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Die Abendnachrichten des Schweizer Radios DRS im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Eine diachrone Nachrichtenanalyse zwischen 1973 und 2006

Title: Die Abendnachrichten des Schweizer Radios DRS im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit

Swiss Diploma Thesis , 2006 , 125 Pages , Grade: 1

Autor:in: Michael Bösiger (Author)

Didactics for the subject German - Grammar, Style, Working Technique
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Summary Excerpt Details

Die Rezeption von Informationen über das Medium Radio erfordert die Aufmerksamkeit
und Konzentration des Hörers in besonderem Masse, denn Hörfunkkommunikation
spielt sich einzig über den akustischen Kanal ab. Diese spezifische mediale Voraussetzung veranlasste die Sprachforschung schon früh, die Verständlichkeit von Hörfunktexten1 als besonders wichtig zu erachten. Am Radio wird gesprochen und gehört, nicht geschrieben und gelesen, was sprachlich adäquate, d. h. in ihrem Stil gesprochen sprachliche Formulierungen verlangt. Was in einer freien Moderation leicht umzusetzen ist, erweist sich in Radionachrichten als schwieriger, denn bei den Nachrichten handelt es sich in der Regel um einen geschriebenen Text, der am Mikrofon monologisch verlesen wird. Die Anforderung an einen hörergerechten Nachrichtentext bleibt aber dieselbe: «Die Nachrichtensprache muss der Alltagssprache möglichst ähnlich sein.» (Zehrt 1996: 46) Mit anderen Worten: Das Charakteristikum einer gut verständlichen Nachrichtensprache am Radio ist ihre Orientierung an einem mündlichen Sprachstil, d. h. ihre geplant konzeptionell mündliche Ausrichtung. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwiefern sich die Nachrichtensprache des Schweizer Radios DRS (SR DRS) im Spannungsfeld von konzeptioneller Mündlichkeit/ Schriftlichkeit verändert hat. Wie weit konnte sich die Sprache der Radionachrichten von Merkmalen der Schriftlichkeit, die das Hörverständnis erwiesenermaßen behindern, lösen?

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Nachrichten des Schweizer Radios DRS (SR DRS)

2.1 Radionachrichten im Rückblick

2.2 Echo der Zeit – das «Flaggschiff» von SR DRS

3 Radionachrichten als Textsorte

3.1 Abgrenzung der Textsorte Radionachrichten

3.1.1 Kommunikativ-funktionaler Aspekt

3.1.2 Kontextueller Aspekt

3.1.3 Struktureller Aspekt

3.2 Beschreibung der Textsorten Radionachrichten und Nachrichtenjournal

4 Gesprochene und geschriebene Sprache – das Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit

4.1 Sekundäre Oralität – Mündlichkeit der elektronischen Medienkommunikation

4.2 Medium und Konzeption

4.3 Merkmale gesprochener und geschriebener Sprache

5 Empirische Untersuchung der Abendnachrichten von SR DRS

5.1 Fragestellung und Hypothese

5.2 Methode der Datenerhebung

5.3 Untersuchungsgegenstand

5.4 Stichprobe

5.5 Transkription

5.6 Validität und Reliabilität

5.7 Kategoriensystem

5.7.1 Syntaktische Aspekte

5.7.1.1 Satzlänge

5.7.1.2 Syntaktische Komplexität

5.7.1.3 Stellung des finiten Verbs

5.7.1.4 Verbal-/Nominalstil

5.7.1.5 Tempus

5.7.1.6 Überdehnte Satzklammer

5.7.1.7 Erweiterte Partizipialattribute

5.7.1.8 Parenthesen

5.7.1.9 Redewiedergabe

5.7.2 Lexikalische Aspekte

5.7.2.1 Varianz/Redundanz

5.7.2.2 Mehrgliedrige Komposita

5.7.2.3 Abtönungspartikeln

5.7.2.4 Verschmelzungen

5.8 Auswertung und Interpretation

5.8.1 Syntaktische Aspekte

5.8.1.1 Satzlänge

5.8.1.2 Syntaktische Komplexität

5.8.1.3 Stellung des finiten Verbs

5.8.1.4 Verbal-/Nominalstil

5.8.1.5 Tempus

5.8.1.6 Überdehnte Satzklammern

5.8.1.7 Erweiterte Partizipialattribute

5.8.1.8 Parenthesen

5.8.1.9 Redewiedergabe

5.8.2 Lexikalische Aspekte

5.8.2.1 Varianz/Redundanz

5.8.2.2 Mehrgliedrige Komposita

5.8.2.3 Abtönungspartikeln

5.8.2.4 Verschmelzungen

5.9 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.10 Fazit und Ausblick

6 Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit sich die Sprache der Abendnachrichten des Schweizer Radios DRS (SR DRS) im Zeitraum von 1973 bis 2006 im Spannungsfeld von konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit verändert hat. Ziel ist es, empirisch zu belegen, ob die Nachrichtensprache im Zeitverlauf hörergerechter und damit verständlicher gestaltet wurde.

