Als der neu gewählte Präsident Wladimir Putin am 7. Mai 2000 vereidigt wurde begann eine neue politische Ära für die Russische Föderation. Für Schlagzeilen sorgte eine seiner ersten Amtshandlungen: Er verfügte - kaum eine Woche offiziell im Amt – per Dekret eine Einteilung der Russischen Föderation in sieben Verwaltungseinheiten. Die sogenannten Föderationskreise.
Was war Putins Motivation zur Durchführung dieser Föderalreform und hat sich dieses neue Verwaltungsorgan sieben Jahre nach seiner Einführung bewährt?
Um sich mit diesem Thema auseinandersetzen zu können werden dieser Arbeit zuerst allgemeine Informationen über die Landesstruktur, die Politik und die Wirtschaft zu Grunde gelegt. Ferner werden die Begriffe Föderationskreis und Föderationssubjekt zum besseren Verständnis abgegrenzt. Anschließend beschäftigt sich der Autor mit den Föderationskreisen im Detail. Es wird auf die geographische Einteilung, die Gründe für die Einführung der Föderationskreise durch Präsident Putin und auf die Einbindung der Generalgouverneure der Föderationskreise in das politische System der Russischen Föderation eingegangen. Im darauf folgenden vierten Gliederungspunkt der Arbeit erläutert der Verfasser die wirtschaftliche Bedeutung der russischen Föderationskreise.
Beendet wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung und einen Ausblick durch den Autor.
Inhaltsverzeichnis
A. Einführung
B. Grundlage
1. Begriffsabgrenzung
1.1. Begriffsabgrenzung Föderationssubjekt
1.2. Begriffsabgrenzung Föderationskreis
2. Allgemeine Informationen über Russland
2.1. Landesstruktur
2.2. Politik
2.3. Wirtschaft
C. Die Föderationskreise der Russischen Föderation
1. Geographische Einteilung der Russischen Föderation
2. Gründe für die Einführung der Föderationskreise
3. Einbindung der Föderationskreise in das politische System der Russischen Föderation
D. Die wirtschaftliche Bedeutung der Russischen Föderationskreise
1. Die Wirtschaftskraft des zentralen Föderationskreises
2. Die Wirtschaftskraft des südlichen Föderationskreises
E. Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Einführung der sieben Föderationskreise in der Russischen Föderation unter Präsident Wladimir Putin, untersucht deren politische Einbindung in das Staatsgefüge sowie ihre wirtschaftliche Bedeutung anhand beispielhafter Regionen.
- Politische Föderalreform und Zentralisierung unter Wladimir Putin
- Struktur und Rolle der Generalgouverneure
- Wirtschaftliche Kennziffern und Disparitäten zwischen den Föderationskreisen
- Verhältnis zwischen föderaler Zentralmacht und regionalen Akteuren
- Entwicklung der Russischen Föderation nach der Wirtschaftskrise 1998
Auszug aus dem Buch
2. Gründe für die Einführung der Föderationskreise
Um die Gründe für die Einführung der sieben Föderationskreise nachvollziehen zu können, muss zunächst die Problematik der Unterschiedlichkeit der einzelnen Subjekte bezüglich ihrer Souveränität näher betrachtet werden.
Im Zusammenhang mit dem fehlenden Konzept des Regimes der RSFSR – der vor 1991 noch in die Sowjetunion integrierten Russischen Föderation – zur Neuorganisation des Staatsaufbaus nach der Auflösung der Sowjetunion, wird von dem Schlüsselproblem bezüglich der Machtkompetenzen der einzelnen Regionen gesprochen. Nach der Souveränitätserklärung Russlands im Juni 1990 strebten die Regionen rasch nach eigener Selbstständigkeit. Dies war durch den damals regierenden ersten Präsidenten der neu gegründeten Russischen Föderation, Boris Jelzin, durchaus beabsichtigt. Nicht umsonst gab er die Parole "Nehmt euch soviel Souveränität, wie ihr vertragen könnt" aus. Relativ schnell unterschieden sich die Subjekte der Föderation sowohl in ihren Wahlsystemen, ihren Parteisystemen (sofern diese überhaupt vorhanden waren) und der Art der Gewaltenteilung. Zusätzlich hatten die autonomen Regionen die Möglichkeit, eine eigene Verfassung zu verabschieden. Diese Verfassungen auf regionaler Ebene unterschieden sich mitunter sehr stark von der Verfassung auf föderaler Ebene. Dadurch sind bis heute häufig krasse Widersprüche zu dieser Verfassung auf föderaler Ebene, der Verfassung der Russischen Föderation, zu finden.
