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Sprache und Begriffsbildung im Chemieunterricht am Beispiel des IPN-Lehrgangs Stoffe und Stoffumbildungen (1. Teil)

Title: Sprache und Begriffsbildung im Chemieunterricht am Beispiel des IPN-Lehrgangs Stoffe und Stoffumbildungen (1. Teil)

Term Paper , 2001 , 43 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Kirchner (Author)

Didactics - Chemistry
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Summary Excerpt Details

Der Chemieunterricht steht hinsichtlich seiner Methodik besonderen Problemen gegenüber, die die anderen naturwissenschaftlichen Fächer nicht in gleicher Weise haben. Chemie zählt zu einem der unbeliebtesten Schulfächer überhaupt. Nach einer Umfrage, in der Schülern 10 Unterrichtsfächer vorgelegt worden sind, die sie mit einer Schulnote bewerten sollten, schnitten die exakten naturwissenschaftlichen Fächer Mathematik, Chemie und Physik am schlechtesten ab. Chemie (3,67) liegt dabei zwischen Mathematik (3,37) und Physik (4,13); Biologie als weitere Naturwissenschaft liegt bei 2,89.
Was sind die Probleme des Chemieunterrichts, die diese Ergebnisse verursachen: Bei der Deutung chemischer Phänomene versagen Vorstellungen der Mechanik, über die Schüler der Sekundarstufe I im allgemeinen mühelos verfügen. Kein einziger der chemischen Grundbegriffe kann dadurch eingeführt werden, dass man Vertreter der vom Begriff bezeichneten Klasse konkret vorstellt, und auf einer, dem Schüler mit seinen bisherigen Vorstellungen, begreiflichen Art vermittelt. Atome, Moleküle und Ionen kann man ebenso wenig vorzeigen, wie eine kovalente Bindung. Selbst Elemente und Verbindungen kann man nicht einfach demonstrieren. Zum Verstehen solcher Begriffe und die damit zusammenhängenden Phänomene, hat die Chemie die Atomhypothese und weitere Hypothesen über den submikroskopischen Bereich entwickelt. Alle makroskopisch wahrnehmbaren chemische Phänomene werden letztlich durch Annahmen über den nicht wahrnehmbaren, submikroskopischen Bereich gedeutet. Es ist zum einen die Unsichtbarkeit dieses Bereiches, die der Vorstellung Schwierigkeiten bereitet. Noch problematischer ist aber, dass man sich die Elemente dieses unsichtbaren Bereiches, also zum Beispiel die Atome oder die Atomkerne und Elektronen, nicht lediglich als besonders kleine Teilstücke der Dinge vorstellen darf. Man würde sonst sofort in Wiedersprüche verwickelt werden. Wenn man sich beispielsweise ein Kupferatom als winziges, rotes Kupferstückchen vorstellt, ist nicht zu verstehen, warum Kupferoxid oder amorphes Kupfer schwarz sind. Eine wesentliche Ursache für die methodischen Schwierigkeiten des Chemieunterrichts, und damit auch des Verstehens der Schüler, ist also darin zu suchen, dass die Vorstellungen, auf die der Unterricht hinzielt, schwer zu entwickeln sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Warum wurde der Lehrgang Stoffe und Stoffumbildungen geschaffen

2. Was sind die Ziele des IPN- Lehrgangs?

3. Was wird in dem IPN- Lehrgang anders gemacht?

4. Sprache und Begriffsbildung im IPN- Lehrgang

5. Konkrete Darstellung des Lehrgangs

a) Vom Beginn des Chemieunterrichts zur Grundstoffhypothese

b) Von der Grundstoffhypothese zur Atomhypothese

c) Übersicht über die Inhalte des IPN-Lehrgangs: Stoffe und Stoffumbildungen; 1.Teil Ein Weg zur Atomhypothese