  • Diachrone Analyse der Nachrichtensprache bei SR DRS
  • Untersuchung des Spannungsfelds Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit
  • Anwendung quantitativer Inhaltsanalysen auf Radionachrichten
  • Operationalisierung syntaktischer und lexikalischer Kriterien
  • Bewertung von Sprachwandelerscheinungen im Rundfunk

Auszug aus dem Buch

5.7.1.1 Satzlänge

Bei der Satzlänge handelt es sich um eine zuverlässige Kategorie zur groben Bestimmung der syntaktischen Beschaffenheit eines Textes. Zudem lässt sich die Satzlänge statistisch relativ leicht erheben. Der einfachste Weg führt über die Ermittlung der Anzahl Wörter in einem Satz. Wenn es gilt, einen Satz zu definieren, tauchen dagegen Schwierigkeiten auf – gehört doch die Frage «Was ist ein Satz?» zu einer Knacknuss der Linguistik. Grundsätzlich ist mit einem Satz immer eine Einheit gemeint, welche sich je nach Perspektive aber nach unterschiedlichen Kriterien bilden lässt.

Verschiedene Untersuchungen zur Satzlänge orientieren sich der Einfachheit halber an den Satzzeichen, welche letztlich der Markierung von Einheiten dienen. In der vorliegenden Untersuchung stellt jede Wortfolge, die mit den Satzzeichen Punkt, Semikolon, Fragezeichen oder Ausrufezeichen endet, einen Satz dar. Diese einfache Satzdefinition ist bei Radionachrichten-Texten umso mehr zu akzeptieren, als die Satzgrenzen in den meisten Fällen mit Sicherheit bestimmt bzw. die Satzzeichen normalerweise ohne ernsthafte Zweifel gesetzt werden können. Der Aspekt Teilsatz, der unter dieser Definition verloren geht, wird unter dem Parameter syntaktische Komplexität (Kap. 5.7.1.2) geprüft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der hörergerechten Nachrichtensprache am Radio ein und legt die Forschungsfrage sowie das methodische Vorgehen dar.

2 Die Nachrichten des Schweizer Radios DRS (SR DRS): Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Nachrichtenvermittlung bei SR DRS und die Bedeutung des «Echos der Zeit» als Flaggschiff des Senders.

3 Radionachrichten als Textsorte: Hier erfolgt eine linguistische Einordnung der Radionachrichten als Textsorte anhand von Brinker's Modell, wobei kommunikative, kontextuelle und strukturelle Aspekte analysiert werden.

4 Gesprochene und geschriebene Sprache – das Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Mündlichkeit und Schriftlichkeit, inklusive der Konzepte sekundärer Oralität sowie der Modellierung von Medium und Konzeption.

5 Empirische Untersuchung der Abendnachrichten von SR DRS: Der empirische Hauptteil präsentiert die quantitative Inhaltsanalyse, das Kategoriensystem und die detaillierte Auswertung der syntaktischen und lexikalischen Daten über den Untersuchungszeitraum.

6 Bibliografie: Das Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Quellen.

Schlüsselwörter

Radionachrichten, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, SR DRS, Nachrichtensprache, Sprachwandel, Quantitative Inhaltsanalyse, Syntax, Lexik, Medienlinguistik, Konzeptionelle Mündlichkeit, Echo der Zeit, Textsorte, Satzlänge, Medienkommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Lizenziatsarbeit untersucht die Nachrichtensprache des Schweizer Radios DRS im Zeitraum von 1973 bis 2006 und analysiert, wie sich diese hinsichtlich der konzeptionellen Mündlichkeit und Schriftlichkeit verändert hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der sprachwissenschaftlichen Abgrenzung von Radionachrichten als Textsorte sowie der empirischen Untersuchung von syntaktischen und lexikalischen Merkmalen (wie Satzlänge, Satzkomplexität und Wortwahl) im Kontext der Medienkommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die Hypothese zu überprüfen, ob sich die Sprache der Radionachrichten durch einen Prozess der Vermündlichung zu einer hörergerechteren Form entwickelt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Verfasser nutzt primär die quantitative Inhaltsanalyse, um formale Textelemente zu erfassen und deren Häufigkeitsverteilung über drei ausgewählte Zeitpunkte (1973, 1990, 2006) statistisch auszuwerten.

Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Textsorten, Spannungsfeld von Mündlichkeit/Schriftlichkeit) und eine detaillierte empirische Analyse, bei der spezifische Parameter wie Satzklammern, Redewiedergabe oder Partizipialattribute anhand des Archivmaterials ausgewertet werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "Konzeptionelle Mündlichkeit", "Distanz- vs. Nähe-Sprache" (nach Koch/Oesterreicher), "Nachrichtenjournal" und die "Textsortenkonstanz" von Radionachrichten.

Warum ist das Jahr 1973 als Vergleichsjahr für die Untersuchung relevant?

Das Jahr 1973 bildet den Ausgangspunkt der diachronen Analyse, da für diesen Zeitraum genügend repräsentatives Archivmaterial vorliegt, um einen Vergleich mit moderneren Nachrichtenformaten wie dem "Echo der Zeit" zu ermöglichen.

Welche Bedeutung hat das "Echo der Zeit" für die Studie?

Das "Echo der Zeit" dient als zentraler Untersuchungsgegenstand, da es als wichtigste politische Informationssendung von SR DRS gilt und die Entwicklung der Radionachrichten über Jahrzehnte hinweg repräsentiert.

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Details

Title
Die Abendnachrichten des Schweizer Radios DRS im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit
Subtitle
Eine diachrone Nachrichtenanalyse zwischen 1973 und 2006
College
University of Zurich  (Deutsches Seminar)
Grade
1
Author
Michael Bösiger (Author)
Publication Year
2006
Pages
125
Catalog Number
V85877
ISBN (eBook)
9783638900812
ISBN (Book)
9783638903011
Language
German
Tags
Abendnachrichten Schweizer Radios Spannungsfeld Mündlichkeit Schriftlichkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Bösiger (Author), 2006, Die Abendnachrichten des Schweizer Radios DRS im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85877
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