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Beowulf - Eine sprechakttheoretische Untersuchung

Title: Beowulf - Eine sprechakttheoretische Untersuchung

Thesis (M.A.) , 2006 , 113 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Doyscher (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Das Beowulf-Epos gilt als das bedeutendste Werk der altenglischen Dichtung. Es ist zugleich das älteste komplett erhaltene germanische Heldenepos. Die Forschung hat bisher die Analyse der in direkter Rede gehaltenen Passagen der epischen Dichtung des Beowulf aus sprechakttheoretischer Sicht weitgehend außer Acht gelassen.
In dieser Arbeit erfolgt die sprechakttheoretische Analyse der im Beowulf geäußerten Spruchweisheiten, d. h. es werden die illokutionären Kräfte direkter Rede untersucht. Eine solche Analyse ermöglicht es dann, bestimmte Muster illokutionärer Kräfte von Spruchweisheiten herauszuarbeiten.
Ein besonderes Augenmerk bei der Analyse von Texten einer anderen Kultur, also nicht nur der frühmittelalterlichen angelsächsischen Kultur, muss auf das Verstehen des Denkens der damaligen Zeit gelegt werden. Aus diesem Grund wird ausführlich auf den kulturellen Kontext und die Funktion von Spruchweisheiten in der angelsächsischen Gesellschaft eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. GNOMIK IN DER ALTENGLISCHEN DICHTUNG

1.1 DEFINITIONEN

1.2 MAXIMEN UND GNOMAI IN ABGRENZUNG ZU SPRICHWÖRTERN

1.3 VERBEN: SCULON UND BEON

1.4 WEITERE ELEMENTE

1.5 SPRUCHWEISHEITEN AUS KULTURELLER SICHT

1.5.1 Wissen in der angelsächsischen Gesellschaft

1.5.2 Die Funktion von Spruchweisheiten aus kultureller Perspektive

1.5.3 Typisierung, Objektivierung, Institutionalisierung und Reifizierung

1.5.4 Zusammenfassung

1.6 DIE STRUKTURELLE FUNKTION VON SPRUCHWEISHEITEN INNERHALB EINER DICHTUNG

2. EINE THEORIE ILLOKUTIONÄRER AKTE

2.1. ILLOKUTIONÄRE KRÄFTE UND PROPOSITIONEN

2.2 DIE SECHS KOMPONENTEN DER ILLOKUTIONÄRE KRAFT

2.2.1 Der illokutionäre Zweck Π

2.2.2 Durchsetzungmodus µ

2.2.3 Bedingung des propositionalen Gehalts θ

2.2.4 Vorbereitende Bedingungen Σ

2.2.5 Aufrichtigkeitsbedingung Ψ

2.2.6 Der Grad der Stärke der Aufrichtigkeitsbedingung (η)

2.3 ILLOKUTIONÄRE STAMMKRÄFTE

2.4 EINFACHE ILLOKUTIONÄRE KRÄFTE

3. ANALYSE DER ILLOKUTIONÄREN KRÄFTE VON SPRUCHWEISHEITEN IM BEOWULF

3.1 KÜSTENWÄCHTER. ZEILEN 287B – 289

3.2 BEOWULF. ZEILEN 440B – 441

3.3 BEOWULF. ZEILE 455B.

3.4 BEOWULF. ZEILEN 572B-573

3.5 BEOWULF. ZEILEN 1384B-1389

3.5.1 Zeilen 1384b-1385

3.5.2 Zeilen 1386-1387a

3.5.3 Zeilen 1387b-1389

Zielsetzung & Themen

Diese Magisterarbeit untersucht die sprechakttheoretische Dimension von in direkter Rede geäußerten Spruchweisheiten im altenglischen Heldenepos Beowulf. Das primäre Ziel ist es, die illokutionären Kräfte dieser Redepassagen zu analysieren, um Muster in der Argumentation der Protagonisten aufzudecken und ihre Funktion innerhalb der frühmittelalterlichen angelsächsischen Gesellschaft zu beleuchten.

  • Analyse der Illokutionslogik nach Searle und Vanderveken.
  • Untersuchung der gnomischen Elemente und Maximen im Beowulf.
  • Kulturelle Einordnung von Wissen und gesellschaftlicher Ordnung.
  • Unterscheidung zwischen Gnomon und Maxime in der epischen Dichtung.
  • Sprechakttheoretische Analyse ausgewählter Textstellen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Küstenwächter. Zeilen 287b – 289.

Æghwæþres sceal / scearp scyldwiga gescad witan, / worda ond worca, se þe wel þenceð.