6. Theorie der chemischen Unterrichtssprache

7. Theorie der Begriffsbildung

8. Vergleich des IPN- Lehrgangs mit Lehrplänen und Schulbüchern

a) Beschreibung der Inhalte des Lehrplans des Faches Chemie am Gymnasium Klasse 8 in Bremen, sowie Beschreibung der Inhalte des Fachrahmenplans an niedersächsischen Gymnasien in Klasse 8

b) Methodische Vorgehensweise im Schulbuch „elemente Chemie I“[29]

7. Quantitative Beziehungen bei chemischen Reaktionen

a) Vergleich zum IPN- Lehrgang

9. Persönliche Einschätzung des IPN- Lehrgangs

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die sprachlichen Herausforderungen im Chemieunterricht und analysiert den IPN-Lehrgang "Stoffe und Stoffumbildungen" als methodischen Ansatz, um Schülern den Zugang zu abstrakten chemischen Konzepten durch eine schülerorientierte Begriffsbildung zu erleichtern.

  • Bedeutung der Sprache für die fachliche Begriffsbildung
  • Analyse der Probleme beim Verständnis von Stoffumbildungen
  • Vergleich des IPN-Lehrgangs mit traditionellen Lehrplänen
  • Die Rolle von Schülervorstellungen und Vorstellungswechseln
  • Methoden zur Etablierung fachsprachlicher Präzision

Auszug aus dem Buch

Die Rolle der Sprache im naturwissenschaftlichen Unterricht

Im Chemieunterricht ist die Sprache das wichtigste Medium, das Medium aller Medien. Die Sprache wird in seiner Wichtigkeit vor die sonstigen Medien wie Experiment, Bilder etc. gestellt. Es ist üblich, Unterrichtssprache eine Zwischenstellung zwischen Wissenschaftssprache und Muttersprache einzuräumen. Für diesen Prozess ihrer Entwicklung aus der Muttersprache und ihrer immer stärkeren Abhebung von dieser spielen nach Priesemann zwei Arten des unterrichtlichen Sprechens eine Rolle. Er unterscheidet „fachbezogenes“ von „verständigungsbezogenem“ Sprechen.

Fachbezogenes Sprechen soll alle solche Aussagen umfassen, die sich direkt auf die fachlichen Gegenstände des Chemieunterrichts beziehen. Dies sind die stärker naturwissenschaftlichen Aussagen des Chemieunterrichts; sie sind damit eher Derivate der Wissenschaftssprache.

Verständigungsbezogenes Sprechen soll dagegen die metasprachlichen Aussagen des Unterrichts umfassen, d.h. solche Aussagen, die sich nicht auf die chemischen Sachverhalte selbst beziehen, sondern auf Sätze, Wörter, Begriffe der Fachsprache.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Warum wurde der Lehrgang Stoffe und Stoffumbildungen geschaffen: Erläutert die methodischen Schwierigkeiten des Chemieunterrichts aufgrund der Abstraktion submikroskopischer Modelle und unzureichender Berücksichtigung von Schülervorstellungen.

2. Was sind die Ziele des IPN- Lehrgangs?: Beschreibt den Ansatz, bei den Schülervorstellungen anzusetzen, um eine kontinuierliche Erfahrungsbildung zu ermöglichen.

3. Was wird in dem IPN- Lehrgang anders gemacht?: Fokussiert auf die stärkere Orientierung am Schüler und die Vermeidung eines vorschnellen, abstrakten Theorieeinstiegs.

4. Sprache und Begriffsbildung im IPN- Lehrgang: Analysiert die drei wichtigen Sprachebenen im Chemieunterricht und betont die Notwendigkeit einer korrekten Erarbeitung der Fachsprache.

5. Konkrete Darstellung des Lehrgangs: Detaillierte Beschreibung der Unterrichtseinheiten zur Grundstoffhypothese und der methodischen Leitung zur Erkenntnisgewinnung.

6. Theorie der chemischen Unterrichtssprache: Diskutiert die Notwendigkeit, fachbezogenes und verständigungsbezogenes Sprechen zur Wissensbildung zu nutzen.

