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Identität - Blicke auf ein Konstrukt am Beispiel des islamischen Kommunitarismus im Westen und aus der Perspektive der Interkulturellen Pädagogik

Title: Identität - Blicke auf ein Konstrukt am Beispiel des islamischen Kommunitarismus im Westen und aus der Perspektive der Interkulturellen Pädagogik

Seminar Paper , 2005 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Judith Overbecke (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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In dieser Arbeit soll zuerst betrachtet werden, wie Identität verstanden werden kann und wie aus dem Bedürfnis nach stabiler Identität und Sicherheit in Zeiten sozialer, kultureller und ökonomischer Umbrüche Fundamentalismus entstehen kann. Identitätskonstruktionen gehen in diesem Fall einher mit Abgrenzung gegenüber dem Anderen und der Aufwertung des Eigenen. Ein Beispiel für eine solche Konstruktion von Identität liefert dann die Darstellung einer kommunitaristischen Gruppierung in den USA, des Islamischen Volks, anhand des Buches „Allah im Westen“ des Politologen Gilles Kepel von 1994. Auf diesem Buch basierend soll weiterhin die Entwicklung eines islamischen Kommunitarismus in Großbritannien und Frankreich untersucht werden, die ebenfalls mit der Berufung auf eine gemeinsame islamische Identität und dem Bruch mit dem Rest der Gesellschaft einhergeht. Auf die Konstruktion von Identität, bzw. das Festhalten an einer festgelegten Identität soll bei der Darstellung der
Entwicklung dieser Gemeinschaften ein besonderer Fokus gelegt werden.
Im nächsten Teil soll betrachtet werden, inwiefern Interkulturelles Lernen zu einer
Identitätsentwicklung beitragen kann. Die Beziehung zum Anderen wird hier
als Möglichkeit begriffen, selbst Identität zu entwickeln, zu lernen und sich zu verändern. Es geht nicht um Abgrenzung oder Vereinnahmung, sondern um gegenseitige Anerkennung. Es soll gezeigt werden, welche Ansätze, Grundlagen und Konzepte im Rahmen einer Interkulturellen Pädagogik vertreten werden, die helfen könnten, die eben beschworenen Erfahrungsfelder herzustellen, die dem Subjekt eine Identitätsbildung hin zu einem verantwortlichen, demokratischen Bürger, der in der heutigen komplexen Gesellschaft trotz aller Ambivalenzen und Veränderungen handlungsfähig bleibt oder wird, ermöglicht. Das Subjekt muss dazu Ausgangs- und Mittelpunkt der pädagogischen Bemühungen sein, so dass Subjektentwicklung in
diesem Teil meiner Darstellung zentral sein wird. Als Beispiel für ein Erfahrungsfeld, das zur Entwicklung einer mündigen, handlungsfähigen Persönlichkeit beitragen kann, sollen Aspekte einer gemeinwesenorientierten, geöffneten Schule dargestellt werden. Schließlich wird ein Blick auf eine religiöse Bildung und den interreligiösen Dialog geworfen, die für ein friedliches Miteinander verschiedener Kulturen und damit auch Religionen unabdingbar sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Identität: Prozess oder Ding?

3. Islamischer Kommunitarismus im Westen

3.1 In den USA

3.2 In Großbritannien

3.3 In Frankreich

4. Interkulturelles Lernen

4.1 Das Normenproblem

4.2 Themen und Grundlagen Interkulturellen Lernens

4.3 Subjektentwicklung

4.4 Interkulturelles Lernen durch Öffnung von Schule

4.5 Religiöse Erziehung und Interreligiöser Dialog

4. Zusammenschau und Schlussfolgerungen

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Konstruktion starrer Identitäten in fundamentalistischen Strömungen und den Ansätzen einer interkulturellen Pädagogik, die auf Subjektentwicklung und gegenseitige Anerkennung abzielt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie in einer zunehmend komplexen, globalisierten Gesellschaft Identitätsprozesse so gestaltet werden können, dass sie nicht in Ausgrenzung und Fundamentalismus münden, sondern ein friedliches, demokratisches Zusammenleben fördern.

  • Konstruktion kollektiver islamischer Identitäten im westlichen Kontext
  • Mechanismen des islamischen Kommunitarismus (Beispiele: USA, Großbritannien, Frankreich)
  • Herausforderungen durch Fundamentalismus und Abgrenzung
  • Pädagogische Konzepte des Interkulturellen Lernens
  • Bedeutung von Schule und interreligiösem Dialog für die Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

In einer globalisierten Welt, die immer komplexer wird, werden multikulturelle Gesellschaften die Regel. Eine neo-liberale Ökonomie trägt dazu bei, dass der Einzelne „zu einem entorteten, ökonomisch kalkulierenden, vereinzelten und verantwortungslosen Individuum zu werden droht“. Ein demokratischer Staat, der multikulturell und heterogen zusammengesetzt ist, dessen Bürger in sich ständig verändernden sozialen und ökonomischen Verhältnissen leben, ist mit der Identitätsbildung des Einzelnen zu einem „demokratischen Aktivbürger“ überfordert. Auch das Bedürfnis des Einzelnen nach Sicherheit ist allein durch die Staatsbürgerschaft nicht befriedigt, ebenso kann die Familie nicht ausreichend für Identitätsbildung und Sicherheit sorgen.