Friedrich Klaeber (1950: 139) und, ihm folgend, Johannes Hoops (1932: 53) sehen in dieser Äußerung des Küstenwächters eine Entschuldigung gegenüber Beowulf für die von Ersterem ab Zeile 237 erfolgende Befragung seiner Herkunft und Absichten. Mit Eckard Rolf würde es sich dann um eine “Emotions-induzierende Situation“ (1997: 219) handeln, mit der auf das “(vermeintliche) Vorhandensein bestimmter Emotionen oder auf die Möglichkeit hin, daß sie entstehen“ (ebd.) reagiert wird. Ziel wäre dann die emotionale Stabilisierung des Gesprächspartners, d.h. in diesem Falle die Beruhigung des durch die Befragung (vermeintlich) aus seinem emotionalen Gleichgewicht gebrachten Gauten. Die Frage ist, ob eine emotionale Stabilisierung Beowulfs aus der Sicht des Küstenwächters notwendig ist, es also auch Anhaltspunkte für eine emotionale Destabilisierung Beowulfs gibt? Es gehört zur Aufgabe eines Küstenwächters, potentielle Gefahren zu erkennen und das Wirksamwerden derselben zu verhindern. T.A.Shippey verweist auf die institutionelle Rolle eines Küstenwächters zu dessen Aufgabe die Befragung von Personen gehört, die das dänische Territorium betreten wollen (vgl. 1978: 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. GNOMIK IN DER ALTENGLISCHEN DICHTUNG: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Gnomai, Maximen und Sprichwörter sowie Untersuchung ihrer Funktion in der angelsächsischen Kultur.

2. EINE THEORIE ILLOKUTIONÄRER AKTE: Einführung in die sprechakttheoretischen Grundlagen basierend auf Searle, Vanderveken und Rolf zur Analyse illokutionärer Kräfte.

3. ANALYSE DER ILLOKUTIONÄREN KRÄFTE VON SPRUCHWEISHEITEN IM BEOWULF: Anwendung der erarbeiteten Theorie auf ausgewählte gnomische Passagen im Beowulf unter Berücksichtigung des situativen Kontextes.

Schlüsselwörter

Beowulf, Sprechakttheorie, Illokutionäre Kraft, Gnomik, Maximen, Altenglische Dichtung, Kulturgeschichte, Reifizierung, Angelsachsen, Comitatus, Illokutionslogik, Sprachwissenschaft, Mediävistik, John R. Searle, Spruchweisheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Verwendung von Spruchweisheiten im altenglischen Epos Beowulf unter dem speziellen Fokus der Sprechakttheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die linguistische Analyse von Sprechakten, die gesellschaftliche Funktion von Spruchweisheiten im frühmittelalterlichen England sowie die theoretische Verortung von Maximen und Gnomai.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Analyse der illokutionären Kräfte von in direkter Rede geäußerten Spruchweisheiten zu verstehen, wie diese rhetorischen Mittel zur sozialen Stabilisierung und moralischen Orientierung im Beowulf-Epos eingesetzt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Theorie illokutionärer Akte nach John R. Searle, Daniel Vanderveken und Eckard Rolf.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Gnomik, die Darlegung der sprechakttheoretischen Methode und die konkrete Analyse von elf gnomischen Passagen im Beowulf.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Beowulf, Sprechakttheorie, Illokutionäre Kraft, Gnomik, Maximen, Reifizierung und Altenglische Dichtung.

Warum wird der Küstenwächter in der Arbeit besonders betrachtet?

Die Maxime des Küstenwächters ist ein zentrales Beispiel für die Rollenaufgabe eines Comitatus-Angehörigen und verdeutlicht die Diskrepanz zwischen Worten und Taten in einer Befragungssituation.

Welche Rolle spielen die Verben sculon und beon bei der Analyse?

Diese Verben dienen häufig der Einleitung von Spruchweisheiten; die Arbeit untersucht ihre Verwendung, um zu zeigen, dass sie eine Tendenz zur Kategorisierung (Tätigkeit vs. Zustand) aufweisen, aber kein starres Unterscheidungskriterium sind.

Inwiefern beeinflusst das christliche Weltbild die Analyse?

Die christliche Ideologie dient als legitimierender Rahmen für das Verständnis der Welt im Beowulf, wobei Schicksalsvorstellungen und christliche Lehren teilweise ineinander verwoben auftreten.

Excerpt out of 113 pages  - scroll top

Details

Title
Beowulf - Eine sprechakttheoretische Untersuchung
College
Dresden Technical University  (Institut für Anglistik und Amerikanistik)
Grade
1,3
Author
Matthias Doyscher (Author)
Publication Year
2006
Pages
113
Catalog Number
V85911
ISBN (eBook)
9783638900843
Language
German
Tags
Beowulf Eine Untersuchung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Doyscher (Author), 2006, Beowulf - Eine sprechakttheoretische Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85911
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