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Unternehmenssteuerreform 2008

Eine ökonomische Analyse der Ausweitung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung

Title: Unternehmenssteuerreform 2008

Bachelor Thesis , 2007 , 82 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: B.A. Economics Sven Wegener (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Die Bundesrepublik Deutschland ist seit ihrem Bestehen im internationalen Vergleich ein attraktiver Produktionsstandort, bedingt durch gute Infrastruktur, hohes Ausbildungs- und Qualifikationsniveau und Rechtssicherheit. Dem gegenüber steht jedoch eine hohe effektive Unternehmenssteuerbelastung, die in den letzten Jahren zu einer verstärkten Ausnutzung von Steuerschlupflöchern seitens der Unternehmen geführt hat. Angesichts des aktuellen positiven Konjunkturverlaufs, sieht sich die Bundesregierung nun veranlasst, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, den weiteren Abfluss von deutschem Steuersubstrat zu vermindern. In diesem Bestreben haben sowohl der Deutsche Bundestag am 25.05.2007 als auch der Deutsche Bundesrat am 06.07.2007 den Entwurf eines Unternehmenssteuerreformgesetzes verabschiedet. Im Zuge dieser Reform sieht der Gesetzgeber unter anderem die Ausweitung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen vor. Im Rahmen dieser Ausarbeitung soll analysiert werden, inwieweit diese Maßnahmen geeignet sind, das Ziel der Reform – Verhinderung des Abflusses von Steuersubstrat – zu erreichen, oder ob die negativen steuerlichen Nebenwirkungen überwiegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen nach geltender Rechtslage

