Anforderungen an und Realität der Technologiefolgenabschätzung (TA) in der Europäischen Union sind Gegenstand dieser Arbeit.
Hierzu wird zunächst eine Darstellung der Aufgaben der Technologiefolgenabschätzung im Allgemeinen versucht, ergänzt um die Hoffnungen und Erwartungen, die darüber hinaus in die Technologiefolgenabschätzung gesetzt werden. Anschließend wird die Entwicklung der Technologiefolgenabschätzung auf der Ebene der Europäischen Union an den Programmen FAST und STOA erläutert. Eine Einschätzung von Erfolg und Stellenwert der Technologiefolgenabschätzung in der Europäischen Union bilden Fazit und Abschluß.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen
2. Technologiefolgenabschätzung
3. FAST
4. STOA
5. Zusammenfassung und Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anforderungen an sowie die Realität der Technologiefolgenabschätzung (TA) im Kontext der Europäischen Union. Dabei wird analysiert, wie wissenschaftliche Instrumente zur Antizipation von Folgewirkungen technologischen Wandels in den politischen Entscheidungsprozess integriert werden und welchen Erfolg die entsprechenden EU-Programme dabei aufweisen.
- Grundlagen und Aufgaben der Technologiefolgenabschätzung
- Entwicklung und Zielsetzung des EU-Programms FAST
- Funktionsweise und Struktur des STOA-Instruments des Europäischen Parlaments
- Einschätzung der Erfolgsaussichten und politischen Relevanz von TA-Programmen
- Verhältnis zwischen technologischem Fortschritt und demokratischer Gestaltung
Auszug aus dem Buch
4. STOA
Ein eigenes Technologiefolgenabschätzungsprogramm gibt es seit 1986 beim Europäischen Parlament. Dieses Programm, STOA, befaßt sich zum Teil mit direkten Problemen der Forschungs- und Innovationspolitik, darüber hinaus aber auch mit Fragen, die die Einflüsse von Wissenschaft und Technologie auf Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt umfassen. Sofern und soweit die Ausschüsse (oder einzelne Mitglieder) des Europäischen Parlaments der Meinung sind, daß es für ihre politische Arbeit sinnvoll ist, fachliche und unabhängige Gutachten hierzu einzuholen, so steht ihnen hierfür das Instrumentarium von STOA zur Verfügung.
STOA ist ein offizielles Organ des Europäischen Parlamentes. Seine Arbeit wird aber im wesentlichen durch auswärtige Experten erledigt, die im Auftrag von STOA Gutachten erstellen. Diese Experten sind einzelne Forscher oder Forschungsinstitute und -labors, die vertraglich mit der Erstellung und Vorbereitung spezifischer Studien beauftragt wurden. STOA organisiert darüber hinaus für Wissenschaftler und Parlamentarier Workshops, Gespräche am "Runden Tisch" oder Konferenzen, die zum Teil gemeinsam mit der Europäischen Kommission, UN-Agenturen oder anderen "geeigneten Institutionen" veranstaltet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbemerkungen: Einführung in die Thematik der Technologiefolgenabschätzung und Darlegung des methodischen Aufbaus der Untersuchung.
2. Technologiefolgenabschätzung: Erläuterung der allgemeinen Aufgaben von TA sowie der historischen Definitionen und des Zieles, nicht-intendierte Folgewirkungen neuer Technologien zu erkennen.
3. FAST: Analyse des TA-Programms der EU-Kommission, seiner Zielsetzungen, Funktionen und der Gründe für dessen spätere Umstrukturierung.
4. STOA: Darstellung des parlamentarischen Instruments STOA, dessen organisatorischer Einbettung und der Praxis der Gutachtenerstellung durch externe Experten.
5. Zusammenfassung und Fazit: Kritische Reflexion über die Wirkungslosigkeit von TA-Programmen in der politischen Praxis trotz institutioneller Etablierung.
6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und weiterführenden wissenschaftlichen Literatur.
Schlüsselwörter
Technologiefolgenabschätzung, Europäische Union, FAST, STOA, Technikpolitik, Wissenschaft, Technologie, Folgenabschätzung, Europäisches Parlament, Forschungspolitik, Innovationspolitik, Antizipation, Technikfolgen, Demokratisierung, Folgenbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und der Wirksamkeit der Technologiefolgenabschätzung innerhalb der politischen Strukturen der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Technikfolgenabschätzung sowie die spezifischen Programme FAST (Kommission) und STOA (Parlament).
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob und wie TA-Programme dazu beitragen können, gesellschaftliche und ökologische Folgen technologischer Entwicklungen in den politischen Entscheidungsprozess einzubeziehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Untersuchung offizieller Dokumente der EU-Institutionen, um die Entwicklung und Praxis der TA-Programme nachzuvollziehen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur TA sowie eine detaillierte Betrachtung der Programme FAST und STOA hinsichtlich ihrer Organisation, Zielsetzung und Arbeitsweise.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Technologiefolgenabschätzung, Technikpolitik, FAST, STOA, Europäische Union und politische Steuerung.
Warum wird FAST in der Arbeit als gescheitert betrachtet?
Der Autor argumentiert, dass das Programm trotz dreifacher konzeptioneller Überarbeitung die Erwartungen an eine wirksame politische Beratung kaum erfüllen konnte und schließlich in das MONITOR-Programm integriert wurde.
Wie ist die Arbeit des STOA-Panels organisiert?
STOA stützt sich auf einen Lenkungsausschuss mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und vergibt Aufträge zur Studien- und Gutachtenerstellung an externe Forscher und Institute.
- Quote paper
- Malte Priesmeyer (Author), 2000, Technologiefolgenabschätzung in der Europäischen Union, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8564