Ein weiteres Problem war die mitunter konsequente Missachtung und Ignoranz einzelner autonomer Subjekte der Föderation gegenüber Anweisungen des Zentrums der Russischen Föderation oder gegenüber Entscheidungen des Verfassungsgerichts. Andererseits aber konnte das Zentrum auf die heteronomen Subjekte einen größeren politischen Druck ausüben als auf die autonomen Subjekte. Aufgrund dessen spricht man auch von einer in Russland herrschenden asymetrischen Föderation.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einführung: Darstellung des historischen Kontextes der Föderalreform unter Präsident Putin und Formulierung der leitenden Forschungsfrage.
B. Grundlage: Definition der Begriffe Föderationssubjekt und Föderationskreis sowie Überblick über die politische und wirtschaftliche Ausgangslage in Russland.
C. Die Föderationskreise der Russischen Föderation: Analyse der geografischen Einteilung, der Beweggründe für die Reform sowie der Einbindung der Kreise in das politische System.
D. Die wirtschaftliche Bedeutung der Russischen Föderationskreise: Untersuchung der ökonomischen Kraft des zentralen und des südlichen Föderationskreises anhand von Wirtschaftsdaten.
E. Zusammenfassung und Ausblick: Kritische Würdigung der Föderalreform hinsichtlich der Rezentralisierung und der demokratischen Entwicklung Russlands.
Schlüsselwörter
Russische Föderation, Föderalreform, Föderationskreise, Wladimir Putin, Generalgouverneure, Zentralisierung, Regionalpolitik, Machtkompetenzen, Bruttoregionalprodukt, Föderationssubjekt, Staatsaufbau, ökonomische Kennziffern, politische Stabilität, Verwaltungsbezirke, Gouverneure.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die 2000 eingeführte Verwaltungsreform in Russland, bei der das Land in sieben Föderationskreise eingeteilt wurde, und beleuchtet deren politische und wirtschaftliche Funktion.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der föderalen Struktur Russlands, der Rolle des Präsidenten bei der Machtkonzentration sowie der wirtschaftlichen Analyse unterschiedlicher Regionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Motive für Putins Föderalreform zu identifizieren und zu bewerten, wie erfolgreich diese neuen Verwaltungseinheiten in das bestehende politische System integriert wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Auswertung statistischer Wirtschaftsdaten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der geografischen Gliederung, den Gründen für den Eingriff in die regionale Souveränität sowie der Kontrolle durch Generalgouverneure.
Was charakterisiert diese Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit ist durch eine kritische Perspektive auf die Rezentralisierungstendenzen in Russland im Kontext der demokratischen Entwicklung des Landes geprägt.
Wie unterscheiden sich die wirtschaftlichen Profile der Föderationskreise?
Der zentrale Föderationskreis gilt als wirtschaftliches Kraftzentrum mit hoher Bevölkerungsdichte, während der südliche Föderationskreis mit strukturellen Problemen und einer Abhängigkeit von der Landwirtschaft kämpft.
Welche Rolle spielen die Generalgouverneure?
Sie fungieren als bevollmächtigte Gesandte des Präsidenten, um die Einhaltung föderaler Gesetze zu überwachen und eine direkte Kontrolle über die Regionen auszuüben.
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- Christian Söngen (Author), 2007, Die sogenannten Föderationskreise der Russischen Föderation und ihre wirtschaftliche Bedeutung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85722