„Für die Anerkennung neuer Ideen muss man kämpfen, selbst wenn sie den Themenbereich einer Disziplin erweitern.“
Dank dieser Lebenseinstellung, ließ sich Gary Stanley Becker schon frühzeitig, nicht seines akademischen Weges beirren.
Im Jahr 1992 würdigte die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften Beckers Verdienste um die Ausdehnung der mikroökonomischen Theorie auf einen weiten Bereich menschlichen Verhaltens und menschlicher Zusammenarbeit, auch außerhalb von Märkten, mit dem Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften.
Der Nobelpreis wird jährlich, seit Dezember 1901, in Erinnerung an Alfred Nobel von der Nobelstiftung an Personen oder Institutionen verschiedenster Bereiche vergeben. Die Auszeichnung für die Wirtschaftswissenschaften wurde 1969 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet und anlässlich ihres 300 jährigen Bestehens erstmalig verliehen.
Zunächst stelle ich Gary S. Becker anhand seines Lebenslaufes vor. Anschließend werde ich kurz auf die Forschungsschwerpunkte, inklusive seiner Veröffentlichungen eingehen. Hauptaugenmerk liegt darauf, sein Wirken durch die ausführliche Darstellung von zwei seiner vier Forschungsschwerpunkte näher zu beschreiben. Abschließend folgt eine kritische Betrachtung der wirtschaftlichen Beiträge sowie des Lebens des Gary S. Beckers.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der Mensch und Ökonom Gary S. Becker
2.1 Lebenslauf
2.2 Forschungsschwerpunkte und Veröffentlichungen
3. Der ökonomische Ansatz
4. Verbrechen und Strafe
5. Die Ökonomie der Familie
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Wirken von Gary S. Becker, wobei der Fokus auf der Anwendung des ökonomischen Ansatzes zur Analyse menschlichen Verhaltens außerhalb traditioneller Märkte liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Beckers ökonomische Instrumente soziale Phänomene wie Kriminalität und familiäre Entscheidungsstrukturen erklärbar machen.
- Lebensweg und intellektuelle Prägung Beckers
- Grundlagen des ökonomischen Ansatzes bei Becker
- Ökonomische Analyse von Verbrechen und Kriminalitätsbekämpfung
- Die Familie als Produktionsstätte im ökonomischen Kontext
- Diskriminierung und Humankapital als Forschungsfelder
Auszug aus dem Buch
3. Der ökonomische Ansatz
Beckers Auffassung des ökonomischen Ansatzes unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von denen traditioneller Ökonomen. Er macht deutlich, dass menschliches Verhalten unter verschiedensten Umständen und Situationsbedingungen nicht nur etwas mit dem individuellen Selbstinteresse und monetären Gewinnen zu tun hat, sondern ebenso mit der Bestimmung durch vielfältige Werte und Präferenzen, die darüber hinaus gehen.
Seiner Meinung nach werden die Gegenstands- und Geltungsbereiche der Ökonomie nur wenig informativ und zu allgemein definiert. Daher kommt er zu dem Entschluss, „[…] dass die besondere Stärke des ökonomischen Ansatzes darin liegt, dass er eine breite Skala menschlichen Verhaltens integrativ erfassen kann.“ Auf das praktische Leben bezogen, unterstellt er Individuen ein in die Zukunft gerichtetes nutzenmaximales Verhalten, um die Folgen ihres Handelns vorausschauend zu erkennen. Betrachtet werden also die Nutzen- bzw. Wohlfahrtsfunktionen von Haushalten, Unternehmen oder anderen Organisationen, die in ihren Handlungen durch beispielsweise das Einkommen, die Zeit oder andere begrenzte Ressourcen beeinflusst werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel führt in die Person Gary S. Becker ein und erläutert die Bedeutung seiner Auszeichnung mit dem Nobelpreis für die Ausweitung mikroökonomischer Theorien.
2. Der Mensch und Ökonom Gary S. Becker: Es wird der Lebenslauf von der Kindheit bis zur akademischen Laufbahn sowie die maßgeblichen Einflüsse, wie die von Milton Friedman, dargestellt.
3. Der ökonomische Ansatz: Hier werden die theoretischen Grundlagen erläutert, nach denen rationales, nutzenmaximierendes Verhalten auf nahezu alle Lebensbereiche übertragbar ist.
4. Verbrechen und Strafe: Das Kapitel analysiert Beckers ökonomische Theorie zur Kriminalität, bei der Straftaten als rationale Entscheidung unter Berücksichtigung von Kosten und Nutzen begriffen werden.
5. Die Ökonomie der Familie: Es wird die Familie als Produktionseinheit für Grundlagengüter untersucht, wobei Themen wie Heiratsverhalten, Scheidung und Investitionen in Humankapital der Kinder betrachtet werden.
6. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die wissenschaftliche Bedeutung von Beckers Beiträgen zusammen und diskutiert die Kritik an seinem weitreichenden Forschungsansatz.
Schlüsselwörter
Gary S. Becker, Mikroökonomie, Humankapital, ökonomischer Ansatz, Rationalität, Kriminalitätsökonomie, Familie, Nutzenmaximierung, Diskriminierung, Zeitallokation, Nobelpreis, Wirtschaftssoziologie, Verhaltensökonomie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beleuchtet das Leben und Werk des Ökonomen Gary S. Becker, insbesondere seine Pionierleistung, ökonomische Methoden auf gesellschaftliche Bereiche anzuwenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Theorie des Humankapitals, die Ökonomik der Kriminalität und die ökonomische Betrachtungsweise des Familienlebens.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, Beckers wissenschaftlichen Ansatz vorzustellen, der das menschliche Verhalten als Ausdruck rationaler Wahlentscheidungen versteht.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Verwendet wird eine mikroökonomische Analyse, die Individuen als nutzenmaximierende Akteure unter Restriktionen (wie Zeit und Einkommen) modelliert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die theoretischen Konzepte zu Kriminalität und Familie, ergänzt durch biografische Hintergründe des Autors.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Humankapitalinvestitionen, rationales Verhalten, Opportunitätskosten und die Erweiterung klassischer ökonomischer Disziplingrenzen.
Wie definiert Becker ein Verbrechen ökonomisch?
Ein Verbrechen wird als rationales Handeln betrachtet, bei dem der Täter den Nutzen der Tat gegen die Kosten (Entdeckungsrisiko, Strafe) abwägt.
Warum betrachtet Becker die Familie als „Fabrik“?
Becker sieht den Haushalt als Produktionsstätte, in der Zeit und Güter eingesetzt werden, um Leistungen wie Kinderbetreuung oder Mahlzeiten zu erzeugen.
Welchen Einfluss hatte Milton Friedman auf Becker?
Friedman fungierte als intellektuelle Leitfigur, die Becker davon überzeugte, dass ökonomische Theorie ein Instrument zur Analyse der realen Welt ist.
- Arbeit zitieren
- Timo Lindt (Autor:in), 2004, Gary S. Becker - Nobelpreisträger der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1992, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85637