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Pro & Contra Mindestlohn

Mindestlohn als arbeitsmarktpolitische Maßnahme

Title: Pro & Contra Mindestlohn

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sebastian Schuster (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Mindestlohn und seinen Auswirkungen auf die Beschäftigung.
Unter einem gesetzlichen Mindestlohn wird im Allgemeinen verstanden, dass es einen Lohn pro Stunde oder aber auch pro Monat gibt, der gesetzlich vorgeschrieben jedem Arbeitnehmer mindestens gezahlt werden muss. Die Einführung eines Mindestlohns steht seit einiger Zeit im öffentlichen Fokus, da einige Politiker sich erhoffen, dadurch die Lohnsituation für gering qualifizierte Arbeitskräfte, im Niedriglohnsektor, zu verbessern und sie davor zu bewahren, trotz Arbeit in Armut zu leben. Nach Definition der OECD beginnt der Niedriglohnsektor unterhalb eines Lohnes von zwei Dritteln des Durchschnittslohns. „Working Poor“, wie man diese Situation im englischsprachigen Raum nennt, ist ein Phänomen, was auch in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Wer in der öffentlichen Diskussion eine Position bezieht, die Pro-Mindestlohn ist, der kann nicht umhin, seine Absicht zu bekunden mit Hilfe des gesetzlichen Mindestlohns diesen Trend zu stoppen. Die Befürworter des Mindestlohns verweisen an dieser Stelle auch immer darauf, dass in fast allen anderen europäischen Staaten gesetzliche Mindestlöhne existieren. „Wir wollen Löhne, die das eigene Auskommen sichern. Jeder muss von seiner Hände Arbeit auch leben können. Deshalb braucht Deutschland einen gesetzlichen Mindestlohn.“, so steht es mittlerweile schon fest im SPD Parteiprogramm verankert.
[...]
Um die Wirkungsweise eines Mindestlohns zu erklären werde ich zunächst verschiedene theoretische Modelle vorstellen und erklären, wie ein Mindestlohn jeweils auf die Beschäftigung wirken könnte. Im nächsten Abschnitt werden die Erfahrungen mit Mindestlöhnen, die im Ausland bereits gemacht wurden betrachtet und die empirische Relevanz der Mindestlöhne für die Arbeitsmärkte und deren Entwicklung beurteilt. Darauf folgend werden mögliche Erscheinungsbilder und Alternativen des Mindestlohns in Deutschland mit ihren Chancen und Risiken aufgezeigt.
Abschließend wird ein Fazit des Mindestlohns als arbeitsmarktpolitische Maßnahme gezogen. Die zuvor gewonnen Erkenntnisse werden hier abschließend aufgearbeitet und mögliche Implikationen abgeleitet

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINFÜHRUNG

2. THEORETISCHE ERKLÄRUNG

2.1 Einfaches neoklassisches Arbeitsmarktmodell

2.2 Keynesianisches Arbeitsmarktmodell

2.3 Monopson auf dem Arbeitsmarkt

2.3.1 Traditioneller monopsonistischer Ansatz

2.3.2 Alternative Erklärungen für monopsonistische Strukturen

3. BEOBACHTUNGEN IM AUSLAND

3.1 Beobachtungen in den USA

3.2 Großbritanniens Erfahrungen

3.3 Betrachtungen in Frankreich

4. MÖGLICHE AUSGESTALTUNG IN DEUTSCHLAND

5. PROGNOSEN

5.1 Pro Mindestlohn

5.2 Contra Mindestlohn

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen eines gesetzlichen Mindestlohns auf die Beschäftigungslage, unter Berücksichtigung theoretischer Modelle und internationaler Praxiserfahrungen, um die Eignung einer solchen Maßnahme für den deutschen Arbeitsmarkt zu bewerten.

  • Theoretische Analyse neoklassischer, keynesianischer und monopsonistischer Arbeitsmarktmodelle.
  • Empirische Betrachtung von Mindestlohneinführungen in den USA, Großbritannien und Frankreich.
  • Diskussion von Chancen und Risiken einer Mindestlohneinführung in Deutschland.
  • Analyse der Gestaltungsspielräume wie Geltungsbereich, Höhe und Kontrollinstanzen.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Alternative Erklärungen für monopsonistische Strukturen

Das angeführte Modell des monopsonistischen Unternehmers, in dem von der Ein-Unternehmen-Stadt ausgegangen wird, ist im Bezug auf den Niedriglohnsektor, auf den ein Mindestlohn abzielt, nicht sonderlich zutreffend. Vielmehr ist es im Bereich der Niedriglohnarbeit der Fall, dass es eine Vielzahl von Firmen gibt, die Arbeitskraft nachfragen. Aus diesem Grund wurde der monopsonistische Ansatz überdacht und modernisiert. So kann im Folgenden gezeigt werden, wie der Verlauf der Kurven im monopsonistischen Modell erklärt werden kann, obwohl Konkurrenz zwischen verschiedenen Arbeitgebern existiert. Hier gibt es die unterschiedlichsten Erklärungsansätze für die Entstehung von monopsonistischen Marktstrukturen.

