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Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation

Verwendung der Begriffe in der Migrationsforschung

Title: Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation

Scientific Essay , 2006 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author)

Psychology - Social Psychology
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Auszüge aus dem Text:

..Insbesondere als Folge von Arbeits- und Flüchtlingsmigration ist die Gesellschaft dieses Landes multikulturell und vielsprachig in ihrer Gestalt und es ist zu erwarten, dass sich dies künftig eher verstärken als verringern wird, wobei Heckmann bereits 1981 auf diese Entwicklungstendenz hingewiesen hat.

...Während Schrader (1989, S. 436) noch vereinfacht die Migration als "…das Verlassen des bisherigen und das Aufsuchen eines neuen, als dauerhaft angestrebten Wohnorts in einer signifikanten Entfernung…" beschreibt, gehen Elias und Scotson (1990, S. 248) in ihrer Definition über den Aspekt des Ortwechsels hinaus und erachten vor allem "…den Wechsel der Gruppenzugehörigkeit…" als charakteristisch für die Migration. Die Autoren betonen hierbei, dass sich Migranten nicht nur physisch von einem Ort zum anderen bewegen, sondern dabei auch zugleich von einer Gesellschafts- beziehungsweise Kulturgruppe in eine andere überwechseln. An diesem Berührungspunkt zwischen zwei Kulturen, ist der Prozess der Akkulturation einzuordnen, bei dem unterschiedliche Kulturen durch Interaktion ihrer Mitglieder aufeinander treffen und in einen Austausch geraten, der kulturelle Veränderungen nach sich zieht.

... Aus den bisherigen Publikationen zur Akkulturation geht keine allgemeinverbindliche Definition von diesem Konstrukt hervor. Es zeigen sich beim Gebrauch dieses Begriffes häufig Unklarheiten und Widersprüche: Zum einen wird mit diesem einmal das Ergebnis von Kulturkontakten und zum anderen der Prozess selbst bezeichnet, oder Akkulturation wird gleichbedeutend mit Termini wie Assimilation, Absorption, Integration und Enkulturation zur Beschreibung des individuellen Verhaltens im Prozessverlauf benutzt.

Im Folgenden werden die oben genannten zentralen Grundbegriffe, die in der Migrations- und Akkulturationsforschung häufig konfundiert sind, voneinander abgegrenzt und die ihnen jeweils zugrunde liegende Bedeutung herausgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Assimilation und Absorption

2.2 Integration

2.3 Enkulturation und Akkulturation

3. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die in der Migrationsforschung häufig konfundierten Grundbegriffe wie Assimilation, Integration, Akkulturation und Enkulturation theoretisch voneinander abzugrenzen, um eine präzisere wissenschaftliche Kommunikation und fundiertere empirische Analysen zu ermöglichen.

  • Theoretische Fundierung und Abgrenzung von Migrationsbegriffen
  • Kritische Reflexion der Assimilations- und Integrationskonzepte
  • Psychologische Perspektiven auf den Akkulturationsprozess
  • Bedeutung der interkulturellen Handlungskompetenz
  • Notwendigkeit einer präzisen Begriffsdefinition in der Integrationspolitik

Auszug aus dem Buch

2.1 Assimilation und Absorption

Treibel (1990, S. 79) stellt heraus, dass in früheren Arbeiten der Migrationsforschung unter Assimilation meistens "…die unvermeidliche Endstufe einer Abfolge von Interaktionen zwischen Aufnahmegesellschaft und ethnischen Zuwanderern, in deren Verlauf sich ausschließlich die Zugewanderten verändern und an die Aufnahmegesellschaft angleichen…" verstanden wurde. Auch Schöneberg (1993, S.61) kommt nach einer Betrachtung der früheren Assimilationskonzepte zum Schluss, dass darunter "…ein Prozess der Veränderung von Einstellungen, Werten und Verhaltensgewohnheiten der Einwanderer [begriffen wurde], der seinen Endpunkt in der völligen Angleichung der Immigranten an die Aufnahmegesellschaft findet…". Während in den letztgenannten Auslegungen von Assimilation so etwas wie eine Passivität des Migranten, der sich dem "Assimilationssog" nicht entziehen kann, zum Ausdruck kommt, sieht Esser (1980, S.14) in seiner Assimilationstheorie den Migranten hingegen als "…ein aktiv handelndes Individuum, das aus einer Vielzahl von Handlungsoptionen stets assimilative Handlungsweisen auswählt, sofern diese zur Erreichung hoch bewerteter Ziele beitragen…".

