Die Pubertät ist im deutschen Sprachgebrauch die oft mit dem Jugendalter gleichgesetzte Entwicklungsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Neben den körperlichen vollziehen sich in der Pubertät auch entscheidende geistig- seelische Veränderungen. Die Strukturierung der Persönlichkeit (Identität) ist eine grundlegende Umdisponierung.
Der eigentlichen Pubertät geht die Vorpubertät voraus. Dies ist eine Phase der Belebung kindlicher (vorrangig trotziger) Impulse und Verhaltensweisen. Durch Erreichen eines bestimmten Reifegrades, des Hyperthalamus, wird die physische Pubertät ausgelöst. Dies bewirkt verschiedene hormonelle Umstellungen., welche die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, die Ausreifung zur Fortpflanzungsfähigkeit, sowie ein erhebliches, mit Verschiebungen der körperlichen Proportionen verbundenes Längenwachstum (pubertaler Wachstumsschub) beeinflussen.
Im Zusammenhang mit der physischen Pubertät erfolgen auch psychische Reifeprozesse, die jedoch nicht notwendigerweise parallel zur körperlichen Entwicklung verlaufen.
Im Vordergrund stehen dabei die mit der Ausreifung der genitalen Sexualität (Übernahme der Geschlechterrolle) einhergehenden Konflikte, die Bewältigung von Gefühlen und Aggressivität, des Trotzes und der Selbstunsicherheit, wachsende Autonomie, das Erkennen veränderter (Trieb-)Ansprüche seitens der Umwelt, sowie erste berufsbezogene Entscheidungen. Im Verhalten der Jugendlichen zeigen sich diese Entwicklungsprozesse häufig als Stimmungslabilität, gefühlsmäßige Zerrissenheit oder in Form von Protesthaltungen der Umgebung (vor allem der Erwachsenenwelt) gegenüber.
Ein dritter wesentlicher Bereich der Pubertätsentwicklung ist die soziale Reifung. In dieser Phase lösen sich die Jugendlichen in charakteristischer Weise von der eigenen Familie ab.
In dieser Arbeit werde ich einige Eckpunkte der Pubertät und den Verlauf entlang dieser Eckpunkte aufzeigen um einen Einblick in die Jugend und ihre Entwicklung zu vermitteln. Vorrangig werde ich das Selbstbild, die Ablösung von den Eltern und die Sexualität betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Gliederung
2. Definition Pubertät
3. Das Selbstbild
3.1. Änderung des Körperbildes
3.2. Änderung des sozialen Druckes
4. Die Ablösung vom Elternhaus
4.1. Pflichten im Haushalt
4.2. Gefühlslabilität
4.3. Streit mit Müttern
5. Sexualität
5.1. Kulturabhängigkeit der Pubertät
5.2. Sexual- & Paarbeziehungen
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Sozialisationsprozess während der Pubertät und beleuchtet dabei kritische Entwicklungsaufgaben, die Jugendliche auf dem Weg zum Erwachsenenalter bewältigen müssen. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die komplexen psychischen, sozialen und körperlichen Veränderungen zu entwickeln, die in dieser Lebensphase eine zentrale Rolle spielen.
- Identitätsfindung und die Entwicklung eines Selbstbildes
- Die Dynamik der Ablösung vom Elternhaus
- Einfluss der Peergroup auf das Sozialverhalten
- Auswirkungen der körperlichen Reifung und Sexualität auf die Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
3.2.Die Änderung des sozialen Druckes
Die Adoleszens, bei Freud auch als genitale Phase bezeichnet, birgt auch das Problem des stark wachsenden sozialen Druckes von den peer groups aus. Die peer groups unterstützen zwar den Heranwachsenden bei der Loslösung vom Elternhaus, im Gegenzug muss sich der Jugendliche aber den Normen & Werten seiner Generation, seiner peer groups , unterwerfen.
Ist der Heranwachsende nicht in der Lage seine Identität ausreichend nach außen zu vertreten, versucht er seine Zweifel an seinem Selbstbild und die mangelnde Akzeptanz durch die peer group mit Hilfe von Ritualen zu beseitigen.