7. Theorie der Begriffsbildung: Stellt sieben Schritte zur Festigung von Begriffen dar, die eine aktive Erkenntnistätigkeit der Schüler erfordern.

8. Vergleich des IPN- Lehrgangs mit Lehrplänen und Schulbüchern: Gegenüberstellung unterschiedlicher Curricula und der unterschiedlichen Herangehensweise an die Atomhypothese.

7. Quantitative Beziehungen bei chemischen Reaktionen: Thematisiert die Herleitung der Atomhypothese über Erhaltungssätze und das Massenverhältnis.

9. Persönliche Einschätzung des IPN- Lehrgangs: Reflexion über die Sinnhaftigkeit eines zeitaufwendigen, schülerorientierten Ansatzes im Vergleich zum stofflastigen Lehrplan.

Schlüsselwörter

Chemieunterricht, Begriffsbildung, IPN-Lehrgang, Fachsprache, Stoffumbildung, Atomhypothese, Schülervorstellungen, didaktische Reduktion, naturwissenschaftliche Bildung, Grundstoffhypothese, Unterrichtssprache, Stoffchemie, Modellbildung, fachbezogenes Sprechen, Sekundarstufe I.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sprachliche Barrieren und mangelnde fachliche Begriffsbildung das Verständnis von Chemie bei Schülern erschweren und wie der IPN-Lehrgang "Stoffe und Stoffumbildungen" diesem Problem begegnet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der Unterrichtssprache, die Theorie der Begriffsbildung, die Einführung chemischer Grundbegriffe sowie der methodische Vergleich verschiedener Unterrichtskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen eines schülerorientierten, langsamen und sprachbewussten Vorgehens bei der Vermittlung komplexer chemischer Theorien wie der Atomhypothese aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse zu fachdidaktischen Theorien mit einer strukturierten Analyse des IPN-Curriculums und einem Vergleich mit offiziellen Lehrplänen sowie persönlichen Praxiserfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Sprach- und Begriffsbildung, die praktische Darstellung des Lehrgangsverlaufs und einen kritischen Vergleich mit herkömmlichen Schulbüchern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Begriffsbildung, Fachsprache, IPN-Lehrgang, Schülerorientierung und Atomhypothese charakterisiert.

Warum ist der "Vorstellungswechsel" so wichtig?

Der Vorstellungswechsel ermöglicht es Schülern, ihre Alltagsvorstellungen nicht einfach zu verwerfen, sondern durch eine kritische Auseinandersetzung in tragfähigere, wissenschaftlichere Konzepte zu überführen.

Wie bewertet die Autorin die Einführung von Fachbegriffen im IPN-Lehrgang?

Sie bewertet das langsame Vorgehen als fachlich und didaktisch fundiert, kritisiert jedoch teilweise die übermäßige Genauigkeit bei der Einführung bestimmter Begriffe, die für Schüler heute bereits durch Alltagsmedien vorbelastet sind.

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Details

Title
Sprache und Begriffsbildung im Chemieunterricht am Beispiel des IPN-Lehrgangs Stoffe und Stoffumbildungen (1. Teil)
College
University of Bremen  (Chemiedidaktik Uni Bremen)
Course
Alte und neue Anforderungen an den Chemieunterricht und welche Qualifikationen benötigen Chemielehrer
Grade
1,0
Author
Robert Kirchner (Author)
Publication Year
2001
Pages
43
Catalog Number
V8590
ISBN (eBook)
9783638155236
Language
German
Tags
Alltagssprache Fachsprache Unterrichtssprache IPN- Lehrgang Stoffe und Stoffumbildungen Begriffsbildung Schülervorstellungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Kirchner (Author), 2001, Sprache und Begriffsbildung im Chemieunterricht am Beispiel des IPN-Lehrgangs Stoffe und Stoffumbildungen (1. Teil), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/8590
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