Ungeachtet dessen, ob sie den Migranten in einer passiven oder aktiven Rolle sehen, liegt den meisten Assimilationskonzepten die Annahme zugrunde, dass die Angleichung der Migranten an die aufnehmende Gesellschaft unvermeidlich ist. So wurde, um dies noch mehr zu betonen, für diesen Prozess in der Literatur auch häufig der Begriff der Absorption (wörtlich: Aufsaugung) verwendet. Dabei sei die Absorption der Migranten in die Aufnahmekultur dann erreicht, wenn diese ihre ethnische Identität gänzlich aufgegeben hätten. Diese Idee kommt in der amerikanischen "melting pot-Ideologie" zum Ausdruck, wonach erwartet wurde, dass die in Amerika eingewanderten Individuen unterschiedlicher Nationalitäten nach und nach Bestandteil eines gemeinsamen kulturellen Lebens werden und somit das Merkmal "Ethnizität" irrelevant würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die demografische Situation von Migranten in Deutschland und thematisiert die Notwendigkeit von Anpassungsstudien in einer Gesellschaft, die sich faktisch zu einem Einwanderungsland gewandelt hat.

2. Begriffsdefinitionen: Hier werden zentrale Konzepte wie Assimilation, Absorption, Integration, Enkulturation und Akkulturation definiert, voneinander abgegrenzt und kritisch hinterfragt, um Unklarheiten im Forschungsdiskurs aufzulösen.

2.1 Assimilation und Absorption: Dieses Kapitel beleuchtet historische und moderne Sichtweisen auf Assimilation sowie den Begriff der Absorption und diskutiert die interindividuelle Variabilität der Anpassungsprozesse.

2.2 Integration: Der Abschnitt fokussiert auf das Verständnis von Integration als wechselseitigen Prozess der Teilhabe an Ressourcen und Strukturen sowie als Erwerb von interkultureller Handlungskompetenz.

2.3 Enkulturation und Akkulturation: Hier wird der Enkulturation als Primärsozialisation die Akkulturation als Sekundärsozialisation gegenübergestellt und der Prozesscharakter der Anpassung an eine neue Kultur erläutert.

3. Schlusswort: Das Fazit betont den dringenden Bedarf an einer präzisen Begriffsklärung in der Migrationsforschung, um eine fundierte Basis für praktische Interventions- und Präventionskonzepte zu schaffen.

Schlüsselwörter

Migration, Akkulturation, Assimilation, Integration, Enkulturation, Migrationshintergrund, Psychologische Akkulturation, Absorption, Interkulturelle Handlungskompetenz, Aufnahmegesellschaft, Ethnizität, Sozialisation, Identität, Anpassungsprozess, Migrationsforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Klärung und Abgrenzung grundlegender Begriffe der Migrationsforschung, die häufig synonym oder widersprüchlich verwendet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Definitionen von Akkulturation, Integration und Assimilation sowie deren soziologische und psychologische Bedeutung für Migranten in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, durch eine präzise begriffliche Differenzierung zur Klarheit im wissenschaftlichen Diskurs über Migrations- und Integrationsprozesse beizutragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und kritischen Diskussion der bestehenden Fachliteratur zum Thema Akkulturation und Migration.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konzepte der Assimilation, der Absorption, der Integration sowie der Enkulturation und Akkulturation und deren Verläufe auf Gruppen- und Individualebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Migration, Akkulturation, Assimilation, Integration, Enkulturation und interkulturelle Handlungskompetenz sind die zentralen Begriffe der Untersuchung.

Wie unterscheidet sich Assimilation von Integration laut der Autorin?

Während Assimilation oft mit einer einseitigen Anpassung und dem Verlust der eigenen Identität assoziiert wird, impliziert Integration einen wechselseitigen Teilhabeprozess unter Beibehaltung kultureller Identität.

Was besagt die "melting pot-Ideologie"?

Sie beschreibt die Erwartung, dass Einwanderer ihre ursprüngliche Identität vollständig aufgeben und in einer neuen, gemeinsamen Nationalkultur aufgehen, was als "Absorption" bezeichnet wird.

Welche Rolle spielt die Generation bei der Akkulturation?

Die Arbeit weist darauf hin, dass Akkulturationsprozesse oft erst nach der dritten, teilweise sogar bis zur fünften Generation als abgeschlossen betrachtet werden können.

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Details

Title
Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation
Subtitle
Verwendung der Begriffe in der Migrationsforschung
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author)
Publication Year
2006
Pages
13
Catalog Number
V85920
ISBN (eBook)
9783638019088
Language
German
Tags
Integration Assimilation Akkulturation Enkulturation Auswanderung J.W. Berry Ausländer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Psychologin Merima Sabic (Author), 2006, Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/85920
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