Eines dieser Rituale ist der Konsum von Tabakwaren und alkoholischen Getränken. Obwohl diese „Jugenddrogen“ im Alter zwischen 10 und 15 Jahren keine nennenswerte Rolle spielen, sind sie anschließend ein häufig genutztes Mittel um dem Status eines Erwachsenen näher zu kommen. So spielen sie im Alter zwischen 15 und 17 eine deutlich größere Rolle, was durch den regelmäßigen Konsum von Tabak und Alkohol belegt wird. Diese Flucht in den Alkohol und Drogen sind hinderlich um seine Entwicklungsaufgaben erfolgreich zu absolvieren, da man durch diese Drogen ein Bild von sich selbst aufbaut, dem man in Wirklichkeit gar nicht entspricht . Dadurch wird dem Jugendlichen die Möglichkeit zum autonomen Handeln, zur Initiative und zur Kompetenz verweigert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gliederung: Dieses Kapitel gibt einen strukturierten Überblick über die Themen und Schwerpunkte der Studienarbeit.
2. Definition Pubertät: Hier wird die Pubertät als kritische Entwicklungsphase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter definiert und der Fokus auf hormonelle sowie psychische Umstellungsprozesse gelegt.
3. Das Selbstbild: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen der Identitätsfindung, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild und dem wachsenden sozialen Druck.
4. Die Ablösung vom Elternhaus: Es wird die notwendige Abnabelung von der Familie beschrieben, die häufig mit Konflikten einhergeht und durch die zunehmende Bedeutung der Peergroup geprägt ist.
5. Sexualität: Dieser Abschnitt beleuchtet die Rolle der Sexualität für die Identitätsbildung und diskutiert Unterschiede in der Entwicklung zwischen den Geschlechtern sowie kulturelle Einflüsse.
6. Zusammenfassung: Das letzte Kapitel reflektiert die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und unterstreicht die Bedeutung einer erfolgreichen Bewältigung der Adoleszenz für die weitere Lebensplanung.
Schlüsselwörter
Pubertät, Sozialisation, Identitätsfindung, Entwicklungsaufgaben, Adoleszenz, Selbstbild, Peergroup, Ablösung, Geschlechtsrolle, Sexualität, Gefühlslabilität, Konflikte, Sozialpsychologie, Jugendalter, Identitätsdiffusion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den komplexen Sozialisationsprozessen von Jugendlichen in der Pubertät und den damit verbundenen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Hauptthemen gehören die Identitätsentwicklung, die Loslösung vom Elternhaus, der Einfluss von Peergroups sowie die Bedeutung der Sexualität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die zentralen Entwicklungsaufgaben aufzuzeigen, denen sich Pubertierende stellen müssen, um ihre Persönlichkeit und soziale Kompetenz zu festigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse relevanter entwicklungspsychologischer Literatur sowie der Einbeziehung empirischer Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Selbstbild, Ablösung vom Elternhaus und Sexualität, wobei jeweils spezifische Konflikte und Anpassungsleistungen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Pubertät, Identitätsfindung, Adoleszenz, Sozialisation und Entwicklungsaufgaben charakterisiert.
Warum spielen Peergroups bei der Loslösung vom Elternhaus eine solch zentrale Rolle?
Peergroups bieten den Jugendlichen eine notwendige Quelle für soziale Unterstützung, in der sie neue soziale Fertigkeiten erproben und eine Bestätigung außerhalb der Familie finden können.
Inwiefern beeinflusst der Konsum von Tabak und Alkohol die Entwicklung laut Autor?
Der Konsum wird als Fluchtmechanismus interpretiert, der dem Jugendlichen ein falsches Selbstbild vermittelt und ihn davon abhält, seine eigentlichen Entwicklungsaufgaben und die eigene Identität authentisch zu erarbeiten.
- Citation du texte
- Christian Sommer (Auteur), 2002, Sozialisation in der Pubertät, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8586