch an Ihrer Schule (englischsprachige Austausche)“ (Fragen B1 bis B29)
4.3 „Teil III: Meinungen zum Austausch“ (Fragen C1 bis C10)
4.4 Zusammenfassung
5. Fazit
9. Anhang
9.1 Musterfragebogen
9.2 Transkribierte Fragebögen
9.2.1 Lehrerin A
9.2.2 Lehrerin B
9.2.3 Lehrerin C
9.2.4 Lehrerin D
9.2.5 Lehrerin E
9.3 Tabellarische Fragebogenanalyse
9.3.1 Teil A
9.3.2 Teil B
9.3.3 Teil C
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie internationale Klassenfahrten gestaltet sein müssen, um interkulturelles Lernen effektiv zu initiieren und interkulturelle Kompetenzen der Schüler mithilfe der englischen Sprache als Kommunikationsmittel zu entwickeln. Dabei wird analysiert, wie Theorie und Praxis in diesem Bereich zusammenwirken.
- Grundlagen interkulturellen Lernens
- Entwicklung interkultureller Kompetenzen
- Planung, Durchführung und Nachbereitung von Austauschfahrten
- Empirische Auswertung von Lehrerbefragungen zum Thema Schüleraustausch
- Vergleich von theoretischen Forderungen mit der schulischen Praxis
Auszug aus dem Buch
Der Wert internationaler Klassenfahrten
Für den Wert internationaler Klassenfahrten für den Erwerb interkultureller Kompetenzen ergeben sich aus den oben dargestellten Erkenntnissen acht Thesen, die THOMAS in seinem 1988 herausgegebenen Buch Interkulturelles Lernen im Schüleraustausch formuliert hat. Weil sich aktuelle Publikationen auf THOMAS’ Erkenntnisse beziehen, sehe ich seine Thesen als aktuell und in diesem Gebiet führend an.
Beobachten, Erfahren und Bewußtwerden [sic] fremdkultureller Formen sozialer Interaktion mit gleich- und gegengeschlechtlichen Altersgenossen hat einen hohen Aufforderungswert. Es fördert das Gewahrwerden eigener Interaktionsgewohnheiten, erweitert das Spektrum der sozialen Interaktionsformen und erhöht somit die soziale Handlungskompetenz (Thomas 1988 66).
Es wird deutlich, dass Schüler, die in Kontakt mit peers kommen, motiviert sind, mit ihnen zu interagieren. Dabei tritt der besondere Faktor der Interkulturalität hinzu, der Schüler neugierig machen soll auf das Unbekannte. Zu erfahren, wie andere Jugendliche in ihrem Alter leben, was sie denken und fühlen, wie ihr Schulalltag aussieht und mit diesen Jugendlichen Freundschaften zu schließen, ist ein hoch motivierender Faktor.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Reisen für die Bildung und führt in die Thematik des interkulturellen Lernens im schulischen Kontext ein.
2. Theoretische Grundlagen: Hier werden wissenschaftliche Ansätze zu Kultur, interkulturellem Lernen und den zu entwickelnden Kompetenzen dargelegt.
3. Internationale Klassenfahrten – Begegnung mit anderen Kulturen: Dieses Kapitel beschreibt den Wert internationaler Fahrten und bietet praktische Ansätze für deren Planung, Durchführung und Nachbereitung.
4. Fragebogenauswertungen: Hier werden die Ergebnisse der Lehrerbefragungen ausgewertet und mit der zuvor diskutierten Theorie abgeglichen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, interkulturelles Lernen fest in den Schulalltag und internationale Austauschprojekte zu integrieren.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, Schüleraustausch, Internationale Klassenfahrten, Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenunterricht, Englisch, Ethnozentrismus, Ethnorelativismus, Schülerauswahl, Projektcharakter, Handlungsfähigkeit, Globalisierung, pädagogische Betreuung, Lehrerfortbildung, Bildungsziele.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie internationale Klassenfahrten gestaltet werden müssen, damit Schüler durch interkulturelle Begegnungen und die Nutzung der englischen Sprache nachhaltig interkulturelle Kompetenzen erwerben können.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zu den zentralen Themen gehören die theoretischen Grundlagen des interkulturellen Lernens, die Analyse von Kompetenzstufen, der Vergleich von Unterricht mit realen Austauschsituationen sowie eine empirische Untersuchung mittels Fragebögen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie internationale Klassenfahrten optimal organisiert werden müssen, um interkulturelles Lernen zu fördern und die Kluft zwischen theoretischen Bildungsansprüchen und der Schulpraxis zu überbrücken.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Datenerhebung verwendet?
Die Autorin führte eine qualitative Befragung durch, indem sie fünf Lehrerinnen, die internationale Klassenfahrten organisieren oder durchgeführt haben, mittels eines Fragebogens zu ihren Erfahrungen und Ansichten befragte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Fundierungen, eine pädagogische Charakterisierung internationaler Begegnungen sowie eine detaillierte Auswertung der Lehrerbefragungen inklusive einer tabellarischen Analyse der Antworten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie interkulturelles Lernen, Schüleraustausch, Handlungsfähigkeit, pädagogische Vorbereitung und interkulturelle Kompetenz charakterisieren.
Warum wird die Qualität der Planung als so entscheidend hervorgehoben?
Die Planung ist laut Autorin entscheidend, da eine gute Vorbereitung die Ängste der Schüler mindert, interkulturelles Interesse weckt und sicherstellt, dass die Reise nicht nur touristischen Charakter hat, sondern einen echten Bildungsmehrwert bietet.
Welche Rolle spielt die Gastfamilie bei einer internationalen Klassenfahrt?
Die Unterbringung in Gastfamilien wird als eine der intensivsten Chancen für interkulturelles Lernen bewertet, da sie den Schülern ermöglicht, den fremden Alltag hautnah zu erleben und sprachlich sowie sozial voll integriert zu werden.
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- Juliane Schicker (Autor), 2007, Klassenfahrten und interkulturelles Lernen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85580