1.1 Bedeutung und Zielsetzung der Hinzurechnungen gem. § 8 GewStG

1.2. Ausgestaltung der Hinzurechnungen nach geltender Rechtslage

1.2.1 Hinzurechnung von Entgelten für Dauerschulden gem. § 8 Nr.1 GewStG

1.2.2 Hinzurechnung von Miet- und Pachtzinsen gem. § 8 Nr. 7 GewStG

2. Unternehmensgewinne und Steuern im empirischen Überblick

2.1 Unternehmens- und Vermögenseinkommen nach VGR in Deutschland

2.2 Tatsächlich bezahlte Steuern auf das Unternehmens- und Vermögenseinkommen

2.3 Gezahlte Schuldzinsen und Hinzurechnungen in 2001

3. Gesetzentwurf zur Unternehmenssteuerreform 2008

3.1 Motivation der Unternehmenssteuerreform 2008

3.2. Geplante Änderungen der Gewerbesteuer

3.2.1. Geplante Änderungen der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen

3.2.1.1 Strukturelle Änderungen der Hinzurechnungssystematik

3.2.1.2 Modifikation der Hinzurechnungsmerkmale für Schuldzinsen

3.2.1.3 Modifikation der Hinzurechnungsmerkmale für Miet- und Pachtzinsen

3.2.2 Weitere Änderungen der Gewerbesteuer

3.3. Zweck und Ziele der Reformen im Bereich der Gewerbesteuer

3.3.1 Verhinderung des Abflusses von Steuersubstrat

3.3.2 Stärkung der Eigenkapitalstruktur

3.3.3 Verstetigung des Gewerbesteueraufkommens

3.3.4 Erhöhung der Transparenz der Besteuerung

3.4. Gewerbesteuerliche Auswirkungen laut BMF und Bewertung der Folgen der Reform aus Unternehmenssicht

3.4.1 Geschätzte Mehr-/Mindereinahmen im Bereich der Gewerbesteuer

3.4.2 Prognostizierte Entwicklung des Gewerbesteueraufkommens

3.4.3 Bewertung der Unternehmenssteuerreform aus Unternehmenssicht

3.5. Kritik an den Änderungen der Gewerbesteuer

3.5.1 Negative Substanzsteuereffekte durch Ausweitung der Hinzurechnungstatbestände

3.5.2 Verletzung des Äquivalenzprinzips

4. Ökonomische Analyse der Modifizierung der Hinzurechnungsvorschriften

4.1 Analysemethodik und getroffene Annahmen

4.2. Analyse der Ausweitung der Hinzurechnungen anhand von Modellen

4.2.1 Model einer steuervermeidenden Gesellschaft

4.2.2 Modellierung einer kleinen Gesellschaft

4.2.3 Monte-Carlo-Simulation

5. Abschließendes Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Auswirkungen der Ausweitung gewerbesteuerlicher Hinzurechnungen im Rahmen der Unternehmenssteuerreform 2008. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob diese Maßnahmen das Ziel der Bundesregierung – die Verhinderung des Abflusses von Steuersubstrat – erreichen können, oder ob sie zu kontraproduktiven steuerlichen Belastungen führen.

  • Analyse der geltenden Hinzurechnungsvorschriften gemäß § 8 GewStG
  • Empirische Untersuchung der Unternehmensgewinne und des Steueraufkommens (1999-2005)
  • Kritische Diskussion des Gesetzentwurfs zur Unternehmenssteuerreform 2008
  • Ökonomische Analyse mittels Finanzplänen für verschiedene Unternehmenstypen
  • Bewertung von Nebenwirkungen, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen

Auszug aus dem Buch

1.1 Bedeutung und Zielsetzung der Hinzurechnungen gem. § 8 GewStG

Die Gewerbesteuer ist gem. § 3 II AO eine Real-, oder auch Objektsteuer. Das bedeutet, sie ist eine Sachsteuer, die auf Gegenständen oder Vorgängen ruht. Im Fall der Gewerbesteuer ist das Objekt, das besteuert werden soll, die Ertragskraft des Gewerbebetriebs. Aus diesem Grund sollen die Person des Gewerbetreibenden und dessen Eigenschaften, die Wahl der Rechtsform (Rechtsformneutralität), die Art der Finanzierung (Finanzierungsneutralität) und die Gewinnverwendung die Gewerbesteuerbelastung nicht beeinflussen.

Die Ertragskraft des Gewerbebetriebs wird somit nur durch den Gewerbeertrag, „[…] – vereinfachend gesprochen – alles das, was der Gewerbebetrieb als solcher, unabhängig von den persönlichen Verhältnissen des Betriebsinhabers einschließlich der von diesem gewählten Finanzierungsformen, objektiv erwirtschaftet hat“, gemessen. Problematisch ist jedoch, dass gem. § 7 GewStG mit dem im Rahmen der Ermittlung des einkommens- oder körperschaftssteuerlichen Gewinns korrigierten Gewinn aus Gewerbebetrieb folglich die Bemessungsgrundlage einer Personensteuer der Ausgangspunkt zur Bestimmung des Gewerbeertrags ist.

Ohne entsprechende Korrekturen hätten oben genannte Faktoren, wie z.B. die Wahl der Rechtsform, Einfluss auf die Gewerbesteuerbelastung und der Objektcharakter der Gewerbesteuer würde verletzt. Aus diesem Grund sind gewerbesteuerliche Modifikationen nötig, damit die Gewerbesteuer eine reine Objektsteuer bleibt. Diese gewerbesteuerlichen Modifikationen sind die Hinzurechnungen gem. § 8 GewStG und die Kürzungen gem. § 9 GewStG, die auf den Gewinn aus Gewerbebetrieb angewendet werden. Durch die Hinzurechnungen wird gewährleistet, dass bestimmte Beträge, die auf Grund einkommens- oder körperschaftssteuerlicher Vorschriften den Gewinn aus Gewerbebetrieb gemindert haben, wieder in den Gewerbeertrag einfließen. Folglich handelt es sich bei Hinzurechnungen dem Grunde nach um ein Abzugsverbot von Ausgaben, die Rahmen der Einkommen- oder Körperschaftsteuer abzugsfähig sind. Mit Hilfe der Kürzungen wird erreicht, dass die Beträge den Gewerbeertrag mindern, die bei der Gewinnermittlung nach EStG oder KStG noch nicht abzugsfähig waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen nach geltender Rechtslage: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Hinzurechnungen als Korrekturinstrument zur Wahrung des Objektcharakters der Gewerbesteuer.

