Ausgewählte Theologische Schwerpunkte zu Apostel Paulus und dessen Verhältnis zu Jesus


Essay, 2007
10 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Interesse und Wissen über Jesus

Die Aufgabe als Heidenmissionar

Endzeit

Literaturverzeichnis

Einleitung

Paulus war ein Jude aus Tarsus, der vermutlich zur gleichen Zeit wie Jesus geboren wurde. Seine Taten, mit denen er in die Geschichte einging, lagen ungefähr zwischen 36 und 60 n. Chr. Um die Theologie des Paulus besser zu verstehen, ist es dienlich sich ein Bild über ihn aus seiner Sicht zu machen. Die Theologie ist eng verknüpft mit der Sicht der eigenen Person und seiner Rolle in Gottes Plan.

Paulus selbsternannte Berufsbezeichnung war die eines Apostels der Heiden im messianischen Zeitalter. „Euch Heiden aber sage ich: Weil ich Apostel der Heiden bin, preise ich mein Amt“[1]. Sein Aufgabengebiet war die Bekehrung der Heiden zur Anbetung des Gottes Israels.

Paulus war Jesus nie begegnet und lernte die führenden Jünger erst 3 Jahre nach seiner eigenen Konversion kennen. Der Kontrast zwischen Paulus und ihnen, bzw. Jesus hätte kaum größer sein können. Jesus kam aus einem winzigen Dorf und war Sohn eines Zimmermanns. Er stand den Bauern, die das Land bearbeiteten näher als den Kaufleuten die das Mittelmeer bereisten. Er hat vermutlich auch nie fremde Kulturen kennen gelernt, sie verglichen und ihre Werte erlebt.

Paulus war ein Stadtmensch und Kosmopolit, der sich in der ganzen griechisch-römischen Welt bewegte. Er sprach Griechisch und vermutlich auch noch Aramäisch, Hebräisch und Latein. Die Briefe deuten bei Paulus auf eine für unsere heutigen Verhältnisse vergleichbare Mittelschicht hin. Sein Griechisch war gut, hatte aber keine elegante Prosa. Paulus hatte den Beruf Zeltmacher gelernt. Diese Branche bediente vermögende Leute, die auf Reisen nicht auf die schmutzigen Unterkünfte angewiesen waren. Es wird vermutet, dass er die Führung eines Geschäftes und den Umgang mit Eigentum beherrschte. Er konnte als Missionar „von seiner Hände Arbeit“[2] leben. Er konnte organisieren und hatte meist einige Mitarbeiter.

Paulus hatte die erste Hälfte seines Lebens als strenger Pharisäer gelebt. „Der vorchristliche Paulus war ein jüdischer Fundamentalist. Demonstrativer Gesetzesstolz und Eifer für das Gesetz charakterisierten sein Leben“[3] Auf dem Weg nach Damaskus soll er als Christenverfolger in einer Vision dem auferstandenen Jesus selbst begegnet sein. Er vollzog einen großen Wandel: „Die Bekehrung des Paulus ist aber zugleich eine Verwandlung im Inneren des Paulus:

Was er bisher verdrängt hatte und bei sich nicht hatte wahrnehmen wollen – seinen Unwillen am Gesetz, seinen verborgenen Konflikt mit ihm -, all das kann er nun akzeptieren. Er kann sich selbst als Sünder verstehen.“[4]

Interesse und Wissen über Jesus

Über Jesus direkt sagt Paulus nicht viel. Er wusste, dass Jesus von einer Frau geboren wurde, unter dem Gesetz stand und „aus dem Geschlecht Davids nach dem Fleisch“[5] stammte. Vorerst hatte er Jesus „nach dem Fleisch“[6] angesehen, ihn aber später als Gottes Sohn anerkannt.

Die Christologie unterscheidet man in 2 Bereiche. Zum einen in die Person Christi mir der Frage: Wer war er? und zum anderen in das Werk Christi: Was tat er? Beide Themen tauchen bei Paulus auf. Besonders dem Werk Christi hat er viel Aufmerksamkeit geschenkt, was darauf hinweist, dass er viel darüber nachgedacht haben muss.

Bei Paulus stoßen wir oft auf den „ Kern der christlichen Botschaft

1. Gott hat seinen Sohn gesandt.
2. er wurde gekreuzigt, jedoch zum Heil der Menschheit
3. er wurde von den Toten auferweckt und in den Himmel erhoben
4. er wird bald wiederkehren, und wer ihm gehört, wird für immer mit ihm leben.“[7]

Der Tod Jesu war für Paulus ein Opfer. Opfer waren ein bekannter Bestandteil antiker, wie auch der jüdischen Religion. Der wichtigste Grund für ein Opfer war Sühne für getane wissende und unwissende Sünden, bei denen zum Beispiel auch Tiere stellvertretend für den menschlichen Gesetzesbrecher starben. Für Paulus ist „Christus gestorben für unsere Sünden“[8], demzufolge sie zu sühnen „wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind“[9].

Paulus entwickelte später aber ein erweitertes Verständnis des Todes Christi. Die Menschen sind Sklaven und Knechte einer Macht und müssen gerettet werden. Diese Macht ist die Sünde. Durch Reue und Freispruch wird das menschliche Problem nicht vollständig überwunden. Der Tod Jesu reicht für eine Freisprechung nicht aus. Man muss eins mit Christi werden. Nur so ist man Teil seines Todes und entkommt der Knechtschaft. „Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, dass er über Tote und Lebende Herr sei“[10].

[...]


[1] Röm. 1,5 f.

[2] 1. Kor. 4, 12

[3] Theißen, Gerd: Die Religion der ersten Christen: Eine Theorie des Urchristentums. S. 295- Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus, 2000

[4] Theißen, Gerd: Die Religion der ersten Christen: Eine Theorie des Urchristentums. S. 297- Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus, 2000

[5] Röm. 1,3

[6] 2. Kor. 5,16

[7] Sanders, E.P.: Paulus: Eine Einführung. S. 33: Stuttgart: Reclam, 1995

[8] 1. Kor. 15,3

[9] Röm. 5,9

[10] Röm. 14, 8-9

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Ausgewählte Theologische Schwerpunkte zu Apostel Paulus und dessen Verhältnis zu Jesus
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Paulus als Architekt einer Universalreligion
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V85800
ISBN (eBook)
9783638017626
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ausgewählte, Theologische, Schwerpunkte, Apostel, Paulus, Verhältnis, Jesus, Architekt, Universalreligion, Religion, Religionswissenschaft, Hausarbeit, Essay, wissenschaftliche Arbeit
Arbeit zitieren
Michael Dathe (Autor), 2007, Ausgewählte Theologische Schwerpunkte zu Apostel Paulus und dessen Verhältnis zu Jesus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85800

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