Die Arbeitnehmer können unterschiedliche Präferenzen bezüglich der verschiedenen Unternehmen, die Arbeit nachfragen, besitzen. Diese Präferenzordnungen werden nicht nur vom Lohn bestimmt, auch andere Merkmale der Arbeitgeber, wie zum Beispiel die geografische Lage, die Arbeitsbedingungen oder das Image, haben einen Einfluss auf die Präferenz. Trotz Konkurrenz gibt es also eine Situation, die der monopsonistischen sehr ähnlich ist. Des Weiteren sind die Umzugskosten der Arbeitnehmer anzuführen, welche anfallen, wenn der Arbeitsplatz von einem Unternehmen zum anderen gewechselt wird. Die Monopsonmacht entsteht dadurch, dass der potentiell gezahlte Lohn eines anderen Unternehmens, diese Umzugskosten übersteigen muss. Als letzen Punkt führe ich hier noch einen Bestandteil der Suchtheorie an. Diese besagt, dass Arbeitnehmer damit rechnen, dass sie eine neue Anstellung nicht auf Anhieb finden, sondern eine gewisse Zeit suchen müssen. Und zwar, weil ihre Informationen über den Arbeitsmarkt eben nicht vollkommen sind. Hätten nämlich die Arbeitnehmer „[...]sufficient ability to know everything about the market for his labour, he would have too much to remain long in a low “ Diese Situation führt dazu, dass sie nicht sofort bei geringfügigen Lohnkürzungen kündigen. Dies wiederum versetzt die Arbeitgeber in die Lage, den Lohn unter den gleichgewichtigen Lohn zu drücken.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINFÜHRUNG: Die Einleitung definiert den Begriff des Mindestlohns, beleuchtet die politische Debatte um den Niedriglohnsektor in Deutschland und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.

2. THEORETISCHE ERKLÄRUNG: Dieses Kapitel stellt verschiedene Arbeitsmarkttheorien vor, von neoklassischen Wettbewerbsmodellen bis hin zu keynesianischen Ansätzen und dem Monopson-Modell, um die Auswirkungen von Lohnuntergrenzen zu analysieren.

3. BEOBACHTUNGEN IM AUSLAND: Hier werden empirische Daten und Erfahrungen mit Mindestlöhnen aus den USA, Großbritannien und Frankreich ausgewertet, um deren Auswirkungen auf die Beschäftigung zu beurteilen.

4. MÖGLICHE AUSGESTALTUNG IN DEUTSCHLAND: Dieses Kapitel diskutiert die variablen Gestaltungsmöglichkeiten eines Mindestlohns, wie Höhe und Geltungsbereich, sowie die institutionellen Anforderungen an dessen Umsetzung.

5. PROGNOSEN: Die Argumente für und gegen die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland werden systematisch gegenübergestellt und in Bezug auf ihre ökonomischen Folgen bewertet.

6. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Bewertung eines Mindestlohns stark vom jeweiligen wirtschaftlichen Systemkontext abhängt.

Schlüsselwörter

Mindestlohn, Arbeitsmarkt, Beschäftigung, Niedriglohnsektor, Neoklassik, Keynesianismus, Monopson, Arbeitsmarktpolitik, Lohnrigidität, Arbeitslosigkeit, Lohnfindung, Standortwettbewerb, Deutschland, Wirtschaftspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Mindestlohn und dessen Auswirkungen auf die Beschäftigungssituation, wobei insbesondere die kontroverse Debatte im deutschen Kontext analysiert wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen theoretische Arbeitsmarktmodelle, empirische Beobachtungen aus dem Ausland sowie die spezifischen Chancen und Risiken einer Mindestlohneinführung in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, zu bewerten, ob ein gesetzlicher Mindestlohn als arbeitsmarktpolitische Maßnahme positive oder negative Folgen hat und unter welchen Bedingungen er sinnvoll gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es erfolgt eine theoretische Modellanalyse kombiniert mit einer empirischen Auswertung internationaler Fallbeispiele aus den USA, Großbritannien und Frankreich.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Erklärungsmodelle (neoklassisch, keynesianisch, monopsonistisch), eine Analyse ausländischer Erfahrungen und eine Untersuchung der möglichen Ausgestaltung eines Mindestlohns in Deutschland.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mindestlohn, Beschäftigungseffekte, Monopsonmacht, Lohnrigidität und Arbeitsmarkttheorien geprägt.

Warum wird im Modell des Monopsons ein positiver Beschäftigungseffekt diskutiert?

Im Gegensatz zu einem vollkommenen Wettbewerbsmarkt kann ein Monopsonist bei einem Mindestlohn dazu gezwungen werden, mehr Arbeitskräfte einzustellen, sofern der Lohn innerhalb bestimmter Grenzen liegt und das Arbeitsangebot reagiert.

Welche Rolle spielen die Umzugskosten für die Argumentation des Autors?

Der Autor führt Umzugskosten als einen Faktor an, der die Monopsonmacht von Arbeitgebern stärken kann, da Arbeitnehmer durch diese Kosten in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und Unternehmen dadurch Spielraum bei der Lohnsetzung erhalten.

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Details

Title
Pro & Contra Mindestlohn
Subtitle
Mindestlohn als arbeitsmarktpolitische Maßnahme
College
University of Göttingen
Course
Wirtschaftspolitik
Grade
2,0
Author
Sebastian Schuster (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V85775
ISBN (eBook)
9783638031257
ISBN (Book)
9783638930390
Language
German
Tags
Contra Mindestlohn Wirtschaftspolitik Thema Mindestlohn
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Schuster (Author), 2007, Pro & Contra Mindestlohn, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85775
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