2. Unternehmensgewinne und Steuern im empirischen Überblick: Untersucht die statistische Entwicklung von Unternehmensgewinnen und Steueraufkommen vor der Reform, um Motivationsgründe für den Gesetzgeber aufzuzeigen.

3. Gesetzentwurf zur Unternehmenssteuerreform 2008: Analysiert den Reformvorschlag, die geplanten Änderungen der Hinzurechnungstatbestände und deren angestrebte Ziele aus Sicht des BMF und betroffener Unternehmen.

4. Ökonomische Analyse der Modifizierung der Hinzurechnungsvorschriften: Führt eine modellbasierte Analyse durch, um die praktischen Auswirkungen der Neuregelungen für verschiedene Gesellschaftsformen zu quantifizieren.

5. Abschließendes Fazit: Bewertet die Ergebnisse der Arbeit und zieht den Schluss, dass die Reformziele in der gewählten Form nur teilweise erreicht werden und zu unerwünschten Belastungen führen.

Schlüsselwörter

Gewerbesteuer, Hinzurechnung, Unternehmenssteuerreform 2008, Steuersubstrat, Gewinnverschiebung, Objektsteuer, Fremdfinanzierung, Eigenkapitalstruktur, Finanzplan, Kapitalwert, Betriebsausgaben, Steuervermeidung, Gewerbeertrag, Äquivalenzprinzip, Substanzbesteuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Folgen der Ausweitung von gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen durch die Unternehmenssteuerreform 2008 in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die gewerbesteuerliche Hinzurechnungssystematik, Möglichkeiten der Steuergestaltung durch Unternehmen sowie die Auswirkungen von Reformmaßnahmen auf die Investitionsfähigkeit und Steuerlast von Kapital- und Personengesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu analysieren, ob die geplante Ausweitung der Hinzurechnungen effektiv den Abfluss von Steuersubstrat verhindert oder ob sie zu ungewollten, existenzgefährdenden Nebenwirkungen für Unternehmen führt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor verwendet eine modellbasierte Analyse mittels vollständiger Finanzpläne sowie eine Monte-Carlo-Simulation, um die steuerlichen Auswirkungen unter unsicheren Rahmenbedingungen zu untersuchen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der Motivation der Reform, der detaillierten Darstellung der Gesetzesänderungen sowie der ökonomischen Analyse der Auswirkungen für unterschiedliche Gesellschaftsformen (große vs. kleine Gesellschaften).

Wie lässt sich die Arbeit anhand von Schlüsselbegriffen charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gewerbesteuer, Hinzurechnung, Steuervermeidung, Eigenkapitalfinanzierung und Finanzplanalalyse definieren.

Warum wird das Modell der „steuervermeidenden Gesellschaft“ kritisch betrachtet?

Das Modell zeigt zwar eine Steigerung des Steueraufkommens bei großen Gesellschaften, verdeutlicht aber gleichzeitig, dass die Maßnahmen für kleine Unternehmen, die keine Steuervermeidung betreiben, zu einer existenzbedrohenden Belastung führen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Reform?

Der Autor schlussfolgert, dass die Hinzurechnungen in der geplanten Form kein geeignetes Instrument sind, da die negativen Auswirkungen außerhalb des gewünschten Anwendungsbereichs die positiven Effekte bei der Sicherung des Steuersubstrats überwiegen.

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Details

Title
Unternehmenssteuerreform 2008
Subtitle
Eine ökonomische Analyse der Ausweitung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnung
College
University of Paderborn
Grade
1,7
Author
B.A. Economics Sven Wegener (Author)
Publication Year
2007
Pages
82
Catalog Number
V85827
ISBN (eBook)
9783638900751
ISBN (Book)
9783638903165
Language
German
Tags
Unternehmenssteuerreform Gewerbesteuer gewerbesteuerliche Hinzurechnung Gewinnverschiebung Sicherung Steuersubstrat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Economics Sven Wegener (Author), 2007, Unternehmenssteuerreform 2008, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85827
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