Identitätsbildung geschieht häufig innerhalb von Gemeinschaften zwischen Individuum und Gesellschaft, in denen soziale Werte klar sind, in denen soziale Verantwortung, Solidarität und Selbstorganisation praktiziert werden können und innerhalb derer Sicherheit und Halt erfahren werden kann. Solange es gelingt, diese Gemeinschaften zusammenzuhalten, föderal zu organisieren und damit eine Nation von unten als „Gemeinschaft von Gemeinschaften“ aufzubauen, können diese Gemeinschaften die Basis für eine demokratische Ordnung des Staates darstellen. Meistens allerdings werden Identitätsgemeinschaften anhand von Kategorien wie Rasse oder Ethnie aufgebaut und tragen eher zu Abgrenzung und zu einer Zersetzung der Nation bei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Bedarf an stabiler Identitätsbildung in globalisierten Gesellschaften und führt in die Problematik ein, dass Identitätskonstruktionen häufig in fundamentalistischer Abgrenzung münden.

2. Identität: Prozess oder Ding?: Dieses Kapitel erörtert die Dynamik der Identitätsfindung als lebenslangen, prozesshaften Entwicklungsschritt des Individuums, der im Gegensatz zu einer verdinglichten, starren Identität steht.

3. Islamischer Kommunitarismus im Westen: Anhand der Beispiele USA, Großbritannien und Frankreich wird detailliert analysiert, wie muslimische Gemeinschaften durch Konstruktion einer islamischen Identität versuchen, auf gesellschaftliche Umbrüche und Marginalisierung zu reagieren.

4. Interkulturelles Lernen: Hier werden pädagogische Konzepte und Methoden vorgestellt, wie mit Vielfalt und Fremdheit umgegangen werden kann, um Identitätsbildung jenseits von Ausgrenzung zu fördern.

4. Zusammenschau und Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus Ziele für eine interkulturelle Pädagogik ab, die Demokratie und gegenseitige Anerkennung ins Zentrum stellt.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Identität, Islamischer Kommunitarismus, Interkulturelle Pädagogik, Fundamentalismus, Subjektentwicklung, Globalisierung, Gesellschaft, Rassismus, Ausgrenzung, Integration, Schule, Interreligiöser Dialog, Anerkennung, Gemeinschaft, Ethnizität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Identitätskonstruktionen am Beispiel islamischer kommunitaristischer Gemeinschaften im Westen und den pädagogischen Möglichkeiten, diese durch Interkulturelles Lernen in eine konstruktive, demokratische Richtung zu lenken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Soziologie der Identitätsbildung, die Analyse politischer und religiöser Fundamentalismus-Strukturen sowie die didaktischen Ansätze der Interkulturellen Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Identitätsbildungsprozesse in einer multikulturellen Gesellschaft so gestaltet werden können, dass sie nicht in Fundamentalismus und Abgrenzung enden, sondern eine aktive Teilhabe und gegenseitige Anerkennung ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung vorhandener Forschungsliteratur, insbesondere politologischer Studien zu Identitätskonstruktionen sowie pädagogischer Konzepte zum interkulturellen Lernen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert erstens die Entwicklung islamischer Kommunitarismen in den USA, Großbritannien und Frankreich als Reaktion auf Marginalisierung und zweitens theoretische und praktische Ansätze der interkulturellen Erziehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Identität, Kommunitarismus, Fundamentalismus, Interkulturelle Pädagogik, Integration, Subjektentwicklung und gesellschaftliche Transformation.

Wie unterscheidet sich die Situation der islamischen Gemeinschaften in den drei untersuchten Ländern?

Die Arbeit zeigt, dass die politischen Systeme – vom laizistischen Frankreich über das auf Minderheitenförderung setzende Großbritannien bis hin zu den USA – die Art und Weise beeinflussen, wie diese Gemeinschaften ihre Identität und ihren Separatismus organisieren.

Warum spielt die Schule eine so zentrale Rolle in dieser Untersuchung?

Die Schule wird als ein entscheidender Ort identifiziert, an dem das Spannungsfeld zwischen Assimilationsdruck und dem Bedürfnis nach Bewahrung der eigenen kulturellen oder religiösen Identität besonders deutlich wird und an dem interkulturelle Pädagogik aktiv ansetzen kann.

Was ist das Ergebnis in Bezug auf die Gefahr von Fundamentalismus?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass starre Identitätskonstruktionen, die zur Abgrenzung gegenüber dem "Anderen" dienen, anfällig für Fundamentalismus sind. Ein zentraler Schutz davor ist eine pädagogische Förderung der Subjektentwicklung und grundlegendes Wissen über die eigene und fremde Religionen.

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Details

Title
Identität - Blicke auf ein Konstrukt am Beispiel des islamischen Kommunitarismus im Westen und aus der Perspektive der Interkulturellen Pädagogik
College
University of Osnabrück
Course
Kulturelle Identität und Ethnizität als Leitkonzepte der Interkulturellen Pädagogik
Grade
1,0
Author
Judith Overbecke (Author)
Publication Year
2005
Pages
36
Catalog Number
V85848
ISBN (eBook)
9783638043380
ISBN (Book)
9783656057840
Language
German
Tags
Identität Blicke Konstrukt Beispiel Kommunitarismus Westen Perspektive Interkulturellen Pädagogik Kulturelle Identität Ethnizität Leitkonzepte Interkulturellen Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Overbecke (Author), 2005, Identität - Blicke auf ein Konstrukt am Beispiel des islamischen Kommunitarismus im Westen und aus der Perspektive der Interkulturellen Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85848
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